Zitat von Adenosine zur evolutionären Religionstheorie
In dieser Debatte im Rahmen eines Chronologs-Beitrags zur christlichen Sondergemeinschaft der Shaker hatte die Kommentatorin Adenosine eine so prägnante Formulierung gefunden, dass ich sie einfach zitieren muss.
Zitat:
"Die Gründungen von Religionsgemeinschaft basieren auf dem Rohstoff des vorhandenen religiösen Potenzials im Menschen. Da übernatürliche Akteure notwendig sind, kommen da auch große zufällige und irrationale Varianzen ins Spiel, die abhängig von den individuellen Befindlichkeiten der Religionsstifter eine ganze Bandbreite an seltsamen Konzepten enthalten können. Daraus, dass viele Religionen auch mit einem gehörigen Ballast zu recht kommen, erkennt man das grundsätzlich enorme evolutionäre Potential, das in dem religiösen Konzept steckt."
Zu Beitrag und Debatte auch hier:
Zitat:
"Die Gründungen von Religionsgemeinschaft basieren auf dem Rohstoff des vorhandenen religiösen Potenzials im Menschen. Da übernatürliche Akteure notwendig sind, kommen da auch große zufällige und irrationale Varianzen ins Spiel, die abhängig von den individuellen Befindlichkeiten der Religionsstifter eine ganze Bandbreite an seltsamen Konzepten enthalten können. Daraus, dass viele Religionen auch mit einem gehörigen Ballast zu recht kommen, erkennt man das grundsätzlich enorme evolutionäre Potential, das in dem religiösen Konzept steckt."
Zu Beitrag und Debatte auch hier:
blume-religionswissenschaft - 8. Nov, 06:00
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Ingo (Gast) - 10. Nov, 12:14
Verantwortung für die Ungeborenen
Ich denke auch, daß das evolutionäre Potential, das im religiösen Konzept steckt, UNGEHEUER groß ist.
Und ich halte das für plausibel, daß das exakt deshalb so groß ist, weil Evolution (Natur) selbst voller "Religion" ist. Man paßt sich nur an die (unbewußt in der Natur - auch in der menschlichen - vorliegenden) religiösen Gehalte an, wenn man dieselben religiösen Gehalte im menschlichen Bewußtsein selbst versucht, zum Nachvollzug zu bringen.
(Wenn Franz von Assisi - oder manche Passagen der Bibel - die Herrlichkeit Gottes und der Natur preisen, dann tun sie das nur wenig anders, als viele heutige Naturwissenschaftler.)
Aber da echte, bewußte Religiosität nur in freier Willensentscheidung ihren eigentlichen Gehalt haben kann (wie kann erzwungene, rein genetisch determinierte Religiosität wertvoll sein?), ist Atheismus - das heißt die Möglichkeit evolutionärer Unangepaßtheit - geradezu notwendig, um dem Menschen seine freie Entscheidung - auch auf religiösem Gebiet - sicherzustellen und zu garantieren.
Freilich beinhaltet genau diese Freiheit zugleich auch große Risiken, aus denen sich dann wiederum das Gefühl der Verantwortlichkeit ergibt, der Verantwortung für die Zukunft und die heute noch Ungeborenen.
Und ich halte das für plausibel, daß das exakt deshalb so groß ist, weil Evolution (Natur) selbst voller "Religion" ist. Man paßt sich nur an die (unbewußt in der Natur - auch in der menschlichen - vorliegenden) religiösen Gehalte an, wenn man dieselben religiösen Gehalte im menschlichen Bewußtsein selbst versucht, zum Nachvollzug zu bringen.
(Wenn Franz von Assisi - oder manche Passagen der Bibel - die Herrlichkeit Gottes und der Natur preisen, dann tun sie das nur wenig anders, als viele heutige Naturwissenschaftler.)
Aber da echte, bewußte Religiosität nur in freier Willensentscheidung ihren eigentlichen Gehalt haben kann (wie kann erzwungene, rein genetisch determinierte Religiosität wertvoll sein?), ist Atheismus - das heißt die Möglichkeit evolutionärer Unangepaßtheit - geradezu notwendig, um dem Menschen seine freie Entscheidung - auch auf religiösem Gebiet - sicherzustellen und zu garantieren.
Freilich beinhaltet genau diese Freiheit zugleich auch große Risiken, aus denen sich dann wiederum das Gefühl der Verantwortlichkeit ergibt, der Verantwortung für die Zukunft und die heute noch Ungeborenen.
blume-religionswissenschaft - 11. Nov, 16:12
Sehr schöne Gedanken...
...Ingo, die ich jetzt einfach mal so stehen lasse, auch anderen zur Anregung. :-)




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