Katholisch-Islamisches Forum präsentiert nach Sitzung im Vatikan gemeinsame Erklärung zur Religionsfreiheit
Für jene, die es noch nicht mitbekommen haben, eine ermutigende Nachricht zum Advent...
Bekenntnis zur Religionsfreiheit
Rom. Mit einem Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Minderheitenschutz sowie einer klaren Absage an Gewalt ist am Donnerstag (06.11.2008) das katholisch-islamische Forum in Rom zu Ende gegangen.
In einer gemeinsamen Schlusserklärung bekräftigen die Teilnehmer die Menschenwürde jedes Einzelnen und die Gleichheit von Frau und Mann. Mit Nachdruck spricht sich das Forum auch für den Schutz des Lebens in allen seinen Stadien aus. Am Mittag hatte Papst Benedikt XVI. die Teilnehmer des Treffens in Audienz empfangen. Er rief Christen und Muslime zum gemeinsamen Einsatz für die Menschenrechte und gegen Gewalt, Armut und Ungerechtigkeit auf.
Vorurteile überwinden
Christen und Muslime müssten ihre Missverständnisse und Vorurteile überwinden und falsche Bilder von der anderen Seite ablegen, so Benedikt XVI. Sie müssten Respekt, Menschenwürde und -rechte in den Mittelpunkt ihres Denkens und ihrer Zusammenarbeit stellen, auch wenn sie das theologisch und anthropologisch unterschiedlich begründeten. Politische und religiöse Führer hätten die Pflicht, die freie Ausübung dieser Rechte in vollem Respekt gegenüber der Gewissens- und Religionsfreiheit des Einzelnen zu sichern.
Diskriminierung und Gewalt, denen auch heute religiöse Menschen in aller Welt ausgesetzt seien, nannte Benedikt XVI. inakzeptabel. Sie seien "um so schwer wiegender und beklagenswerter, wenn sie im Namen Gottes verübt werden". Christen und Muslime müssten deutlich machen, dass "die Botschaft unserer Religionen unzweifelhaft eine Botschaft von Harmonie und gegenseitigem Verständnis ist".
Unterdrückung und Gewalt zurückweisen
In der 15 Punkte umfassenden Schlusserklärung wird betont, Katholiken und Muslime müssten jede Unterdrückung, aggressive Gewalt und Terrorismus zurückweisen. Gottes Schöpfung äußere sich in einer Pluralität von Kulturen, Zivilisationen, Sprachen und Völkern, die eine "Quelle des Reichtums darstellen und nie Ursache von Spannung und Konflikt werden dürfen".
Zum Thema Religionsfreiheit heißt es: "Aufrichtige Nächstenliebe schließt den Respekt gegenüber der Person und ihrer oder seiner Entscheidung in Sachen der Gewissens- und Religionsfreiheit ein." Sie umfasse das Recht von Individuen und Gemeinschaften, ihre Religion privat und öffentlich zu praktizieren. Auch religiöse Minderheiten müssten in ihrer Überzeugung und Religionsausübung respektiert werden.
Zugleich kündigte die Konferenz die Errichtung eines ständigen katholisch-muslimischen Komitees an, das aktuelle Streitfragen überprüfen und ein zweites Treffen dieser Art vorbereiten soll. Dieses solle in zwei Jahren in einem mehrheitlich muslimischen Land stattfinden.
Text: KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, 07.11.2008
Zu deutschen Übersetzungen des Brief der 38 als Reaktion auf die Regensburger Rede und des ein Jahr darauf folgenden Brief der 138, auf die Papst Benedikt XVI. mit der Einladung zum Forum reagierte.
Bekenntnis zur Religionsfreiheit
Rom. Mit einem Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Minderheitenschutz sowie einer klaren Absage an Gewalt ist am Donnerstag (06.11.2008) das katholisch-islamische Forum in Rom zu Ende gegangen.
In einer gemeinsamen Schlusserklärung bekräftigen die Teilnehmer die Menschenwürde jedes Einzelnen und die Gleichheit von Frau und Mann. Mit Nachdruck spricht sich das Forum auch für den Schutz des Lebens in allen seinen Stadien aus. Am Mittag hatte Papst Benedikt XVI. die Teilnehmer des Treffens in Audienz empfangen. Er rief Christen und Muslime zum gemeinsamen Einsatz für die Menschenrechte und gegen Gewalt, Armut und Ungerechtigkeit auf.
Vorurteile überwinden
Christen und Muslime müssten ihre Missverständnisse und Vorurteile überwinden und falsche Bilder von der anderen Seite ablegen, so Benedikt XVI. Sie müssten Respekt, Menschenwürde und -rechte in den Mittelpunkt ihres Denkens und ihrer Zusammenarbeit stellen, auch wenn sie das theologisch und anthropologisch unterschiedlich begründeten. Politische und religiöse Führer hätten die Pflicht, die freie Ausübung dieser Rechte in vollem Respekt gegenüber der Gewissens- und Religionsfreiheit des Einzelnen zu sichern.
Diskriminierung und Gewalt, denen auch heute religiöse Menschen in aller Welt ausgesetzt seien, nannte Benedikt XVI. inakzeptabel. Sie seien "um so schwer wiegender und beklagenswerter, wenn sie im Namen Gottes verübt werden". Christen und Muslime müssten deutlich machen, dass "die Botschaft unserer Religionen unzweifelhaft eine Botschaft von Harmonie und gegenseitigem Verständnis ist".
Unterdrückung und Gewalt zurückweisen
In der 15 Punkte umfassenden Schlusserklärung wird betont, Katholiken und Muslime müssten jede Unterdrückung, aggressive Gewalt und Terrorismus zurückweisen. Gottes Schöpfung äußere sich in einer Pluralität von Kulturen, Zivilisationen, Sprachen und Völkern, die eine "Quelle des Reichtums darstellen und nie Ursache von Spannung und Konflikt werden dürfen".
Zum Thema Religionsfreiheit heißt es: "Aufrichtige Nächstenliebe schließt den Respekt gegenüber der Person und ihrer oder seiner Entscheidung in Sachen der Gewissens- und Religionsfreiheit ein." Sie umfasse das Recht von Individuen und Gemeinschaften, ihre Religion privat und öffentlich zu praktizieren. Auch religiöse Minderheiten müssten in ihrer Überzeugung und Religionsausübung respektiert werden.
Zugleich kündigte die Konferenz die Errichtung eines ständigen katholisch-muslimischen Komitees an, das aktuelle Streitfragen überprüfen und ein zweites Treffen dieser Art vorbereiten soll. Dieses solle in zwei Jahren in einem mehrheitlich muslimischen Land stattfinden.
Text: KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH, 07.11.2008
Zu deutschen Übersetzungen des Brief der 38 als Reaktion auf die Regensburger Rede und des ein Jahr darauf folgenden Brief der 138, auf die Papst Benedikt XVI. mit der Einladung zum Forum reagierte.
blume-religionswissenschaft - 30. Nov, 06:01
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks




Trackback URL:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/5320594/modTrackback