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Montag, 24. November 2008

Muslime in Frankreich mit Integrationsprozess zufrieden - Positiver Laizismus und Religionsfreiheit

Die türkische Tageszeitung Zaman meldete am 5.11.:
„Die Muslime in Frankreich haben keine Integrationsprobleme“
von Abdurrahman Atlι, Paris
(Übersetzung Projekt Islamedia)

Nach einer Umfrage des französischen Meinungs-forschungsinstitutes CSA sei die Mehrheit der in Frankreich lebenden befragten Muslime davon überzeugt, keine Integrationsschwierigkeiten zu besitzen. Zum einen sei ein Großteil der Muslime überzeugt vom französischen Laizismus – zum anderen jedoch unterstütze ein Großteil von ihnen staatliche Finanzierungsmaßnahmen für Gotteshäuser und auch das Tragen des Kopftuchs.

Die Zaman geht in ihrem Artikel auf die weiteren Umfrageergebnisse ein, wonach sich 14% der Befragten als erstes als Franzosen fühlten und 60% wiederum sowohl als Franzosen als auch als Muslime. 22% gaben an, sich an erster Stelle als Muslime zu identifizieren und erst danach als Franzosen. 66% gaben an, dass der Islam großen Vorurteilen begegne, wohingegen 28% erklärten, keine Vorurteile in dieser Art zu spüren. 79% der Befragten verneinten die Frage, ob sich „die Frau dem Mann unterzuordnen habe.“ Darüber hinaus lehnten 70% die Polygamie in Frankreich ab, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und 70% hätten angegeben, dass das Tragen des Kopftuchs einzig und allein von der Willens- und Religionsfreiheit abhängig sein sollte.

Datenquelle (CSA)

Siehe auch "Frankreichs Präsident Sarkozy will positive Laizität"

Trackback URL:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/5317519/modTrackback

Serdar (Gast) - 24. Nov, 13:54

Lieber Michael,

Wenn über Integration gesprochen wird, vergisst man oft die Frage "Wer ist ein Deutscher?". In Frankreich wird der Begriff der Integration wohl ganz andere Bedeutungen haben als hier. Hier ärgern wir uns über mangelnde Sprachkenntnisse. Die wird es wohl dort nicht geben. Auch sind hier viele Türkei keine deutschen Staatsbürger, haben somit nicht alle politischen Rechte. Das wird dort anders sein.

Hier herrscht noch Blut-und-Boden Mentalität (wenn auch modifiziert), was das Staatsbürgerschaftsrecht betrifft. Dort eher die Zugehörigkeit zu einer Nation. Wie Volker Pispers das mal so schön gesagt hat, hier ist man Personal (Personalausweis) der BRD und dort Bürger.

Ich weiß nicht ob es das Buch noch zu kaufen gibt, aber ich würde dir die Lektüre von meinem guten Kumpel Burkhard Schröders "Nazis sind Pop" nahe legen:
http://www.burks.de/burksblog/nazis-sind-pop/
Das behandelt diese bis jetzt am besten!

Da mag ich Dir...

...gar nicht widersprechen, lieber Serdar - gerade auch am Beispiel der USA sehen wir, dass eine gesunde, eigene Identität die Voraussetzung zur Integration auch von Zuwanderern ist. Wie kann man auch von Neubürgern eine Identifikation mit der Nation erwarten, wenn man diese selbst kaum hat? Den Tag, als meine Frau die deutsche Staatsbürgerschaft annahm und wir in Erwartung eines feierlichen Moments Urlaub genommen hatten und in Festtagskleidung zum Landratsamt fuhren, werde ich nie vergessen... Eine Müllmarke hätten wir mit mehr Grazie bekommen als die Zugehörigkeit zur deutschen Schicksalsgemeinschaft... :-/ Da kann sich Deutschland vom französischen oder US-amerikanischen (Selbst-)Verständnis von Bürgerschaft wirklich noch einiges abschneiden!

Dr. Blume

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