Dialog

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Umfrage: Können auch Nichtchristen in den Himmel kommen?

Zu den häufigsten populären Irrtümern über monotheistische Religionen gehört, dass diese unveränderlich behaupteten, nur die Anhänger des eigenen Glaubens kämen in den Himmel, daher sei interreligiöse Toleranz eigentlich unmöglich.

Das stimmt schon im Bezug auf das Judentum nicht, laut dessen ausdrücklicher Lehre Nichtjuden auf Basis der Noah-Überlieferung (also des göttlichen Bundes mit allen Menschen) "Anteil an der kommenden Welt" erhalten können. Auch im Islam gab und gibt es Auslegungen des Koran, die Andersgläubigen Heilswege zu Gott zugestehen.

Nun hat eine zweite Studie in den USA einen ersten Befund (hier vorgestellt) bestätigt: Auch US-amerikanische Christen sind mehrheitlich der Auffassung, dass Angehörige anderer Religionen ebenfalls Erlösung finden können. Und unter jenen, die "vielen Religionen" Heilswege zugestehen, bejahen dies im Bezug auf Juden 69%, auf Muslime und Hindus 52% bzw. 53%, auf Konfessionslose 56% und auch auf erklärte Atheisten 42%.



Sicherlich wird auch diese Studie verbreitete Klischees über Religionen und Religiöse nicht auflösen können - aber es ist nun einmal das Schicksal der Wissenschaft, auch gegen Trägheit immer wieder aufzuklären... ;-)

In diesem Sinne: Ihnen alles Gute zum neuen Jahr!

Sonntag, 21. Dezember 2008

Es gibt sie...

...die Pressemitteilungen, denen eigentlich nichts hinzu zu fügen ist. Diese hier wurde letzten Monat versandt:

Pressemitteilung des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen vom 26. November 2008

3. Landesintegrationskongress / Minister Armin Laschet: "Integration lässt sich auch in Erfolgsgeschichten erzählen"

„Wir brauchen ein positives Klima für Integration, denn das trägt wesentlich zum Gelingen von Integration bei. Deshalb müssen wir nicht nur Geschichten aus dem ‚Migrationsjammertal’, sondern vor allem auch die vielen Erfolgsgeschichten der Integration erzählen", forderte Integrationsminister Armin Laschet heute (26. November 2008) beim 3. Landesintegrationskongresses in Solingen zum Thema "Integration braucht Vorbilder“.

Im Rahmen des Wettbewerbs „Integrationsidee 2009“ zeichnete Minister Laschet innovative Projektideen aus. Für diesen Wettbewerb wurden 88 Vorschläge aus 69 Kommunen eingereicht. Ausgezeichnet wurden das „Väter-Netzwerk“ aus Bonn, „Wie war das noch damals“ aus Hilden und „Andere Länder - andere Sprichwörter“ aus Hattingen. Die Umsetzung dieser drei Projektideen wird das Land im kommenden Jahr mit bis zu 12.000 Euro unterstützen. Anerkennungspreise erhalten „Salam Münster Mon Amour“ (2.500 Euro) und „Förderpreis zur Integration im Sport“ aus Aachen (2.500 Euro).

Laschet kritisierte in seiner Rede, dass die öffentliche Diskussion in Deutschland oft zu sehr bestimmt sei von dem Blick auf die Probleme. Dabei gebe es viele Menschen mit Zuwanderungs-geschichte, die durch ihre eigenen Lebenserfolge für gelungene Integration stehen und zahlreiche positive Ansätze und vorbildliche Projekte vor Ort. „Wir brauchen einen differenzierten Blick auf die Integration“, so der Minister.

In Nordrhein-Westfalen leben 4,1 Millionen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. „Ihre Fähigkeiten und ihre Kreativität werden ge­braucht“, sagte Minister Laschet. „Auf die wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte können wir stolz sein.“

„Besonders der ersten Generation der Zugewanderten haben wir viel zu verdanken. Sie trug und trägt erheblich zur Dynamik und Leistungskraft unserer Wirtschaft bei. Das müssen wir noch viel mehr anerkennen“, betonte Laschet. „Aus ihrer Lebensleistung und ihren Beispielen der gelebten Integration können wir und die Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte für die Zukunft profitieren.“

„Wir müssen uns auch noch stärker bewusst werden, dass die Komptenzen der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte eine wirkliche Bereicherung für unsere Gesellschaft sind. Zum Beispiel ihre Mehrsprachigkeit und kulturelle Kompetenz, ihre Erfahrungen in anderen Gesellschaften sind Kompetenzen, die in einer globalisierten Wirtschaft unerlässlich sind“, so Laschet weiter. „Wir müssen die Jugendlichen erreichen mit der Botschaft ‚Ihr werdet mit euren Fähigkeiten gebraucht’“.

Das Integrationsministerium hat den 3. Landesintegrations-kongress in Zusammenarbeit mit dem Landesintegrationsbeirat und der Stadt Solin­gen veranstaltet. Er stand in diesem Jahr im Zeichen gelungener Integration. Vorbildliche Projekte aus ganz Nordrhein-Westfalen präsentierten sich als Vielfalt des Engagements vor Ort. Insgesamt wirkten fast 100 Kommunen Nordrhein-Westfalens an der Gestaltung des diesjährigen Kongresses mit. Rund 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zum Kongress nach Solingen.

Samstag, 20. Dezember 2008

Christliche Geistliche prügeln sich um die Grabeskirche

Es ist der zentrale Ort des Christentums in Jerusalem: Die Grabeskirche, wo Jesu Gefangenschaft, Tod und Auferstehung stattgefunden haben sollen. Wer schon einmal dort war, wird die besondere Atmosphäre dieses Ortes nicht vergessen (auch das Covermotiv unseres Buches "Gott, Gene und Gehirn" entstammt übrigens einer Aufnahme der Grabeskirche).

Es ist aber gleichzeitig auch der Ort, an dem sich zeigt, dass auch zwischen Religionsgemeinschaften der gleichen Konfession Konflikte und Streit eskalieren können: Immer wieder - und auch erst wieder in jüngster Zeit - kommt es zwischen Geistlichen verschiedener Nationalkirchen zu handfesten Auseinandersetzungen um deren "Anteil" an der Kirche und den Ritualen. (TAZ-Bericht hier.)

Weil die Christen untereinander zu keinen Lösungen finde, werden die Schlüssel der Kirche seit mehr als einem Jahrtausend von muslimischen Familien verwaltet. Und auch das Angebot des Staates Israel, auf eigene Kosten dringend notwendige Renovierungsarbeiten durchführen zu lassen, scheitert an der Weigerung der Kirchen zum Dialog und einvernehmlichen Lösungen. Symbol für den Stillstand ist eine längst funktionslose Leiter an der Fassade, die jedoch niemand abnehmen darf, ohne neue Konflikte zu riskieren.

Was lässt sich daraus lernen? So (auch empirisch messbar) erfolgreich Religionsgemeinschaften auch Vertrauen und Kooperation nach innen zu stärken vermögen, geht dies doch häufig mit einer Abgrenzung nach außen einher - selbst dann, wenn dieses "außen" andere Gemeinschaften der gleichen Weltreligion bezeichnet. Ob als Christen um die Grabeskirche, Buddhisten zwischen Gelb- und Rotmützen oder Sozialisten zwischen Trotzkisten und Leninisten streiten; Intoleranz betrifft eben nicht immer nur "die anderen"...

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Bendorfer Forum - Ein Beispiel gegenseitiger Festtagsgrüße

In diesem Jahr haben sich die christliche Adventszeit, das islamische Opferfest und das jüdische Chanukka terminlich berührt.

Als Beispiel für einen Festtagsgruß dokumentiere ich hier den Text den traditionsreichen Bendorfer Forums dazu:

Liebe Freunde und Freundinnen des Bendorfer Forums,

wieder stehen wir in unseren geschwisterlichen Religionen vor großen Feiertagen. Wir gehen ihnen mit gemischten Gefühlen entgegen: Viel Unruhe und Unfrieden herrschen in der Welt. Neid, Hass und Egoismus scheinen oft die Oberhand zu haben. Könnten die Quellen unserer Glaubenstraditionen Kräfte zur Heilung bieten? Auf jeden Fall zeigen sie auf je eigene Weise Wege eines rechten und Gott wohlgefälligen Lebenswandels. Möge Gott uns immer neu auf diesen Weg führen.

Wir blicken auf die Feiertage, die vor uns liegen - das Opferfest, Chanukka, die Advents- und Weihnachtszeit - und wissen um die große Hoffnung, die aus diesen Festen spricht. So wünschen wir und beten darum, dass unser Sehnen Momente der Erfüllung finden wird. Allen jüdischen, christlichen und muslimischen Geschwistern wünschen wir eine friedvolle und gesegnete Zeit.

Aktuelle Informationen zu unseren kommenden Veranstaltungen und Weiteres finden Sie wie gewohnt auf unserer Homepage: www.bendorferforum.de

Shalom, Salam, Friede sei mit Ihnen allen,

für den Vorstand des Bendorfer Forums,
Annette Mehlhorn und Stefan Hartmann

Bendorfer Forum für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog e.V.
c/o Dr. Annette Mehlhorn
Pfarrgasse 4
65428 Rüsselsheim
www.bendorferforum.de

Montag, 15. Dezember 2008

Interreligiöses Zentrum in Hannover institutionalisiert

Gemeinsame Leitung: Ein Christ, Muslim und Buddhist

Hannover (dpa, 5.12.) - Das bundesweit erste multireligiöse
Glaubenszentrum in Hannover hat einen Vorstand gewählt, dem ein Christ, ein Muslim und ein Buddhist angehören.

Rund zwei Dutzend Männer und Frauen aus sieben Religionsgemeinschaften hätten den Verein «Haus der Religionen Hannover» gegründet, teilte die evangelische Kirche am Freitag mit. Gründungsmitglieder sind außerdem die evangelische und katholische Kirche sowie die liberale jüdische Gemeinde Hannover.

Sein Domizil hat das multireligiöse Zentrum, das es bereits seit zwei Jahren als offenen Treff gibt, in Räumen der evangelischen Athanasius-Kirche in Hannover.

Das «Haus der Religionen» hat zum Ziel, den Dialog zwischen den Weltreligionen zu fördern. Es tritt ein für eine Haltung des Respekts und der Achtung des Anderen mit der Absicht, einen Beitrag zum Frieden zu leisten. Die Gottesdienste stehen Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen offen. Seine Wurzeln hat das
«Haus der Religionen» in einem interreligiösen Gesprächskreis, der sich 1991 während des zweiten Golfkriegs bildete.

(Internet: www.haus-der-religionen.de)

Und wem im Süddeutschen die Idee gefällt...

...dem empfehle ich einen Klick zum Haus Abraham im Kloster Denkendorf.

Sonntag, 30. November 2008

Katholisch-Islamisches Forum präsentiert nach Sitzung im Vatikan gemeinsame Erklärung zur Religionsfreiheit

Für jene, die es noch nicht mitbekommen haben, eine ermutigende Nachricht zum Advent...

Bekenntnis zur Religionsfreiheit

Rom. Mit einem Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Minderheitenschutz sowie einer klaren Absage an Gewalt ist am Donnerstag (06.11.2008) das katholisch-islamische Forum in Rom zu Ende gegangen.

In einer gemeinsamen Schlusserklärung bekräftigen die Teilnehmer die Menschenwürde jedes Einzelnen und die Gleichheit von Frau und Mann. Mit Nachdruck spricht sich das Forum auch für den Schutz des Lebens in allen seinen Stadien aus. Am Mittag hatte Papst Benedikt XVI. die Teilnehmer des Treffens in Audienz empfangen. Er rief Christen und Muslime zum gemeinsamen Einsatz für die Menschenrechte und gegen Gewalt, Armut und Ungerechtigkeit auf.

Vorurteile überwinden

Christen und Muslime müssten ihre Missverständnisse und Vorurteile überwinden und falsche Bilder von der anderen Seite ablegen, so Benedikt XVI. Sie müssten Respekt, Menschenwürde und -rechte in den Mittelpunkt ihres Denkens und ihrer Zusammenarbeit stellen, auch wenn sie das theologisch und anthropologisch unterschiedlich begründeten. Politische und religiöse Führer hätten die Pflicht, die freie Ausübung dieser Rechte in vollem Respekt gegenüber der Gewissens- und Religionsfreiheit des Einzelnen zu sichern.

Diskriminierung und Gewalt, denen auch heute religiöse Menschen in aller Welt ausgesetzt seien, nannte Benedikt XVI. inakzeptabel. Sie seien "um so schwer wiegender und beklagenswerter, wenn sie im Namen Gottes verübt werden". Christen und Muslime müssten deutlich machen, dass "die Botschaft unserer Religionen unzweifelhaft eine Botschaft von Harmonie und gegenseitigem Verständnis ist".

Unterdrückung und Gewalt zurückweisen

In der 15 Punkte umfassenden Schlusserklärung wird betont, Katholiken und Muslime müssten jede Unterdrückung, aggressive Gewalt und Terrorismus zurückweisen. Gottes Schöpfung äußere sich in einer Pluralität von Kulturen, Zivilisationen, Sprachen und Völkern, die eine "Quelle des Reichtums darstellen und nie Ursache von Spannung und Konflikt werden dürfen".

Zum Thema Religionsfreiheit heißt es: "Aufrichtige Nächstenliebe schließt den Respekt gegenüber der Person und ihrer oder seiner Entscheidung in Sachen der Gewissens- und Religionsfreiheit ein." Sie umfasse das Recht von Individuen und Gemeinschaften, ihre Religion privat und öffentlich zu praktizieren. Auch religiöse Minderheiten müssten in ihrer Überzeugung und Religionsausübung respektiert werden.

Zugleich kündigte die Konferenz die Errichtung eines ständigen katholisch-muslimischen Komitees an, das aktuelle Streitfragen überprüfen und ein zweites Treffen dieser Art vorbereiten soll. Dieses solle in zwei Jahren in einem mehrheitlich muslimischen Land stattfinden.

Text: KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, 07.11.2008

Zu deutschen Übersetzungen des Brief der 38 als Reaktion auf die Regensburger Rede und des ein Jahr darauf folgenden Brief der 138, auf die Papst Benedikt XVI. mit der Einladung zum Forum reagierte.

Freitag, 28. November 2008

Schäuble würdigt islamische Rundfunksendungen

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU): Hilfe zum Heimischwerden des Islams in Deutschland.

B e r l i n (idea) – Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat muslimische Sendungen wie das „Islamische Wort“ im Südwestrundfunk und das „Forum am Freitag“ im ZDF gewürdigt.

Sie seien wichtige Schritte zum „Heimischwerden des Islams in Deutschland“, so der CDU-Politiker im veröffentlichten Manuskript der 3. Berliner Medienrede, die er am 24. November in der Französischen Friedrichstadtkirche hielt. Laut Schäuble können die Medien eine Vermittlerrolle zwischen Zuwanderern und der Aufnahmegesellschaft einnehmen. Kritisch beurteilt es der Minister, wenn Zuwanderer sich nur an Heimatmedien orientieren. Für die mehr als drei Millionen Menschen türkischer Abstammung in Deutschland seien über Satellitenfernsehen über 50 größere türkische Sender zu empfangen. Auch die Zahl fremdsprachiger Presseerzeugnisse sei groß. Türkischsprachige Medien seien deshalb nicht schlecht, aber nur wer die deutsche Sprache beherrsche und über gesellschaftliche und politische Themen orientiert sei, könne Integrationserfolge erzielen. Deshalb begrüße er die Zusammenarbeit zwischen Verlagshäusern mit traditionell deutschen Publikum und solchen, die bei Zuwanderern hoch im Kurs stehen, etwa zwischen der Bild-Zeitung und Hürriyet.

Gewalt im Islam wird übertrieben

Schäuble warnte vor Übertreibungen in den Medien. So sei eine übersteigerte Bedrohungswahrnehmung der Integration hinderlich. In der Arbeitsgruppe „Medien“ der Islamkonferenz stimmten alle Seiten überein, dass die Medien bei der Berichterstattung zum Islam dem Gewaltaspekt ein zu großes Gewicht einräumten. Schäuble: „Problembewusstsein schürt man nicht durch Übertreibungen, sondern durch Recherche, Sachkenntnis und Ausgewogenheit.“

Die Berliner Medienrede ist eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie zu Berlin, des Medienbeauftragten des Rates der EKD, Oberkirchenrat Markus Bräuer (Hannover), und des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) mit Sitz in Frankfurt am Main.

Quelle: Die evangelisch-evangelikale Nachrichtenredaktion idea hier.

Donnerstag, 20. November 2008

Prof. Salomon Korn spricht sich für Moscheebau aus - Artikel jetzt bei islam.de

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Prof. Salomon Korn, hat sich in einem Beitrag der FAZ (wie hier berichtet) für das Recht der Muslime in Deutschland auf einen selbstbestimmten Moscheebau ausgesprochen.

Die Homepage-Präsenz des Zentralrats der Muslime in Deutschland, islam.de, hat nun den Gesamttext mit Zustimmung des Verfassers online gestellt. Per Klick hier:

"Moschee- und Synagogenbau: Zu schwach, um Fremdes zu ertragen? „Im Neuen Möglichkeiten der Bereicherung erkennen“ Von Professor Dr. Salomon Korn
"

Montag, 13. Oktober 2008

Jüdisch-muslimischer Dialog - via Internet

Das Internet verändert die religiöse und interreligiöse Kommunikation in rasantem Tempo - von Phänomenen wie UFO-Prophezeiungen über Internet-Rituale und -Gebete bis zu (und vielleicht mit den längerfristig größten Auswirkungen?) neuen Formen des Kennenlernens, der Vernetzung und des Dialoges.

JuMuDia - so heißt beispielsweise eine Gruppe junger Juden und Muslime in Deutschland, die sich v.a. über StudiVZ gefunden haben und heute auch mit eigenem Blog für Verständnis und Miteinander eintreten - und damit sowohl islamophoben wie antijüdischen und generell religionsfeindlichen Vorbehalten entgegen wirken.



Gefunden durch den lesenswerten Beitrag "Im kleinen Kreis etwas verändern" von Tobias Thieme in der JüZ 10(38)/2008, der Oktoberausgabe der Jüdischen Zeitung (Homepage hier).

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Friedensnobelpreisträgerin Ebadi erhält evangelischen Toleranzpreis

Tutzing (dpa) - Die iranische Menschenrechtlerin und
Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi ist am Mittwoch bei einem Festakt mit dem Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing ausgezeichnet worden.

In ihrer Dankesrede warnte Ebadi laut Redetext die westlichen Länder davor, den gesamten Islam als undemokratisch zu verurteilen.

Einige seien der Meinung, dass der Zusammenstoß zwischen der westlichen und der östlichen Kultur unvermeidbar sei. Mit dieser falschen These rechtfertigten sie die Kriege im Mittleren Osten und beriefen sich auf terroristische Aktivitäten einiger Gruppen und auf
undemokratische Methoden einiger islamischer Staaten, sagte die 61- jährige Teheraner Rechtsanwältin mit Blick auf die kriegerischen Aktivitäten der USA im Irak.

Die Evangelische Akademie verleiht Ebadi die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre mutige Arbeit. Sie verteidige Regimekritiker und Dissidenten, obwohl sie mit einem Berufsverbot belegt sei, verhaftet wurde und immer wieder Todesdrohungen erhalten habe.

Frühere Preisträger der alle zwei Jahre verliehenen Auszeichnung waren Roman Herzog, der Dirigent Daniel Barenboim, der Schriftsteller Henning Mankell und das geistige Oberhaupt der Ismaeliten, Aga Khan.

Dr. Blume

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