Religionsgemeinschaften: Göttliche Stiftungen oder nur konkurrierende Anbieter?
Prof. em. Werner Becker gewann den aktuellen Diskussionen um die Kirchenleitung und Theologie von Papst Benedikt XVI. eine neue, spannende Perspektive ab: Er analysierte ein grundsätzliches Spannungsverhältnissen zwischem dem Selbstverständnis von Kirchen und dem freiheitlich-demokratischen Staat, der die katholische Kirche deutlich stärker als z.B. Protestanten betreffe. Denn nach ihrem Eigenverständnis verkündeten Kirchen normativ die Wahrheit Gottes. Aus der Perspektive einer freiheitlichen Gesellschaft aber bieten sie religiöse Optionen an, zwischen denen die Menschen (als eigentliche Träger der Grund- und Menschenrechte, einschließlich der Religionsfreiheit) frei wählen können.
Kirchen, die - wie die katholische Kirche seit dem II. Vatikanum - im Grundsatz die Menschenrechte bejahen, stünden so vor dem inneren Dilemma, das religiöse Selbstverständnis (höchste Wahrheit) mit der freiheitlichen Realität (ein Anbieter unter vielen) auszuhalten.
Der Beitrag "Der Papst kämpft den Kampf des Don Quijote" bei WELT-Online per Klick hier.
Kirchen, die - wie die katholische Kirche seit dem II. Vatikanum - im Grundsatz die Menschenrechte bejahen, stünden so vor dem inneren Dilemma, das religiöse Selbstverständnis (höchste Wahrheit) mit der freiheitlichen Realität (ein Anbieter unter vielen) auszuhalten.
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blume-religionswissenschaft - 17. Mrz, 06:50
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Basty Castellio - 17. Mrz, 13:35
Spannendes Spannungsverhältnis...
Die Tendenz dazu lässt sich ja wohl nicht bestreiten.
Doch dann fällt mir erstens ein, dass auch in den Anfängen alle Kirchen auf dem religiösen Markt der Möglichkeiten konkurrierten, dass auch die katholische Kirche zu allen Zeiten in vielen Ländern der Erde in einer Minderheitensituatuion ist und nicht dran denken kann, Macht zu beanspruchen. Man muss nicht einmal grundsätzlich unterstellen, dass schon in den Anfängen der Christenheit die totalitäre Machtbesetzung (konstantinische Wende ff) das eigentliche Ziel war, dass diese Wendung gewissermaßen strukturell notwendig gewesen sei. Dieses Profil hat sich möglicherweise erst so herauskristallisiert gegenüber der Ausschließlichkeit des römischen Kaiserkultes. Das "frei wählen" gehört schon zu den Wurzeln des Christentums und war eigentlich nie ganz vergessen. Die Spannung geht also, wenn schon, quer durchs Christentum selbst.
Und dann fällt mir zweitens ein, dass es eine - ihrem Anspruch nach nicht-religiöse, ja anti-religiöse - Bewegung gab, die Bolschewiken, die auch eine letzte Wahrheit (letzte Stufe der Geschichte) verkündeten und ein entsprechendes Spannungsverhältnis zu einer freiheitlichen Ordnung hatten... Vielleicht hatten die ihr Profil auch an ihrem Gegenüber so geschärft, in diesem Fall gegenüber dem Absolutsheitsanspruch der Kirche(n)? Auch da geht diese Spannung quer durch die Bewegung selbst.
Fazit für mich: Es ist mehr die überall wirksame Gefahr der Monopolisierung von politischer, geistiger, wirtschaftlicher... Macht als ein spezifisch religiöses Problem.
Basty
Doch dann fällt mir erstens ein, dass auch in den Anfängen alle Kirchen auf dem religiösen Markt der Möglichkeiten konkurrierten, dass auch die katholische Kirche zu allen Zeiten in vielen Ländern der Erde in einer Minderheitensituatuion ist und nicht dran denken kann, Macht zu beanspruchen. Man muss nicht einmal grundsätzlich unterstellen, dass schon in den Anfängen der Christenheit die totalitäre Machtbesetzung (konstantinische Wende ff) das eigentliche Ziel war, dass diese Wendung gewissermaßen strukturell notwendig gewesen sei. Dieses Profil hat sich möglicherweise erst so herauskristallisiert gegenüber der Ausschließlichkeit des römischen Kaiserkultes. Das "frei wählen" gehört schon zu den Wurzeln des Christentums und war eigentlich nie ganz vergessen. Die Spannung geht also, wenn schon, quer durchs Christentum selbst.
Und dann fällt mir zweitens ein, dass es eine - ihrem Anspruch nach nicht-religiöse, ja anti-religiöse - Bewegung gab, die Bolschewiken, die auch eine letzte Wahrheit (letzte Stufe der Geschichte) verkündeten und ein entsprechendes Spannungsverhältnis zu einer freiheitlichen Ordnung hatten... Vielleicht hatten die ihr Profil auch an ihrem Gegenüber so geschärft, in diesem Fall gegenüber dem Absolutsheitsanspruch der Kirche(n)? Auch da geht diese Spannung quer durch die Bewegung selbst.
Fazit für mich: Es ist mehr die überall wirksame Gefahr der Monopolisierung von politischer, geistiger, wirtschaftlicher... Macht als ein spezifisch religiöses Problem.
Basty
Erdlicht (Gast) - 17. Mrz, 19:52
Höchste Wahrheit!?
Von Außen betrachtet:
Jesus (von Nazareth?) war lt. bibl. Überlieferung ein jüdischer Sektierer. Im Hinblick Kirchenlehren ist viel fragwürdiges.
Kirche war ursprünglich Polis, Bürgerversammlung unter freiem Himmel.
Petrus war nie Papst. Er wurde nichtmals Christ, sondern hielt an Beschneidung fest. Christen wurden unter Paulus in Antiochien. Aus dem Tempel aller Götter in Rom, wurde Tempel aller Heiligen, usw.
Papstgeschichte insgesamt ist nicht so rühmlich.
Mit Verdammung und Verfluchung Apogryphen verboten, wurden sie irgenwie wieder hervorgekramt und dann fuhr Maria in den Himmel auf.....Naja so ungefähr. :-)
Wenn die Lüge Wahrheit ist, kein Nachfolgepapst sie ändern darf, ist höchste Wahrheit? So sieht es wenigstens bezüglich der Dogmen aus.
Im ÖRK ist kath. Kirche Gastmitglied.
Menschenrechte?
Zölibat, fehlende Frauengleichberechtigung, Empfängnisverhütungsverbot trotz Aidsgefahr, besonders in Gesellschaften mit fehlender Bildung. Masturbationsverbot, Verbot Homosexualität. Schlimm wenn einer Jungfrauengeburt nicht glaubt. Nicht so schlimm sind scheinbar überproportional viele Pädophile. Abtreibungsverbot bei damit schwangern Kindern ist schon purer Wahnsinn.
Evangelische Kirche ist in kath. Sicht, keine Kirche, dort durchgeführt Trauung, ist kein Sakrament, folglich sind nach dieser Logik dort wilde Ehen.
Lt. Kirchenstrafrecht gilt Verbot Kinder anderswo taufen zu lassen, Verbot andere Gottesdienste zu besuchen. Ob es wirklich Konsequenzen hat, steht auf anderem Papier. Aber bereits diese Verbote haben für mein Empfinden nichts mit der im Recht gegebenen Glaubensfreiheit gemeinsam.
Abendmahlsgemeinschaft mit anderen ist offiziell nicht möglich.Das ging ja auch durch die Presse.
Förderung von Exorzisten, Wiedereinführung, lat. Messe, Gebet für Juden,....Welche Pharisäer sind wirklich rettungsbedürftig? Piusanhänger werden wohl kaum frischen Wind aufkommen lassen.
Katholiken, die an dieser Kirchenführung leiden, haben mein Mitgefühl.
Shalom
Jesus (von Nazareth?) war lt. bibl. Überlieferung ein jüdischer Sektierer. Im Hinblick Kirchenlehren ist viel fragwürdiges.
Kirche war ursprünglich Polis, Bürgerversammlung unter freiem Himmel.
Petrus war nie Papst. Er wurde nichtmals Christ, sondern hielt an Beschneidung fest. Christen wurden unter Paulus in Antiochien. Aus dem Tempel aller Götter in Rom, wurde Tempel aller Heiligen, usw.
Papstgeschichte insgesamt ist nicht so rühmlich.
Mit Verdammung und Verfluchung Apogryphen verboten, wurden sie irgenwie wieder hervorgekramt und dann fuhr Maria in den Himmel auf.....Naja so ungefähr. :-)
Wenn die Lüge Wahrheit ist, kein Nachfolgepapst sie ändern darf, ist höchste Wahrheit? So sieht es wenigstens bezüglich der Dogmen aus.
Im ÖRK ist kath. Kirche Gastmitglied.
Menschenrechte?
Zölibat, fehlende Frauengleichberechtigung, Empfängnisverhütungsverbot trotz Aidsgefahr, besonders in Gesellschaften mit fehlender Bildung. Masturbationsverbot, Verbot Homosexualität. Schlimm wenn einer Jungfrauengeburt nicht glaubt. Nicht so schlimm sind scheinbar überproportional viele Pädophile. Abtreibungsverbot bei damit schwangern Kindern ist schon purer Wahnsinn.
Evangelische Kirche ist in kath. Sicht, keine Kirche, dort durchgeführt Trauung, ist kein Sakrament, folglich sind nach dieser Logik dort wilde Ehen.
Lt. Kirchenstrafrecht gilt Verbot Kinder anderswo taufen zu lassen, Verbot andere Gottesdienste zu besuchen. Ob es wirklich Konsequenzen hat, steht auf anderem Papier. Aber bereits diese Verbote haben für mein Empfinden nichts mit der im Recht gegebenen Glaubensfreiheit gemeinsam.
Abendmahlsgemeinschaft mit anderen ist offiziell nicht möglich.Das ging ja auch durch die Presse.
Förderung von Exorzisten, Wiedereinführung, lat. Messe, Gebet für Juden,....Welche Pharisäer sind wirklich rettungsbedürftig? Piusanhänger werden wohl kaum frischen Wind aufkommen lassen.
Katholiken, die an dieser Kirchenführung leiden, haben mein Mitgefühl.
Shalom




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