Bloggen in Seattle
New York, Miami, Washington, San Francisco, Los Angeles, Boston - die USA hat viele interessante Städte zu bieten. Aber Seattle hat sich in nur anderthalb Tagen bei mir den Spitzenplatz erworben - die Smaragdstadt ist einfach klasse! Das gilt im Hinblick auf die großen Eindrücke wie die Skyline...

...aber auch auf Details wie die Skulptur eines Trolls unter einer Brücke.

Das Angebot an kulturellen Angeboten, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten ist atemberaubend und z.T. in einer kompakten Downtown konzentriert, die sich zu Fuß oder kostenlos per Bus erkunden läßt. An jeder Ecke laden Starbucks zum Verweilen, Wifi-Internetzugang ist hier stadtweit gegeben. Was eine Stadt aber natürlich letztlich interessant macht, sind seine Menschen - und hier in Seattle leben Ingenieure, IT-Fachleute, Händler, Künstler, Wissenschaftler und Politiker dicht beieinander, der blaue (d.h. in Wahlen 70-80%ig demokratische) Staat Washington ist eine Hochburg kreativer Vernetzung. Derzeit gehen auch hier leider die letzten beiden Regionalzeitungen ein, an ihre Stelle tritt aber eine lebendige und vielfältige Bloggerszene, deren bekannteste Vertreter sich auf lokale Themen spezialisiert haben.
So trafen wir im World Trade Center West Andrew MacDonald, der bei Microsoft arbeitet, Bezirksvorsitzender der hiesigen Republikaner ist und mit Sound Politics ein Flagschiff der konservativen Lokalblogs betreibt.
In einer Stadtbibliothek (mit Extra-Regalen zu Themen der Evolutionsforschung, in Seattle hält man viel von Religion, aber wenig von Fundamentalismus ;-) ) tauschten wir uns mit David Goldstein aus, der mit dem linken Blog Horse's Ass zu Bekanntheit aufgestiegen ist und sowohl durch direkte Lokalberichterstattung wie auch durch eine enge Vernetzung mit der nationalen Bloggerszene so manchen Skandal aufdecken konnte (am prominentesten vielleicht das unrühmliche und vor allem unfachliche Vorleben des Katastrophenschutz-Chefs, der für das Versagen in New Orleans verantwortlich war. Drei Tage, nachdem zuerst HA und dann die nationale Bloggerszene dieses pikante Detail der Bush-Ernennung aufzeigten und die Fernseh- und Printmedien auf die Story aufsprangen, erfolgte die hastige Entlassung.)
Die schnell wachsende Rolle von Internetmedien (v.a. Blogs und Social Networks) nicht nur in Wahlkämpfen und Berichterstattung, sondern auch in politischer Bildung und Aktivität erforscht das Center for Communication and Civic Engagement der Universität Washington (des Bundesstaates im Westen, nicht der Hauptstadt im Osten der USA). Im Bild Maria Demeova, die für eine Vertretung der Roma-Minderheit in der Slowakei arbeitet und der philippinische Journalist Raffy Tima Jr. im Eingangsbereich des Zentrums.

Hier trafen wir den Institutsleiter Prof. Lance Bennett und Mitarbeiter, die sich auf die Erforschung und Erprobung politischer Bildung und Aktivitätsformen junger Menschen spezialisiert haben - eine Zielgruppe, die gerade auch in Seattle durch die klassischen Medien (einschließlich Fernsehen) kaum noch erreicht wird, andererseits aber über das Internet neue Politikformen gestaltet und u.a. maßgeblich die Obama-Kampagne förderte und zum Erfolg führte. Die vielen Eindrücke und Informationen und die tiefgreifenden Veränderungen, die das Web für die politische Kultur der Zukunft bedeuten, wurden an diesem Tag deutlicher denn je und wir werden heute noch mehr erfahren. Statt eines Fotos lasse ich Lance Bennett aber vielleicht lieber selbst zu Wort kommen.

...aber auch auf Details wie die Skulptur eines Trolls unter einer Brücke.

Das Angebot an kulturellen Angeboten, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten ist atemberaubend und z.T. in einer kompakten Downtown konzentriert, die sich zu Fuß oder kostenlos per Bus erkunden läßt. An jeder Ecke laden Starbucks zum Verweilen, Wifi-Internetzugang ist hier stadtweit gegeben. Was eine Stadt aber natürlich letztlich interessant macht, sind seine Menschen - und hier in Seattle leben Ingenieure, IT-Fachleute, Händler, Künstler, Wissenschaftler und Politiker dicht beieinander, der blaue (d.h. in Wahlen 70-80%ig demokratische) Staat Washington ist eine Hochburg kreativer Vernetzung. Derzeit gehen auch hier leider die letzten beiden Regionalzeitungen ein, an ihre Stelle tritt aber eine lebendige und vielfältige Bloggerszene, deren bekannteste Vertreter sich auf lokale Themen spezialisiert haben.
So trafen wir im World Trade Center West Andrew MacDonald, der bei Microsoft arbeitet, Bezirksvorsitzender der hiesigen Republikaner ist und mit Sound Politics ein Flagschiff der konservativen Lokalblogs betreibt.
In einer Stadtbibliothek (mit Extra-Regalen zu Themen der Evolutionsforschung, in Seattle hält man viel von Religion, aber wenig von Fundamentalismus ;-) ) tauschten wir uns mit David Goldstein aus, der mit dem linken Blog Horse's Ass zu Bekanntheit aufgestiegen ist und sowohl durch direkte Lokalberichterstattung wie auch durch eine enge Vernetzung mit der nationalen Bloggerszene so manchen Skandal aufdecken konnte (am prominentesten vielleicht das unrühmliche und vor allem unfachliche Vorleben des Katastrophenschutz-Chefs, der für das Versagen in New Orleans verantwortlich war. Drei Tage, nachdem zuerst HA und dann die nationale Bloggerszene dieses pikante Detail der Bush-Ernennung aufzeigten und die Fernseh- und Printmedien auf die Story aufsprangen, erfolgte die hastige Entlassung.)
Die schnell wachsende Rolle von Internetmedien (v.a. Blogs und Social Networks) nicht nur in Wahlkämpfen und Berichterstattung, sondern auch in politischer Bildung und Aktivität erforscht das Center for Communication and Civic Engagement der Universität Washington (des Bundesstaates im Westen, nicht der Hauptstadt im Osten der USA). Im Bild Maria Demeova, die für eine Vertretung der Roma-Minderheit in der Slowakei arbeitet und der philippinische Journalist Raffy Tima Jr. im Eingangsbereich des Zentrums.

Hier trafen wir den Institutsleiter Prof. Lance Bennett und Mitarbeiter, die sich auf die Erforschung und Erprobung politischer Bildung und Aktivitätsformen junger Menschen spezialisiert haben - eine Zielgruppe, die gerade auch in Seattle durch die klassischen Medien (einschließlich Fernsehen) kaum noch erreicht wird, andererseits aber über das Internet neue Politikformen gestaltet und u.a. maßgeblich die Obama-Kampagne förderte und zum Erfolg führte. Die vielen Eindrücke und Informationen und die tiefgreifenden Veränderungen, die das Web für die politische Kultur der Zukunft bedeuten, wurden an diesem Tag deutlicher denn je und wir werden heute noch mehr erfahren. Statt eines Fotos lasse ich Lance Bennett aber vielleicht lieber selbst zu Wort kommen.
blume-religionswissenschaft - 30. Jan, 14:58
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