Frage zu Spiritualität und Glauben
Im Rahmen dieser Diskussion um die wissenschaftlichen Arbeitsdefinitionen von Religiosität und Spiritualität warf Jimsonweet die folgende(n) Frage(n) ein. Ggf. wäre ein Theologie hier ein besserer Ansprechpartner, als Religionswissenschaftler kann ich natürlich nur vom wissenschaftlich-beobachtenden Standpunkt aus antworten, keine religiösen oder spirituellen Lehren verkünden. Dennoch fand ich die Frage so fair gestellt und auch persönlich begründet, dass ich versprach, noch vor Weihnachten auf sie einzugehen.
Die Frage wurde hier gestellt.
Die (bzw. der Versuch einer) Antwort:
"Kann Spiritualität mit einem Glauben verbunden werden???"
Ja, das ist zweifellos möglich - Abermillionen von Menschen tun genau das und leben ihre Spiritualität im Rahmen eines gemeinschaftlichen Glaubenssystems. Allerdings kann sich die Situation individuell deutlich unterscheiden und es kann also für den Einzelnen schwer oder unmöglich scheinen, dies zu tun (oder auch nur zu wollen) - sei es, weil die entsprechenden Erfahrungen sich nicht einstellen oder mit den gegebenen Lehren in Konflikt stehen.
"Ich bin geborener und getaufter Katholik. Konnte und kann mich mit diesem Glauben nicht anfreunden und bin bekennender Atheist.
Durch verschiedene psychische Probleme in meinem Alltag bin ich auf ein Buch mit dem Namen "Jetzt" gestoßen und bin damit in das Reich der Spiritualität eingetaucht, welches mich von Anfang an gefesselt hat. Nun, es hat mir geholfen mich meiner psychischen Probleme zu entledigen und meine Probleme haben mir geholfen, das Buch, die Spiritualität zu verstehen."
Hier wird m.E. sehr eindrucksvoll deutlich, wie wichtig es ist, die Begriffe der Religiosität und Spiritualität zu unterscheiden. Sie, lieber Fragender, haben sich von der Religiosität, in die Sie hineingewachsen sind, einschließlich des Glaubens an die Gottheit verabschiedet - daneben aber einen Zugang zu spirituellen Lehren und Erfahrungen gefunden, die Sie als subjektiv hilfreich zur Bewältigung psychologischer Probleme erlebt haben. Das ist zum einen erfreulich und unterstreicht, dass die beiden Dimensionen menschlicher Natur nicht einfach identisch sind. Allerdings sind sie auch nicht einfach getrennt, wie Sie dann schildern...
"Nun... damit nicht genug.
Zu oft tauchen in spirituellen Werken die Namen Gott und Jesus, Beispielstexte von Heiligen und Lehren der Kirche auf. Betrachtet man diese durch die Augen der Spiritualität ergeben diese Sinn... hier einige Beispiele:
- Lehren der Kirche: Denke nicht an morgen, denn das Morgen wird sich um sich selbst kümmern; Niemand, der den Pflug führt und zurückschaut, ist reif für das Königreich Gottes oder - die schönen Blumen, die sich nicht um das Morgen sorgen, sondern mit Leichtigkeit im zeitlosen Jetzt leben und für die von Gott ausreichend gesorgt wird ---- hat man sich mit Spiritualität befasst werden genannte Aussagen auf das Sein, das Jetzt, sich selbst im Inneren bezogen. Liest diese Zeilen jedoch ein Gläubiger werden seine Interpretationen ganz anders ausfallen.
- Formulierungen von Heiligen: Paulus: Alles wird erkannt, sobald es dem Licht ausgesetzt wird, und was immer dem Licht ausgesetzt wird, wird selber zu Licht --- auch hier spricht die Spiritualität von dem Wandel in sich selbst. Was würde dazu wohl ein Gläubiger sagen???"
Sehr viele Glaubende würden Ihnen zustimmen, andere die Nase rümpfen. Denn auch unter den Glaubenden aller Weltreligionen gibt es eine große Spannbreite von nüchterner Rationalität (die z.B. in Gebotserfüllung und Arbeitsethos "Sinn finden" kann) bis zu spiritueller Innerlichkeit, die die Heiligen Schriften "durch die Augen des Herzens" (u.ä.) zu erfassen versuchen. So haben Sie zum Beispiel im Islam strenge Orthodoxie neben sufischen (mystisch-spirituellen) Bruderschaften, in der katholischen Kirche kontemplative Laien- und Ordensbewegungen neben komplexen, kognitiven Theologien.
"Spiritualität im Märchen: War für mich kaum zu glauben dass Märchen einen spirituellen Hintergrund haben sollen... aber dem war so... und als ich auf eine solche Interpretation gestoßen bin, kamen auch hier wieder dieselben Aspekte, bezogen auf Gott - dem Sein - und die verschiedenen Bewusstheitsebenen mit den verschiedenen Konflikten."
Auch Märchen lassen sich spirituell lesen und im Laufe der abertausendfachen Erzählungen und Weitergaben haben sich immer wieder auch solche Elemente durchgesetzt, die Menschen auf unterschiedlichsten Ebenen angesprochen haben.
"Betrachtet man den Glauben (ich meine hier Religion) mit seinen ganzen Vorgaben (Glaube an dies, wie ist die Welt erschaffen worden, Kirche, die Entstehung selbst usw.) kann der Glauben als solches durch die Augen der Spiritualität nicht akzeptiert werden. Die katholische Glauben gibt vor dass Jesus... der Mensch gewordene Gott, auf die Erde zurückkehrt und uns verbessert... und die Gläubigen glauben das... und glauben an die MENSCHLICHE Erscheinung Jesus.... ist das nicht absoluter Quatsch???"
Hier muss ich widersprechen: Es gibt ebensowenig "den Glauben" wie "die Spiritualität". Millionen Menschen leben ihre Spiritualität in einem religiösen Rahmen und die Weltreligionen haben meist sogar eigene Orte (wie Heilige Bezirke (z.B. Berge), Klöster oder Schreine) entwickelt, in denen religiöse Menschen auch spirituelle Erfahrungen suchen können. Daneben gibt es auch eine religiöse Spiritualität des Alltags, die sich z.B. in Gottesdiensten, Gebeten, Ritualen im familiären oder auch individuellen Alltag (z.B. das Entzünden von Kerzen), Musik, Kunst, der Begleitung von Kindern oder auch Kranker, Verzweifelter, Sterbender, dem Schutz von Tieren und Schöpfung usw. ausdrücken kann. Und hier erleben wir immer wieder, dass die tiefe Erfahrung des Einen der Spott des Anderen sein kann.
"ich muss dazu sagen dass ich aufgrund meines Interesses an der Spiritualität, momentan überhaupt nicht verstehe wo ich stehe..."
Genau das ist die Kehrseite einer vornehmlich individuellen Spiritualität: Die großen Freiheiten gehen mit der Schwierigkeit der Verortung von Erfahrungen, Deutungen etc. einher. In spirituellen Gemeinschaften aber entwickeln sich bald wieder konsensuale Auffassungen, es bilden sich wieder religiöse Strukturen aus (wie auch umgekehrt, siehe oben, Religionen spirituelle Bewegungen hervorbringen)...
In diesem Jahr haben wir z.B. erlebt, dass schlichte YouTube-Videos von Musik und Gesängen der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz Millionen auch junger Menschen über Nationengrenzen hinweg bewegten:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4995126/
"meiner Auffassung ist der Ursprung des Glaubens (Religion) die Spiritualität - und mittlerweile dermaßen "vermüllt" von Einbringungen verschiedener Persönlichkeiten, dass der tiefere Sinn des Glaubens beim Großteil der Menschheit komplett verloren gegangen ist."
Spiritualität ist sicherlich eine Quelle religiöser Erfahrung, aber mit Sicherheit nicht die einzige. So hat Religiosität stets eine soziale Komponente (im Bezug auf die übernatürlichen Akteure und die Gemeinschaft, die diese achtet und verehrt), wird durch Sprache und Rituale geformt usw. Die Auffassung, es gebe eine "ursprüngliche" Spiritualität, die gewissermaßen im "reinen", durch keine anderen Einflüsse "vermüllten" Einzelerleben zu finden sei, setzt ja wiederum gewisse Annahmen voraus: Beispielsweise, dass der Einzelne im Zentrum des Seins stehe und nicht z.B. Familien, Gemeinschaften oder Lehrer. Diese Auffassung kann man vertreten - und sie ist in der individualistischen Kultur des 21. Jahrhunderts sicher auch populär -, allerdings kann sie nicht für sich in Anspruch nehmen, die Evolutionsgeschichte des Menschen und menschlicher Religiosität fortzuschreiben. Nach allem, was wir wissen, war Homo Sapiens stets ein sich vergemeinschaftender Mensch und auch die religiösen und spirituellen Überlieferungen fanden, soweit wir sehen können, in der zwischenmenschlichen Vermittlung durch Erzähler und Deuter (z.B. Eltern, Schamanen, betagte Menschen, Musiker etc.) statt.
Wir könnten sogar annehmen, dass Spiritualität ein entscheidender Motivator für Menschen gewesen sein könnte, die letztlich religiösen Erzählungen, Rituale und Gebote ihrer Gemeinschaft immer wieder einerseits zu hinterfragen, andererseits neu zu formulieren, zu begründen und weiter zu geben. Auch in heutigen, schriftlosen Kulturen, in denen unsere Vorfahren evolvierten, zeichnen sich z.B. Schamanen oder Heiler durch den Zugang zu außergewöhnlichen Erfahrungen aus, die nur teilweise bewusst angestrebt werden, die sich sogar bisweilen gegen den Willen der Betroffenen manifestieren und ihm (und ihr) einerseits Achtung, andererseits auch oft Zeiten der Prüfung und Isolation eintragen. Für die nicht-schriftlichen Traditionen nehmen diese "spirituell begabten" Menschen wichtige Funktionen der Übermittlung und Darstellung wahr. Es ist möglich, dass sich mit der Verschriftlichung und also Verfestigung religiöser Systeme die Spannung zwischen dem religiös-gemeinschaftlichen und spirituell-kreativen Bereich tendenziell verschärft haben, so dass sehr spirituelle Menschen es schwierig finden, ihre Erfahrungen ins religiöse System einzupassen und die Verantwortlichen in Religionsgemeinschaften umgekehrt dem "vagabundierenden" Potential individueller Spiritualität skeptischer gegenüberstehen. Dies können jedoch nur sehr vorsichtige Vermutungen sein, die wissenschaftliche Landkarte zum Verhältnis Religiosität - Spritualität weist bislang allenfalls grobe Umrisse auf.
"Über eine sachliche Stellungnahme würde ich mich irrsinnig freuen."
Nun ja, ich habe mein Bestes versucht - im Bewußtsein, dass die trockene Sprache der Wissenschaft dem individuellen Erleben kaum gerecht werden kann. Aber vielleicht konnte ich ja deutlich machen, dass sowohl die individuelle Ausprägung von Spiritualität auch außerhalb jeder religiösen Gemeinschaft wie auch umgekehrt die Spiritualität im religiösen Leben ihre Geschichte und zu respektierende Würde aufweisen - und sich wohl auch in der Menschheitsgeschichte in Verflechtung und Abgrenzung immer wieder gegenseitig beeinflusst haben.
Die Frage wurde hier gestellt.
Die (bzw. der Versuch einer) Antwort:
"Kann Spiritualität mit einem Glauben verbunden werden???"
Ja, das ist zweifellos möglich - Abermillionen von Menschen tun genau das und leben ihre Spiritualität im Rahmen eines gemeinschaftlichen Glaubenssystems. Allerdings kann sich die Situation individuell deutlich unterscheiden und es kann also für den Einzelnen schwer oder unmöglich scheinen, dies zu tun (oder auch nur zu wollen) - sei es, weil die entsprechenden Erfahrungen sich nicht einstellen oder mit den gegebenen Lehren in Konflikt stehen.
"Ich bin geborener und getaufter Katholik. Konnte und kann mich mit diesem Glauben nicht anfreunden und bin bekennender Atheist.
Durch verschiedene psychische Probleme in meinem Alltag bin ich auf ein Buch mit dem Namen "Jetzt" gestoßen und bin damit in das Reich der Spiritualität eingetaucht, welches mich von Anfang an gefesselt hat. Nun, es hat mir geholfen mich meiner psychischen Probleme zu entledigen und meine Probleme haben mir geholfen, das Buch, die Spiritualität zu verstehen."
Hier wird m.E. sehr eindrucksvoll deutlich, wie wichtig es ist, die Begriffe der Religiosität und Spiritualität zu unterscheiden. Sie, lieber Fragender, haben sich von der Religiosität, in die Sie hineingewachsen sind, einschließlich des Glaubens an die Gottheit verabschiedet - daneben aber einen Zugang zu spirituellen Lehren und Erfahrungen gefunden, die Sie als subjektiv hilfreich zur Bewältigung psychologischer Probleme erlebt haben. Das ist zum einen erfreulich und unterstreicht, dass die beiden Dimensionen menschlicher Natur nicht einfach identisch sind. Allerdings sind sie auch nicht einfach getrennt, wie Sie dann schildern...
"Nun... damit nicht genug.
Zu oft tauchen in spirituellen Werken die Namen Gott und Jesus, Beispielstexte von Heiligen und Lehren der Kirche auf. Betrachtet man diese durch die Augen der Spiritualität ergeben diese Sinn... hier einige Beispiele:
- Lehren der Kirche: Denke nicht an morgen, denn das Morgen wird sich um sich selbst kümmern; Niemand, der den Pflug führt und zurückschaut, ist reif für das Königreich Gottes oder - die schönen Blumen, die sich nicht um das Morgen sorgen, sondern mit Leichtigkeit im zeitlosen Jetzt leben und für die von Gott ausreichend gesorgt wird ---- hat man sich mit Spiritualität befasst werden genannte Aussagen auf das Sein, das Jetzt, sich selbst im Inneren bezogen. Liest diese Zeilen jedoch ein Gläubiger werden seine Interpretationen ganz anders ausfallen.
- Formulierungen von Heiligen: Paulus: Alles wird erkannt, sobald es dem Licht ausgesetzt wird, und was immer dem Licht ausgesetzt wird, wird selber zu Licht --- auch hier spricht die Spiritualität von dem Wandel in sich selbst. Was würde dazu wohl ein Gläubiger sagen???"
Sehr viele Glaubende würden Ihnen zustimmen, andere die Nase rümpfen. Denn auch unter den Glaubenden aller Weltreligionen gibt es eine große Spannbreite von nüchterner Rationalität (die z.B. in Gebotserfüllung und Arbeitsethos "Sinn finden" kann) bis zu spiritueller Innerlichkeit, die die Heiligen Schriften "durch die Augen des Herzens" (u.ä.) zu erfassen versuchen. So haben Sie zum Beispiel im Islam strenge Orthodoxie neben sufischen (mystisch-spirituellen) Bruderschaften, in der katholischen Kirche kontemplative Laien- und Ordensbewegungen neben komplexen, kognitiven Theologien.
"Spiritualität im Märchen: War für mich kaum zu glauben dass Märchen einen spirituellen Hintergrund haben sollen... aber dem war so... und als ich auf eine solche Interpretation gestoßen bin, kamen auch hier wieder dieselben Aspekte, bezogen auf Gott - dem Sein - und die verschiedenen Bewusstheitsebenen mit den verschiedenen Konflikten."
Auch Märchen lassen sich spirituell lesen und im Laufe der abertausendfachen Erzählungen und Weitergaben haben sich immer wieder auch solche Elemente durchgesetzt, die Menschen auf unterschiedlichsten Ebenen angesprochen haben.
"Betrachtet man den Glauben (ich meine hier Religion) mit seinen ganzen Vorgaben (Glaube an dies, wie ist die Welt erschaffen worden, Kirche, die Entstehung selbst usw.) kann der Glauben als solches durch die Augen der Spiritualität nicht akzeptiert werden. Die katholische Glauben gibt vor dass Jesus... der Mensch gewordene Gott, auf die Erde zurückkehrt und uns verbessert... und die Gläubigen glauben das... und glauben an die MENSCHLICHE Erscheinung Jesus.... ist das nicht absoluter Quatsch???"
Hier muss ich widersprechen: Es gibt ebensowenig "den Glauben" wie "die Spiritualität". Millionen Menschen leben ihre Spiritualität in einem religiösen Rahmen und die Weltreligionen haben meist sogar eigene Orte (wie Heilige Bezirke (z.B. Berge), Klöster oder Schreine) entwickelt, in denen religiöse Menschen auch spirituelle Erfahrungen suchen können. Daneben gibt es auch eine religiöse Spiritualität des Alltags, die sich z.B. in Gottesdiensten, Gebeten, Ritualen im familiären oder auch individuellen Alltag (z.B. das Entzünden von Kerzen), Musik, Kunst, der Begleitung von Kindern oder auch Kranker, Verzweifelter, Sterbender, dem Schutz von Tieren und Schöpfung usw. ausdrücken kann. Und hier erleben wir immer wieder, dass die tiefe Erfahrung des Einen der Spott des Anderen sein kann.
"ich muss dazu sagen dass ich aufgrund meines Interesses an der Spiritualität, momentan überhaupt nicht verstehe wo ich stehe..."
Genau das ist die Kehrseite einer vornehmlich individuellen Spiritualität: Die großen Freiheiten gehen mit der Schwierigkeit der Verortung von Erfahrungen, Deutungen etc. einher. In spirituellen Gemeinschaften aber entwickeln sich bald wieder konsensuale Auffassungen, es bilden sich wieder religiöse Strukturen aus (wie auch umgekehrt, siehe oben, Religionen spirituelle Bewegungen hervorbringen)...
In diesem Jahr haben wir z.B. erlebt, dass schlichte YouTube-Videos von Musik und Gesängen der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz Millionen auch junger Menschen über Nationengrenzen hinweg bewegten:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4995126/
"meiner Auffassung ist der Ursprung des Glaubens (Religion) die Spiritualität - und mittlerweile dermaßen "vermüllt" von Einbringungen verschiedener Persönlichkeiten, dass der tiefere Sinn des Glaubens beim Großteil der Menschheit komplett verloren gegangen ist."
Spiritualität ist sicherlich eine Quelle religiöser Erfahrung, aber mit Sicherheit nicht die einzige. So hat Religiosität stets eine soziale Komponente (im Bezug auf die übernatürlichen Akteure und die Gemeinschaft, die diese achtet und verehrt), wird durch Sprache und Rituale geformt usw. Die Auffassung, es gebe eine "ursprüngliche" Spiritualität, die gewissermaßen im "reinen", durch keine anderen Einflüsse "vermüllten" Einzelerleben zu finden sei, setzt ja wiederum gewisse Annahmen voraus: Beispielsweise, dass der Einzelne im Zentrum des Seins stehe und nicht z.B. Familien, Gemeinschaften oder Lehrer. Diese Auffassung kann man vertreten - und sie ist in der individualistischen Kultur des 21. Jahrhunderts sicher auch populär -, allerdings kann sie nicht für sich in Anspruch nehmen, die Evolutionsgeschichte des Menschen und menschlicher Religiosität fortzuschreiben. Nach allem, was wir wissen, war Homo Sapiens stets ein sich vergemeinschaftender Mensch und auch die religiösen und spirituellen Überlieferungen fanden, soweit wir sehen können, in der zwischenmenschlichen Vermittlung durch Erzähler und Deuter (z.B. Eltern, Schamanen, betagte Menschen, Musiker etc.) statt.
Wir könnten sogar annehmen, dass Spiritualität ein entscheidender Motivator für Menschen gewesen sein könnte, die letztlich religiösen Erzählungen, Rituale und Gebote ihrer Gemeinschaft immer wieder einerseits zu hinterfragen, andererseits neu zu formulieren, zu begründen und weiter zu geben. Auch in heutigen, schriftlosen Kulturen, in denen unsere Vorfahren evolvierten, zeichnen sich z.B. Schamanen oder Heiler durch den Zugang zu außergewöhnlichen Erfahrungen aus, die nur teilweise bewusst angestrebt werden, die sich sogar bisweilen gegen den Willen der Betroffenen manifestieren und ihm (und ihr) einerseits Achtung, andererseits auch oft Zeiten der Prüfung und Isolation eintragen. Für die nicht-schriftlichen Traditionen nehmen diese "spirituell begabten" Menschen wichtige Funktionen der Übermittlung und Darstellung wahr. Es ist möglich, dass sich mit der Verschriftlichung und also Verfestigung religiöser Systeme die Spannung zwischen dem religiös-gemeinschaftlichen und spirituell-kreativen Bereich tendenziell verschärft haben, so dass sehr spirituelle Menschen es schwierig finden, ihre Erfahrungen ins religiöse System einzupassen und die Verantwortlichen in Religionsgemeinschaften umgekehrt dem "vagabundierenden" Potential individueller Spiritualität skeptischer gegenüberstehen. Dies können jedoch nur sehr vorsichtige Vermutungen sein, die wissenschaftliche Landkarte zum Verhältnis Religiosität - Spritualität weist bislang allenfalls grobe Umrisse auf.
"Über eine sachliche Stellungnahme würde ich mich irrsinnig freuen."
Nun ja, ich habe mein Bestes versucht - im Bewußtsein, dass die trockene Sprache der Wissenschaft dem individuellen Erleben kaum gerecht werden kann. Aber vielleicht konnte ich ja deutlich machen, dass sowohl die individuelle Ausprägung von Spiritualität auch außerhalb jeder religiösen Gemeinschaft wie auch umgekehrt die Spiritualität im religiösen Leben ihre Geschichte und zu respektierende Würde aufweisen - und sich wohl auch in der Menschheitsgeschichte in Verflechtung und Abgrenzung immer wieder gegenseitig beeinflusst haben.
blume-religionswissenschaft - 23. Dez, 06:26
15 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Noah (Gast) - 23. Dez, 09:32
"Spiritualität ist sicherlich eine Quelle religiöser Erfahrung, aber mit Sicherheit nicht die einzige. So hat Religiosität stets eine soziale Komponente (im Bezug auf die übernatürlichen Akteure und die Gemeinschaft, die diese achtet und verehrt), wird durch Sprache und Rituale geformt usw. Die Auffassung, es gebe eine "ursprüngliche" Spiritualität, die gewissermaßen im "reinen", durch keine anderen Einflüsse "vermüllten" Einzelerleben zu finden sei, setzt ja wiederum gewisse Annahmen voraus: Beispielsweise, dass der Einzelne im Zentrum des Seins stehe und nicht z.B. Familien, Gemeinschaften oder Lehrer."
Lieber Michael,
ich bin mir nicht sicher, ob ich dich hier richtig verstehe, möchte aber dennoch anmerken, dass zumindest in der Mystik - die im Kern nach deiner Definition wohl eher der Spiritualität zuzuordnen wäre - durchaus nicht der Einzelne "im Zentrum des Seins" steht, sondern diese (vereinfachend pauschaliert) noch viel weitgehender "das Ganze" berücksichtigt als das "klassisch Religiöse".
Bspw.:
http://universale-mystik.blogspot.com/2007/12/die-kologie-des-seins.html
oder
http://universale-mystik.blogspot.com/2008/01/islamische-mystik-und-weltverantwortung.html
oder
http://universale-mystik.blogspot.com/2008/07/kontemplation-und-weltverantwortung.html
Dir und deiner Familie wünsche ich gesegnete Weihnachten!
Lieber Michael,
ich bin mir nicht sicher, ob ich dich hier richtig verstehe, möchte aber dennoch anmerken, dass zumindest in der Mystik - die im Kern nach deiner Definition wohl eher der Spiritualität zuzuordnen wäre - durchaus nicht der Einzelne "im Zentrum des Seins" steht, sondern diese (vereinfachend pauschaliert) noch viel weitgehender "das Ganze" berücksichtigt als das "klassisch Religiöse".
Bspw.:
http://universale-mystik.blogspot.com/2007/12/die-kologie-des-seins.html
oder
http://universale-mystik.blogspot.com/2008/01/islamische-mystik-und-weltverantwortung.html
oder
http://universale-mystik.blogspot.com/2008/07/kontemplation-und-weltverantwortung.html
Dir und deiner Familie wünsche ich gesegnete Weihnachten!
blume-religionswissenschaft - 23. Dez, 09:36
Ja, ich würde sagen...
...dass (vor allem) der Einzelne den Weg der mystischen Suche und Erfahrung beschreitet - oft auch inkl. Rückzug von der Welt - wobei das Ziel oft eine Alleinheitserfahrung ist. Wo sich spirituelle Menschen aber zu Gemeinschaftsformen zusammen schließen, die z.B. auch gemeinsam im Hinblick auf die Welt tätig werden (z.B. mit der Eröffnung einer Armenküche, eines Hospizes, Naturschutzprojektes o.ä.) treten religiöse Formen auf. Mir ging es also um die organisatorisch-institutionelle Frage, dass es vielen spirituellen Menschen dabei um eine Transzendenz des Selbst geht, würde ich bejahen.
Danke für die berechtigte Ergänzung, @Noah!
Auch Dir und den Deinen ein gesegnetes Fest!
Danke für die berechtigte Ergänzung, @Noah!
Auch Dir und den Deinen ein gesegnetes Fest!
Serdar (Gast) - 23. Dez, 12:23
Hallo Michael,
ich bin mir nicht sicher ob unbedingt ein Theologe besser wäre. Man kann auch als Religionswissenschaftler kompetent sein. Wenn man nicht gerade auf dem klassischen Schema der "deskriptiven" Religionswissenschaft verharrt, ist es möglich mit einer problemorientierten Religionsphänomenologie an die Sache ranzugehen. Vielleicht wäre es dann von Vorteil Rudolf Ottos Konzept des "Heiligen" wieder hervorzuholen, die von der modernen Forschung mitsamt der Religionsphänomenologie schon zu den Akten gelegt wurde.
ich bin mir nicht sicher ob unbedingt ein Theologe besser wäre. Man kann auch als Religionswissenschaftler kompetent sein. Wenn man nicht gerade auf dem klassischen Schema der "deskriptiven" Religionswissenschaft verharrt, ist es möglich mit einer problemorientierten Religionsphänomenologie an die Sache ranzugehen. Vielleicht wäre es dann von Vorteil Rudolf Ottos Konzept des "Heiligen" wieder hervorzuholen, die von der modernen Forschung mitsamt der Religionsphänomenologie schon zu den Akten gelegt wurde.
blume-religionswissenschaft - 23. Dez, 14:30
Genau das Problem...
Lieber Serdar,
danke für Deinen Beitrag! In der Tat aber hat sich bei uns als (m.E. berechtigter) Konsens weitgehend durchgesetzt, dass gerade auch der phänomenologische Ansatz von Rudolf Otto diesen in die Nähe einer Proto-Theologie, ja in eine Verkündigungsfunktion gerückt hat - die dann auch wieder auf seine wissenschaftliche Arbeit rückwirkte.
Es ist eine Diskussion, die ich hier immer wieder z.B. mit @Ingo führe: Meines Erachtens sollten Religionswissenschaftler streng zwischen ihrer deskriptiven Arbeit und persönlichen Grundannahmen (z.B. atheistischer, agnostischer oder religiöser Art), die wir natürlich wie alle anderen Menschen auch haben, unterscheiden. Wenn wir das aufgeben, drohen wir uns in Zirkelschlüssen zu verlieren (man denke an die ewigen Definitionsdebatten um Ottos "Heiliges, Numinoses") und auch den wissenschaftlichen Mehrwert gegenüber Philosophien und Theologien aufzugeben. Wir erforschen religiöses Glauben und Verhalten beschreibend, enthalten uns (als Wissenschaftler) aber der Verkündung von "Wahrheiten".
danke für Deinen Beitrag! In der Tat aber hat sich bei uns als (m.E. berechtigter) Konsens weitgehend durchgesetzt, dass gerade auch der phänomenologische Ansatz von Rudolf Otto diesen in die Nähe einer Proto-Theologie, ja in eine Verkündigungsfunktion gerückt hat - die dann auch wieder auf seine wissenschaftliche Arbeit rückwirkte.
Es ist eine Diskussion, die ich hier immer wieder z.B. mit @Ingo führe: Meines Erachtens sollten Religionswissenschaftler streng zwischen ihrer deskriptiven Arbeit und persönlichen Grundannahmen (z.B. atheistischer, agnostischer oder religiöser Art), die wir natürlich wie alle anderen Menschen auch haben, unterscheiden. Wenn wir das aufgeben, drohen wir uns in Zirkelschlüssen zu verlieren (man denke an die ewigen Definitionsdebatten um Ottos "Heiliges, Numinoses") und auch den wissenschaftlichen Mehrwert gegenüber Philosophien und Theologien aufzugeben. Wir erforschen religiöses Glauben und Verhalten beschreibend, enthalten uns (als Wissenschaftler) aber der Verkündung von "Wahrheiten".
ElsaLaska - 24. Dez, 11:23
Rudolf Otto.
Ich bin persönlich sehr angetan von der Arbeit Rudolf Ottos über Das Heilige, aber leider disqualifiziert er sich für einen einwandfreien wissenschaftlichen Ansatz bereits auf den ersten Seiten - das hat Michael bereits ausgeführt; konkret: wenn er zu seinen Ausführungen über das Gefühl des Numinosen, Heiligen, der religiösen Ergriffenheit schreibt, wem solche Gefühle völlig unbekannt seien, der solle auf keinen Fall weiterlesen. Mir gefällt so was natürlich auf einer gewissen literarischen Ebene *gg* , für den Diskurs taugt es aber natürlich nicht. Und das finde ich bedauerlich.
Die Phänomenologen werden ja allgemein etwas kritisch beäugt, weil interessanterweise v.a. im Kreis um Husserl zahlreiche Philosophen konvertiert bzw. christlich gläubig geworden sind. Ich finde das bemerkenswert.
LG
Elsa
Die Phänomenologen werden ja allgemein etwas kritisch beäugt, weil interessanterweise v.a. im Kreis um Husserl zahlreiche Philosophen konvertiert bzw. christlich gläubig geworden sind. Ich finde das bemerkenswert.
LG
Elsa
Serdar (Gast) - 24. Dez, 16:47
Ja Michael,
das ist auch der Mainstream in der Religionswissenschaft. Das ist an unserem Studiengang auch nicht anders. Wir sind ja eine Teilstudiengang der Religionswissenschaft in Frankfurt. Aber wir haben neben Prof. Beinhauer-Köhler, die ja die Religionswissenschaft vertritt, auch Prof. Wolfgang Gantke, als einen Vertreter eines "transzendenzoffenen kulturwissenschaftlichen Ansatz"es. Ich denke es ist für die Studenten doch faszinierend ist zwei Richtungen kennenzulernen.
das ist auch der Mainstream in der Religionswissenschaft. Das ist an unserem Studiengang auch nicht anders. Wir sind ja eine Teilstudiengang der Religionswissenschaft in Frankfurt. Aber wir haben neben Prof. Beinhauer-Köhler, die ja die Religionswissenschaft vertritt, auch Prof. Wolfgang Gantke, als einen Vertreter eines "transzendenzoffenen kulturwissenschaftlichen Ansatz"es. Ich denke es ist für die Studenten doch faszinierend ist zwei Richtungen kennenzulernen.
Ingo (Gast) - 26. Dez, 10:48
Rudolf Otto und I. Kant
Wenn ich es richtig sehe,
http://www.google.de/search?hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla%3Ade-DE%3Aofficial&hs=gno&q=rudolf+otto+kant&btnG=Suche&meta=
geht ja auch Rudolf Otto von I. Kant aus? Dann sollte das doch ein sehr konsensfähiger Ansatz sein, zumal für eine Religionsbiologie, die sich (auch) in der Tradition der Evolutionären Erkenntnistheorie von Konrad Lorenz sieht, für die ebenfalls I. Kant grundlegend ist.
http://www.google.de/search?hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla%3Ade-DE%3Aofficial&hs=gno&q=rudolf+otto+kant&btnG=Suche&meta=
geht ja auch Rudolf Otto von I. Kant aus? Dann sollte das doch ein sehr konsensfähiger Ansatz sein, zumal für eine Religionsbiologie, die sich (auch) in der Tradition der Evolutionären Erkenntnistheorie von Konrad Lorenz sieht, für die ebenfalls I. Kant grundlegend ist.
blume-religionswissenschaft - 26. Dez, 12:07
@ Serdar & Ingo
Lieber Serdar,
ja, von Prof. Gantke halte ich viel, hatte auch schon verschiedentlich mit ihm zu tun. In "Darwin und Gott" (Hrsg. Lüke, Schnakenberg und Souvignier, Darmstadt 2004) entwirft er auch einen lesenswerten Dialog zwischen dem "Evolutionsparadigma und östlichen Religionen" und möchte in die Richtung einer "spirituellen Evolution" weisen. In einer gewissen Hinsicht repräsentiert die Religionsphänomenologie einen religionsaffirmativen Zweig der vergleichenden Religionsphilosophie, den ich durchaus für anregend halte.
Aber gerade auch hier gilt: Solche Deutung setzt empirische Forschung bereits "voraus"! Gantkes Text folgt zum Abschluss einer Reihe von Vorträgen z.B. der Neuro- und Soziobiologie wie auch der Evolutionspsychologie. Eine Religionswissenschaftler, der dagegen die Stärke der Beobachtung und Beschreibung aufgibt, landet in Zirkelschlüssen: Er weiß (vermeintlich) immer schon vorher, was er findet bzw. finden will, vermischt Beschreibung und Deutung und stolpert über Kategorienfehler, Definitionen verschwimmen, Falsifikationen werden unmöglich. In den Diskussionen mit @Ingo hatten wir diese Zirkel schon x-fach durchgespielt...
Deswegen wurde auch nach der ersten Blüte Ottos recht schnell klar, dass sich hier kein dauerhaftes Forschungsprogramm abzeichnete. Die Phänomenologie ist im Idealfall Teil der religionsphilosophischen Reflektion "der sorgsam erhobenen Befunde". Wer aber meint, die empirische Forschung gar nicht erst sorgsam betreiben zu müssen, entzieht auch ihr die Basis und Voraussetzungen.
ja, von Prof. Gantke halte ich viel, hatte auch schon verschiedentlich mit ihm zu tun. In "Darwin und Gott" (Hrsg. Lüke, Schnakenberg und Souvignier, Darmstadt 2004) entwirft er auch einen lesenswerten Dialog zwischen dem "Evolutionsparadigma und östlichen Religionen" und möchte in die Richtung einer "spirituellen Evolution" weisen. In einer gewissen Hinsicht repräsentiert die Religionsphänomenologie einen religionsaffirmativen Zweig der vergleichenden Religionsphilosophie, den ich durchaus für anregend halte.
Aber gerade auch hier gilt: Solche Deutung setzt empirische Forschung bereits "voraus"! Gantkes Text folgt zum Abschluss einer Reihe von Vorträgen z.B. der Neuro- und Soziobiologie wie auch der Evolutionspsychologie. Eine Religionswissenschaftler, der dagegen die Stärke der Beobachtung und Beschreibung aufgibt, landet in Zirkelschlüssen: Er weiß (vermeintlich) immer schon vorher, was er findet bzw. finden will, vermischt Beschreibung und Deutung und stolpert über Kategorienfehler, Definitionen verschwimmen, Falsifikationen werden unmöglich. In den Diskussionen mit @Ingo hatten wir diese Zirkel schon x-fach durchgespielt...
Deswegen wurde auch nach der ersten Blüte Ottos recht schnell klar, dass sich hier kein dauerhaftes Forschungsprogramm abzeichnete. Die Phänomenologie ist im Idealfall Teil der religionsphilosophischen Reflektion "der sorgsam erhobenen Befunde". Wer aber meint, die empirische Forschung gar nicht erst sorgsam betreiben zu müssen, entzieht auch ihr die Basis und Voraussetzungen.
Ingo (Gast) - 25. Dez, 12:22
Jesulein
Spiritualität kann auch - oder sogar vor allem - ein Gemeinschaftserlebnis sein oder durch Gemeinschaft mit Menschen verstärkt werden, das scheint mir Michael tatsächlich noch nicht genügend zu berücksichtigen.
War ja gestern "auch" im Weihnachtsgottesdienst. Das wesentliche an solchen Gottesdiensten ist ja zunächst, daß es sich um Gemeinschaftserlebnisse handelt (übrigens genauso wie Kino- oder Konzertbesuch oder Vortragsveranstaltung). Denn alles das KANN man ja auch allein machen und rezipieren heutzutage.
Aber wir machen wohl alle die Erfahrung, daß das gemeinsame Erleben von etwas in einer Gemeinschaft von Menschen einen selbst und das Erlebnis viel lebendiger und intesiver machen. Das muß wohl alte evolutonspsychologische Wurzeln haben. Übrigens hat auch Atheist A. Müller letztes Jahr von dem starken Gemeinschafterlebnis des Gottesdienstes einer Freikirche berichtet, den er besuchte.
Nun entsteht HEUTZUTAGE in christlichen Kirchen oft eine große Diskrepanz. Wenn man den einzelnen Gottesdienstbesucher fragen würde, WAS er eigentlich "wirklich" glaubt, würde man die verschiedensten, sich gegenseitig widersprechenden Antworten hören. Pfarrer haben es deshalb gewiß nicht leicht, es allen recht zu machen und dann auch noch im Einklang mit ihrer biblischen Botschaft zu bleiben.
Wenn man diese Diskrepanzen unter Menschen - der eigentlich NICHT vorhandenen Gemeinschaftlichkeit in den wesentlichsten Grundüberzeugungen - etwas sensibler nachgeht und sie empfindet, dann kann man sich und seine Mitmenschen tatsächlich so in etwa wie Nietzsche als "die letzten Menschen" erleben.
Weilt in einer solchen "Gemeinschaft" wirklich "Gott" oder ist er von einer solchen - weil letztlich zutiefst unehrlichen Gemeinschaft - am weitesten entfernt, weil Gott selbst ja doch - wenn überhaupt - irgend etwas wie Wahrheit, Redlichkeit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit ist?
Ich habe manchmal das Gefühl: Nirgends, noch nicht mal in der Politik, wird so viel gelogen wie in Kirchen und auf Kanzeln. Gelogen im Sinne von: GLAUBT das WIRKLICH jemand von denen, die sich das anhören oder sagen? WIRKLICH? Oder sind es - letztlich - doch nur "Worte", "seichte Gefühle".
Sind das ERLÖSTE, die da aus der Kirche strömen?
Ach, so viele Fragen, liebes kleines Jesuskind da in der Krippe ... IST die Welt neu geboren durch dich? Ich versuche, ehrlich zu sein und sage: Nein. Schade, nicht wahr, Jesus?
War ja gestern "auch" im Weihnachtsgottesdienst. Das wesentliche an solchen Gottesdiensten ist ja zunächst, daß es sich um Gemeinschaftserlebnisse handelt (übrigens genauso wie Kino- oder Konzertbesuch oder Vortragsveranstaltung). Denn alles das KANN man ja auch allein machen und rezipieren heutzutage.
Aber wir machen wohl alle die Erfahrung, daß das gemeinsame Erleben von etwas in einer Gemeinschaft von Menschen einen selbst und das Erlebnis viel lebendiger und intesiver machen. Das muß wohl alte evolutonspsychologische Wurzeln haben. Übrigens hat auch Atheist A. Müller letztes Jahr von dem starken Gemeinschafterlebnis des Gottesdienstes einer Freikirche berichtet, den er besuchte.
Nun entsteht HEUTZUTAGE in christlichen Kirchen oft eine große Diskrepanz. Wenn man den einzelnen Gottesdienstbesucher fragen würde, WAS er eigentlich "wirklich" glaubt, würde man die verschiedensten, sich gegenseitig widersprechenden Antworten hören. Pfarrer haben es deshalb gewiß nicht leicht, es allen recht zu machen und dann auch noch im Einklang mit ihrer biblischen Botschaft zu bleiben.
Wenn man diese Diskrepanzen unter Menschen - der eigentlich NICHT vorhandenen Gemeinschaftlichkeit in den wesentlichsten Grundüberzeugungen - etwas sensibler nachgeht und sie empfindet, dann kann man sich und seine Mitmenschen tatsächlich so in etwa wie Nietzsche als "die letzten Menschen" erleben.
Weilt in einer solchen "Gemeinschaft" wirklich "Gott" oder ist er von einer solchen - weil letztlich zutiefst unehrlichen Gemeinschaft - am weitesten entfernt, weil Gott selbst ja doch - wenn überhaupt - irgend etwas wie Wahrheit, Redlichkeit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit ist?
Ich habe manchmal das Gefühl: Nirgends, noch nicht mal in der Politik, wird so viel gelogen wie in Kirchen und auf Kanzeln. Gelogen im Sinne von: GLAUBT das WIRKLICH jemand von denen, die sich das anhören oder sagen? WIRKLICH? Oder sind es - letztlich - doch nur "Worte", "seichte Gefühle".
Sind das ERLÖSTE, die da aus der Kirche strömen?
Ach, so viele Fragen, liebes kleines Jesuskind da in der Krippe ... IST die Welt neu geboren durch dich? Ich versuche, ehrlich zu sein und sage: Nein. Schade, nicht wahr, Jesus?
ElsaLaska - 25. Dez, 14:45
Gesegnete Weihnachten, Ingo.
LG
Elsa
LG
Elsa
Ingo (Gast) - 26. Dez, 10:11
Religiöse Erneuerung
Ja, Elsa,
auch Frohe Weihnachten an alle Menschen, die - sozusagen - "Zuflucht" suchen in einer Gemeinschaft von gläubigen Menschen, UM eben "Gemeinschaft" zu haben, wobei sie dann oft nicht mehr so energisch und innerlich erregt danach fragen, ob das alles WIRKLICH so ist, wie es sein "sollte" (nach Wortlaut in Texten und im Inneren der eigenen Sehnsucht).
Ich sehe die Sache so: Ich KANN - von mir aus - viel Seele hineinlegen in das, was in Kirchen heute passiert, ich kann all dem von mir aus und in jeweils meinem Sinne da Bedeutung hineinlegen. - Erlösung der Welt durch die Geburt eines Kindes? Warum nicht? Klar!
Und das kann jeder wohl auf seine Weise und aus den Lebensbereichen heraus, aus denen er selbst Kraft schöpft (sagen wir: Familie, Beziehung, Freunde, Wissenschaft, Kunst, Musik, Natur). Nur EINES scheint mir immer weniger und weniger der Fall zu sein:
Daß nämlich aus dem religiösen, kirchlichen Leben ganz für sich selbst heraus, daß aus Bibelstudium und "Auslegung" (für die heutige Zeit) selbst und isoliert für sich genommen noch allzu viel seelische, lebendige und verlebendigende Kraft kommt. (Exakt so kann man übrigens auch viele religiös interessierte und insprierte Literatur-Blogs lesen ...)
WENN man (heute) etwas Seelisches, Lebendiges in Kirchen findet, dann hat man es zuvor schon in anderen Bereichen gefunden und erweitert es dann auf den kirchlichen Bereich. Aber aus dem kirchlichen Bereich selbst für sich genommen ...?
Oder um es auf den Punkt zu bringen: VIELLEICHT würde ich - manchmal - gerne Pfarrer sein. Und würde gerne mit einer Predigt an den Menschenherzen rütteln. ABER: Wenn ich Theologie studiert hätte, hätte ich niemals (oder fast niemals) so intensiv Biologie, Kulturgeschichte, Philosophie etc. studieren können, vielleicht hätte ich auch die Diskrepanz zu anderen Wissenschaftsbereichen - erblickt aus Richtung der Theologie - gar nicht "ausgehalten".
ABER Biologen, Kultur-Leute, Philosophen "predigen" heute nicht, rütteln nicht an Menschenherzen, sprechen nicht von religiöser Sehnsucht, so wie in Kirchen und nutzen nicht die Geöffnetheit von Menschenherzen gerade z.B. in der Weihnachtszeit. (Versteht sich: Der Schmalz, der gerade auch in der Weihnachtszeit - auch - im Fernsehen gebracht wird, ist zu rührselig, um wirklich rütteln zu können. Selbst wenn er bspw. von einem greisen Heinz Rühmann kommt).
Der Schmalz ist zu bürgerlich. JESUS jedenfalls war NICHT bürgerlich. KEINE Religion, keine echte Religiosität darf sich jemals GANZ der Bürgerlichkeit, dem Wohlbehagen überlassen, WENN sie noch wirklich Religiosität sein sollen - statt Schmalz. Religiöse Erneuerung ist IMMER wieder notwendig. Religiöse Erneuerung war auch jenes Geschehen, was Christen zu Weihnachten feiern. Aber wie HEUTE "erneuern", "neu gebären"????
auch Frohe Weihnachten an alle Menschen, die - sozusagen - "Zuflucht" suchen in einer Gemeinschaft von gläubigen Menschen, UM eben "Gemeinschaft" zu haben, wobei sie dann oft nicht mehr so energisch und innerlich erregt danach fragen, ob das alles WIRKLICH so ist, wie es sein "sollte" (nach Wortlaut in Texten und im Inneren der eigenen Sehnsucht).
Ich sehe die Sache so: Ich KANN - von mir aus - viel Seele hineinlegen in das, was in Kirchen heute passiert, ich kann all dem von mir aus und in jeweils meinem Sinne da Bedeutung hineinlegen. - Erlösung der Welt durch die Geburt eines Kindes? Warum nicht? Klar!
Und das kann jeder wohl auf seine Weise und aus den Lebensbereichen heraus, aus denen er selbst Kraft schöpft (sagen wir: Familie, Beziehung, Freunde, Wissenschaft, Kunst, Musik, Natur). Nur EINES scheint mir immer weniger und weniger der Fall zu sein:
Daß nämlich aus dem religiösen, kirchlichen Leben ganz für sich selbst heraus, daß aus Bibelstudium und "Auslegung" (für die heutige Zeit) selbst und isoliert für sich genommen noch allzu viel seelische, lebendige und verlebendigende Kraft kommt. (Exakt so kann man übrigens auch viele religiös interessierte und insprierte Literatur-Blogs lesen ...)
WENN man (heute) etwas Seelisches, Lebendiges in Kirchen findet, dann hat man es zuvor schon in anderen Bereichen gefunden und erweitert es dann auf den kirchlichen Bereich. Aber aus dem kirchlichen Bereich selbst für sich genommen ...?
Oder um es auf den Punkt zu bringen: VIELLEICHT würde ich - manchmal - gerne Pfarrer sein. Und würde gerne mit einer Predigt an den Menschenherzen rütteln. ABER: Wenn ich Theologie studiert hätte, hätte ich niemals (oder fast niemals) so intensiv Biologie, Kulturgeschichte, Philosophie etc. studieren können, vielleicht hätte ich auch die Diskrepanz zu anderen Wissenschaftsbereichen - erblickt aus Richtung der Theologie - gar nicht "ausgehalten".
ABER Biologen, Kultur-Leute, Philosophen "predigen" heute nicht, rütteln nicht an Menschenherzen, sprechen nicht von religiöser Sehnsucht, so wie in Kirchen und nutzen nicht die Geöffnetheit von Menschenherzen gerade z.B. in der Weihnachtszeit. (Versteht sich: Der Schmalz, der gerade auch in der Weihnachtszeit - auch - im Fernsehen gebracht wird, ist zu rührselig, um wirklich rütteln zu können. Selbst wenn er bspw. von einem greisen Heinz Rühmann kommt).
Der Schmalz ist zu bürgerlich. JESUS jedenfalls war NICHT bürgerlich. KEINE Religion, keine echte Religiosität darf sich jemals GANZ der Bürgerlichkeit, dem Wohlbehagen überlassen, WENN sie noch wirklich Religiosität sein sollen - statt Schmalz. Religiöse Erneuerung ist IMMER wieder notwendig. Religiöse Erneuerung war auch jenes Geschehen, was Christen zu Weihnachten feiern. Aber wie HEUTE "erneuern", "neu gebären"????
Serdar (Gast) - 30. Dez, 16:22
Ein interessanter Artikel von Ulrich Lüke:
-Der Mensch – Plan Gottes oder (dummer) Zufall?
http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100045013&Itemid=1
Ich finde Prof. Lüke schreibt sehr gute Texte..
-Der Mensch – Plan Gottes oder (dummer) Zufall?
http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100045013&Itemid=1
Ich finde Prof. Lüke schreibt sehr gute Texte..
ElsaLaska - 30. Dez, 18:18
Hallo Serdar,
ich hatte den Artikel auch schon bei mir verlinkt und kann deine gute Beurteilung nur unterstreichen, er ist hervorragend geschrieben, auf einem erfreulich hohen Niveau und durchaus streitbar.
Prof. Dr. Lüke ist Biologe, Philosoph und katholischer Priester.
Sein von dir genannter Beitrag eröffnet das Darwin-Jahr 2009 in der Tagespost.
Lieben Gruß
Elsa
ich hatte den Artikel auch schon bei mir verlinkt und kann deine gute Beurteilung nur unterstreichen, er ist hervorragend geschrieben, auf einem erfreulich hohen Niveau und durchaus streitbar.
Prof. Dr. Lüke ist Biologe, Philosoph und katholischer Priester.
Sein von dir genannter Beitrag eröffnet das Darwin-Jahr 2009 in der Tagespost.
Lieben Gruß
Elsa
blume-religionswissenschaft - 30. Dez, 20:35
Echt ein guter Artikel!
Danke für den Hinweis, Serdar!
"Optimierung des Brutpflegeverhaltens", hey, da freut sich das Herz! :-) Und inhaltlich hat Prof. Lüke mit der sorgsamen Unterscheidung von Naturwissenschaft & Metaphysik (wie wir sie im Buch auch unterstrichen haben) völlig Recht!
@ Ingo: Bitte unbedingt den Artikel lesen!
"Optimierung des Brutpflegeverhaltens", hey, da freut sich das Herz! :-) Und inhaltlich hat Prof. Lüke mit der sorgsamen Unterscheidung von Naturwissenschaft & Metaphysik (wie wir sie im Buch auch unterstrichen haben) völlig Recht!
@ Ingo: Bitte unbedingt den Artikel lesen!
Erdlicht (Gast) - 21. Feb, 21:58
Perfekt =fertig gibt es nicht. Vollkommen ist Bewegung.
Ich brauche es nicht glauben, weil ich weiß.
Die Erde ist im hebräischen ein Teil des Menschen. So wie der Name Adam = Mensch aus roter Erde. A entspricht "Aleph" = erster Buchstabe im hebr. Alphabet, auch Gottes Name "Adonai" (wörtl. mein HERR") Dam = But, Wein, Essenz, Hnweis auf Feuchtigkeit. Ohne Feuchtigkeit wird wieder Staub. Es bedeutet auch "ich gleiche" (ani domeh) Aretz (Erde) ist zu lesen als "ich will" (ani rozeh). Wohlwollen ist noch nicht getan. Das Gehirn hat beim Menschen eine lange Entwicklungszeit, entsteht mit zeitlich, kulturellen Vorstellungen angepasst. zeitlich, kulturellen Wertvorstellungen
Mensch wird man mit Einatmen der Namen = nischmath chajim. Kondensation ist in der Luft, in der Wolke, die führt. Blaues Licht (Himmel) heilt, ist Weisung, ist u. a. im Sperma. Licht ist immer. Der Mond, ist Licht in der Finsternis, der Wassertropfen (Tau, Nebel, Dunst, Hauch, Tränen...) bescheint, hat aber selbst kein Licht, im übrigen ausgesprochen wenig Wasser (Trockeneis). Der überlieferte Jeshua hat sich damit gleichgesetzt. Aber der Mann im Mond (Krater) heißt heute in der Wissenschaft hebr. Maria=wohlgenährt.
Das Gehirn ist kein H20.. Aber über Wasser im Blut, wird das Gehirn mit Sauerstoff versorgt, erhält so Energie. Mit Hämoglobinabbau wird UV-Licht im Urin.
Das Wasser, Licht (Gott) bzw. Kondensation, Licht und Wind, Atem Hauch (Geist) außerhalb oder innerhalb Fleisch, im wörtlichem Sinne selbstständig denken und reden, ist nicht nachweisbar. Nachweisbar ist, das keiner ohne H20, Licht, Schwingung, damit Wirkung, fühlt und denkt. Ohne Selbiges wächst auch nichts. Auch nicht das Universum. Im Übrigen ist nachweisbar, dass Wind Tonträger ist, auch mit den besten Ohren, nichts ohne Wind, hörbar ist.
Es ist Bewegung und Wandel. Der Mensch denkt was er fühlt, ergreift, fühlt was er begreift. Ein sinnvolles Ganzes, bzw. „die“ Form/ Gestalt, ist nicht auszumachen, weil der sogenannte Weltraum mit aktuellem Kenntnistand „grenzenlos“ kein Raum ist. Zeit ist! Unbegrenzt Schwingung, reine Gestaltung, Darreichung, ist Sinn.
Das göttliche suchen ist Klimaschutz, fehlbare Ausgleichssuche, Innen, wie Außen, im Jetzt.
Wenn Gene, je nach Lagerung, spätestens nach 100.000 Jahren nicht mehr in Knochen auffindbar sind, ist nichts Persönliches mehr. Dann unterscheidet man noch
Atome, die aber in sich gleich sind. Jedes unvergängliche Wasser- oder Sauerstoffmolekül, ist eines wie das andere. Meinungsmache (Spiel) ändert es nicht.
Nameste Human
Ich brauche es nicht glauben, weil ich weiß.
Die Erde ist im hebräischen ein Teil des Menschen. So wie der Name Adam = Mensch aus roter Erde. A entspricht "Aleph" = erster Buchstabe im hebr. Alphabet, auch Gottes Name "Adonai" (wörtl. mein HERR") Dam = But, Wein, Essenz, Hnweis auf Feuchtigkeit. Ohne Feuchtigkeit wird wieder Staub. Es bedeutet auch "ich gleiche" (ani domeh) Aretz (Erde) ist zu lesen als "ich will" (ani rozeh). Wohlwollen ist noch nicht getan. Das Gehirn hat beim Menschen eine lange Entwicklungszeit, entsteht mit zeitlich, kulturellen Vorstellungen angepasst. zeitlich, kulturellen Wertvorstellungen
Mensch wird man mit Einatmen der Namen = nischmath chajim. Kondensation ist in der Luft, in der Wolke, die führt. Blaues Licht (Himmel) heilt, ist Weisung, ist u. a. im Sperma. Licht ist immer. Der Mond, ist Licht in der Finsternis, der Wassertropfen (Tau, Nebel, Dunst, Hauch, Tränen...) bescheint, hat aber selbst kein Licht, im übrigen ausgesprochen wenig Wasser (Trockeneis). Der überlieferte Jeshua hat sich damit gleichgesetzt. Aber der Mann im Mond (Krater) heißt heute in der Wissenschaft hebr. Maria=wohlgenährt.
Das Gehirn ist kein H20.. Aber über Wasser im Blut, wird das Gehirn mit Sauerstoff versorgt, erhält so Energie. Mit Hämoglobinabbau wird UV-Licht im Urin.
Das Wasser, Licht (Gott) bzw. Kondensation, Licht und Wind, Atem Hauch (Geist) außerhalb oder innerhalb Fleisch, im wörtlichem Sinne selbstständig denken und reden, ist nicht nachweisbar. Nachweisbar ist, das keiner ohne H20, Licht, Schwingung, damit Wirkung, fühlt und denkt. Ohne Selbiges wächst auch nichts. Auch nicht das Universum. Im Übrigen ist nachweisbar, dass Wind Tonträger ist, auch mit den besten Ohren, nichts ohne Wind, hörbar ist.
Es ist Bewegung und Wandel. Der Mensch denkt was er fühlt, ergreift, fühlt was er begreift. Ein sinnvolles Ganzes, bzw. „die“ Form/ Gestalt, ist nicht auszumachen, weil der sogenannte Weltraum mit aktuellem Kenntnistand „grenzenlos“ kein Raum ist. Zeit ist! Unbegrenzt Schwingung, reine Gestaltung, Darreichung, ist Sinn.
Das göttliche suchen ist Klimaschutz, fehlbare Ausgleichssuche, Innen, wie Außen, im Jetzt.
Wenn Gene, je nach Lagerung, spätestens nach 100.000 Jahren nicht mehr in Knochen auffindbar sind, ist nichts Persönliches mehr. Dann unterscheidet man noch
Atome, die aber in sich gleich sind. Jedes unvergängliche Wasser- oder Sauerstoffmolekül, ist eines wie das andere. Meinungsmache (Spiel) ändert es nicht.
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