Religionsmonitor Muslime 2008 - Ein Erfahrungsbericht
Eine Vertiefung des Religionsmonitors 2008 im Hinblick auf Muslime in Deutschland ist erschienen - hier eine gelungene Zusammenfassung von Matthias Kamann bei Welt-Online. Hier auch ein Interview des Studienleiters Dr. Martin Rieger zu den Ergebnissen.

Die Bertelsmann-Pressemitteilung mit weiterführenden Links per Klick hier.
Der Gesamttext der Auswertung als pdf per Klick hier.
Und in Englisch auch hier.
Den Religionsmonitor Muslime 2008 gibt es auch in Türkisch!
Und eine (deutsche) Foliensammlung per Klick hier.
Erfahrungen als Mitwirkender
Als Anfang des Jahres der Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung erschien, begrüßte ich die erhobenen Daten und rief zu ihrer vertieften Auswertung und Diskussion auf, übte aber auch Fachkritik: So erschien mir fraglich, ob schon starkes Interesse an Religion(en) ein Indikator für Religiosität sei.
Coole Reaktion: Machen Sie doch mit!
Umso verblüffter war ich über die Reaktion: Seitens der Bertelsmann-Stiftung erfolgte nicht etwa kaltes Schweigen, sondern ich wurde kontaktiert, über Konzeptionsfragen der geplanten Folgestudie zu Muslimen konsultiert - und dann eingeladen, an der Auswertung des Religionsmonitor Muslime mitzuwirken.
Die Zeitfenster waren eng, aber die erhobenen Daten von exzellenter Qualität - echte Datenschätze! - und es wurde weder bei der Auswahl noch Interpretation der Daten versucht, inhaltlichen Einfluss zu nehmen. Wo Fachfragen aus Sicht der Studienleitung offen waren, wurden diese fachlich diskutiert - beispielsweise, indem um Belegstellen für Thesen gebeten wurde, was m.E. als Qualitätskontrolle zu verstehen, ja zu begrüßen ist.
Konkret entschied ich mich beispielsweise aufgrund obigen Einwandes gegen eine allzu weite Definition von Religiosität, meine Auswertung über Religiosität im Generationenverlauf auf die (m.E. sehr brauchbare) Kategorie der Hochreligiösen zu konzentrieren - und das wurde ohne Einwand akzeptiert. Ebenso konnte ich anstandslos die Monitor-Befunde auch mit anderen Studienergebnissen (wie der BMI-Studie) abgleichen und dies auch im Text darstellen.
Fazit
Aus meiner Sicht hat die Bertelsmann-Stiftung mit den Religionsmonitor-Studien nationale und internationale Daten von außerordentlicher Dichte und Qualität erhoben. Nun wird es darauf ankommen, diese nicht verfallen zu lassen, sondern auch weiter zu bearbeiten. Natürlich sind die Daten Eigentum der Stiftung, doch schon der Ansatz, sie auch durch externe Fachleute bearbeiten und veröffentlichen zu lassen, weist m.E. den richtigen Weg.
Mit der gezeigten Transparenz, fachlichen Offenheit und wissenschaftlichen Dialogbereitschaft durch eine so große Institution hatte ich - ehrlich gesagt - so nicht gerechnet und war und bin durchaus beeindruckt. Meine anfängliche Befürchtung, hier würden vorgegebene Befunde erwartet, bewahrheitete sich nicht - die Bertelsmänner und -frauen schienen mir vielmehr selbst sehr gespannt auf die Ergebnisse zu sein! Wie auch in anderen Bereichen (z.B. der Integrations- und Bildungsforschung) setzt die Bertelsmann-Stiftung im Bereich der Religionsforschung und Wissenschaftskommunikation inzwischen Maßstäbe.

Die Bertelsmann-Pressemitteilung mit weiterführenden Links per Klick hier.
Der Gesamttext der Auswertung als pdf per Klick hier.
Und in Englisch auch hier.
Den Religionsmonitor Muslime 2008 gibt es auch in Türkisch!
Und eine (deutsche) Foliensammlung per Klick hier.
Erfahrungen als Mitwirkender
Als Anfang des Jahres der Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung erschien, begrüßte ich die erhobenen Daten und rief zu ihrer vertieften Auswertung und Diskussion auf, übte aber auch Fachkritik: So erschien mir fraglich, ob schon starkes Interesse an Religion(en) ein Indikator für Religiosität sei.
Coole Reaktion: Machen Sie doch mit!
Umso verblüffter war ich über die Reaktion: Seitens der Bertelsmann-Stiftung erfolgte nicht etwa kaltes Schweigen, sondern ich wurde kontaktiert, über Konzeptionsfragen der geplanten Folgestudie zu Muslimen konsultiert - und dann eingeladen, an der Auswertung des Religionsmonitor Muslime mitzuwirken.
Die Zeitfenster waren eng, aber die erhobenen Daten von exzellenter Qualität - echte Datenschätze! - und es wurde weder bei der Auswahl noch Interpretation der Daten versucht, inhaltlichen Einfluss zu nehmen. Wo Fachfragen aus Sicht der Studienleitung offen waren, wurden diese fachlich diskutiert - beispielsweise, indem um Belegstellen für Thesen gebeten wurde, was m.E. als Qualitätskontrolle zu verstehen, ja zu begrüßen ist.
Konkret entschied ich mich beispielsweise aufgrund obigen Einwandes gegen eine allzu weite Definition von Religiosität, meine Auswertung über Religiosität im Generationenverlauf auf die (m.E. sehr brauchbare) Kategorie der Hochreligiösen zu konzentrieren - und das wurde ohne Einwand akzeptiert. Ebenso konnte ich anstandslos die Monitor-Befunde auch mit anderen Studienergebnissen (wie der BMI-Studie) abgleichen und dies auch im Text darstellen.
Fazit
Aus meiner Sicht hat die Bertelsmann-Stiftung mit den Religionsmonitor-Studien nationale und internationale Daten von außerordentlicher Dichte und Qualität erhoben. Nun wird es darauf ankommen, diese nicht verfallen zu lassen, sondern auch weiter zu bearbeiten. Natürlich sind die Daten Eigentum der Stiftung, doch schon der Ansatz, sie auch durch externe Fachleute bearbeiten und veröffentlichen zu lassen, weist m.E. den richtigen Weg.
Mit der gezeigten Transparenz, fachlichen Offenheit und wissenschaftlichen Dialogbereitschaft durch eine so große Institution hatte ich - ehrlich gesagt - so nicht gerechnet und war und bin durchaus beeindruckt. Meine anfängliche Befürchtung, hier würden vorgegebene Befunde erwartet, bewahrheitete sich nicht - die Bertelsmänner und -frauen schienen mir vielmehr selbst sehr gespannt auf die Ergebnisse zu sein! Wie auch in anderen Bereichen (z.B. der Integrations- und Bildungsforschung) setzt die Bertelsmann-Stiftung im Bereich der Religionsforschung und Wissenschaftskommunikation inzwischen Maßstäbe.
blume-religionswissenschaft - 27. Sep, 06:10
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks




Trackback URL:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/5218054/modTrackback