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Dienstag, 16. Dezember 2008

Beständige Ehe ist und bleibt Hauptgrundlage für Elternschaft

Aus dem Newsletter des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V. (www.i-daf.org) - Download per Klick hier.

Partnerschaftliche Lebensformen sind in den vergangenen Jahrzehnten vielfältiger geworden: Vor allem in der jüngeren Generation leben Paare nicht mehr nur in einer Ehe, sondern auch in nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften und Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt („living-apart-together“) zusammen. Aus diesem Grund reicht der Familienstand allein als Kriterium für die familiäre Lebenslage von Frauen (und Männern) nicht mehr aus.

Für die Sonderauswertung des Mikrozensus „Geburten in Deutschland“ des Statistischen Bundesamts wurde deshalb sowohl nach dem Familienstand als auch nach dem Bestehen einer Partnerschaft gefragt.

Die Ergebnisse zeigen erneut, dass der Familienstand im Blick auf Kinder und Geburten wichtiger ist als nur eine Partnerschaft. Fast neun von zehn (86 Prozent) der verheirateten Frauen im Alter von 35-49 Jahren hatten mindestens ein Kind.

Auch von den geschiedenen bzw. verwitweten Frauen in diesem Alter waren 83 Prozent Mütter. Von den ledigen Frauen in diesem Alter waren dies nur 34 Prozent. Betrachtet man Partnerschaften an sich – unabhängig von der offiziellen Bindung – sind die Unterschiede geringer: Hier haben 80 Prozent der Frauen mit Partner im Alter zwischen 35- und 49-Jahren Kinder. Aber nur 57 Prozent der Frauen, die aktuell keinen Partner haben, sind Mütter(1).

Mehr als zwei Drittel dieser Mütter ohne Partner sind geschieden, verwitwet oder leben getrennt (2). Insgesamt haben gut neunzig Prozent der Mütter in Deutschland einmal eine Ehe geschlossen. In der Regel sind diese Ehen auch dauerhaft: Mindestens 75 Prozent aller Mütter leben in einer bestehenden Ehe.

Der Anteil der ledigen Mütter ist – auch in den jüngeren Altersgruppen – eher gering: Unter den 30- bis 49-Jährigen Müttern liegt er bei acht Prozent. Der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Bericht „Geburten und Kinderlosigkeit in Deutschland“ stellt fest, „dass die meisten Frauen in Deutschland in traditionellen Familienverhältnissen leben“ (3). Zwar bleiben zunehmend mehr Frauen und Männer ledig (und kinderlos). Aus der Sicht derjenigen, die sich für Kinder entscheiden, hat die Ehe aber – so der Familiensoziologe Hans Bertram in einem Gutachten für das Bundesfamilienministerium – noch eine „überragende Bedeutung“ (4).

In der Tat: Wie die amtliche Statistik zeigt, gründen mehr als 80 Prozent aller Familien mit zwei und sogar etwa 85 Prozent aller Familien mit drei und mehr Kindern in Deutschland auf eine Ehe. Der Anteil nicht-ehelicher Lebensgemeinschaften an den Familien mit mehreren Kindern liegt unter fünf Prozent.

Etwas größer ist der Anteil der Alleinerziehenden mit 11-15 Prozent. Einen deutlich größeren Anteil von fast 29 Prozent haben die Alleinerziehenden dagegen an den Familien mit einem Kind.

Die meisten Alleinerziehenden sind geschieden oder leben verheiratet getrennt, haben also einmal eine Ehe geschlossen (5). Die amtliche Statistik zeigt: Eheschließung und Elternschaft sind in Deutschland eng miteinander verbunden.

(1) Vgl.: Statistisches Bundesamt: Geburten und Kinderlosigkeit in Deutschland, Bericht über die
Sondererhebung 2006, „Geburten in Deutschland“, Wiesbaden 2006, S. 59-60.
(2) Ebd., S. 26.
(3) Ebd., S. 25.
(4) Hans Bertram: Die Mehrkinderfamilie in Deutschland. Zur demographischen Bedeutung der
Familie mit drei und mehr Kindern und ihrer ökonomischen Situation. Expertise für das Kompetenzzentrum für familienbezogene Leistungen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, S. 46.
(5) Vgl.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Alleinerziehende in
Deutschland, Potenziale, Lebenssituationen und Unterstützungsbedarfe, Monitor Familienforschung,
Ausgabe 15, Jahrgang 2008, S. 6.

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Bernd (Gast) - 16. Dez, 07:26

Der Ruch des Normativen...

... offenbart sich, wenn man sich mal das verlinkte Dokument anschaut. Dort heißt es "Ein Mann und eine Frau, die miteinander verheiratet sind, bilden mit ihren Kindern eine Familie. Diese Gemeinschaft geht jeder Anerkennung durch die öffentliche Autorität voraus; sie ist ihr vorgegeben. Man muß sie als die normale Beziehungsgrundlage betrachten, von der aus die verschiedenen Verwandtschaftsformen zu würdigen sind" (Herv. von BW)

Es ist -- und da stimme ich voll zu -- kein Geheimnis, dass Elternschaft und Ehe in einem starken Zusammenhang stehen. Dieses Zitat aus dem "Katechismus der Katholischen Kirche" dagegen leuchtet mir in diesem Zusammenhang dagegen nicht ein. Außer natürlich, man beabsichtigt die empirische Befundlage für ideologische Ansprüche zu kapern...

Mir scheint das Institut...

...recht offensichtlich einen traditionell-religiös konnotierten Hintergrund zu vertreten. Das macht natürlich ihre Texte aus Sicht der Religionswissenschaft nicht uninteressanter! :-)

Zuerst bin ich über das Katechismus-Zitat auch gestolpert. Aber es ist letztlich natürlich transparenter, die eigene Orientierung auch offen anzugeben, als sie hinter dem Ruch der Überparteilichkeit zu verbergen (wie das bisweilen z.B. gewerkschafts- und wirtschaftsnahe Verbände tun).

Wenn sich die demografischen Debatten zusehends auf Fakten und Studien stützen würden, wäre m.E. viel gewonnen. Bin mal gespannt, ob dieses Institut dazu beitragen kann und will - wozu dann auch gehören würde, verschiedenste Befunde wahrzunehmen und zu bearbeiten. Diese Bewährungsprobe steht noch aus.

Ehe aus schöpferischer Vernunft

Hallo Herr Dr. Blume,

Ihre Ausertungen über die Familiensituation lassen mich fragen, wer die Ehe als Lebensbund eingesetzt hat. Was ist Grund des Ehegebotes: Tradtionsgesetz oder kreative=schöpferische Logik menschlich-gesellschaftlichen Lebens

Der Glaube verweist auf Gott oder seinen Sohn. Doch um was geht es dabei wirklich. Ist die Ehe durch ein geheimnisvoll frommes überirdisches Gesetz eines geheimnisvollen Gottes gefordert, somit evlt. nur eine gestrige Moral? Wie allegemein angenommen und meist auch die Glaubensgesetzte gelesen werden.

Oder zeigen nicht gerade im Ehegebot, dass die lebenslange zweigeschlechtliche Partnerschaft ein Gebot dessen ist, was ich als kreative=schöpferische Vernunft/Logik/lebendiges Wort zum theologischen Thema erheben will. Dass auch viele Ehen schlecht sind, ist keine Frage. Doch schauen Sie in die Zahlen der Sozialämter, der Problemfälle bei Alleinerziehenden und die daraus entstehenden Folgen an den Schulen...

Ich denke, gerade das Ehegebot zeigt, dass in den Glaubensgeboten des Anfanges weder außerweltliche Vorschriften verfasst, noch einfach menschlich-moralische Verhaltensweisen in Glaubensvorschriften gegossen wurde.

Am Anfang war das Wort: schöpferische Vernuft, d.h. kein menschlicher Selbstzweck, sondern Umsetzung eines kreativen=hervorbringenden evolutionären Sinnes in menschlicher Gesellschaft

Theologie der Vernunft

Lieber Herr Mentzel,

für Ihre Überlegungen zu einer "Theologie der Vernunft" könnte ggf. das Buch "The Victory of Reason" des renommierten Religionssoziologen Rodney Stark interessant sein.

http://www.amazon.de/Victory-Reason-Christianity-Freedom-Capitalism/dp/0812972333/ref=pd_sim_eb_1

Herzliche Grüße

Michael Blume

Dr. Blume

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