<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>
<?xml-stylesheet href="http://religionswissenschaft.twoday.net/rss2html.xsl" type="text/xsl"?>
<rdf:RDF 
  xmlns:rdf="http://www.w3.org/1999/02/22-rdf-syntax-ns#" 
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
  xmlns:cc="http://web.resource.org/cc/"
  xmlns="http://purl.org/rss/1.0/"
> 

  <channel rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/">
    <title>Dr. Blume (Religionswissenschaft aus Freude) : Rubrik:Populäre Irrtümer über Religion(en)</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/</link>
    <description>Religionswissenschaft aus Freude</description>
    <dc:publisher>religionswissenschaft</dc:publisher>
    <dc:creator>religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:date>2008-10-07T10:37:17Z</dc:date>
    <dc:language>en</dc:language>
    <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
    <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
    <sy:updateBase>2000-01-01T00:00:00Z</sy:updateBase>
    
    <image rdf:resource="http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/icon.jpg" />
    <items>
      <rdf:Seq>
            <rdf:li rdf:resource="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4920393/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4826759/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4686471/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3765543/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3699411/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3242002/" />
            <rdf:li rdf:resource="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3163637/" />

      </rdf:Seq>
    </items>
  </channel>

  <image rdf:about="http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/icon.jpg">
    <title>Dr. Blume</title>
    <url>http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/icon.jpg</url>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/</link>
  </image>

  <item rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4920393/">
    <title>Erinnerungen an ein großes Land &amp; Anteil der Religiösen in China deutlich höher...</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4920393/</link>
    <description>Eine Delegationsreise mit der Jungen Union nach China zum Jahreswechsel 2001 - 2002 ist mir auch nach vielen Jahren unvergeßlich geblieben. Interessant waren neben den touristischen Aspekten auch die politischen Gespräche - so reagierten unsere chinesischen Gesprächspartner schon damals auf Fragen nach Religionsfreiheit sehr stark -landesweite Verfolgungen der Falun Gong-Bewegung waren gerade erfolgt. Sie wollten umgekehrt von uns, offensichtlich, weil wir als Christdemokraten da waren, mehr zur Vereinbarkeit von Religiosität und politischem Engagement bzw. Parteimitgliedschaft wissen - denn der kommunistischen Partei Chinas machte die abnehmende Mitgliederzahl junger Leute bei deren gleichzeitigem Zustrom in Religionsgemeinschaften Sorge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.chinadaily.com.cn/china/2007-02/07/content_802994.htm&quot;&gt;&lt;img title=&quot;Zehra und ich an dem Altar im &quot;Verbotenen Palast&quot; zu Peking, der früher den Opfern der chinesischen Kaiser vorbehalten war und den Mittelpunkt des Himmelsgewölbes markierte. Wir brachten es nicht übers Herz, uns wie andere Touristen auf den Stein zu stellen, sondern reichten uns darüber die Hände.&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Zehra und ich an dem Altar im &quot;Verbotenen Palast&quot; zu Peking, der früher den Opfern der chinesischen Kaiser vorbehalten war und den Mittelpunkt des Himmelsgewölbes markierte. Wir brachten es nicht übers Herz, uns wie andere Touristen auf den Stein zu stellen, sondern reichten uns darüber die Hände.&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/PICT0106.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Chinesische Religiosität bislang unterschätzt&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unterdrückung auch des tibetischen Buddhismus hat der Welt in diesen Monaten vor Augen geführt, dass auch im nominell &quot;atheistischen&quot; China Religionen wie der Buddhismus, Taoismus, Islam, Varianten des Konfuzianismus und das Christentum bestehen, erblühen und die kommunistische Partei unsicher über den richtigen Umgang ist. Meist versucht die nominell atheistische Führung, einerseits staatlich gelenkte, &quot;harmonische&quot;, national orientierte Gemeinschaften zu etablieren, andererseits freie Religionsgemeinschaften unter verschiedensten Vorwürfen zu unterdrücken. Allerdings bestehen auch in Fragen der Religionspolitik starke, regionale Unterschiede, so dass sich gerade auch Gespräche und Informationen unterhalb der nationalen Ebene lohnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer &lt;a href=&quot;http://www.chinadaily.com.cn/china/2007-02/07/content_802994.htm&quot;&gt;im letzten Jahr veröffentlichten Studienbefragung unter 4.500 Chinesen&lt;/a&gt; befanden die Professoren Tong Shijun and Liu Zhongyu von der East China Normal University (Shanghai), dass sich 31.4 Prozent der chinesischen Bevölkerung über 16 Jahren (wieder) als religiös verstanden - mehr als drei mal soviel, wie bis dahin offiziell eingeräumt worden war. Auch waren religiöse Schwerpunkte keinesfalls nur in ländlichen Gebieten zu verzeichnen, sondern gerade unter den aufstrebenden Handels- und Industriestandorten der Küstenregionen. Die Anzahl der Christen musste sogar von bislang offiziell 10 Millionen auf jetzt ca. 40 Millionen vervierfacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem unter jungen Leuten gebe es ein steigendes Interesse an religiöser Vergemeinschaftung - ein deutlicher Unterschied gegenüber früheren Annahmen, die die Gläubigen vor allem in der älteren Generation vermutet hatten. So stellte sich heraus, dass 62 Prozent der Gläubigen 16-39 Jahre alt waren, nur 9.6 Prozent dagegen 55 Jahre und älter. Auch in China ist (&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4686471/&quot;&gt;wie auch deutsche Befunde z.B. des Bertelsmann Religionsmonitors 2008 anzeigen&lt;/a&gt;) die Rückkehr der Religionen vor allem ein Phänomen junger Generationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzu kamen in China viele Menschen der mittleren Generation, die noch als Atheisten erzogen worden waren, sich aber zwischenzeitlich einer Religionsgemeinschaft angeschlossen hatten. Und 72 Prozent der zu einer Religion konvertierten Chinesen gaben an, jetzt glücklicher als vor ihrer Glaubensentscheidung zu leben. Auch das &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/evolutionspsychologie/2008-05-06/gl-ck-glauben-und-gemeinschaft&quot;&gt;entspricht neueren Befunden der Glücksforschung&lt;/a&gt; auch in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob Religion(en) auch angesichts der Ein-Kind-Politik in China &lt;a href=&quot;http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf&quot;&gt;ihr demografisches Potential&lt;/a&gt; entfalten können ist unklar - vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen kann aber angenommen werden, dass beispielsweise in islamischen oder christlichen Familien weniger Abtreibungen von Mädchen erfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob der kommunistischen Partei ein Arrangement mit den aufstrebenden Religionen gelingt oder ob ihr Regime, wie zuvor in Polen, Ostdeutschland, Birma usw., gerade auch unter religiös-freiheitlichen Vorzeichen herausgefordert werden wird, dürfte zu den spannenden und bedeutsamsten Themen des 21. Jahrhunderts zu zählen sein...</description>
    <dc:creator>blume-religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Popul%C3%A4re+Irrt%C3%BCmer+%C3%BCber+Religion%28en%29&quot;&gt;Populäre Irrtümer über Religion(en)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 blume-religionswissenschaft</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-11T23:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4826759/">
    <title>Männer und Frauen fremder Kulturen - Wahrnehmung zwischen Fremdenfurcht - Exotismus</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4826759/</link>
    <description>Wer (auch) über andere Kulturen und Religionen bzw. über Kultur- und Religionsvergleiche wissenschaftlich arbeitet, wird schnell auf eine verstörende Konstante treffen: Die verschiedenartige Konstruktion von den männlichen und weiblichen Angehörigen der je anderen Kultur und Religion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir zum Beispiel Japan: Die in Europa und den USA populären Vorstellungen japanischer Männer kreisen um Samurai, Kampfsportarten und Kamikaze-Soldaten, eiskalte Manager und hinter all dem schräge und manchmal ausschweifende Bräuche. Bestenfalls gelten japanische Männer in der populären Wahrnehmung als potentiell ehrenvolle Verbündete, häufiger jedoch werden sie weniger schmeichelhaft betrachtet. Das Internet quillt über mit Darstellungen japanischer Kampfkunst und Kriegsführung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;355&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/XTf1LOuEnmo&amp;hl=en&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/XTf1LOuEnmo&amp;hl=en&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;355&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Völlig konträr dazu verhält sich die Wahrnehmung japanischer Frauen: kindlich, naiv, verspielt, die bekannteste Rolle wohl die einer Geisha, mit einer Aura von Kirschblüten usw. Darstellungen weiblicher Japanerinnen kreisen häufig um erotische Themen, anbei eine der harmloseren Liebeserklärungen eines Nicht-Japaners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;355&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/Zo6DZK2HkTc&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/Zo6DZK2HkTc&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;355&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Natürlich betrifft diese Wahrnehmung...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...nicht nur Japaner, sondern jede Gruppe, zu der wenig alltäglicher Kontakt besteht. Spreche ich zum Beispiel über Muslime, Araber, Türken vor einem Publikum mit wenig Alltagskontakten, so sind sehr ähnliche Klischees parat: Die muslimischen, arabischen, türkischen Männer gelten grundsätzlich als finster, potentiell gewalttätig und bedrohlich, früher (z.B. gegen die Sowjetunion) bestenfalls als edle, tapfere Verbündete - die muslimischen, arabischen und türkischen jungen Frauen dagegen als zarte, unterdrückte und der (auch sexuellen) Befreiung harrenden Geschöpfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgekehrt völlig das Gleiche: In islamischen Ländern erscheinen westliche Männer nicht selten als arrogante Aggressoren, die statt menschlicher Beziehungen nur den eigenen Vorteil maximieren - die westlichen Frauen dagegen als exotisch-schöne, aber entwürdigte Geschöpfe, von einer materialistischen Kultur sexuell ausgebeutet und um ihr &quot;eigentliches&quot; Glück behüteter Mutter- und Familienrollen gebracht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zufall ist all dies natürlich nicht...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...sondern Produkt unseres evolutiven Erbes: Wir, die Medien und den Medienkonsum dominierenden Männer, betrachten uns im Alltag noch fremde Gruppen halb bewusst durch jene Perspektive, die sich in Jahrhunderttausenden der Interaktion herausgebildet hat: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Männer anderer Gruppen sind bestenfalls Verbündete und Handelspartner, aber im Zweifelsfall doch eher gewalttätige, gefährliche Konkurrenten. Berichte und Signale, die diese Klischees bedienen, werden verstärkt nachgefragt und wahrgenommen. Frauen anderer Gruppen wären dagegen eine (buchstäblich) reizvolle Erweiterung des eigenen Genpools und entsprechend attraktiv wirken Erklärungen, die den fremden Männern die Schurkenrolle und der Eigengruppe die des (auch sexuellen) Befreiers zuschreiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über &quot;Allahs unterdrückte Töchter&quot; wollen wir in Deutschland Titelgeschichten lesen, nicht aber über den florierenden Frauenhandel aus Osteuropa und Thailand in die deutschsprachigen Länder. Umgekehrt gehen Berichte über die entehrende Werbung und hohen Scheidungsraten in westlichen Ländern in islamischen Ländern besser als Enthüllungen zu Gewalt in den eigenen Familien. Die bösen Männer, das sind immer die anderen und die zu befreienden Frauen auch...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Fremdenfurcht - Exotismus&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird die (von Gewalt faszinierte) Fremdenfurcht stärker auf die Männer anderer Kulturen, der (von sexuellen Obertönen nicht freie) Exotismus stärker auf die Frauen bezogen - und dies alles meist schlecht kaschiert als &quot;moralisches&quot; Urteil über die je andere Kultur oder Religion, deren Frauen ein &quot;viel besseres Schicksal&quot; verdient hätten...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie also das nächste Mal einer vermeintlich seriösen Diskussion über &quot;die&quot; je andere Gruppe, Kultur oder Religion beiwohnen - achten Sie einmal darauf, wie die Wahrnehmungen fast immer verteilt werden. Aber lassen Sie sich besser nicht beim Schmunzeln erwischen...</description>
    <dc:creator>blume-religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Popul%C3%A4re+Irrt%C3%BCmer+%C3%BCber+Religion%28en%29&quot;&gt;Populäre Irrtümer über Religion(en)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 blume-religionswissenschaft</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-05T04:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4686471/">
    <title>Rückkehr der Religion - wohin? Gedanken zum Bertelsmann Religionsmonitor 2008</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4686471/</link>
    <description>In Deutschland scheint es immer noch sehr schwierig, über Religion und Religionen vertieft zu diskutieren. Ein Beispiel dafür ist der Umgang mit der &lt;a href=&quot;http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/35603_35614.htm&quot;&gt;Bertelsmann Religionsmonitor 2008&lt;/a&gt;: immerhin eine faktenreiche, wissenschaftliche Erhebung und Studie in 21 Ländern mit 21.000 Befragten!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;div&gt;&lt;object width=&quot;420&quot; height=&quot;341&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.dailymotion.com/swf/x3vc8f&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowScriptAccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.dailymotion.com/swf/x3vc8f&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; width=&quot;420&quot; height=&quot;341&quot; allowFullScreen=&quot;true&quot; allowScriptAccess=&quot;always&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;&lt;/b&gt;&lt;a href=&quot;http://www.dailymotion.com/video/x3vc8f_religionsmonitor-der-bertelsmann-st_politics&quot;&gt;Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;

Und was passiert? Es werden bislang immerhin schon mal die Überschriften gelesen - und zwar tendenziell so, wie es in das eigene Weltbild passt. Ein &quot;&lt;a href=&quot;http://www.rheinerftkreis.net/termine/allgemeines/kardinalmeisnerreligionsmonitor.html&quot;&gt;Hinweis auf religiöse Erwartungen&lt;/a&gt;&quot; - so freuen sich die einen, &quot;&lt;a href=&quot;http://hpd-online.de/node/3464/&quot;&gt;70% der Bundesbürger religiös? Nein.&lt;/a&gt;&quot; halten die anderen dagegen. Dabei ist die letztgenannte &lt;a href=&quot;http://hpd-online.de/node/3464/&quot;&gt;Kritik des humanistischen Pressedienstes&lt;/a&gt; an Begriffsverwendungen durchaus nachvollziehbar (75% des möglichen Antwortvolumens sind als &quot;religiös&quot; verortet) - aber es ist schade, dass auch der hpd gar nicht tiefer in die Materie eindringt, sondern sich in seiner gesamten &quot;Rezension&quot; auf eine Auswertung von Pressemitteilung und pdf-Kurzfassung beschränkt... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Religiosität in der jungen Generation&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei so viel Zerzupfen der Überschriften sind (&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4638099/&quot;&gt;wie schon in einer aktuellen BMI-Studie z.B. zum Thema Kopftuch&lt;/a&gt;) die wirklich spannenden Befunde noch kaum ins Blickfeld geraten. So geht der Anteil der &quot;Hochreligiösen&quot; in Deutschland von den ab 60jährigen (28%) bis zu den 30-39jährigen (10%) linear zurück - um dann bei den 18-30jährigen wieder auf 14% anzusteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht nur ein Ausrutscher aufgrund unscharfer Begriffe? Dann legen wir doch einfach überprüfend ein Sachthema an - beispielsweise die Frage, wer &quot;sehr&quot; an ein Leben nach dem Tode glaubt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/RueckkehrReligionBlumeKS0508.pdf&quot;&gt;&lt;img title=&quot;In der jungen Generation in Deutschland ist heute der Glaube an ein Leben nach dem Tod stärker ausgeprägt als in den älteren Generationen. Einer der vielen interessanten Befunde des Bertelsmann Religionsmonitor 2008.&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;In der jungen Generation in Deutschland ist heute der Glaube an ein Leben nach dem Tod stärker ausgeprägt als in den älteren Generationen. Einer der vielen interessanten Befunde des Bertelsmann Religionsmonitor 2008.&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/LebennachTodnAlterBertelsmannReligionsmonitor2008.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der Frage, ob es einen persönlichen Gott gibt, findet sich eine Zunahme unter den jüngsten: Stark und sehr stark bejahen dies 34% der 18-29jährigen, aber nur 30% der 30-39jährigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch diese Daten stärken nicht nur die These einer Rückkehr der Religion(en) - eine ganze Menge gängiger Theorien (etwa die, dass Religiosität vor allem aus der Angst vor dem Tod entspringe) halten dem Befund nicht statt. Hand aufs Herz: Wer hätte damit gerechnet, dass in Deutschland Jüngere inzwischen häufiger an ein Jenseits glauben als Senioren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch &lt;b&gt;problematische Seiten&lt;/b&gt; könnte das Ganze dabei durchaus auch aufzeigen: Während 80% der über 50-jährigen der Aussage zustimmen, dass das Leben durch Naturgesetze bestimmt wird - sind es bei den 40-49jährigen noch 79%, bei den 30-39jährigen nur 75% und bei den 18-29jährigen gar nur noch 68%!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier wäre natürlich weiter zu differenzieren, was eine Nichtzustimmung hier bedeutet; es könnte auch nur einen aufgeklärten Zweifel an einem allzu mechanistischen Weltbild ausdrücken. Allerdings findet sich auch ein Rückgang der religiösen Toleranz unter den Jüngeren... Mindestens teilweise dürften wir auch in Deutschland schon eine Entwicklung sehen, die europäischer Dünkel bislang nur auf die USA projizierte: Säkulare Darwinisten mögen mehr wissenschaftliche Argumente haben - &lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4047705/&quot;&gt;aber verbindlich Religiöse (und damit auch Kreationisten) haben deutlich mehr Kinder&lt;/a&gt;. (Die Ironie in diesem Befund, dass sich nämlich Kritiker der Evolutionstheorie sehr viel biologisch erfolgreicher verhalten als die meisten selbsternannten &quot;Ultradarwinisten&quot;, ist noch gar nicht aufgearbeitet...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/blume_germ2006.pdf&quot;&gt;&lt;img title=&quot;Verhältnis von Gebetshäufigkeit und durchschnittlicher Kinderzahl auf Basis der ALLBUS-Befragung Deutschland 2002. (Klick führt auf unseren (Blume, Ramsel, Graupner) Gesamtartikel im Marburg Journal of Religion.)&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Verhältnis von Gebetshäufigkeit und durchschnittlicher Kinderzahl auf Basis der ALLBUS-Befragung Deutschland 2002. (Klick führt auf unseren (Blume, Ramsel, Graupner) Gesamtartikel im Marburg Journal of Religion.)&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/deutschland-gebetshaeufigkeit-kinderzahl.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider bezieht auch der Bertelsmann Religionsmonitor 2008 den Zusammenhang von Religion &amp; Demografie noch nicht ein. So habe ich es auch nicht beim Bloggen belassen, sondern mit &quot;&lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/RueckkehrReligionBlumeKS0508.pdf&quot;&gt;Rückkehr der Religion - wohin?&lt;/a&gt;&quot; in der Katholischen Sonntagszeitung dieser Woche auch für die demografisch-biografische Perspektive plädiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Denn mein persönliches Fazit:&lt;/b&gt; Wenn wir das Phänomen Religion wissenschaftlich und gesellschaftlich zunehmend besser verstehen und beschreiben wollen, müssten sowohl Hochreligiöse wie Nichtreligiöse stärker die Fakten sprechen lassen. Das Lesen und Diskutieren von Überschriften und Pressemeldungen ist ein Anfang, aber zum echten Verstehen wird es nicht reichen - Studien wie der Bertelsmann Religionsmonitor haben mehr vertiefte Beachtung verdient.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
    <dc:creator>blume-religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Popul%C3%A4re+Irrt%C3%BCmer+%C3%BCber+Religion%28en%29&quot;&gt;Populäre Irrtümer über Religion(en)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 blume-religionswissenschaft</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-08T05:26:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3765543/">
    <title>Das Zölibat ist unnatürlich!? - Falsch!</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3765543/</link>
    <description>Vorab: als evangelischer Christ habe ich wenig Grund, den Zölibat etwa der katholischen Kirche oder des Buddhismus per se zu verteidigen. Das Leid vieler Betroffener (die zwischen ihrer Berufung und dem Wunsch nach Partnerschaft und Familie stehen), aber auch Vorfälle sexueller Übergriffe lassen diese Einrichtung aus heutiger Sicht vielen anachronistisch erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings legen meine Forschungen nahe, dass in bestimmten Konstellationen der Zölibat auch religionsdemografisch und religionsbiologisch erfolgreich dem Leben der Gemeinschaft dienen kann. Auch diese Erscheinung des Religiösen erweist sich keinesfalls als &quot;un-&quot; oder gar &quot;widernatürlich&quot;, sondern als eine religionsbiologische Institution, die sich nicht zufällig in mehreren Weltreligionen entwickelt hat. Da ich häufiger nach Vorträgen und inzwischen auch per Mailanfragen mit genau dieser Frage konfrontiert werde, habe ich &quot;&lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BiologiedesZoelibats0507Blume.pdf&quot;&gt;Die Biologie des Zölibats&lt;/a&gt;&quot; jetzt online gestellt - mit der herzlichen Bitte um Weitergabe und Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BiologiedesZoelibats0507Blume.pdf&quot;&gt;&lt;img title=&quot;Die häufigste Frage nach religionsbiologischen Vorträgen oder inzwischen auch per Mail: Lässt sich mit Hayek-Frazer auch das Zölibat herleiten? Ich meine: Ja. (Klick führt zum Onlineskript)&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Die häufigste Frage nach religionsbiologischen Vorträgen oder inzwischen auch per Mail: Lässt sich mit Hayek-Frazer auch das Zölibat herleiten? Ich meine: Ja. (Klick führt zum Onlineskript)&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/BiologiedesZoelibatsCover.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen jüdischen Freunden wünsche ich noch einen guten Ausklang von Schawuot (&quot;Chag sameach!&quot;), allen christlichen Freunden gesegnete Pfingsten - und generell allen Lesern erholsame und sonnige Feiertage! (-:</description>
    <dc:creator>blume-religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Popul%C3%A4re+Irrt%C3%BCmer+%C3%BCber+Religion%28en%29&quot;&gt;Populäre Irrtümer über Religion(en)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 blume-religionswissenschaft</dc:rights>
    <dc:date>2007-05-25T17:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3699411/">
    <title>Es gibt fundamentalistische und nicht-fundamentalistische Religionen!? - Falsch!</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3699411/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/DuE53_verkleinert.pdf&quot;&gt;&lt;img title=&quot;Titelzeilte &quot;Religiöse Identität und Fundamentalismus&quot;, aus Heft 53 von Deutschland und Europa, S. 20 - 27. Per Klick zum Download.&quot; height=&quot;92&quot; alt=&quot;Titelzeilte &quot;Religiöse Identität und Fundamentalismus&quot;, aus Heft 53 von Deutschland und Europa, S. 20 - 27. Per Klick zum Download.&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/TitelzeileFundamentalismusDuE2007.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem ich gestern nach längerer Pause wieder einmal ein Schimpfmail eines Kreationisten erhielt, der es schlicht empörend fand, Religion(en) und Evolutionsforschung für vereinbar zu halten, widme ich mich heute dem Phänomen &quot;Fundamentalismus&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Alltagssprache ist dieser Begriff nicht selten zu einem Unterscheidungsmerkmal &quot;von&quot; Religionen geworden - und nicht wenige unterscheiden also &quot;fundamentalistische Religionen&quot; (meist den Islam, manchmal die katholische Kirche etc.) von &quot;nichtfundamentalistischen Religionen&quot; (meist z.B. der mutmaßlich stets friedliche und tolerante Buddhismus).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus religionswissenschaftlicher Perspektive beschreibt Fundamentalismus aber Bewegungen &lt;i&gt;in&lt;/i&gt; Religionen - und zwar nachweisbar in &lt;i&gt;allen&lt;/i&gt; Weltreligionen zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Was sind die Merkmale des Fundamentalismus?&lt;/b&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch geht die Bezeichnung auf eine protestantische Bewegung zurück, die sich nach einer Buchreihe (&quot;The Fundamentals&quot; von 1910 - 1915) &quot;The Fundamentalists&quot; nannten und gegen liberalere Theologen, Aufklärung und Evolutionstheorie angingen, indem sie auf die wortwörtliche Geltung ihrer Interpretation der Bibel verwiesen. Ein Teil des o.g. Missverständnisses besteht z.B. darin, dass von hier aus argumentiert wurde, ein Muslim sei damit per se &quot;Fundamentalist&quot; - gelte doch der Koran als wortwörtliches Gotteswort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber der feine Unterschied ist ein anderer: auch wer von einer wortwörtlichen Offenbarung der jeweiligen Heiligen Schrift ausgeht, kann dennoch (demütig) anerkennen, dass das eigene Wissen und die eigene Interpretationskompetenz nur vorläufig sind - und also andere Interpretationen achten. Denken wir z.B. daran, dass sich bereits im klassischen Islam unterschiedliche Rechtsschulen entwickelten, die ihre Auslegungen im Regelfall wechselseitig achteten. Auch halten sehr viele glaubende Muslime ihre Religion für mit wissenschaftlichen Erkenntnissen (einschließlich der Evolution) voll vereinbar. (Siehe z.B. ein &lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/Evolution_Religion_Interview_islamde_280107.pdf&quot;&gt;Interview&lt;/a&gt; dazu in islam.de). Umgekehrt kann auch ein säkulares Buch (z.B. Marxens &quot;Kapital&quot;) und eine vorgeblich rationalistische Lehre vermeintlich unfehlbar ausgelegt werden und &quot;Abweichung&quot; von der &quot;reinen Lehre&quot; fundamentalistisch oder gar extremistisch verfolgt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fundamentalistische Gruppen halten also &lt;i&gt;ihre jeweilige Interpretation&lt;/i&gt; der religiösen (oder auch weltanschaulichen) Inhalte für die direkte und vermeintlich einzig mögliche Wahrheit. Und weder christliche, noch islamische, jüdische, buddhistische, sozialistische usw. Fundamentalisten haben dabei untereinander je Konsens gewinnen können, &quot;welche&quot; denn nun die einzig gültige Auslegung sei - denn faktisch entwickeln sie natürlich auch anhand identischer Texte dennoch eine Vielzahl verschiedener &quot;Wahrheiten&quot;. Während Fundamentalisten meist laut die &quot;Einheit&quot; auf den &quot;klaren Grundlagen&quot; fordern, führen sie faktisch regelmäßig eine Fülle von Abspaltungen und Neugründungen herbei...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Ist der Fundamentalismus rückwartsgewandt?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Teil des populären Irrtums besteht darin anzunehmen, dass Fundamentalisten beispielsweise &quot;zurück ins Mittelalter&quot; wollten. Auch das ist so nicht richtig. Zwar berufen sich Fundamentalisten regelmäßig auf vermeintlich &quot;goldene Zeiten&quot; der Vergangenheit sowie auf (diesseitige und jenseitige) Visionen für eine &quot;goldene Zukunft&quot;. Fundamentalistische Bewegungen erweisen sich gerade darin aber als &lt;i&gt;Antworten auf Modernisierungsprozesse&lt;/i&gt;, in denen sich Menschen entwurzelt fühlen. Deswegen finden Sie beispielsweise neuhinduistisch-fundamentalistische Gemeinschaften sehr viel seltener in indischen Dörfern als vielmehr in genau den Großstädten, in denen eine starke, wirtschaftliche Entwicklung die Traditionen zermahlt und verunsicherte Menschen einschließlich aufsteigender, nach Orientierung suchender Mittel- und Oberschichten generiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher ist der Fundamentalismus auch nicht einfach &quot;dumm&quot;, sondern bindet die Anhänger in feste Strukturen ein, in denen Identitätskrisen bewältigt, stabile Familien gegründet und der wirtschaftliche Aufstieg gemeistert werden können. Fundamentalismus ist eine häufig psychologisch, demografisch und wirtschaftlich erfolgreiche Antwort auf die Moderne! Allerdings belasten Fundamentalismen mit ihren Maximalforderungen oft das gesellschaftliche Klima und es besteht die Gefahr, dass einige Fundamentalisten in Milieus des gewaltbereiten &lt;i&gt;Extremismus&lt;/i&gt; abdriften - man denke an islamistische Terroristen, die christlichen Mörder von Abtreibungsärzten, jüdisch-nationalreligiöse Siedler, buddhistische Ultras in Sri Lanka, marxistische Zellen usw.
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Wenn Sie wollen...&lt;/b&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Im neuen Deutschland-und-Europa-Heft der LZfpB finden Sie eine Menge Artikel rund um &quot;Identitätskonflikte in Europa&quot; und auch einen ausführlicheren Beitrag von mir zum Thema.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/DuE53_verkleinert.pdf&quot;&gt;&lt;img title=&quot;Titelzeilte &quot;Religiöse Identität und Fundamentalismus&quot;, aus Heft 53 von Deutschland und Europa, S. 20 - 27. Per Klick zum Download.&quot; height=&quot;92&quot; alt=&quot;Titelzeilte &quot;Religiöse Identität und Fundamentalismus&quot;, aus Heft 53 von Deutschland und Europa, S. 20 - 27. Per Klick zum Download.&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/TitelzeileFundamentalismusDuE2007.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>blume-religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Popul%C3%A4re+Irrt%C3%BCmer+%C3%BCber+Religion%28en%29&quot;&gt;Populäre Irrtümer über Religion(en)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 blume-religionswissenschaft</dc:rights>
    <dc:date>2007-05-07T10:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3242002/">
    <title>Religionen wurden von Leuten begründet, um andere zu manipulieren. - Falsch!</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3242002/</link>
    <description>Die sogenannte &lt;b&gt;Priesterbetrugshypothese&lt;/b&gt; lässt sich schon bis in die Antike zurückverfolgen und vertritt die Auffassung, bei Religionen handele es sich um komplexe Manipulationsinstrumente weniger &quot;Designer&quot;, die sich damit Macht, Ansehen und Geld erwerben. Als Form der Religionskritik hat sie ihren gesellschaftlichen Ursprung quer durch die Geschichte eigentlich nie gewechselt und wird nach wie vor vorwiegend von geisteswissenschaftlich Gebildeten in Stadtkulturen vertreten, die sich damit einerseits vom vermeintlich &quot;leichtgläubigen&quot; Volk abgrenzen und andererseits die Deutungs- und damit auch Machtansprüche des je dominierenden Klerus herausfordern. Dabei geht sie mit einer bisweilen durchaus nachvollziehbaren Kritik etwa an erstarrten Ritualen und Institutionen einher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religionshistorisch ist die &quot;Priesterbetrugshypothese&quot; in ihrer verallgemeinerten Form allerdings nicht haltbar. Zwar können Religionsgemeinschaften zur Domäne zynisch-manipulativer Schichten herabsinken (und haben dies auch immer wieder durchlebt) - allerdings müssen sie sich gerade dann der Herausforderung aufsteigender, religiöser Herausforderer und Reformbewegungen stellen. So gehen Epochen des &quot;Priesterbetruges&quot; regelmäßig mit Aushöhlung der religiösen Dominanz und wachsenden Basisbewegungen einher, die selbst mit Gewalteinsatz nicht dauerhaft aufzuhalten sind (z.B. katholische Kirche im Spätmittelalter und Vorreformatoren 12. bis 15. Jht. etc.) oder auch politische Hierarchiekritik umfassten (z.B. &quot;Als Eva grub und Adam spann, wo war denn da der Edelmann?&quot; als Slogan der Bauernaufstände im 16. Jht.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Religion(en) in egalitären Wildbeutergesellschaften&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben zeichnen Anthropologie und auch Paläoanthropologie längst ein ganz anderes Bild von Religion: diese hat ihre Wurzel keinesfalls erst in historischen, hierarchischen Gesellschaften, sondern bestand und besteht bereits in sozial egalitären Wildbeutergesellschaften, wie sie auch heute noch (in leider schnell schrumpfender Zahl) existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel sind die afrikanischen !Kung San (das &quot;!&quot; gibt einen Schnalzlaut an), die ein reiches, religiöses Leben (Mythen über Götter und geistige Kräfte, Trancetänze etc.) kennen, aber keinen eigenen Stand, der diese exklusiv verträte. Vielmehr kann jeder männliche San zum !Num-Tänzer werden und jede weibliche San zur Sängerin. Auch gibt es keine eigene Institution des Mythenerzählers, sondern allenfalls eine besondere Wertschätzung Älterer (Frauen und Männer), von denen Kenntnis und Erzählung der Mythen (durchaus auch in unterhaltender Art) geradezu erwartet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Kalahari-Hunter-Gatherers-Studies-Their-Neighbors/dp/1583481257/sr=8-1/qid=1169893543/ref=sr_1_1/303-5330709-4200200?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&quot;&gt;&lt;img title=&quot;Selbstverständlich kann man heutige Wildbeuter nicht einfach als Überbleibsel des Frühmenschen verstehen - sie sind moderne Homo sapiens mit der biologisch wesentlich gleichen Entwicklungsgeschichte wie alle Menschen. Dennoch kann uns das Verstehen ihrer sozioökonomischen und religiösen Kultur helfen, das Menschsein besser zu verstehen. (Klick führt zu einem anthropologischen Sammelband über die !Kung San.)&quot; height=&quot;192&quot; alt=&quot;Selbstverständlich kann man heutige Wildbeuter nicht einfach als Überbleibsel des Frühmenschen verstehen - sie sind moderne Homo sapiens mit der biologisch wesentlich gleichen Entwicklungsgeschichte wie alle Menschen. Dennoch kann uns das Verstehen ihrer sozioökonomischen und religiösen Kultur helfen, das Menschsein besser zu verstehen. (Klick führt zu einem anthropologischen Sammelband über die !Kung San.)&quot; width=&quot;277&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/kungsanfamilie.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist interessanterweise zu beobachten, dass !Kung San-Gruppen, die sich beispielsweise als Hilfsarbeiter in die seßhafteren Agrarstrukturen Botswanas und Südafrikas eingliedern, unweigerlich sowohl mit der Herausbildung politischer wie religiöser Institutionen beginnen. So werden einzelne San zu &quot;Sprechern&quot; und Verhandlungsführern, besonders begabte Trancetänzer zu (teilweise rituell &quot;entlohnten&quot;) Spezialisten, die der kulturellen Vergewisserung und Identität der &quot;Laien&quot; dienen. Die Hierarchie geht also der Religion nicht voran, sondern weist ihr umgekehrt Funktionen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Vom &quot;Nutzen&quot; der Religion&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die biologisch-evolutive Betrachtung des Phänomens Religion deutet also darauf hin, dass dieses sich auch außerhalb von Hierarchien als koproduktiv erwiesen und genetisch entfaltet hat. Auch die historisch beobachtbare, kulturelle Evolution bietet kein Beleg dafür, dass eine &quot;Befreiung von Religion&quot; zum Erfolg von Gesellschaften und deren kultureller Ausbreitung beigetragen habe - vielmehr erweisen sich Religionsgemeinschaften auch in der Moderne als reproduktiv erfolgreicher als säkulare Populationen (siehe &lt;b&gt;Evolution, Demografie, Religion(en)&lt;/b&gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Fazit&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rede vom &lt;i&gt;Priesterbetrug&lt;/i&gt; kann historisch-hierarchische (Verfalls-)Erscheinungen von Religionsgemeinschaften durchaus treffend beschreiben, als Ursprungsherleitung aller Religion(en) muss sie jedoch als widerlegt gelten. Eine &quot;selbstverschuldete Unmündigkeit&quot; kann auch darin bestehen, die eigene, kritische Perspektive vorschnell auf die gesamte Menschheit und Menschheitsgeschichte zu erweitern.</description>
    <dc:creator>blume-religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Popul%C3%A4re+Irrt%C3%BCmer+%C3%BCber+Religion%28en%29&quot;&gt;Populäre Irrtümer über Religion(en)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 blume-religionswissenschaft</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-27T09:59:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3163637/">
    <title>Alle Religionen beanspruchen das alleinige Heil!? - Falsch!</title>
    <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/3163637/</link>
    <description>&quot;Religionen können kaum in Frieden miteinander leben. Denn sie beanspruchen jeweils, dass alle Andersglaubenden in die Hölle kommen.&quot; - So und ähnlich lautet ein populärer (und schädlicher) Irrtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit kommt der sogenannte &lt;b&gt;&quot;Heilsexklusivismus&quot;&lt;/b&gt; -also der Anspruch, die eigene Gemeinschaft verfüge &quot;exklusiv&quot; über den Zugang zum Paradies, zur Erleuchtung o.ä.- zwar in Strömungen aller Weltreligionen vor, bildet jedoch im Regelfall eine Minderheitenposition. Entwickelte Religionsgemeinschaften tendieren dagegen zum &lt;b&gt;&quot;Heilsinklusivismus&quot;&lt;/b&gt;, der für die eigene Gemeinschaft einen Vorrang beansprucht, anderen aber Gutes, Wahres und Chancen auf das Heil (Paradies, Erleuchtung o.ä.) nicht abspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So kennt das &lt;b&gt;Judentum&lt;/b&gt; die &quot;Noachidischen Gebote&quot; (nach Gen 9 f.), einen Verhaltenskanon, dessen bewusste oder auch unbewusste Einhaltung auch Nichtjuden &quot;Anteil an der kommenden Welt&quot; verspricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Ein Ikon der sieben noachidischen Gebote von einer jüdisch-orthodoxen Homepage (www.aish.com). Unter &quot;Judentum&quot; finden Sie in diesem Blog (bald) die Noachidischen Gebote ausführlicher erklärt.&quot; height=&quot;150&quot; alt=&quot;Ein Ikon der sieben noachidischen Gebote von einer jüdisch-orthodoxen Homepage (www.aish.com). Unter &quot;Judentum&quot; finden Sie in diesem Blog (bald) die Noachidischen Gebote ausführlicher erklärt.&quot; width=&quot;230&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/Noachidische-Gebote.gif&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten jüdischen Gemeinschaften missionieren daher nicht und Beitrittsinteressenten werden sogar explizit auf die &quot;Noachidischen Gebote&quot; hingewiesen - und darauf, dass es eben nach jüdisch-biblischem Glauben &quot;nicht&quot; nötig ist, zum Judentum zu konvertieren, um bei Gott zu bestehen. Große und großherzige Lehrer des Judentums wie Maimonides, Yehudah Halevi oder Rabbi HaMeiri (12- 14.Jht.) konnten daher Christentum und Islam ausdrücklich als Wege zu Gott anerkennen, Rabbi Jacob Emden am Ende des 18.Jhts. das Christentum gar als &quot;eine Gemeinschaft um des Himmels willen&quot; bezeichnen - trotz der furchtbaren Gräuel (Kreuzzüge, Pogrome, Massaker, Zwangstaufen), die insbesondere Christen Juden über Jahrhunderte hinweg zugefügt hatten. Mit der im Jahre 2000 christlicher Zeitrechnung veröffentlichten Erklärung &quot;Dabru emet - Redet Wahrheit&quot; haben jüdische Gelehrte aller großen Strömungen auch nach der Shoa an diese große Tradition der Anerkennung auch anderer Religionen angeknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der &lt;b&gt;Islam&lt;/b&gt; benennt ausdrücklich Heilsmöglichkeiten für Gottesglaubende anderer Religionen, z.B. in der Koransure 2,62 (siehe auch 5, 69): &lt;i&gt;Diejenigen, die glauben, die dem Judentum angehören und die Christen und die Sabäer, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und tun, was recht ist, denen steht bei ihrem Herrn ihr Lohn zu und sie haben nichts zu befürchten und sie werden nicht traurig sein.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So konnten in islamischen Ländern religiöse Minderheiten zwar meist keine Gleichberechtigung, aber meist doch eine gewisse, auch Jahrhunderte überdauernde Duldung erhalten. Mit dem Aufstieg von Nationalismus und Islamismus (z.B. auch dem in Saudi-Arabien beheimateten, auch gegenüber anderen Muslimen heilsexklusiven Wahhabismus) in vielen islamischen Gesellschaften wird diese islamisch-koranische Toleranz leider heute in Frage gestellt - in den meisten islamisch geprägten Ländern sind religiöse Minderheiten heute Verschwörungstheorien, Diskriminierungen und teilweise Verfolgungen ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In &lt;b&gt;Hinduismus&lt;/b&gt;, &lt;b&gt;Buddhismus&lt;/b&gt; und unter &lt;b&gt;Sikhs&lt;/b&gt; und &lt;b&gt;Bahai&lt;/b&gt; dominieren dagegen weiterhin heilsinklusive Haltungen: andere Religionen werden als (ggf. durchaus achtenswerte) Vorformen des eigenen, reineren Glaubens aufgefasst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere der Hinduismus hat sich dabei als außerordentlich erfolgreich erwiesen, andere Religionsgemeinschaften in sich aufzunehmen und aufzulösen, was (neben der Ausbreitung des Islam) zum zeitweiligen Erlöschen des Buddhismus in Indien beitrug - hinduistische Bewegungen interpretierten den Buddha z.B. als Avatar Vishnus und lösten die Unterschiede auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Buddhismus wurde und wird weltweit häufig mit Elementen anderer Religionen verknüpft und nimmt so je kulturspezifische Formen an, etwa in Tibet (mit Bön), China (mit Taoismus) und Japan (mit Shintoismus).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch im &lt;b&gt;Christentum&lt;/b&gt; hat der Heilsexklusivismus keine Mehrheit mehr. Die langjährige Maxim &quot;Außerhalb der Kirche kein Heil&quot; (z.B. katholisches Konzil von Florenz 1442) wurde im 2. Vatikanischen Konzil (Rom 1962-65) in der Erklärung zu den nichtchristlichen Religionen Nostra Aetate und vor allem in der dogmatischen Konstitution Lumen Gentium so (um-)interpretiert, dass andere Christen, Juden, Muslime, Anders- und sogar Nichtglaubende auf die Kirche &quot;hingeordnet&quot; verstanden werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es in Lumen Gentium, Kapitel 16, über Nichtchristen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Diejenigen endlich, die das Evangelium noch nicht empfangen haben, sind auf das Gottesvolk auf verschiedene Weise hingeordnet. In erster Linie jenes Volk, dem der Bund und die Verheißungen gegeben worden sind und aus dem Christus dem Fleische nach geboren ist (vgl. Röm 9,4-5), dieses seiner Erwählung nach um der Väter willen so teure Volk: die Gaben und Berufung Gottes nämlich sind ohne Reue (vgl. Röm 11,28-29). Der Heilswille umfaßt aber auch die, welche den Schöpfer anerkennen, unter ihnen besonders die Muslim, die sich zum Glauben Abrahams bekennen und mit uns den einen Gott anbeten, den barmherzigen, der die Menschen am Jüngsten Tag richten wird. Aber auch den anderen, die in Schatten und Bildern den unbekannten Gott suchen, auch solchen ist Gott nicht ferne, da er allen Leben und Atem und alles gibt (vgl. Apg 17,25-28) und als Erlöser will, daß alle Menschen gerettet werden (vgl. 1 Tim 2,4). Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluß der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen. Die göttliche Vorsehung verweigert auch denen das zum Heil Notwendige nicht, die ohne Schuld noch nicht zur ausdrücklichen Anerkennung Gottes gekommen sind, jedoch, nicht ohne die göttliche Gnade, ein rechtes Leben zu führen sich bemühen. Was sich nämlich an Gutem und Wahrem bei ihnen findet, wird von der Kirche als Vorbereitung für die Frohbotschaft und als Gabe dessen geschätzt, der jeden Menschen erleuchtet, damit er schließlich das Leben habe.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die meisten orthodoxen und viele evangelische Kirchen sowie demografisch erfolgreiche Gemeinschaften wie die christlichen Amish haben ein pragmatisches Heilsverständnis entwickelt, ohne ihre je eigene Identität dabei aufzugeben. Heilsexklusive Ansprüche dominieren dagegen noch z.B. die Lehren der Zeugen Jehovas, der Neuapostolischen Kirche und vieler evangelikaler und pietistischer Strömungen, sie sind aber auch in oft extremen Ausprägungen anderer Religionen (z.B. Islamismus, Hindutva etc.) zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Welchen Unterschied machen die Haltungen zur Heilsfrage?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Heilsexklusive&lt;/b&gt; Lehren, die das Heil also nur für die eigenen Anhänger vorsehen, entfalten eine starke missionarische Kraft, da sie die Glaubenden dazu animieren, viele andere (z.B. auch Verwandte, Freunde etc.) bekehren und also &quot;retten&quot; zu wollen. Andererseits führen sie oft zu Intoleranz, Dialogunfähigkeit und häufig auch Gewaltbereitschaft, da entlang heilsexklusiver Logik andere Religionen oder auch interne Unterschiede als (potentiell teuflische) Hindernisse zum Heil aufgefasst werden (müssen). Heilsexklusive Gemeinschaften tendieren daher zu einem Nacheinander aus missionarischer Blüte, innerem Zwist, Spaltungen und schließlich heilsinklusiver Mäßigung und/oder Zerfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Heilsrelative&lt;/b&gt; Lehren, die davon ausgehen, dass &quot;alle Religionen gleich gut&quot; sind, führen zum Verlust  religiöser Verbindlichkeit und meist dem Zerfall der sie vertretenden Gemeinschaften (alles gleich gültig = alles gleichgültig). Sie sind daher meist in weitgehend säkularisierten Kreisen und teilweise bei religiösen Neugründungen anzutreffen, entfalten aber für gewöhnlich keine dauerhaft gemeinschaftserhaltende Bindungskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Heilsinklusive&lt;/b&gt; Lehren ermöglichen einen Mittelweg, können aber ihrerseits durchaus auch intolerant wirken, wenn den je anderen keine abgrenzende Identität zugestanden wird - ein heftiger Streitpunkt z.B. zwischen Hindus einerseits und Sikhs und Buddhisten andererseits, aber auch z.B. wenn sich Christen gegenüber Muslimen oder Juden gegenüber Christen dagegen verwahren, nur als &quot;Vorstufe&quot; verstanden zu werden. In Kontexten von Bildung und Dialog setzen sich meist heilsinklusive Lehren durch, die an einem Vorrang der je eigenen Glaubensidentität festhalten, ohne Gutes und Wahres und damit Heilsmöglichkeiten in anderen Religionen ablehnen zu müssen. Mitunter wird dies mit einem potentiell produktiven Wettbewerbsgedanken verknüpft, wie in Koran 5:48: &lt;i&gt;Darum wetteifert miteinander in guten Werken.&lt;/i&gt; oder in der Ringparabel von Lessing oder auch dem Gleichnis Jesu vom Samaritaner oder seinem Lob des Hauptmanns von Kapernaum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein friedvolles Miteinander von Religionen ist damit, zumal unter demokratisch-freiheitlichen Vorzeichen, durchaus möglich und widerspricht keinesfalls dem &quot;Wesen&quot; von Religion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Woher kommt der Irrtum?&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Formierungsphase entfaltete sich das Christentum stark missionarisch und war von Erwartungen nahenden Weltendes geprägt. Daher setzten sich hier mit Auswirkungen bis heute heilsexklusive Lehren durch, was einerseits die Ausbreitung beflügelte, aber auch oft grausame Intoleranz sowohl gegen Andersglaubende wie auch gegen Christen anderer Gemeinschaften hervorrief (und hervorruft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die theologisch entwickelten Lehren der großen Kirchen längst differenzierter geworden sind, bleiben fundamentalistisch-heilsexklusive Gemeinschaften sichtbarer und missionarisch aktiver und werden in der Wahrnehmung mit extremistischen Strömungen anderer Religionen (z.B. extremistischen Muslimen) kontrastiert. In großen Teilen der westlichen und religiös oft wenig versierten Öffentlichkeit hält sich daher der Irrtum, &quot;Religion sei halt so&quot; oder müsse sogar so sein.</description>
    <dc:creator>blume-religionswissenschaft</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/Popul%C3%A4re+Irrt%C3%BCmer+%C3%BCber+Religion%28en%29&quot;&gt;Populäre Irrtümer über Religion(en)&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 blume-religionswissenschaft</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-09T05:39:00Z</dc:date>
  </item>


<textinput rdf:about="http://religionswissenschaft.twoday.net/search">
   <title>find</title>
   <description>Search this site:</description>
   <name>q</name>
   <link>http://religionswissenschaft.twoday.net/search</link>
</textinput>


</rdf:RDF>
