Stammesreligionen

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Neopaganismen, auch in links

Die Rekonstruktion vormonotheistischer Glaubenssysteme für heutige, religiöse, kulturelle und ggf. auch politische Zwecke wird als Neopaganismus (= Neuheidentum) bezeichnet. Nicht selten werden sie von nationalistischen Gruppen als Abgrenzung von den als "fremdartig" empfundenen Monotheismen verwendet - so der Schamanismus bei den frühen Grauen Wölfen in der Türkei gegen den arabischen Islam oder germanische Kulte von deutschen Nationalisten als Ablehnung des "semitischen" Juden- und Christentums. (Um Akzeptanz bei der Mehrheit zu finden geben sich die entsprechenden Bewegungen dann später häufig eine monotheistische Färbung als vermeintliche Retter je des islamischen Morgen- oder christlichen Abendlandes.)

Es wäre jedoch völlig falsch, umgekehrt alle Neopaganen dem Bereich des Rechtsextremismus zuzuordnen. Vielmehr verteilen sich auch Neopagane durch das politische Spektrum und es gibt sogar explizite - auch satirische - Versuche, die rechten Deutungs- und Alleinvertretungsansprüche auf die nur in Bruchstücken überlieferten Traditionen abzuwehren - etwa augenzwinkernde T-Shirt-Entwürfe.

Ein T-Shirt-Entwurf, der den Neopaganismus gegen Rechtsextremismus abgrenzen will.

Montag, 28. April 2008

Von wegen Verdrängung: Germanen und Briten vermischten sich miteinander

Es passte so schön in die klassisch-sozialdarwinistischen Erzählungen: das Bild erobernder Angeln und Sachsen, die auf den britischen Inseln einfielen, die indigenen Kelten auch reproduktiv unterdrückten und damit schließlich dem Land den Stempel germanischer Rasse aufdrückten. Wie sonst ließ sich der hohe, genetisch-germanische Anteil unter heutigen Briten erklären, da doch die Invasion der Angeln und Sachsen nur bis Anfang des 8. Jahrhunderts und nur mit wenigen zehntausend Mann erfolgt war?



Auch Fantasyautoren wie Marion Zimmer Bradley haben das tragische Motiv feinsinnig feenverbundener Kelten und Pikten liebevoll gestaltet, die dann von groben, den technologischen und patriarchal-monotheistischen "Fortschritt" unbarmherzig erzwingenden Kontinentalen verdrängt wurden. Die Evolution nahm ihren Lauf und wir seufzten betroffen dem mythisch im Nebel entschwindenden Avalon nach...

Neuere Forschungen weisen jedoch auf ein winziges Problem hin: Das Szenario scheint so nicht zu stimmen. Wie spektrumdirekt hier meldete, wies inzwischen der Physiker (sic!) John Pattison darauf hin, dass die Kombination bereits bekannter Faktoren längst ein anderes Bild ergibt.

So hatten schon die Römer germanische Hilfstruppen über den Kanal geführt, die dort auch Familien gründeten und Nachkommen hinterließen. Und auch spätere, britische Herrscher holten immer wieder germanische Verbündete gegen Pikten, Skoten und Iren zu Hilfe. Die Angeln und Sachsen seien also keinesfalls auf eine ethnisch homogene Bevölkerung gestossen - Vermischungen hatte es bereits seit Jahrhunderten gegeben.

"Germanen unterwanderten britischen Genpool früh und ausdauernd", lautet denn auch der Titel von spektrumdirekt.

Auf die Vorstellung darwinistischer Kriege, Tragik, Gewalt, Machtkämpfen und vielleicht gar einem Reproduktions- und Überlebensvorteil technologisch, kulturell und religiös dominanter Invasoren braucht deswegen noch niemand zu verzichten. Aber die Realität dürfte doch weniger holzschnittartig als Konflikte entlang von Ethnien, Rassen oder Glaubensweisen, sondern mit sehr viel mehr Verbindungen und Vermischungen und ggf. einer bedeutenderen Rolle auch der Frauen stattgefunden haben. Die britische "splendid isolation" war wohl über Jahrhunderte hinweg sehr viel durchlässiger, als dies manches Geschichtsbild dies- und jenseits des Kanals wahrhaben wollte.

Freitag, 1. Februar 2008

Die Menschenopfer der Maya

Wie der Spiegel hier berichtet, untermauern auch neuere Forschungsergebnisse die Berichte früher Christen über blutige Opferrituale unter den polytheistischen Maya.

Welchen Hintergrund hatte dieses Verhalten? Ist es spezifisch religiös?

Agrarische Bevölkerungsexplosion

Es existiert eine Vielzahl von Berichten über Menschenopfer in frühen Agrarkulturen, einschließlich des Mittelmeerraums oder auch der frühen Germanen. Das enorme Bevölkerungswachstum in Agrargesellschaften führte schnell zu Knappheit an bebaubarem Land, zu wachsenden Konflikten und Krisen und damit zum Bedarf an strengen und verbindlich durchgesetzten Regeln. Expansionskriege nach außen, aber auch Menschenopfer nach innen waren Folgen dieser Entwicklung. Entsprechend erfolgten die Opfer meist den Kriegs- oder (wie im geschilderten Fall) fast verzweifelt den Regengöttern.



Die Völker Amerikas litten zusätzlich unter einer geografischen Besonderheit: ihr Kontinent verläuft entlang einer Nord-Süd-Achse, was den einzelnen, auf die jeweilige Klimazone hin entwickelten Agrarkulturen mit den jeweiligen Pflanzen und Tieren kaum Expansions- und Austauschprozesse ermöglichte. Während Kriegszüge (denken wir an Alexander den Großen!) und die Seidenstraße Europa bis China auch in Fragen des Handels, Agrar- und Technologieaustauschs verband - stießen die expandierenden Populationen der Azteken, Maya u.v.a. schnell an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und verfielen in rituelle Kriegszüge und Menschenopfer, ohne aus der Sackgasse zu finden.

Die Geographie legte entscheidend fest, an welchen Orten sich (auch friedlicher) Wettbewerb und also kulturelle Evolution entfalten konnten. Die brillante Idee hatte Jared Diamond.

Wie Jared Diamond in "Arm und Reich" sowie in "Kollaps" eindrucksvoll beschrieben hat, führte die Überbeanspruchung der ökologischen Ressourcen und die auf strenge Hierarchien zentrierte Kultur (die also kaum kreative Lösungen finden konnte) schließlich immer wieder zum Zusammenbruch ganzer Städte und Reiche. Die grausamen Massenopfer von Kriegsgefangenen wie sogar Kindern schränkten zwar kurzfristig die Zahl der Esser ein und stabilisierten die Strukturen durch Angst - aber führten zu keinerlei Lösung der Grundprobleme.

Monotheismus und Menschenopfer

Beginnend mit der Abrahamsüberlieferung wenden sich die frühen Monotheisten vom Menschenopfer ab, wird doch die religiöse Verbindlichkeit nun über die Konkurrenzlosigkeit und Macht des (Ein-)Gottes abgesichert. Dennoch ist die Entwicklung auch hier keinesfalls so geradlinig, wie dies manche Apologeten gerne behaupten würden: in Richter 11, v.a. Vers 30 ff. wird das Brandopfer eines israelitischen Mädchens im Rahmen eines Krieges mit den Ammonitern berichtet. Im Gegensatz zum Isaakopfer greift Gott hier nicht ein und auch spätere Auslegungen, die von einem Nichtvollzug bzw. einer Uminterpretation des Opfers ausgingen, mögen nicht recht zu überzeugen.

Auch noch im agrarisch-mittelalterlichen Christentum wurden die Verbrennungen etwa von Abweichlern und deren Schriften noch als Autodafe = Glaubensakt (von lat. actus fidei) und damit als gottgefällig bezeichnet. Heute greifen auch islamische Extremisten (ebenfalls meist in noch agrarisch geprägten Regionen mit entsprechenden Bevölkerungsexplosionen und Gewaltkonflikten) auf das rituelle "Schächten" ihrer Opfer auch vor laufenden Kameras zurück, um Terror unter Muslimen wie Nichtmuslimen zu verbreiten.

Menschenopfer - spezifisch religiös?

Aber auch wenn es Religionskritikern so gut gefiele: Menschenopfer waren und sind keinesfalls eine exklusive Domäne der Religionen. Schon die französischen Revolutionäre wollten ihre "Tugend der Vernunft" den Massen durch den "Terreur" der Guillotinen vermitteln. Die stalinistischen "Säuberungen", die maoistische "Kulturrevolution", die "Killing Fields" der Roten Khmer und die noch existierenden Vernichtungslager in Nordkorea sind bedrückende Beispiele dafür, dass sich millionenfache Menschenopfer zur Erreichung vermeintlich höherer Ziele auch ganz atheistisch und vermeintlich rational (d.h. ohne den Rückgriff auf übernatürliche Akteure) rechtfertigen und durchführen ließen.

Fazit

Die Wertschätzung jeden menschlichen Lebens ist nur eine, kulturell hart zu erringende und zu verteidigende, Möglichkeit unserer Veranlagungen - wie längst wieder ernsthafte Abwägungen von "Kollateralschäden" und "Folter in der Strafverfolgung" bis nach Deutschland hinein dokumentieren. Dass aber Menschenopfer die Geschicke der sie praktizierenden Völker nie wirklich dauerhaft zum Guten gewendet haben, könnte eine wichtige Lehre aus unserer Geschichte sein. Angst und Schrecken mögen Machthabern, Revolutionären oder Furchtsamen als attraktive "Erziehungsmethoden" erscheinen, bringen jedoch Kulturen, Zivilisationen und Religionen genau um die Kreativität und Vielfalt, aus denen sich neue Lösungen ergeben können.

Samstag, 21. Juli 2007

Warum wurden die Europäer global dominant, und nicht z.B. Afrikaner, Indianer oder Aborigines?

Bis vor wenigen Jahrzehnten war die Antwort darauf gerade auch in den gebildeten Schichten Europas einhellig: der religiöse Teil verwies auf das Christentum und also göttliche Erwählung, der säkulare Teil im Gefolge von Charles Darwin und sogar seines friedfertigeren Mitentdeckers Alfred Russel Wallace auf die (vermeintliche) Überlegenheit der weißen Rasse.

Doch modernere Erkenntnisse ließen mindestens an der zweiten These schon deswegen Zweifel aufkommen, weil der moderne Homo Sapiens erst vor weniger als 100.000 Jahren Afrika verließ und ältere Menschenzweige verdrängte - massive, biologische Unterschiede wären aber in diesem kurzen Zeitraum außerordentlich unwahrscheinlich.

Vor einigen Jahren präsentierte Jared Diamond im absolut lesenswerten "Guns, Germs and Steel" (deutsch: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften) eine brillante These, die den Zusammenhang von Geografie und kultureller Evolution (siehe F.A. von Hayek) aufzeigte.

Die Geographie legte entscheidend fest, an welchen Orten sich (auch friedlicher) Wettbewerb und also kulturelle Evolution entfalten konnten. Die brillante Idee hatte Jared Diamond.

Auf die Geografie kam es an!

Diamond war aufgefallen, wie unterschiedlich die Landmassen angelegt sind: nur Eurasien hat eine riesige West-Ost-Achse, die anderen Kontinente und Inselregionen dagegen überwiegend Nord-Süd-Gefälle.

Das aber bedeutete: beginnend im Fruchtbaren Halbmond (mit den vor kurzem entdeckten, noch vor-seßhaften Kultbauten bei Göbekli Tepe) konnten Menschen bald auf Erfahrungen und Erfindungen, Pflanzen und Tiere zurück greifen, die aus riesigen Räumen der gleichen Klimazone von China bis Spanien gewonnen und ausgetauscht worden waren - man denke etwa an die Route der späteren Seidenstraße. Auch Krankheitserreger (etwa verschiedene Pestepidemien) breiteten sich immer wieder entlang dieser West-Ost-Route aus, rafften Unzählige hinweg, hinterließen dann aber auch Resistenzen.

Nach dem Aufblühen früher Stadtkulturen konnte das Mittelmeer als sogar besonders günstige "Straße" für den Austausch von Menschen, Gütern, Ideen und Entwicklungen (wie der Schrift) fungieren. Wie der Name auch überliefert, bildete es die "Mitte" zahlreicher kultureller und politischer Größen wie Ägypten, Griechenland, Rom und (für die Entfaltung des Monotheismus maßgebend) Israel. Auch der Islam und später das Osmanische Reich verknüpften entlang der West-Ost-Achse bald Europa bis China und Indien und bescherten der Mittelmeerregion unter anderem die arabischen Ziffern, den Rosenkranz und Vertiefungen von Mathematik, Mystik und Baukunst. Die Zutaten zur dynamischen Entwicklung einer erweiterten Ordnung (Hayek) waren angerichtet und konnten binnen weniger Jahrtausende "zünden" und schließlich eine Dominanz Europas bis in unsere Zeit begründen.

Anders in den anderen Weltregionen

Amerika ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich sowohl im nördlichen wie im südlichen Teil der Landmassen zwar beeindruckende Kulturen entwickeln konnten - aber jeweils (zu) lange voneinander isoliert blieben. Pflanzen (wie der Mais) oder Tiere (wie das Lama) wurden innerhalb ihrer jeweiligen Klimazonen kultiviert, fanden aber nicht bzw. zu langsam über die abertausenden von Meilen der Nord-Süd-Unterschiede hinweg zusammen. Der Handel, Austausch und also die kulturelle Evolution blieben gehemmt, auch deswegen entstanden kaum Völker-übergreifende Religionen, Schriftsprachen etc. Und auch Krankheiten blieben auf schmale, klimatische Streifen beschränkt - was natürlich erst einmal angenehm war, aber zum Desaster wurde, als landende Europäer ein ganzes Bündel von Krankheitserregern zu den Völkern brachten, die dagegen nie hatten Resistenzen entwickeln können. Die Wissenschaft streitet noch darüber, wie viele Millionen Ureinwohner von mitgebrachten (und bald auch teilweise gezielt verbreiteten!) Epidemien dahingerafft wurden, ohne je selbst einen Europäer gesehen zu haben...

Auch in Afrika bildeten sich sowohl nördlich wie südlich der Sahara frühe, beeindruckende Kulturen - aber blieben innerhalb ihrer sehr unterschiedlichen Klimazonen zu stark voneinander isoliert. Das Gleiche galt für die Bewohner Australiens und der zahlreichen Inseln, zwischen denen also Handel und der Austausch kultureller Entwicklungen nur vereinzelt stattfand.

Fazit

Nicht eine (empirisch schlicht nicht nachweisbare) rassische Überlegenheit der Kaukasier (wie Weiße in den USA genannt werden), sondern das Glück günstiger Geografie und ihre entschlossene Nutzung durch Handel, Austausch und auch Religion(en) machten Eurasien und dann insbesondere dessen westliche "Halbinsel" zum Schauplatz früher Globalisierung und also dynamischer, kultureller Evolution. Nicht also Abschottung, Wirtschafts- und Fremdenfeindlichkeit, sondern Mut zum Dazulernen, zum auch ökonomischen Wettbewerb und zu Handel, Austausch und Dialog haben die menschliche Entfaltung beflügelt - und tun es noch.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Sind Familienrollen angeboren?

Ingo vom Blog Studium Generale hat heute im Rahmen einer Diskussion um den Zusammenhang von Integration, Demografie und Religionspolitikdie These aufgeworfen, "daß offenbar bei Kindern das Bild der traditionellen Familie "Vater, Mutter, Kind", "Vater verdient Geld, Mutter kocht", also ganz archaische Sachen ANGEBOREN sind." (Hervorhebung im Original)

Diese Aussage fand ich so interessant, dass ich ihr einen ethnologisch orientierten Blogeintrag auf Basis der sehr lesenswerten Cambridge Endyclopedia of Hunters and Gatherers widmen möchte.



Vorab: Der evolutionsbiologische Befund

Zunächst: es ist biologisch offensichtlich und unstrittig, dass sich Männer und Frauen auch im Hinblick auf ihr Sexualverhalten unterscheiden.

Ein evolutionsbiologischer Hinweis auf eine aber sogar wachsende Bedeutung der einzelnen Frauen im arbeitsteiligen Gefüge bildet der abnehmende Größenunterschied (Geschlechtsdimorphismus) ab Homo erectus. Die Größen- und Gewichtsverhältnisse von Menschenfrauen und -männern glichen sich also tendenziell an (etwa im Vergleich zu Gorillas). Auch dies deutet darauf hin, dass nicht mehr nur Männer primär körperlich untereinander um einen möglichst großen "Harem" konkurrierten , sondern die Eigenwahl der Frauen (die stärker an anderen Vorzuügen als nur an Körperkraft orientiert war) an Bedeutung gewann.

Der ethnologische Befund

Abgesehen davon, dass natürlich Wildbeuterkulturen aus sich heraus noch keine Geldwirtschaft entwickelt haben, ist der Befund eindeutig: in allen noch existierenden Wildbeuterkulturen gibt es familienbezogen eine Arbeitsteilung, in jedem Fall sind die Frauen dabei über ihre Mutterrolle hinaus jedoch ebenfalls tätig ("berufstätig"), so in der Herstellung von Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen, vor allem aber als Sammlerinnen und nicht selten gar als Mit-Jägerinnen. So betätigen sich bei fast allen Wildbeuterkulturen auch die Männer als Sammler, und umgekehrt jagen z.B. San-Frauen auch regelmäßig Kleintiere oder nehmen (so bei den Aka) auch vollwertige Jäger-Rollen ein.

Im Gegensatz zu populären Annahmen trägt das Sammeln dabei meist hauptsächlich zur Ernährung bei - es ist eher die (überwiegend männliche) Jagd auf Großtiere, die die Speisepläne um nur geringe, aber wichtige Anteile ergänzt.

Ganz klar ist auch der ethnologische Befund im Hinblick auf die Kindererziehung: vor allem bei den Kleinkindern während der Zeit des Stillens spielt die Mutter noch eine zentrale Rolle (stärker als der Vater), später aber wird Kindererziehung gemeinschaftlich organisiert. Es kommt innerhalb der Wildbeuter-Kleingruppen nicht vor, dass die Kinder in voneinander getrennten Kernfamilien praktisch ausschließlich von ihrer eigenen Mutter bzw. den eigenen Eltern betreut und erzogen werden. Stattdessen spielen und lernen die Kinder und Heranwachsenden miteinander und werden reihum von verschiedenen Erwachsenen beaufsichtigt bzw. unterwiesen. Auch noch in den agrarisch geprägten Kulturen Afrikas haben sich daher Sprichworte wie "Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf" gehalten.

Fazit: Arbeitsteilung, aber flexibel

Wir können also davon ausgehen, dass sich auch in unserer Evolutionsgeschichte Veranlagungen zu flexibler Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern entfaltet haben. Die seit dem 17. Jahrhundert auftretende Alleinverdiener-Ehe, in der die Männer nahezu allein für den "Nahrungserwerb" zuständig sind und die Kinder überwiegend im Bereich der Haus-Mutter verbleiben, ist aber nur eine mögliche Konkretion, andere Arbeitsverteilungen sind möglich. Zum Erfolgsrezept des Menschen gehört offensichtlich gerade seine Flexibilität, die es ihm ermöglichte, sich in unterschiedliche Lebenswelten einzufügen.

Gerade auf diese Fähigkeit dürfte es also heute ankommen: der Mensch hat sich eigene Lebensumwelten geschaffen, die massiv von denen abweichen, die uns über Tausende von Generationen hinweg geprägt haben.

Wir tun also gut daran, evolutiv gewachsene Unterschiede einerseits nicht ideologisch zu leugnen, sie aber vor allem nicht als Ausrede gelten zu lassen, auch immer wieder neue Wege des Miteinanders auszuprobieren. Ebensowenig wie auf eine ernsthaft gelesene Bibel können sich Befürworter starrer Familienmodelle also auch nicht wirklich auf die Evolutionsgeschichte berufen. Eher ist (auch durch die weitgehende Verdrängung des für Frauenrechte eintretenden Mit-Entdeckers der Evolutionstheorie Alfred Russel Wallace) die auch eigenständige Bedeutung der Frauen und flexiblen Familienformen in der Evolutionsgeschichte des Menschen unterschätzt worden.

Wer also dem "natürlichen" Erfolgsmodell der menschlichen Evolution folgen will, der liegt mit der Förderung von Wahlfreiheit und also Vielfalt an Familienformen richtig. Der Mensch wurde zum Mensch, weil bei ihm das Bewahren nicht mehr absolut war, sondern auch immer das Experiment als Möglichkeit der Entdeckung offenließ. Damit konnten sich Generationen von Familien immer wieder neu auf die Welt um sich herum einstellen.

Freitag, 6. Juli 2007

Demografisch-kulturelle Vorurteile gegenüber Wildbeuterkulturen

Auch heute noch begegne ich nach Vorträgen und in Diskussionen zum biologischen Erfolg von Religion gerade auch unter gebildeten Menschen zwei grotesken Vorurteilen im Bezug auf (vergangene und heutige) Jäger-und-Sammler-Kulturen.

1. Diese seien doch noch gar nicht zur Kontrolle von Sexualität und Familienplanung in der Lage, vermehrten sich letztlich ohne Wissen und Vorplanung analog zu Tieren.

2. Dass auch beim Menschen die sexuelle Selektion (wie überall sonst in der Evolution) maßgeblich von Frauen ausgehe, könne man von "rückständigen" Kulturen doch gar nicht annehmen, in denen "Frauen keine Partnerwahl" hätten.

Darwin versus Wallace

Es ist interessant, dass diese Argumentationsstränge bis in die Zeit der Entdeckung der Evolutionstheorie zurück gehen: auch Darwin vertrat sie. Dabei beschlichen ihn durchaus Zweifel, er wußte und schrieb z.B. von Ehegeboten und Kindesaussetzung schon unter "wilden" Völkern und räumt sogar in die "Die Abstammung des Menschen" ein:

„Wenn wir in vielen Theilen der Erde enorme Strecken des fruchtbarsten Landes, Strecken, welche im Stande sind, zahlreiche glückliche Heimstätten zu tragen, nur von einigen herum wandernden Wilden bewohnt sehen, so möchte man wohl zu der Folgerung veranlaßt werden, daß der Kampf um’s Dasein nicht hinreichend heftig gewesen sei, um den Menschen aufwärts auf seine höchste Stufe zu treiben."

Doch am Ende entschied sich Darwin leider dennoch für eine friedensfeindliche Lesart der menschlichen Evolution: Überbevölkerung und Krieg erschienen Darwin nicht nur als Übel, sondern sogar als notwendiges Mittel menschlicher Evolution! - einer der vielleicht folgenreichsten Irrtümer der Wissenschaftsgeschichte, auf den sich fortan (und zum Teil bis heute) allerhand Kriegsbefürworter berufen konnten.

So schrieb Darwin in "Die Abstammung des Menschen":

„Wie jedes andere Thier ist auch der Mensch ohne Zweifel auf seinen gegenwärtigen hohen Zustand durch einen Kampf um die Existenz in Folge seiner rapiden Vervielfältigung gelangt, und wenn er noch höher fortschreiten soll, so muß er einem heftigen Kampf ausgesetzt bleiben. Im andern Fall würde er in Indolenz versinken und die höher begabten Menschen würden im Kampf um das Leben nicht erfolgreicher sein als die weniger begabten. Es darf daher unser natürliches Zunahmeverhältnis, obschon es zu vielen und offenbaren Übeln führt, nicht durch irgend welche Mittel bedeutend verringert werden.“

Ebenso schien es Darwin unvorstellbar, dass die sexuelle Selektion des Menschen maßgeblich von Frauen geprägt würde. Obwohl die ganze, biologische Argumentation auch seiner Beobachtungen und Bücher dafür spricht, wischte er diese Folgerung ebenfalls in "Die Abstammung des Menschen" nach einigem Hin und Her schließlich unwirsch vom Tisch:

„Der Mann ist an Körper und Geist kraftvoller als die Frau, und im wilden Zustande hält er dieselbe in einem viel unterwürfigeren Stande der Knechtschaft, als es das Männchen irgend eines anderen Thieres thut; es ist daher nicht überraschend, dass er das Vermögen der Wahl erlangt hat.“

Man beachte den Zirkelschluss: es wurden die bereits damals bekannten Befunde der Ethnologie eher den Erwartungen angepasst, als umgekehrt. Der "Wilde" musste nach dieser Logik gewalttätig und frauenfeindlich sein - sonst hätte es nach darwinistischer Lesart kaum eine Evolution geben können!

Darwins viel zu wenig bekannter Mit-Entdecker Alfred Russel Wallace plädierte mit besseren biologischen und demografischen Daten dagegen schon vor einhundert Jahren dafür, zwischen der (vorplanenden) Reproduktion des Menschen und der (biologisch stärker determinierten) Fortpflanzung der Tiere zu differenzieren sowie den entscheidenden Beitrag der Frauen zur Evolution des Menschen anzuerkennen und (u.a. durch Bildung und eigenes Einkommen) sogar (als Alternative z.B. zur Eugenik!) zu fördern.

Befunde der modernen Ethnologie

Populäre Vorstellungen von sexuell unwissend-unbeherrschten "Wilden", die ihre Frauen nur als Beutestücke betrachten und behandeln, spuken bis heute durch Köpfe und Medien und werden immer wieder auf andere Kulturen projeziert - werden aber durch die Wissenschaft seit Jahrzehnten klar widerlegt.

Beispiel !Kung San (Buschleute der Kalahari)



So ergaben jahrelange Studien etwa bei den wildbeutenden !Kung San umfangreiches (und wie auch für andere Sapiens stets als hoch interessant erfahrenes) Wissen um Sexualität, sowohl biologische wie technische und pflanzliche Verhütungsmethoden, komplexe Eheregeln (z.B. Stiftung der ersten Ehe durch die Eltern, aber beidseitiges Scheidungsrecht mit der Tendenz zu serieller Monogamie, vereinzelt auch Polygamie) und religiöse Einflüsse sowohl auf reproduktive Entscheidungen (u.a. Götter, die Kinder lieben und nur ungern "verschenken") wie auch auf die Attraktivität der Partner (religiös aktive Männer können sich zu heilkundigen Num-Tänzern ausbilden lassen). Auch Kindesaussetzung bzw. Kindesmord war eine Option, die religiös missbilligt, aber etwa nach "ungeplanten" Schwangerschaften oder Zwillingsgeburten beobachtet wurde. (Man beachte, dass Kleinkinder bei den San nicht nur versorgt, sondern von ihren Müttern auch über oft weite Strecken getragen werden mussten!)

Die Forscher beschrieben (ohne in diese Richtung bewusst zu suchen) sogar demografisch-adaptive Vorteile von Religiosität: San, die sich als Hilfsarbeiter in die Agrarstrukturen umliegender Völker einzugliedern begannen, entwickelten erste Formen politischer und religiöser Hierarchien, Veränderungen der Arbeits- und Güterteilung (auch zwischen den Geschlechtern, Gruppen und Generationen) und höhere Geburtenraten. Wenn die San-Kultur in ihrer bisherigen Form also auch zunehmend verschwindet - biologisch werden die San, so ist zu hoffen, gerade auch aufgrund ihrer religiös-adaptiven Fähigkeiten überleben.

Globaler Überblick

Auch ein globaler Überblick über die noch bestehenden Wildbeuterkulturen der Erde weist in keinem einzigen Fall "wilde" Vermehrungsstrategien und alternativlos-brutale Männerherrschaft als kulturell fundierende Aspekte auf. Vielmehr haben wir es immer und ausnahmslos mit religiös-kulturell regulierten Sexualbeziehungen (sprich: "Ehen"), mit tradiertem Wissen um Sexualität und Verhütung und mit sehr verschiedenen Modellen der Arbeitsteilung und nicht-einseitigen Partnerwahl zwischen Männern und Frauen zu tun. (Übrigens samt komplexer Eheformen und des Coitus interruptus auch schon völlig vorausgesetzt in frühen Überlieferungen der Bibel, z.B. in Genesis 38.)



Seit wann?

Nun mag man natürlich einwenden, dass natürlich auch heutige Wildbeuterkulturen keine "steinzeitlichen Fossilien" sind und wir aus ihrem Lebenswandel allenfalls Hinweise auf das Leben vor einigen Jahrzehntausenden gewinnen können.

Das stimmt - aber wir stehen auch hier nicht völlig ohne Fakten da. So finden wir schon beim späten Homo erectus beispielsweise Jagdplätze und Wurfspeere, die auf hohes Können und auf Vorausplanung hindeuten. Begräbnisse finden wir seit 100.000 bis 120.000 Jahren, also seit der mittleren Altsteinzeit - und dass sowohl Frauen wie Männer und Kinder je sorgsam bestattet wurden, deutet darauf hin, dass es auch hier mindestens egalitäre Elemente gegeben haben dürfte. Und spätestens mit dem Fund von Musik- und Kunst-(Kult-)gegenständen ab etwa 40.000 v.u.Z. dürfen wir von auch kulturell-religiös uns bereits nahestehenden Menschen ausgehen.

Und schließlich ist Darwins Zweifeln Recht zu geben: die Paläoanthropologie kennt keine Befunde, die für mehrmalige Bevölkerungsexplosionen und nachfolgende Massenkriege sprächen - die Menschheit nahm (auch als sie biologisch und technologisch weit fortgeschritten war) bis zur "neolithischen Revolution" nur sehr, sehr langsam zu. Krieg war und ist eine (ggf. vermeidbare) Variante, keinesfalls "Schicksal" und alleinige Triebkraft menschlicher Evolution! Nach heutigem Wissensstand taugen weder die Biologie noch die Religionswissenschaft oder Ethnologie zur Rechtfertigung von Gewalt- oder Eugenikfantasien.

Fazit: Die "Wilden", das sind auch wir

Auch in den Gebieten des fruchtbaren Halbmondes, aus denen wir die frühesten Spuren landwirtschaftlicher Zivilisationen kennen, stehen nur einige hundert Generationen "Agrar- und Industriegesellschaft" mehreren tausend Generationen der Homo Sapiens-Evolution in Wildbeuterkulturen gegenüber. Und gerade auch dort haben sie uns (etwa in Göbekli Tepe) beeindruckende, religiöse Bauwerke hinterlassen, die vor und am Übergang zur Seßhaftwerdung standen!



Auch unsere Zeitgenossen in Wildbeuterkulturen geben uns keinen Anlass, uns pauschal für "bessere" Menschen mit sehr viel "größeren" vorausplanenden, kulturellen oder religiösen Gehirnkapazitäten zu halten. Vielmehr dürfen wir ihnen und auch unseren Vorfahren mindestens der letzten Jahrzehntausende komplexe Kulturen mit Sexual- und Eheregeln, Arbeitsteilung und Partnerwahl sowie religiösen Erfahrungen, Mythen, Riten und religiös begründeten Verhaltensnormen zutrauen.

Ich finde: Wenn wir unser Menschsein besser verstehen wollen, kann uns das genauere Betrachten vergangener und gegenwärtiger Wildbeuterkulturen und das Überwinden "bequemer" Vorurteile noch entscheidend weiter bringen.

Dienstag, 19. Juni 2007

Lebten die Aborigines schon immer im Einklang mit der Natur?

Das Buch "Traumfänger" von Marlo Morgan ist sehr lesenswert, weil sich hier ein (halb-legendärer) Erfahrunsbericht einer (westlichen) Frau von einem "spirituellen Walkabout" mit Aborigines durch Australien mit erkennbar "westlichen" Ideen, Projektionen und Idealisierungen verbindet. Dem aufmerksamen Leser wird so recht eindringlich klar, wie sehr sich in der Rekonstruktion des Anderen auch immer das Eigene spiegelt - und wie sehr gerade im religiösen Bereich scheinbar scharfe Kanten auch verschwimmen können...



Zu Morgans Erfahrungsbericht gehört die Vermutung, "schon immer" hätten die Aborigines "im Einklang mit der Natur" gelebt und sie hätten "nie ein Tier ausgerottet".

Aus heutiger Sicht muss dies differenzierter betrachtet werden. Nachdem Menschen vor ca. 35.000 Jahren von Norden her Australien erreichten, starb innerhalb weniger Jahrhunderte die dort seit Jahrmillionen evolvierende Megafauna aus: darunter Riesenkänguruhs, große Beuteltiere, Laufvögel und Großreptilien. Es gibt keine seriöse Alternativerklärung zum Einfluss des Menschen, der vergleichbar auch in Amerika zunächst die Großtiere erlegte, die ihm (auch mangels Fluchtreflexen und Ausweichzonen) nicht gewachsen waren.

Hatten sich in Afrika und dem eurasischen Gürtel Frühmenschen und Tiere noch in einem langen Nebeneinander entwickelt, das vielen Tierarten das Ausweichen ermöglichte, so trafen die Tierwelten Amerikas und Australiens bereits direkt auf moderne Homo sapiens im Besitz von Werkzeugen, Fallen und Fernwaffen. Und diese Homo sapiens hatten eben noch keine ökologische Balance entwickeln müssen, sondern zunächst jene "Geschenke der Natur" einfach angenommen - bis diese ausgestorben waren.

Aber in den folgenden Jahrzehntausenden, in denen die Einwohner die Landmasse nachhaltiger besiedelten, dabei zunehmend auf Gruppenterritorien und immer feinere Nahrungsressourcen zurückgreifen mussten, entwickelte sich im Prozess kultureller Evolution tatsächlich ein intensives Wissen und eine enge Verbundenheit mit dem (jeweiligen) Land, seiner Flora und Fauna, die unseren Respekt verdient.

Wir können als Menschen in den dünn besiedelten Zustand der Vergangenheit nicht zurück - etwas, was sich im übrigen auch die meisten Nachfahren von Aborigines oder amerikanischen Natives gar nicht mehr wünschen würden. Aber nichts hindert uns daran, miteinander in Dialog und Respekt zu lernen und die symbolischen Wahrheiten auch der Stammesreligionen als beeindruckende Produkte kultureller Evolution zu schätzen. Es sei noch einmal daran erinnert, dass auch Sir James Frazer, obwohl von der Überlegenheit des "europäisch-rationalen Denkens" tief überzeugt, doch nicht umhin konnte, den verborgenen Nutzen des vermeintlichen "Aberglaubens" der Urvölker anzuerkennen. (Siehe z.B. "Psyche's Task" (1909), Download hier)

Insofern wundert der Verkaufserfolg von "Traumfänger" (engl. "Mutant Message Down Under") nicht, drückt sich darin doch zum einen eine Ahnung von der Würde des transzendent Erfahrenen, zum anderen aber auch eine Sehnsucht vieler Menschen aus. Nach Friedrich August von Hayek wäre dabei von einem Atavismus als Überrest unserer Anpassung an die prägende Lebenswelt unserer wildbeutenden Vorfahren zu sprechen - ein vorrationales "Ziehen" hin zu jenen Umständen, in denen unsere Vorfahren sich bewährten und auf die unsere Vorfahren über tausende von Generationen hinweg angepasst wurden.

Daher tut uns die Erfahrung gut: Im Anderen begegnen wir uns immer wieder selbst...

Sonntag, 17. Juni 2007

Die Wiederentdeckung der Stammesreligionen

Die vergangenen Jahrzehnte haben eine weltweite Wiederbelebung und Wiederkehr der Religionen erlebt - einmal aufgrund des Zusammenbruchs ideologisch-atheistischer Systeme, zum anderen aufgrund des demografischen Verfalls säkularer Populationen in allen industrialisierten Gesellschaften.

Neben den großen Weltreligionen haben sich, leiser und bisher weniger medienrelevant, auch viele sogenannten "Stammes-" oder "Naturreligionen" neu belebt. Das wachsende Interesse abendländischer Sinnsucher bildet dabei nur die Spitze des Eisberges, wenn z.B. auch die zunehmende Wiederentdeckung indianischer Vorfahren in den USA zu einer Explosion der Zahl indianischer "Stammesmitglieder" und auch der Neugründung ganzer "Stämme" (mit unterschiedlich belegten, historischen Wurzeln) geführt hat. Eine zweite Quelle von Impulsen geht von den Wissenschaften aus, die frühe Fehler weitgehend überwunden hat, eigene (häufig proto-sozialistische) Erwartungen in andere Völker hineinzuprojizieren und stattdessen zu einem zunehmend vielseitigen und realistischen Bild der Geschichte und Gegenwart der Stammeskulturen beitragen. Auch genetische Forschungen haben dabei eine Fülle neuer und unerwarteter Pfade eröffnet, Verwandschaftsverhältnisse offengelegt und den Respekt vor den Lebens- und Anpassungsleistungen indigener Völker erhöht.

Vor allem aber ist das Selbstbewusstsein überlebender Stämme selbst gewachsen, die in den Demokratien ein wachsendes Mass von Anerkennung und Unterstützung finden. Die Politiken von Verdrängung und Zwangsassimilation werden immer öfter gegen Politiken der Kulturförderung ausgetauscht, auch Länder wie z.B. Taiwan erkennen die Stammesreligionen mit sogar wachsendem Stolz inzwischen als Teil und Bereicherung der eigenen Kultur an. Mit der bezeichnenden Ausnahme von Europa haben Stammeskulturen auf allen Kontinenten überlebt und ihre Religionen gehen fruchtbare Wechselwirkungen mit den umgebenden Weltreligionen ein.

Von den Stammesreligionen lässt sich kulturell und auch religionswissenschaftlich einiges lernen. Sie sind keine Schaukästen vergangener Zeiten, sondern lebendige, kulturelle Systeme in ständiger Bewegung. In diesem Blog möchte ich auch Aspekte und Themen rund um die Stammes- bzw. Naturreligionen dieser Erde immer mal wieder aufgreifen, versuchen, etwas Wissen zu vermitteln und (sowohl idealisierende wie negative) Vorurteilen ein Stück entgegenwirken. Denn das echte Leben erweist sich stets als spannender als unsere Konstruktionen. Für Themenideen bin ich dankbar!

Dr. Blume

Religionswissenschaft aus Freude
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

kostenloser Counter

Bloggeramt.de

Gott, Gene und Gehirn - Von Rüdiger Vaas und Michael Blume

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Kommentare

Danke, Elsa!
Dein Wunsch hat sich erfüllt! :-) Auch Dir ein...
blume-religionswissenschaft - 12. Apr, 20:05
Ich wünsche dir...
Ich wünsche dir Frohe Ostern und schöne Feiertage...
ElsaLaska - 12. Apr, 17:02
@itz: Sehr gerne!
Und ich würde fast sagen, dass wir beide auch...
blume-religionswissenschaft - 12. Apr, 12:01
Erkenntnis!?
Lieber Sapere Aude, es freut mich, dass Sie anfangen...
blume-religionswissenschaft - 12. Apr, 11:58
Everybody be cool,......
“Nothing does reason more right, than the coolness...
itz (Gast) - 12. Apr, 10:17
http://www.blog.dignitatis .com/wordpress/
Dass Sie sich gegenseitig mit Genuss die Flöhe...
sapere aude (Gast) - 12. Apr, 00:26
Danke, Ihr zwei!
Bin gerade aus Stuttgart zurück - so schnelle...
blume-religionswissenschaft - 11. Apr, 21:25
Doller Vortrag!
Hallo Herr Dr. Blume, vielen Dank für den ebenso...
Astrofan (Gast) - 11. Apr, 19:27

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this topic

twoday.net AGB

Aus den Alben

So nah, und doch oft so fern. Gerade was Religiosität und den Umgang mit Religionen umgeht, könnten deutsche und US-Amerikaner noch endlos viel voneinander lernen! Der (auch wissenschaftliche) Dialog in diesem Gebiet macht Freude und Sinn.

Suche

 

Status

Online seit 1036 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2. Sep, 12:39
    Hier gehts zu Twitter

    Blogende
    Veranstaltungen
    Begrüßung und Einführung
    Bilderalbum
    BUCH
    Buddhismus
    Christentum
    Chronologs
    Demografie & Familienbilder
    Dialog
    Durkheim, Emile
    Evolutionary Religious Studies (ERS)
    Evolutionsforschung
    F.A. von Hayek
    Fragen
    Gesundheit & Religion
    ... weitere
    Profil
    Abmelden
    Weblog abonnieren