Heiratsmigration nach Deutschland
Glaubt man einschlägigen Berichten oder (bewusst?) einseitig berichtenden Soziologen wie Necla Kelek, so wäre der Ehegattennachzug von Frauen (auch als "Import- Bräute" bezeichnet) nach Deutschland ein rein islamisches bzw. türkisches Thema.
Schon in diesem Vortrag vom letzten Jahr hatte ich mit Verweis auf die Visaerteilungen darauf aufmerksam gemacht, dass die drei häufigsten Herkunftsländer ausländischer GattInnen nach der Türkei (Russland, Restjugoslawien, Thailand) jeweils nichtmuslimisch gewesen sind - und dass diese Zahlen jedem Rechercheur zugänglich wären.
Der lesenswerte Migrationsbericht 2006 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) enthält gleich mehrere, interessante Datensätze dazu.
Die meisten Visa an die ausländischen Gatten deutscher Partner
So wurden von 1998 bis 2006 mehr Visa an ausländische Ehefrauen deutscher Gatten ausgestellt (14.075), als an nachziehende Gattinnen ausländischer Männer in der Bundesrepublik (13.176). Zu deutschen Frauen kamen sogar 8.622 ausländische Ehemänner, ausländische Frauen holten nur 3.712 Gatten nach. (S. 270)
Abwanderungssaldo Türkei
Interessant (und diversen Vorurteilen widersprechend) auch die Gesamtbetrachtung: Aus Deutschland wanderten 2006 mehr männliche Türken aus als ein, Türkinnen wanderten dagegen noch häufiger zu - insgesamt verblieb aber ein Wanderungsminus.

Einige Nationalitäten weisen 60% und mehr Frauen auf
Bezeichnend ist auch, dass einige Staatsangehörigkeiten in Deutschland zu 60% und mehr von Frauen gestellt werden (bei einem Gesamtfrauenanteil an den Nichtdeutschen von 48,5%) und also dem klassischen Migrationsschema (Mann zieht vor und holt die Familie nach) widersprechen.
So sind 59,8% der Bürger der Russischen Föderation weiblich, 60,8% aus der Ukraine, 66,0% aus Tschechien, 73,9% aus Brasilien, 79,3% von den Philippinen und an der Spitze sogar 85,9% (!) aus Thailand.
Wir sprechen hier über zehntausende ausländischer Frauen, die von deutschen Nichtmuslimen geheiratet und ins Land geholt wurden. Um es klar zu sagen: Ich gehe davon aus, dass die übergroße Mehrheit dieser Ehen freiwillig geschlossen wurden und glücklich verlaufen. Es gibt keinen Grund, Heiratsmigration pauschal für verwerflich zu halten. Aber es wäre fair gewesen, hätten Wissenschaftler oder Journalisten im Hinblick auf islamische Zuwanderung auch diese Aspekte genannt und reflektiert und beispielsweise die Situation türkischer, thailändischer und russischer Gattinnen in Deutschland auch verglichen. Wer Lebenssituationen, Menschen- und Frauenrechte und Schlagworte wie "Importbräute" ausschließlich im Bezug auf Musliminnen erforscht und diskutiert haben will, muss sich nach seiner Glaubwürdigkeit fragen lassen.
Schon in diesem Vortrag vom letzten Jahr hatte ich mit Verweis auf die Visaerteilungen darauf aufmerksam gemacht, dass die drei häufigsten Herkunftsländer ausländischer GattInnen nach der Türkei (Russland, Restjugoslawien, Thailand) jeweils nichtmuslimisch gewesen sind - und dass diese Zahlen jedem Rechercheur zugänglich wären.
Der lesenswerte Migrationsbericht 2006 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) enthält gleich mehrere, interessante Datensätze dazu.
Die meisten Visa an die ausländischen Gatten deutscher Partner
So wurden von 1998 bis 2006 mehr Visa an ausländische Ehefrauen deutscher Gatten ausgestellt (14.075), als an nachziehende Gattinnen ausländischer Männer in der Bundesrepublik (13.176). Zu deutschen Frauen kamen sogar 8.622 ausländische Ehemänner, ausländische Frauen holten nur 3.712 Gatten nach. (S. 270)
Abwanderungssaldo Türkei
Interessant (und diversen Vorurteilen widersprechend) auch die Gesamtbetrachtung: Aus Deutschland wanderten 2006 mehr männliche Türken aus als ein, Türkinnen wanderten dagegen noch häufiger zu - insgesamt verblieb aber ein Wanderungsminus.

Einige Nationalitäten weisen 60% und mehr Frauen auf
Bezeichnend ist auch, dass einige Staatsangehörigkeiten in Deutschland zu 60% und mehr von Frauen gestellt werden (bei einem Gesamtfrauenanteil an den Nichtdeutschen von 48,5%) und also dem klassischen Migrationsschema (Mann zieht vor und holt die Familie nach) widersprechen.
So sind 59,8% der Bürger der Russischen Föderation weiblich, 60,8% aus der Ukraine, 66,0% aus Tschechien, 73,9% aus Brasilien, 79,3% von den Philippinen und an der Spitze sogar 85,9% (!) aus Thailand.
Wir sprechen hier über zehntausende ausländischer Frauen, die von deutschen Nichtmuslimen geheiratet und ins Land geholt wurden. Um es klar zu sagen: Ich gehe davon aus, dass die übergroße Mehrheit dieser Ehen freiwillig geschlossen wurden und glücklich verlaufen. Es gibt keinen Grund, Heiratsmigration pauschal für verwerflich zu halten. Aber es wäre fair gewesen, hätten Wissenschaftler oder Journalisten im Hinblick auf islamische Zuwanderung auch diese Aspekte genannt und reflektiert und beispielsweise die Situation türkischer, thailändischer und russischer Gattinnen in Deutschland auch verglichen. Wer Lebenssituationen, Menschen- und Frauenrechte und Schlagworte wie "Importbräute" ausschließlich im Bezug auf Musliminnen erforscht und diskutiert haben will, muss sich nach seiner Glaubwürdigkeit fragen lassen.
blume-religionswissenschaft - 15. Aug, 06:06
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