Webnachbarn

Mittwoch, 25. März 2009

FAZ-Artikel über die Giordano-Bruno-Stiftung

Mit "Die Agenda des Neuen Atheismus" von Reinhard Bingener hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 22.03.2009 einen Hintergrundartikel über die Bewegungen des neuen Atheismus und besonders die Giordano-Stiftung herausgebracht, der bereits an verschiedenen Stellen für intensive Diskussionen sorgte.

Der Artikel per Klick online hier.

Gefunden über den Brightsblog.

Aus fachlicher Sicht interessant fand ich zum Beispiel die Forderung der Giordano-Bruno-Stiftung nach einem "Evolutionsfeiertag" und auch den "Auftritt" von Charles Darwin. Zitat:

"Darwin durfte - ein naturalistisches Wunder - auch selbst an seinem 200. Geburtstag teilnehmen, den die Giordano-Bruno-Stiftung für ihn ausrichtete. Dass er beim Geburtstags-Event in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt nicht aus der mannshohen Plastik-Torte auf der Bühne hervorsprang, blieb die eigentliche Überraschung der Veranstaltung. Man beließ es dabei, einen Schauspieler in der Rolle des bärtigen Darwin eine Rede halten zu lassen. Zum äußerlichen gesellt sich der inhaltliche Darwin-Klamauk: Vor der Einspielung des Musikvideos zum Darwin-Song „Children of the Evolution“ wird der „Darwin-Code“ vorgestellt. Die Autoren des Buches deklinieren die Evolutionstheorie bis in die Grundfragen der Lebensführung herab: Was dürfen wir nicht mehr glauben? Was sollen wir essen? Wie können wir es treiben? - es soll eine fröhliche Wissenschaft sein."

Neu war mir auch, dass z.B. der humanistische Pressedienst, fowid, der Zentralrat der Ex-Muslime und die Stiftung selbst maßgeblich aus der gleichen Quelle (einem religionskritischen Multimillionär) finanziert werden.

Allerdings möchte ich aus persönlicher Erfahrung auch darauf hinweisen, dass die Giordano-Bruno-Stiftung und ihr Beirat keinen weltanschaulich geschlossenen Block darstellen, sondern sehr unterschiedliche Personen, Fachrichtungen und Anschauungen versammeln. Dass sich auch humanistische Weltanschauungen schlagkräftig zu organisieren versuchen, (sinnigerweise über die historisch tief religiöse Form einer Stiftung und mit Namensbezug auf einen Mönch) halte ich für ebenso interessant wie statthaft. Für eine freiheitliche Gesellschaft ist (auch religiös-weltanschauliche) Vielfalt keine Bedrohung, sondern eine Chance.

Montag, 23. März 2009

Blogregeln als Todsünden präsentiert

Da freut sich der Religionswissenschaftler: Der Blogger Gedankendeponie hat "Die 7 Todsünden des Bloggens" (per Klick zum Beitrag hier) formuliert und damit sowohl einen Beitrag zur Entwicklung deutscher Blog-Etikette wie auch ein schönes Beispiel religiöser Zitation geleistet. :-)

Abgesehen von der zünftigen Idee selbst sind auch die Kommentare ganz interessant, die häufig den Tenor haben: Blöd, dass es christlich klingt (denn das gilt ja vielen als ganz arg bäh), aber trotzdem eine tolle Idee.

Auch das interessant an sich...

Einen Gruß an die Gedankendeponie und Twitterin andreame, über die ich auf den Beitrag stieß.

Samstag, 21. März 2009

Düsterer Braincast von Arvid Leyh...

...zur Wissenschaft vom Terrormanagement, Fragen nach dem Lebenssinn, aber auch einem (fröhlicheren) Interview zur Evolution von Religiosität, per Klick kostenlos anhörbar hier: http://is.gd/ocKx

Ich finde ja den Arvid klasse, er erzeugt stets eine unglaublich dichte Gesprächsatmosphäre und arbeitet mit wissenschaftlichen Informationen sowohl analysierend wie poetisch. Eigentlich gehört der Mann in ein richtiges Radiostudio, von dem würden wir hören (buchstäblich)!

Freitag, 20. März 2009

Online mit Respekt. Winnenden-Kondolenzbuch online

Winnenden, Wendlingen und Baden-Württemberg insgesamt stehen vor einem Wochenende der Trauer, des (auch fragenden, klagenden) Gebets und des Abschiednehmens.

Das Internet selbst ist dabei in den letzten Tagen oft beschuldigt worden, seinen Anteil zu Vereinzelung und Verrohung vieler Menschen geleistet zu haben - sei es durch die aufputschende Vernetzung von Killerspielern, durch dubiose "Scherze" oder Menschen verachtende Inhalte.

Aber es geht auch anders und niemand hindert uns daran, auch im Netz eine menschenfreundlichere Kultur zu etablieren. So hat das Land Baden-Württemberg eine Online-Kondolenzbuch eingerichtet, in dem sich bereits Mit-Trauernde aus der ganzen Welt, jedes Geschlechts und Alters eingetragen haben.

Die Beiträge werden gesammelt, einige veröffentlicht und/oder an die betroffenen Städte und Schulen gegeben. Auch so kann das Netz, können wir Menschen uns äußern.

Das Online-Kondolenzbuch des Landes Baden-Württemberg per Klick hier.

Samstag, 14. März 2009

Religionswissenschaft auf Twitter

Kerstin Probiesch gehört zu den Religionswissenschaftlerinnen, die unser Fach online voran bringen. Nach einer kurzen Pause hat sie ihren Blog religionswissenschaft.info erfreulicherweise wieder aufgenommen. Und mehr noch: Mit rw_info hat sie zu twittern angefangen und bereits einige Kolleginnen und Kollegen (auch mich) für erste Schritte auch in diesem neuen Umfeld gewonnen.

Die Religionswissenschaft kann durch die Beschäftigung in und mit dem Internet aus drei Gründen nur gewinnen:

1. Hier werden weltweite Forschungsergebnisse bekannt, vernetzt und diskutiert. Für ein interdisziplinäres Fach wie die Religionswissenschaft (die beispielsweise historische, philologische, phänomenologische, soziologische, psychologische und zunehmend biologische Perspektiven integriert) ist das fast ein Muss!

2. Längst wird das Web selbst zum Medium, in dem religiöses Leben stattfindet - von Online-Communities, über Gebetskreise bis hin zu Verkündigungen, neuen Predigt- und Verehrungsformen (z.B. Videoclips) u.v.m. Religionswissenschaftler, die diese Entwicklungen und Phänomene ignorieren (würden), verlören den Kontakt zur religiösen Gegenwartskultur.

3. Wer sich daran stört, dass es im Internet noch immer zu viel Schund und zu wenig Qualität gebe - der ist erst Recht dazu aufgerufen, Wissenschaft auch online zugänglich zu machen! Jüdische Rituale sind angeblich sinnlos und unverständlich? Muslime in Deutschland haben angeblich exorbitant hohe Geburtenraten? Die Bahai sind angeblich nur eine "islamische Sekte"? Religiöse haben angeblich grundsätzlich niedrigere IQs als Atheisten?

Wer solchen und unzähligen anderen Vorurteilen und Irrtümern aufklärend entgegen wirken will, gehört (auch) ins Netz!

Also, danke, Kerstin für das Engagement für Religionswissenschaft online!

Links:
* Blog Religionswissenschaft.info

* Twitter rw_info

Siehe auch:
* Gemeinschaftsblog Webreligion

Und mein eigener Twitter (neu & noch völlig unerfahren):
* Twitter Blume EvoRelWiss

Das Blog-Logo: Es soll Freude am Staunen und an der Neugier, aber auch eine Haltung des Respekts gegenüber dem Unverstandenen symbolisieren, meiner persönlichen Motivation für das Fach der Religionswissenschaft.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Braincast - empfohlen!

Es ist wahrscheinlich sehr schwer, noch ein spannendes Thema der Hirnforschung zu finden, zu dem Anita und Arvid Leyh vom Braincast (Übersicht hier) nicht schon einen ebenso kompetenten wie originellen Wort- oder Videobeitrag produziert haben. Sie verarbeiten darin nicht nur Unmengen von Literatur, sondern reisen auch durch die Republik, um Interviews mit Forschern zu führen.

Beispiele nur der letzten Wochen gefällig? Es gab Braincasts zu Tierversuchen, zum Alkoholkonsum, aber auch Zeit für ein Plaudern mit And.Ypsilon von den Fantastischen Vier.

Noch bevor "Gott, Gene und Gehirn" von Rüdiger Vaas und mir erschienen war, hatten sie auch die evolutionäre Religionswissenschaft in den Blick genommen - und in Stuttgart ein Interview gemacht, an das ich mich gerne erinnere.


Braincast 124 - Die Natur des Glaubens from Anita Leyh on Vimeo

Die guten Erfahrungen und kompetenten Fragen dürften m.E. auch ein wesentlicher Grund sein, warum der Braincast immer weiter empfohlen wird und angefragte Interviewpartner gerne zusagen. Interessante Webnachbarn mit Zukunft, diese Leyhs!

Dienstag, 18. November 2008

Eine religionswissenschaftliche Schatzkiste...

...voller Dokumente, ganzer E-Bücher und Links auch zu ausgefallenen Themen rund um die Religionen habe ich gerade beim Schwesterblog religionswissenschaft.info von Kerstin Probiesch gefunden. Unter anderem sind hier deutsche und englische Übersetzungen Heiliger Schriften auch kleinerer Religionen zu finden - oder Koranübersetzungen, die sich nebeneinander legen und also vergleichen lassen usw. Das zusammen zu suchen und zu stellen war eine Fleißarbeit!

Wer also das Stöbern mag - per Klick hier!

Freitag, 3. Oktober 2008

Eine Beobachtung zum Ende der Ramadanzeit

Nickpol ist ein aktiver Bright (und Mitgestalter des Brightsblog) - ein Anhänger jener entschieden atheistischen Bekenntnis-Bewegung, die sich vor allem um die Lehren von Richard Dawkins gesammelt hat, sich als Avantgarde einer wissenschaftlich-antireligiösen Aufklärung versteht, vorwiegend aus (kinderarmen ;-) ) Männern besteht und sich über das Internet vernetzt. Auch in den einen oder anderen Filmclip hat es das Gedankengut schon gebracht, siehe hier:



In der Blogroll führe ich Nick jedoch schon länger als besonders "fairen Bright", da er sein weltanschaulich-atheistisches Bekenntnis mit einem fairen Diskussionsstil und echtem Interesse an den Argumenten auch Andersdenkender verbindet. So nahm er in diesem Jahr auch eine muslimische Einladung zu einem Abendessen im Rahmen des Ramadan an - und Nickpols Reflektionen nach einem Iftar kann ich zur Lektüre am letzten Tag des Ramadanfestes nur empfehlen.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Galileo mit Aiman Abdallah macht weiter!

dpa, heute: Auch nach zehn Jahren «Galileo» wird der Schöpfer und Moderator des ProSieben-Wissensmagazins, Aiman Abdallah, der Sendung die Treue halten. Das sagte ProSieben-Chefredakteur Karl König am Dienstagabend in Hamburg. Der 43-jährige Abdallah werde weiter das werktägliche Magazin im wöchentlichen Wechsel mit Daniel Aminati (35) moderieren. Zusätzlich sind für nächstes Jahr 21 Ausgaben der Abend-Reihe «Galileo Mystery» geplant, in der Abdallah historischen Phänomenen auf die Spur geht.

Zum 10. Geburtstag von «Galileo» wird das Studio erneuert.
Veränderungen an der Ausstrahlungszeit sind laut König nicht geplant.

Die vor einiger Zeit erfolgte Verlängerung der Sendung bis 20.15 Uhr, also parallel zur ARD-«Tagesschau», habe sich bewährt. Die Zuschauer blieben dran. Der durchschnittliche Marktanteil von «Galileo» betrug in der jüngeren Zielgruppe der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren in den ersten neun Monaten dieses Jahres 12,1 Prozent. Erfreulich sind laut König auch die steigenden Abrufzahlen auf Mobiltelefone. Im August seien 1,5 Millionen Mal Beiträge aus der Sendung aufs Handy heruntergeladen worden.

Die Galileo-Homepage mit Videos, Links etc. hier

PS: Ja, ich bin ein Fan! So unterhaltsam und anregend kann Wissenschaftsfernsehen sein!

Mittwoch, 23. Juli 2008

Deutsche Open-Access-Studie online

Karin Weishaupt vom Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen (einem Kooperationsprojekt mit der Ruhr-Universität Bochum) forscht über die Erfahrungen deutschsprachiger Wissenschaftler mit Open-Access-Medien, also online frei zugänglichen Medien wie dem Marburg Journal of Religion.

Einen ersten Forschungsbericht hat sie unter dem Titel "Der freie Zugang zum Wissen: auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel!" hier als pdf veröffentlicht. Sehr lesenswert!

Dr. Blume

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Gott, Gene und Gehirn - Von Rüdiger Vaas und Michael Blume

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2009 ist nicht nur Darwinjahr, sondern auch der 2000te Jahrestag der Varusschlacht, deren historische Folgen sich wohl kaum ermessen lassen. Das hervorragende Buch von Dr. Christian Pantle hat mich begeistert.

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