Welche Erfahrungen machen Muslime mit Gott?
Zu den Besonderheiten der Bertelsmann-Religionsmonitor-Studien gehört die Erhebung von Erfahrungen, die die Befragten mit Gott machen, wobei sie sowohl auf positive Empfindungen wie Liebe oder Hilfe wie auch auf negative wie Zorn oder Verzweiflung befragt wurden.
Der Bertelsmann Religionsmonitor Muslime 2008 (pdf-Download hier, S. 49) untersuchte diese Erfahrungen auch im Hinblick auf Allah, wie Anhänger des Islam (und auch arabische Christen und Juden) Gott nennen.
Zitat (S. 49):
"Auf den ersten Blick sehen die Befunde erfreulich aus: Quer durch die muslimischen Generationen überwiegen mit Zustimmungsraten von über 70 Prozent positive Erfahrungen der Dankbarkeit, Hoffnung, Liebe und Hilfe. Der Islam wird insgesamt als Lebenshilfe, Gott als gütig erfahren.
Doch eine genauere Analyse zeigt auch, dass in den jüngeren Generationen die positiven Erfahrungen wie Gerechtigkeit etwas schwächer (61 Prozent unter den 18- bis 29-Jährigen gegenüber 75 Prozent unter den Senioren), negative Assoziationen wie Zorn (22 Prozent zu 13 Prozent), Verzweiflung (26 Prozent zu 16 Prozent) und Angst (47 Prozent zu 43 Prozent) dagegen teilweise deutlich häufiger auftreten.
Auch an die „Wirkung des Teufels“ glauben 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen „ziemlich“ oder „sehr“ stark, gegenüber 41 Prozent der 40- bis 49-Jährigen und gar nur 32 Prozent der Senioren über 60. Weitere Forschungen müssten zeigen, ob diese Generationenunterschiede schlicht lebenslauftypisch sind oder ob in ihnen, worauf einiges hindeutet, spezifische Familien- und Identitätskonflikte der zweiten und dritten Generation von Muslimen in Deutschland aufscheinen.
Das hohe und eher wachsende Interesse an religiösen Fragen unter den jungen Generationen deutet auf die oft drängende Suche nach Antworten für das eigene Leben, kann aber offensichtlich bislang kaum über deutsch-islamische Literatur und über die noch wenig entwickelten Moscheeverbände oft nur unzureichend beantwortet werden.
Der Islam ist nicht das Problem, aber viele (gerade auch junge) Muslime ringen mit Problemen. Dieser Zustand kann durchaus ein mögliches Einfallstor für desintegrative oder gar extremistische Einflüsse bieten und unterstreicht die Notwendigkeit von Dialog, weiterer Forschung und islamischem Religionsunterricht an deutschen Schulen und in deutscher Sprache, gegeben von in Deutschland ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern."
Der Bertelsmann Religionsmonitor Muslime 2008 (pdf-Download hier, S. 49) untersuchte diese Erfahrungen auch im Hinblick auf Allah, wie Anhänger des Islam (und auch arabische Christen und Juden) Gott nennen.
Zitat (S. 49):
"Auf den ersten Blick sehen die Befunde erfreulich aus: Quer durch die muslimischen Generationen überwiegen mit Zustimmungsraten von über 70 Prozent positive Erfahrungen der Dankbarkeit, Hoffnung, Liebe und Hilfe. Der Islam wird insgesamt als Lebenshilfe, Gott als gütig erfahren.
Doch eine genauere Analyse zeigt auch, dass in den jüngeren Generationen die positiven Erfahrungen wie Gerechtigkeit etwas schwächer (61 Prozent unter den 18- bis 29-Jährigen gegenüber 75 Prozent unter den Senioren), negative Assoziationen wie Zorn (22 Prozent zu 13 Prozent), Verzweiflung (26 Prozent zu 16 Prozent) und Angst (47 Prozent zu 43 Prozent) dagegen teilweise deutlich häufiger auftreten.
Auch an die „Wirkung des Teufels“ glauben 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen „ziemlich“ oder „sehr“ stark, gegenüber 41 Prozent der 40- bis 49-Jährigen und gar nur 32 Prozent der Senioren über 60. Weitere Forschungen müssten zeigen, ob diese Generationenunterschiede schlicht lebenslauftypisch sind oder ob in ihnen, worauf einiges hindeutet, spezifische Familien- und Identitätskonflikte der zweiten und dritten Generation von Muslimen in Deutschland aufscheinen.
Das hohe und eher wachsende Interesse an religiösen Fragen unter den jungen Generationen deutet auf die oft drängende Suche nach Antworten für das eigene Leben, kann aber offensichtlich bislang kaum über deutsch-islamische Literatur und über die noch wenig entwickelten Moscheeverbände oft nur unzureichend beantwortet werden.
Der Islam ist nicht das Problem, aber viele (gerade auch junge) Muslime ringen mit Problemen. Dieser Zustand kann durchaus ein mögliches Einfallstor für desintegrative oder gar extremistische Einflüsse bieten und unterstreicht die Notwendigkeit von Dialog, weiterer Forschung und islamischem Religionsunterricht an deutschen Schulen und in deutscher Sprache, gegeben von in Deutschland ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern."
blume-religionswissenschaft - 21. Okt, 06:51
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