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Politik & Religion

Freitag, 26. Dezember 2008

Christoph Silber zu Christentum in den USA und Gewalt

Der Berliner Drehbuchautor und Filmregisseur Christoph Silber (u.a. "Goodbye Lenin") ist mit einer US-Amerikanerin verheiratet und lebt heute in New York. Im US-Präsidentschafswahlkampf unterstützte er Barack Obama und begründete dies in der (evangelisch-evangelikalen) Zeitung ideaSpektrum 46/2008 (Ausg. 12.12.08, S. 20-21). Aus dem Beitrag zitiere ich einen m.E. bemerkenswerten Absatz.

Zitat:

Eine Nation unter Gott?
"Eine Nation unter Gott" - wie konnte dieser Grundsatz überleben, wenn plötzlich Homosexuelle heiraten und Schwangere abtreiben durften? Von Bushs Wahlkämpfern als dankbares Thema entdeckt, wurde dieser Kulturkrieg zum Wesenszug republikanischer Selbstdefinition. Ein wortgewandter Ehebrecher wie Bill Clinton war der ideale Gegensatz zum nicht so wortgewandten, aber dafür in Christus wiedergeborenen George W. Bush.

Ich glaube auch an diesen Christus. Ich kann bezeugen, dass der Glaube mein Leben verändert und wunderbar gesegnet hat. Dennoch konnte ich mit einem Christentum, das sich mit Gewalt verteidigen muss, nie etwas anfangen. Das Großartige an Gott ist doch gerade, wie ein Rabbiner mal zu mir sagte, dass wir ihn nicht verteidigen können. Nicht verteidigen müssen."

Dienstag, 9. Dezember 2008

Neuer US-Bericht zur Religionsfreiheit in Deutschland

Der Einsatz für Religionsfreiheit gehört zu den (sowohl von Demokraten wie Republikanern eingeforderten) Eckpunkten der US-Außenpolitik. Dazu gehören jährliche Berichte aller Botschaften über den Stand der Religionsfreiheit in den jeweiligen Ländern, die International Religious Freedom Reports, die auch im Internet veröffentlicht werden.

Der International Religious Freedom Report Germany 2008 ist per Klick hier abrufbar. Und es ist durchaus interessant, sich die Situation im Inland auch einmal mit Augen aus dem Ausland zu betrachten.

Montag, 8. Dezember 2008

Zitat BILD zur Wahl von Cem Özdemir zum Bundesvorsitzenden der Grünen

Schlagzeile am 15.11.2008:

Zitat:

"Erstmals wird ein Moslem Parteichef"

Berlin - Er könnte der erste türkischstämmige Parteichef in Deutschland werden: Der bekennende Moslem Cem Özdemir will sich heute als Nachfolger von Reinhard Bütikofer an die Grünen-Spitze wählen lassen. Es wäre der erste moslemische Parteichef in Deutschland. [...]

Anmerkung I

Cem Özdemir wurde dann auch mit 92 Prozent der Stimmen gewählt, gemeinsam mit der Mitvorsitzenden Claudia Roth.

Anmerkung II

Allen muslimischen Blogleserinnen und Bloglesern auf diesem Wege einen herzlichen Gruß zum Opferfest (türk. Kurban Bayram, arab. Id-ul Adha)!

Montag, 24. November 2008

Muslime in Frankreich mit Integrationsprozess zufrieden - Positiver Laizismus und Religionsfreiheit

Die türkische Tageszeitung Zaman meldete am 5.11.:
„Die Muslime in Frankreich haben keine Integrationsprobleme“
von Abdurrahman Atlι, Paris
(Übersetzung Projekt Islamedia)

Nach einer Umfrage des französischen Meinungs-forschungsinstitutes CSA sei die Mehrheit der in Frankreich lebenden befragten Muslime davon überzeugt, keine Integrationsschwierigkeiten zu besitzen. Zum einen sei ein Großteil der Muslime überzeugt vom französischen Laizismus – zum anderen jedoch unterstütze ein Großteil von ihnen staatliche Finanzierungsmaßnahmen für Gotteshäuser und auch das Tragen des Kopftuchs.

Die Zaman geht in ihrem Artikel auf die weiteren Umfrageergebnisse ein, wonach sich 14% der Befragten als erstes als Franzosen fühlten und 60% wiederum sowohl als Franzosen als auch als Muslime. 22% gaben an, sich an erster Stelle als Muslime zu identifizieren und erst danach als Franzosen. 66% gaben an, dass der Islam großen Vorurteilen begegne, wohingegen 28% erklärten, keine Vorurteile in dieser Art zu spüren. 79% der Befragten verneinten die Frage, ob sich „die Frau dem Mann unterzuordnen habe.“ Darüber hinaus lehnten 70% die Polygamie in Frankreich ab, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und 70% hätten angegeben, dass das Tragen des Kopftuchs einzig und allein von der Willens- und Religionsfreiheit abhängig sein sollte.

Datenquelle (CSA)

Siehe auch "Frankreichs Präsident Sarkozy will positive Laizität"

Dienstag, 4. November 2008

Obamas Wahlsieg - Impressionen



Vorschau auf einen Chronologs-Beitrag zur US-Zivilreligion, die am 1.Dezember 2008 freigeschaltet wird.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

NRW-Ministerpräsident Rüttgers und Zentralrat-Vize Korn fordern mehr sichtbare Moscheen für Deutschland

Gegen die teilweise massiven Ängste gegen Religion(en) im Allgemeinen und den Islam im Besonderen hat der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU) Stellung bezogen. Anläßlich der Eröffnung der DITIB-Moschee in Duisburg Marxloh forderte er am Sonntag, dem 26.10.2008, es müsse mehr islamische Gotteshäuser in Deutschland geben - sichtbar, nicht in den Hinterhöfen. (RP-Online-Bericht hier)

Starke Widerstände

In europäischen Gesellschaften gibt es massive Vorbehalte gegenüber Muslimen, in Deutschland äußerte sich 2008 jeder zweite Befragte negativ.

Wie zu erwarten schlug dem Politiker neben demokratischer Zustimmung auch eine Welle der Ablehnung entgegen, darunter "böse und hasserfüllte Briefe", wie Rüttgers berichtete. Auch der Islamkritiker Ralph Giordano forderte erneut Einschränkungen der Religionsfreiheit für Muslime einschließlich eines "Baustopp für Großmoscheen". (RP-Online-Bericht hier)

Plädoyer von Salomon Korn: Islam längst Teil Europas

Aber das Plädoyer für eine zukunftsorientierte Moscheedebatte fand auch prominente Unterstützung: Prof. Dr. Salomon Korn, u.a. Vize-Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, plädierte am Montag in einem Essay für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung für Offenheit und verglich die Erfahrungen der deutschen Juden im 19. und der deutschen Muslime im 21. Jahrhundert je im Ringen um bürgerschaftliche Akzeptanz und Gleichberechtigung: "Je weniger Muslime in Europa als Teil der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft empfunden werden, desto stärker bildet sich Widerstand gegen ihre Moscheen. ... Im historischen Maßstab betrachtet, hat der öffentliche Streit über die Integration muslimischer Einwanderer und ihrer Moscheen in Europa gerade erst begonnen. Und wie nicht zuletzt die Auseinandersetzungen um den Bau neoislamischer Synagogen im 19. Jahrhundert in Deutschland belegen, wird trotz heute weitgehend veränderter gesellschaftlicher Verhältnisse noch viel Zeit vergehen, bis Moscheen mit einiger Selbstverständlichkeit neben Stadt- und Dorfkirchen aufragen werden. Wenn es denn eines Tages so weit sein sollte, dass im kollektiven Gedächtnis der Europäer die Türken nicht mehr vor Wien stehen und die hier lebenden Muslime sich vorbehaltlos zu Europa und seinen Werten bekennen, dann könnten die Zwiebeldächer der Barockkirchen und die geometrische Ornamentik der Moscheen unvoreingenommen von dem künden, was im Bewusstsein des Westens nur unzureichend verankert ist: wie lange Orient und Islam – über Kunst und Architektur hinaus – bereits Teil der europäischen Geschichte und des abendländisch-kulturellen Erbes sind." (Den ganzen Artikel für Abonennten oder 2 € im FAZarchiv)

In den deutscherseits gerne belächelten USA...

...wären solche Debatten übrigens schwer denkbar. Stattdessen tourte eine Ausstellung über US-amerikanische Moscheebauten im letzten Jahr durch die Botschaften der Vereinigten Staaten, darunter jene in Berlin. In den USA ist der Islam längst Teil auch der politischen Kultur - und auch muslimische Abgeordnete werden nicht nur gewählt, sondern legen ihren Amtseid auch auf ihre heilige Schrift, den Koran, ab.

Der frisch gewählte, US-demokratische Kongressabgeordnete Keith Ellison schwört zum Amtsantritt auf seine heilige Schrift den Koran. Von rechts nach links: Keith Ellison, seine (nichtmuslimische) Frau Kim Ellison, Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi. Der Schwur erfolgte auf eine Koranausgabe, die US-Präsident Jefferson gehörte.

Und auch die Integration der (durchschnittlich deutlich besser gebildeten, aber auch deutlich religiöseren) Muslime in den Vereinigten Staaten verläuft bislang deutlich erfolgreicher als in den säkular-europäischen Gesellschaften. Es lohnt, darüber nachzudenken...

Montag, 20. Oktober 2008

Auch Politik Sache der Gene?

Die Evolutionsbiologie verändert unseren Blick auf das gesamte Spektrum menschlichen Verhaltens: Die Religion und zunehmend auch die Politik.

In jüngster Zeit haben zwei Studien den Blick auf die biologischen Wurzeln auch politischen Verhaltens gelenkt.

Der Politikwissenschaftler John Hibbing (University Nebraska-Lincoln) zeigte in einer Studie auf, dass sich politisch sehr "liberale" und sehr "autoritäre" Personen auch in physiologischen Tests unterschiedlich schreckhaft verhielten. Sprich: Wer generell vorsichtiger veranlagt war, tendierte auch dazu, politisch mehr Sicherheit, Recht und Ordnung einzufordern.

Im Beitrag "Genetic Variation in Political Participation" (deutsch: genetische Variation in politischer Beteiligung) (freier Download hier) stellten sich James H. Fowler, Laura A. Baker und Christopher T. Dawes einem alten Rätsel der Politikwissenschaft und besonders politischen Ökonomie: Warum gehen Menschen eigentlich wählen, obwohl der individuelle Nutzen (Einfluss) in keinem Verhältnis zum indivuellen Aufwand steht?

Originellerweise untersuchen sie das "rätselhafte" Verhalten anhand gleich mehrerer Datensätze so, wie auch anderes, menschliches Verhalten (einschließlich Religiosität) längst untersucht wird: Per Zwillingsstudien.

Ergebnis: Wie anderes Verhalten auch zeigt sich auch Wahlverhalten als etwa hälftig genetisch veranlagt. Dabei ist natürlich nicht an eine spezielle Evolution von Wählern zu denken, wohl aber an die Bereitschaft, (auch) im rituellen Rahmen Verantwortung für das Gemeinschaftsganze zu übernehmen. Einigen Menschen ist das offenkundig stärker in die Wiege gelegt als anderen.

Einschränkend ist diesen Studien selbstverständlich entgegen zu halten, dass in beiden Fällen der soziokulturelle Einfluss mindestens gleichwertig bestehen bleibt: Eine stärker von Ängsten geprägte Weltanschauung wie auch ein System, das zu politischer Beteiligung aufruft entstehen nie im erziehungs- und kulturfreien Raum. Der Mensch ist und bleibt ein Produkt biokultureller Evolution und praktisch nie durch ein Entweder-Oder, sondern fast immer durch eine Wechselwirkung biologischer und kultureller Faktoren zur je individuellen Persönlichkeit ausgeprägt.

Freitag, 19. September 2008

Umfragen weisen massive Vorbehalte gegen Juden und Muslime in Europa und Deutschland aus. Auch antichristliche Stimmungen vorhanden.

Eine neue Studie des PewResearch Center auf Basis internationaler Umfragen weist wachsende antijüdische und massive antimuslimische Vorurteile in Teilen der europäischen und auch deutschen Bevölkerung aus.

So ist in den meisten europäischen Ländern der Anteil der Befragten gestiegen, die eine negative Meinung von Juden angeben: In Deutschland z.B. von 20% in 2004 auf 25% in 2008, in Spanien gar von 21% in 2005 auf 46% in 2008.

Laut Studie des PewResearch Center sind antijüdische Vorbehalte in Europa (auch Deutschland) in den letzten Jahren stark gewachsen.

Noch massiveren Vorurteilen sehen sich Muslime ausgesetzt. So geben in Spanien, Deutschland und Polen jeweils etwa die Hälfte aller befragten Erwachsenen eine negative Haltung gegenüber Anhängern des Islam an. (Spanien 52%, Deutschland 50%, Polen 46%).

In europäischen Gesellschaften gibt es massive Vorbehalte gegenüber Muslimen, in Deutschland äußerte sich 2008 jeder zweite Befragte negativ.

Auch antichristliche Vorbehalte

Auch Negativurteile gegen Christen sind verbreitet und erreichen in einigen islamisch geprägten Ländern sogar Mehrheiten, an der Spitze die Türkei mit 74%. Aber auch in mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland oder Frankreich bekunden inzwischen zweistellige Prozentzahlen der Befragten Skepsis und Ablehnung gegenüber Christen.

Auch gegen Christen gibt es längst Vorbehalte in europäischen Ländern. Hier Befragte der Pew-Studien 2008 nach Nationen, die Christen eher oder sehr "unfavorable" einschätzten.

Natürlich spezifizieren diese Daten noch nicht, welche Negativurteile jeweils in welcher Intensität bestehen, Trends zeigen sie jedoch durchaus an.

Unter Muslimen sinkt Zustimmung zu Selbstmordattentaten weiter

Aber auch positive Entwicklungen zeigen sich in der globalen Perspektive. So verlieren islamistische Selbstmordattentate in der islamischen Welt weiter rapide an Zustimmung, auch Osama Bin Laden und die Hisbollah verlieren teilweise massiv an Sympathien.

Selbstmordattentate verlieren in der islamischen Welt teilweise rapide an Zustimmung. Hier Befunde der internationalen Befragungen des PewResearch Center bis 2008.

Weitere Befunde umfassen beispielsweise den "Gender Gap" (die weltweit höhere Religiosität von Frauen, vgl. Gretchenfrage) und zum innerislamischen Ringen zwischen Reformern und Fundamentalisten. Gesamtbericht als pdf hier

Samstag, 6. September 2008

Aygül Özkan: CDU-Politikerin, Wirtschaftsexpertin, Muslimin

Immer und immer wieder begegne ich Klischees, wonach es unüberwindbare Hürden für religiöse Minderheiten in demokratischen Parteien gebe. Oft herrscht Überraschung, wenn ich darauf hinweise, dass es bisher keinerlei Belege für die Unvereinbarkeit irgendeiner Weltreligion mit der Demokratie gebe - und dass in modernen Gesellschaften religiös vielfältige Fraktionen längst zur Regel werden. Vor einem Jahr hatte ich beispielsweise in diesem Beitrag den demokratischen US-Abgeordneten Keith Ellison vorgestellt, der einen überwiegend katholischen Wahlkreis gewonnen und seinen Amtseid selbstverständlich auf den Koran abgelegt hatte. Auf Veranstaltungen wurde ich damals noch gefragt, ob gläubige Muslime denn auch in deutschen Parteien erfolgreich sein könnten.

Natürlich können sie - und sind es längst.

Aygül Özkan

Heute möchte ich Ihnen eine deutsch-muslimische Politikerin türkischer Herkunft vorstellen: Die Hamburger Wirtschaftsexpertin Aygül Özkan (37) stieg neben einer Karriere in der Wirtschaft auch zur stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden auf und wurde 2008 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt.

Aygül Özkan ist Abgeordnete der CDU in der Hamburger Bürgerschaft und stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Hamburg. Die deutsch-muslimische Wirtschaftsexpertin hat türkische Wurzeln und gehört der schiitischen Konfession an.

In die CDU trat die gläubige, schiitische Muslimin und Mutter gerade auch wegen des "C" ein. Dem Hamburger Abendblatt sagte sie: "Die CDU steht für Werte wie Familie und Zusammenhalt. Da finde ich mich am besten wieder."

Aygül Özkan engagiert sich durchaus für Integrations-, Dialog- und Frauenthemen, ist aber vor allem auch Fachsprecherin der CDU-Fraktion für Industrie und Wirtschaft. Als deutsche Bürgerin muslimischen Glaubens gestaltet sie demokratische Politik selbstverständlich mit.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Erste islamische Schule in Frankreich wird staatlich gefördert

Paris (dpa) - In Frankreich soll zum ersten Mal eine muslimische Privatschule, in der Schleier [Anm. Blume: Kopftuch] getragen werden darf, finanzielle Unterstützung des Staates bekommen.

Vom nächsten Schuljahr an zahle der Staat das Gehalt der Lehrer, sagte am Mittwoch Makhnouf Mameche, Vize-Schuldirektor des Averroes-Gymnasiums in Lille. Grundlage dafür sei ein Vertrag zwischen Schule und Staat, wie ihn auch die katholischen Privatschulen in Frankreich abgeschlossen hätten. Es ist der erste Vertrag dieser Art mit einer muslimischen Privatschule.

Das seit 2003 bestehende Averroes-Gymnasium, das 90 Schüler hat, wurde bislang aus Spenden und Schulgebühren finanziert. Anlass der Gründung war der Ausschluss von 19 muslimischen Schülerinnen aus einer öffentlichen Schule, die sich weigerten, in der Schule ihren Schleier abzulegen. Nach dem Staatsvertrag ist die Schule verpflichtet, dem offiziellen Lehrplan zu folgen und Schüler unabhängig von ihrer Religion aufzunehmen. Der einzige Unterschied zum staatlichen Lehrplan sei Arabisch als zweite Fremdsprache und ein freiwilliger Kurs über die muslimische Religion, sagte Mameche.

Derzeit gibt es vier muslimische Privatschulen in Frankreich.

Ergänzung: Die beginnende Gleichstellung und Integration islamischer Religionsgemeinschaften in das Staat-Kirchen-Verhältnis in Frankreich steht im Kontext der religionsdemografischen Belebung (auch) in Europa: Wie in den USA, stammt ein wachsender Anteil der nachwachsenden Generationen aus den kinderreicheren, religiösen Familien.

Tomas Frejka und Charles F. Westoff vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock wiesen 2006 eine Wirkung von Religiosität auf die Kinderzahl sowohl in den USA wie in Europa hin. Bei vergleichbar hoher Religiosität wie in den USA hätte Europa nach ihrer Modellschätzung eine um 13 bis 14% höhere Geburtenzahl!

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy reagiert auf die Wiederkehr der Religionen mit dem Konzept einer "positiven Laizität". Auch in Deutschland hat der freiheitlich-postsäkulare religionsdemografische Wettbewerb der Religionen bereits eingesetzt.

Dr. Blume

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