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Uni Leipzig

Freitag, 20. Februar 2009

Uni Leipzig - Blockseminar: "Buch, Blog, Rede, Vortrag, Film - Präsentationschancen für Religionswissenschaft"

Am Freitag, 20.02.2008, 14 - 19 Uhr
& Samstag, 21.02.2008, 10 - 17 Uhr

Im Institut für Religionswissenschaft
der Universität Leipzig
Schillerstraße 6
04109 Leipzig
Deutschland

20.2. Raum M 102
21.2. Raum S 102

Instituts-Homepage hier

Religionswissenschaft findet immer mehr Interesse. Gleichzeitig aber besteht noch erhebliche Unsicherheit, ob und wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse auch in der Öffentlichkeit vermitteln lassen. Anhand konkreter Praxisbeispiele werden Erfahrungen mit den Medien Buch, Blog (und Homepage), Rede, Vortrag und Film(clip) in zwangloser Atmosphäre vorgestellt und diskutiert. Ziel ist, einerseits inhaltliche und präsentierende Kreativität unter Studierenden und Absolventen zu entfalten, aber auch eine realistische Einschätzung des jeweiligen Arbeitsaufwandes zu bekommen.

Der Erwerb eines Leistungsscheines ist mit der Teilnahme am Seminar zzgl. einer konzeptionellen, inhaltlichen und praktischen Erstellung einer Präsentation bis zum WS möglich.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Evolution der Rituale - Eine Studie von Daniel Böttger

Auf das kommende Blogseminar Ende Februar (hier) an der Universität Leipzig freue ich mich wieder sehr - denn am dortigen Institut für Religionswissenschaft haben sich einige sehr kreative und mutige Lehrende und Forschende versammelt. Und dass das Institut für Religionswissenschaft Heidelberg über die Organisation der Ritualkonferenz der im folgenden vorgestellten Studie von Daniel Böttger Plattform und Veröffentlichungschance eröffnete, macht die Freude komplett.

Worum geht es?

Faszinierende, experimentell-psychologische Studie

Daniel Böttger hat eine experimentelle, empirische Studie mit Religionspsychologen der Universität Trier vollbracht. Darin erforscht er die Wechselwirkung von Vokalverwendung und Gesichtsausdruck ("facial expression") einerseits mit dem Wohlbefinden der Probanden und damit der Auswahl (kulturellen Evolution) des "Ritualmaterials" andererseits.

Masterarbeit als pdf online

Aus der lesenswerten Masterarbeit "Empirische Prüfung der Auswirkung von facial feedback auf die subjektive Wahrnehmung von Ritualen" - ein Auszug aus Ergebnisbericht, den ich vollinhaltlich unterschreiben würde, z.B. hier:

"Dass, wie in Abschnitt 2.1 umrissen, Religionstheorien den Faktor Freude regelmäßig ausklammern, mag innerhalb soziologischer Theoriebildung gut und richtig sein. Aus psychologischer Perspektive jedoch ist es nicht einzusehen: Hier sind Emotionen und die Motivation von Verhalten als so eng gekoppelt bekannt, dass Emotions- und Motivationspsychologie häufig als eine einzige Subdisziplin der Psychologie betrachtet werden. Selbstverständlich werden positive Affekte gezielt gesucht und motivieren Verhalten, das geeignet scheint, den positiven Affekt zu wiederholen. Ebenso selbstverständlich motivieren negative Affekte vermeidendes Verhalten. Es ist zu erwarten, dass das auch für religiöses Verhalten gelten sollte!

Eine religiöse Praxis, die positiven Affekt erzeugt, dürfte deshalb mit höherer Wahrscheinlichkeit repliziert werden als eine, die das nicht tut. Sie hätte in einer Evolution der Religion also einen klaren Vorteil, der sich durch die ganze Religionsgeschichte hindurch ausgewirkt haben könnte."

Die Masterarbeit als pdf zum Download hier.

Englischsprachige Präsentation als YouTube-Video

Und damit noch nicht einmal genug: Erneut hat Daniel Böttger eine konzentriert-inhaltliche Präsentation seiner Studie auch als (englischsprachigen) YouTube-Clip online gestellt!



Klasse! Und Daniels Homepage hier.

Freitag, 25. Juli 2008

Rebecca Rosenthal online

Nach einem Experiment von Daniel Böttger und einer Internetpräsenz von Martin Bamert ist nun auch Rebecca Rosenthal mit einer Page online. Damit geht die Religionswissenschaft Leipzig im Hinblick auf Internetaktivitäten klar in Führung - und wir dürfen uns für die Zukunft wohl auf ein wachsendes Angebot an Online-Veröffentlichungen (auch anregenden Videos, wie Daniel Böttgers Matrix-Tarot-Vergleich, siehe hier), Diskussionsforen u.ä. freuen.

Verweisen möchte ich bei dieser Gelegenheit aber auch noch einmal auf das Leipziger Buchprojekt "Ohne Gott leben", das ich für beispielhaft halte (siehe hier). Was die Religionswissenschaft angeht, kann ich es klar beurteilen: Die Uni Leipzig rockt!!!

Donnerstag, 29. Mai 2008

Buchpräsentation - "Ohne Gott leben. Religionspsychologische Aspekte des Unglaubens"

Die Universität Leipzig habe ich als einen Ort engagierter Studierender und kreativer Dozenten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum erlebt, die noch mutig und bereit waren, neue Wege zu gehen! Ein Beweis gefällig? Beachten Sie bitte die folgende innovative Projektidee und Buchvorstellung!

Buchpräsentation - "Ohne Gott leben. Religionspsychologische Aspekte des Unglaubens"



Am 18.06.2008 um 19.00 Uhr wird im Religionswissenschaftlichen Institut in Leipzig die Buchpräsentation - Ohne Gott leben. Religionspsychologische Aspekte des "Unglaubens" - unter der Leitung von Prof. Sebastian Murken stattfinden.

Veranstaltungsort:
Religionswissenschaftliches Institut
Raum M 204
Schillerstraße 6, 04109 Leipzig

Religionspsychologen untersuchen das Denken und Leben von Gläubigen - wie aber steht es mit den ´Ungläubigen´? Den Atheisten, Agnostikern, religiös Indifferenten? Ein Forschungsprojekt des Religionswissenschaftlichen Instituts der Universität Leipzig unter der Leitung von Sebastian Murken ist dieser Frage zwei Semester lang nachgegangen.

Über eintausend Selbstzeugnisse von Menschen, die ohne Gott leben, wurden untersucht. Aus den Einzelfällen konnten neue Erkenntnisse über vieles gewonnen werden, was die `Gottlosen` bewegt - ihre Beweggründe, ihre Entscheidung gegen den Glauben, aber auch ihre Haltung zu den Gläubigen und den Grundfragen des Lebens. Die Forschung zu diesem Bereich konnte so erweitert und systematisiert werden.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wird nun veröffentlicht. Anlässlich dieser Veröffentlichung stellt das Religionswissenschaftliche Institut das Forschungsprojekt mit einer Buchpräsentation und einem Vortrag vor. Es wird auch Gelegenheit geben, die Ergebnisse zu diskutieren.

Erste Infos zum Buch mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe finden Sie hier:
http://www.diagonal-verlag.de/07n-buch.html

Montag, 21. Januar 2008

Santa Muerte - Die Verehrung von Frau Tod

Im Umgang mit dem Tod haben sich religiös und regional sehr unterschiedliche Formen entwickelt. So finden wir in Mexiko die (auch) auf vorchristliche Religionen zurückgehende Verehrung von der "Heiligen Frau Tod", teils in katholischem Gewand, aber auch in Abgrenzung zur offiziellen Kirche.

Im Rahmen unseres Seminars an der Universität Leipzig hat Henry Zimmermann zur Frage von Todesvorstellungen und Santa Muerte einen reich bebilderten Artikel gestaltet, den Sie per Klick hier oder auf das Bild abrufen können.



Das pdf hat 13 MB - aber es lohnt sich.

Samstag, 12. Januar 2008

UFO-Glauben als neureligiöses Phänomen

Gestern Abend fand zwischen Martin Bamert und mir die Pro-Contra-Debatte zur Frage der realen oder symbolischen Existenz von UFOs in Leipzig statt. Ein Bericht des Uniradios "Mephisto" dazu hier.

Der Ansatz, das universitäre Leben auch in die Öffentlichkeit hinein zu öffnen und einen seriösen, auf Wissensvermittlung und empirische Forschung orientierten Dialog zwischen Skeptikern (zu denen auch ich zähle) und Glaubenden zu eröffnen, ist erfreulich aufgegangen. Das Interesse von Medien und auch Öffentlichkeit war enorm, Diskussion und Fragerunden verliefen engagiert, aber fair und da knapp die Hälfte der ca. 120 Besucher einen ausgelegten Fragebogen ausfüllte, konnten wir auch ein erstes Profil und Rückmeldungen auswerten.

Eine deutliche Mehrheit (61,5%) der Teilnehmer war männlich (Frauen 38,5%). Der Großteil war zwischen 18 und 27 Jahre alt, es gab jedoch eine Gruppe um die 50 und einen Besucher von 70 Jahren (Altersschnitt 32 Jahre). Knapp 70% der Teilnehmer gehörten keiner Konfession an, 15% bzw. 6% waren evangelisch bzw. katholisch, 9% verteilten sich auf weitere Angaben. Fast die Hälfte (49%) der Antwortenden war durch Freunde und Bekannte auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, 17% durch die Presse und 14% durch das Internet. Die "Benotung" fiel freundlich aus: die Veranstaltung wurde als unterhaltsam (2,0), informativ (2,1) und anregend (2,3) bewertet und erhielt die Gesamtnote 2,1. Neben einer Vielzahl positiver Rückmeldungen gab es dabei jedoch auch wenige kritische Stimmen (mit deutlich niedrigeren Noten), wobei einerseits die Verwendung zu vieler wissenschaftlicher Begriffe und englischer Clips als unverständlich kritisiert wurde, von anderen aber umgekehrt eher weitergehende Information gewünscht wurden.

Was mich persönlich sehr gefreut hat, war der Umstand, dass sich Anwesende in ihren jeweiligen Erfahrungen und Weltdeutungen ernstgenommen fühlten, aber auch umgekehrt die Rückfragen etwa an "immunisierende" Verschwörungstheorien aufgenommen wurden. Und dass die Zusammensetzung der Teilnehmer (Geschlecht, Alter, Religionszugehörigkeit) zu den empirischen Befunden der bisherigen Forschung zu UFO-Mythologien passte, ist natürlich auch schön. (-:

Wie versprochen also auch schon einmal zum Download meinen Part "UFO-Glauben als neureligiöses Phänomen" mit weiterführenden Literaturtips.



Beide Vorträge und einen ausführlichen Bericht finden Sie in Kürze auch auf der Homepage von Martin Bamert.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der Institutsleitung und Universitätsverwaltung sowie vor allem den kräftig mitwirkenden, vor- und nacharbeitenden Studierenden im Seminar einen herzlichen Dank für die Gelegenheit, auch einmal ein ungewöhnliches Thema aufzugreifen und Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch zu bringen!

Samstag, 29. Dezember 2007

Öffentliche Disputation: UFOs zwischen Glauben und Realität (Am 11.01., Leipzig)

Im Rahmen meines Seminars "Angewandte Religionswissenschaft" an der Universität Leipzig hatte ich die Studenten aufgerufen, auch einmal originell und mutig zeitgenössische Themen religionswissenschaftlich zu bearbeiten.

Martin Bamert, ein sehr aktiver Student der Religionswissenschaft und Indologie, verblüffte unter dem Eindruck der unsäglichen Hagen-Bublath-Debatte bei Maischberger prompt mit einem Vorschlag: Eine seriöse, öffentliche Diskussion darüber, inwiefern UFO-Erlebnisse auf empirischen Fakten beruhen oder "nur" religiös gedeutete Erfahrungen widerspiegeln.

Diese Herausforderung sei angenommen! (-:

Sie sind also auch seitens der Universität Leipzig hiermit herzlich eingeladen:

Am Freitag, dem 11.Januar 2008

zu

Öffentlicher Vortrag und Debatte zum Thema "UFOs - Zwischen Glaube und Realität? Die Untersuchung eines der umstrittensten Phänomene der Neuzeit"

mit Martin Bamert, Religionswissenschaftliches Institut, Universität Leipzig

und

Dr. Michael Blume Religionswissenschaftliche Institute Leipzig und Heidelberg

Ort: Brüderstraße 16-18
Hörsaal 2
04103 Leipzig

Martin Bamert (Homepage im Aufbau hier) wird die affirmativen Argumente vortragen, die nach Auffassung vieler UFO-Glaubender in Deutschland und weltweit für die Realexistenz außerirdischer Besucher sprechen könnten.

Dr. Michael Blume (Homepage hier) wird dagegen argumentieren, dass sich die bisherigen UFO-Erfahrungen religionswissenschaftlich sehr viel einfacher als Deutungen religiöser Erfahrungen beschreiben lassen und auf die strukturellen Schwierigkeiten von UFO-Kulten religionsvergleichend eingehen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie dazu kämen!

Mittwoch, 28. November 2007

Religionswissenschaft & Neue Medien - Zum Beispiel Daniel Böttger

Auf das zweite Seminar am religionswissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig ("Angewandte Religionswissenschaft II") freue ich mich bereits sehr - denn schon beim ersten Seminar war mir das sehr hohe Niveau der Studierenden aufgefallen. Ein wichtiger Faktor ist einerseits das kleine, aber engagiert-hochkarätige Lehrteam. Daneben schien mir auch ein Faktor zu sein, dass Religionswissenschaft und überhaupt die Befassung mit Religion von den Studierenden in Leipzig zwischen einem noch eher religionsfernen Mainstream und kleinen, aber oft besonders identitätsbewussten Kirchen und Religionsgemeinschaften bis in den Alltag hinein sehr viel häufiger begründet werden muss und daher nicht selten bewusster erfolgte. Häufiger steht da ein echtes Erkenntnis- und Gestaltungsinteresse im Vordergrund, seltener hatten Studierende "irgendwas" studieren wollen und sich "halt schon immer irgendwie für Religion" interessiert.

Entsprechend kreativ und hochkarätig fielen die Beiträge im ersten Seminar aus, so dass ich dieses Semester den Themen- und Anwendungsbereich über Politik und Verwaltung ausdrücklich auch auf öffentliche Präsentationsformen, Film und neue Medien erweitern will. Denn schließlich schöpfen gute Filme, aber auch populäre Bücher, Spiele etc. weltweit aus religiösen Mythen - und gute Religionswissenschaftler könnten nicht nur als Redenschreiber, Berater, Integrations- bzw. Dialogbeauftragte und Konfliktmoderatoren, sondern stärker noch auch als (Drehbuch- et al.)Autoren, Film- und Kommunikationsfachleute, Produzenten neuer Medien sowie Lektoren und Gutachter reüssieren.

Zum Beispiel: Das Matrix Tarot

Und noch bevor das Seminar überhaupt begonnen hat, hat Daniel Böttger bereits ein erstes Highlight gesetzt. Auch er hat an der religiösen Grundierung des Kinofilms "Matrix" gearbeitet und eine neue und originelle These präsentiert: die Drehbuchautoren könnten sich (auch) von einer bekannten Tarotkartenfolge (der "Fools Journey", "Reise des Narren") inspiriert haben lassen. Und diese These ist buchstäblich "in den Raum gestellt": Daniel Böttger, der derzeit auch u.a. ein eigenes Seminar über Wikipedia anbietet, hat seine These als YouTube-Video und eine eigene Page in Englisch online gestellt. Sehen Sie selbst:



Das Evolution-Religion-Teaser-Video ist also keine Eintagsfliege geblieben, wir Religionswissenschaftler erobern jetzt sukzessive die neuen Medien! (-;

Im Ernst: es ist außerordentlich ermutigend zu sehen, welche Kreativität und Vielfalt an Interessen in unserem Fach schlummert. Schon jetzt freue ich mich daher sehr auf die Einführungsveranstaltung am 7.12., 13 bis 15 Uhr und das Blockseminar dann am 11. und 12.01.2008.

Ohne zuviel zu verraten: wir dürfen gespannt sein, inhaltlich und medial Neues unter anderem über Religion und Demografie im Deutschen Bundestag (Dirk Schuster et al.) bis hin zur öffentlichen Debatte um UFO-Glauben (Martin Bramert et al.) zu erfahren! Die Leipziger Studierenden beweisen es: Religionswissenschaft kann bunt, fachlich und auch medial interessant sein und mutig Neuland erschließen.

Dr. Blume

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Doller Vortrag!
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