Donnerstag, 12. Juni 2008

Religiosität & Intelligenz: Sind Gläubige dümmer?

Richard Lynn hat wieder einmal zugeschlagen: In der Vergangenheit hatte der emeritierte Professor für Psychologie schon verkündet, dass sich Menschen"rassen" in ihrem IQ unterschieden, Afrikaner beispielsweise sehr viel weniger intelligent als Europäer seien (englische Buchzusammenfassung hier), dass Frauen einen durchschnittlich geringeren IQ als Männer aufwiesen (BBC-Bericht hier) und dass es außerdem an der Zeit sei, wieder über Eugenik und pränatale Diagnostik auch zum Zweck der Intelligenzsteigerung nachzudenken (BBC-Bericht dazu hier).

So etwas liest man in der deutschsprachigen Blogosphäre nicht gerne. Aber nun hat Richard Lynn, so eine Vorankündigung zum Journal Intelligence, ebenfalls behauptet, dass Religiosität mit niedriger Intelligenz korreliere - das wird (hier von Florian Rötzer) gerne aufgegriffen. Denn Lynn meint, dass es einen starken Zusammenhang zwischen dem IQ und dem Glauben an einen Gott gebe. Man könne sogar vom durchschnittlichen IQ den Anteil der Atheisten in 137 Ländern ablesen.

Neu..?

...ist das nicht. Entsprechende Grafik-Korrelationen und Tabellen finden sich seit Jahren im Internet.

Die Grafik korreliert den durchschnittlichen IQ der Einwohner von Ländern mit deren Anteil, die Religion in ihrem Leben als "sehr wichtig" einschätzten. Rot umkreist sind die USA, die als religiös-demografischer Markt aus dem Schema fallen.

Die Crux bei dieser Korrelation hat mit einem spezifischen Problem zu tun, mit dem Lynn schon des öfteren zu kämpfen hatte: In reichen und wohlhabenden Gesellschaften steigt der durchschnittliche IQ. Denn hier erhalten die Menschen von klein auf bessere Nahrung, medizinische Versorgung sowie Frühförderung und Bildung im Rahmen von Kompetenzen, wie sie IQ-Tests abfragen. Gleichzeitig bieten diese Länder rechtlichen und sozialen Schutz und machen damit eine Funktion von Religionsgemeinschaften als Netzwerke gegenseitiger Hilfe obsolet, zudem gehen mit steigender Bildung mehr lebensweltliche und weltanschauliche Optionen einher - Säkularisierung setzt ein.

Entsprechend steigen IQ und sinkt der Religiositätslevel jeweils aufgrund derselben gesellschaftlicher Prozesse, bis ein religiös-demografischer Markt wie in den USA das Nachwachsen junger, religiöser Generationen ermöglicht (mehr dazu hier). Und siehe da: Auch die obere Grafik räumt ein, dass die rot umrandete USA aus dem Raster fällt - die Vereinigten Staaten weisen sowohl hohe IQ wie auch hohe Religiosität auf.

Gegen eine allzu einfache Korrelation...

...sprechen aber auch weitere Untersuchungen. So konnten Carsten Ramsel, Sven Graupner und ich bei einer Auswertung deutscher ALLBUS-Daten 2002 keinen linearen Zusammenhang von Religiosität und Bildung ausmachen.

Bei der Auswertung der deutschen ALLBUS-Daten 2002 zeigte sich, dass in der Generation der 35- bis 45jährigen kein linearer Zusammenhang von Religiosität und Schulabschluss (mehr?) bestand.

Der Bildungserfolg war übrigens ein Problem, auf das Lynn auch schon beim Männer-Frauen-Thema gestoßen war: der Befund, dass in immer mehr Ländern mehr Frauen als Männern der Bildungsaufstieg bis in die Universitäten gelang, stieß sich doch sehr direkt mit seiner These geringerer, weiblicher Intelligenz. Im Bezug auf Religionen zeigt sich das gleiche Problem.

Und auch bei der Auswertung der Schweizer Volkszählung 2000 ergab sich, dass Juden und einige kleinere, christliche Gemeinschaften nicht nur wesentlich mehr Kinder als Konfessionslose bekamen - sondern dabei auch höhere Anteile an Akademikern und Inhabern leitender Berufspositionen verzeichneten.

Dass Lynn in seinem o.g. Buch aschkenasischen Juden mehr IQ als Europäern und einen sehr viel höheren IQ als Arabern zuerkannte, zeigt übrigens ebenfalls auf, dass auch er selbst nicht an eine lineare Verknüpfung von Intelligenz und Religiosität über alle Weltreligionen hinweg glaubt - ein gewisser Eindruck von Willkür ist kaum von der Hand zu weisen.

Fazit

Es bleibt hoch umstritten und zu überprüfen, ob und wie der Intelligenzquotient (IQ) je unabhängig mit ethnischer Herkunft, Geschlecht oder eben Religiosität korreliert. Auch bleibt unklar, inwiefern der IQ nicht nur eine sehr spezifische Weise der Problemlösung "mißt", die sich kaum absolut aus den Anforderungen heutiger oder vergangener Lebenswelten ableiten läßt. Warum IQ überhaupt ein besserer Maßstab für menschliches Leben sein sollte als z.B. emotionale Intelligenz (EQ), Spiritualität, Musikalität, Familiensinn oder Leistungsbereitschaft, erscheint mir nirgendwo schlüssig begründet. Letztlich macht Lynn auch hier bereits in seinen Arbeiten Schlenker: So attestiert er "Ostasiaten" höhere Intelligenz als Europäern, vermutet dann aber im Hinblick auf die unterschiedlichen, zivilisatorischen und wissenschaftlichen Erfolge, dass Asiaten eben "konformistischer" seien und ihren Intelligenzvorsprung daher nicht innovativ nutzen würden. Selbst wer ihm bis hierher folgen wollte, müßte also einräumen, dass auch nach Lynn IQ keinesfalls der einzige Erfolgsindikator ist, wie auch Religiöse (z.B. aschkenasische Juden) durchaus intelligent sein können...

Übrigens: Ganz hart evolutionsbiologisch gesprochen, ist der natürliche, biologische Erfolgsmaßstab schlicht der Reproduktionserfolg - und hier zeigen sich die nach Lynn angeblich weniger intelligenten "Rassen" und die Religiösen weltweit "intelligenten" Rationalisten klar überlegen. Die eugenischen Fantasien erhalten hier eine beklemmende Note.

Wer sich also nicht blamieren will, sollte auf eine unkritische Rezeption Lynns ebenso verzichten wie auf Denk- oder Forschungsverbote: Die wirklich überzeugenden Befunde zum Zusammenhang von Intelligenz und Religiosität (wie auch zu mutmaßlichen Unterschieden zwischen Ethnien und Geschlechtern) sowie deren Sinnhaftigkeit harren noch ihrer Entdeckung, Veröffentlichung und Diskussion. Es bleibt der schale Nachgeschmack, dass mit doch eher umstrittenen Datensätzen und Schlussfolgerungen nacheinander anderen Völkern, Frauen und nun eben Religiösen mangelnder IQ attestiert wurde - was je mancher nur zu gerne glauben wollte...

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http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4990005/modTrackback

Trackbacks zu diesem Beitrag

Wissenswerkstatt - 15. Jun, 18:22

Kein Persilschein für die Nanotechnologie ::: Religion als Intelligenzvernichtungsmaschine | Werkstatt-Ticker 35

» Nanorisiken Die Tatsache, daß... [weiter]
Ingo Bading - 14. Jun, 08:12

Buchstabengläubigkeit korreliert mit IQ

Ich selbst hatte zufällig auch grad einen Beitrag zur Thematik verfaßt:

http://studgendeutsch.blogspot.com/2008/05/religiositt-als-faktor-der-menschlichen.html

Hier wird sogar aufgezeigt, daß es eine deutliche Korrelation gibt zwischen IQ und "Buchstabengläubigkeit". Also um so wörtlicher man die Bibel nimmt, um so weniger IQ.

Michael, wie war denn in Eurer Studie "religiös" bestimmt worden? Nach Kirchenzugehörigkeit? (- Das klingt ja an die Diskussion an, die wir jüngst hier hatten.)

Bei den Anthroposophen nennen sich z.B. mehr Menschen religiös als dort einer Kirche angehören - und so denke ich, wird es auch gesellschaftsweit sein. Und die Anthroposophen haben einen weit überdurchschnittlichen Akademiker-Anteil. Ähnlich bei den Unitariern in den USA. Auch Richard Dawkins hat sich selbst in einem bestimmten Sinne "religiös" genannt oder zumindest mit "Religiosität" in bestimmten Sinne sympathisiert.

Religiosität

Lieber Ingo,

Du fragtest:

"Michael, wie war denn in Eurer Studie "religiös" bestimmt worden? Nach Kirchenzugehörigkeit?"

In der ALLBUS-Studie gab es die Frage nach religiöser Selbsteinschätzung auf einer Skala von 0 bis 10. Mit dieser arbeiteten wir.
Ingo Bading - 15. Jun, 09:44

Arbeitsdefinition

Ja, hier wird also tatsächlich die jeweilige Arbeitsdefintion von Religiosität sehr wichtig.

Und da sehe ich hier die Vergleichbarkeit zwischen Deiner Studie und der von Lynn noch nicht klar genug herausgearbeitet.

Lynn bspw. spricht von Atheisten und wird damit Konfessionslose meinen, oder?

Aber es gibt bei Konfessionslosen durchaus auch viele, die sich religiös nennen.
Kunar - 14. Jun, 10:58

Industrieländer

Die Datengrundlage der Grafik mit dem schwarzen Hintergrund wird ja im dazugehörigen Artikel genannt. Deswegen könnte man z.B. die westlichen Industrieländer zusammen untersuchen und überprüfen, wie eine lineare Regression in einer Gruppe aussieht, wenn die Rahmenbedingungen nicht so stark unterschiedlich sind.

Guter Ansatz!

Allerdings wäre dann m.E. wohl die Grundgesamtheit zu klein für harte Aussagen.

Wenn man es wirklich wissen wollte, müsste man meines Erachtens die Auswertung auf internationaler Ebene mit breiten Samples innerhalb der jeweiligen Gesellschaft verbinden.
Bernd (anonym) - 16. Jun, 05:59

Scheinkorrelation

Das hier diskutierte Phänomen würde ich als Scheinkorrelation bezeichnen. Der menschliche IQ und die Religiosität hängen beide mit der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes zusammen. Folgendes Pfaddiagramm erklärt den Mechanismus: Gemessen wird ein Zusammenhang von x und y, der aber nur dadurch zustande kommt, dass sowohl x als auch y tatsächlich mit z korreliert sind.

@ Kunar: Stimme völlig zu: das wäre der erste Schritt, um das Problem anzugehen.

@ Michael: Der Satz "Allerdings wäre dann m.E. wohl die Grundgesamtheit zu klein für harte Aussagen." macht (so wie er z.Z. dort steht) keinen Sinn. Was ist bei Dir eine Grundgesamtheit? Um welche GG geht es Dir? Was sind "harte Aussagen"?

Davon abgesehen hast Du das nicht unbekannte Problem von Scheinkorrelationen gut beschrieben und ich werde das Beispiel wohl für meine Lehrveranstaltungen aufgreifen.

Außerdem stimme ich Dir zu: Individualdatenanalysen sind immer geeigneter als Aggregatdatenanalysen.

Grundgesamtheit

Hallo Bernd,

vielen Dank für Deinen Beitrag und Deine Rückmeldung! Und, ja, für eine Lehrveranstaltung könnte das m.E. tatsächlich ein interessantes Beispiel und eine Abwechslung zum Zusammenhang Störche - Geburten in Deutschland sein. ;-)

Deine Frage: "Der Satz "Allerdings wäre dann m.E. wohl die Grundgesamtheit zu klein für harte Aussagen." macht (so wie er z.Z. dort steht) keinen Sinn. Was ist bei Dir eine Grundgesamtheit? Um welche GG geht es Dir? Was sind "harte Aussagen"?

Gemeint ist: Wenn wir nur aggregierte Daten von Industrieländern verwenden, haben wir eine Grundgesamtheit N von vielleicht 20 Staaten - noch dazu aus ganz unterschiedlichen Regionen mit unterschiedlichen Religionsbegriffen (z.B. Japan, Südkorea, Frankreich, USA etc.). Ich fürchte, dass auf dieser Basis kaum haltbare Befunde zu einer allgemeinen Korrelation und Kausalität gemacht werden könnten. Deswegen würde ich in erster Linie auf Individualdatenanalyse setzen - sowohl innerhalb einzelner Gesellschaften wie auch im internationalen Vergleich.
Bernd (anonym) - 16. Jun, 09:38

Grundgesamtheit, internationaler Vergleich & so

Nur die Industrieländer zu verwenden, heißt schlicht eine Subgruppenanalyse durchzuführen. Im gleichen Zug könnte man die Gruppe der Schwellenländer und die "Entwicklungsländer" unterscheiden. Es geht um Drittvariablenkontrolle. Die unterschiedlichen religiösen Systeme können aber tatsächlich zu einem Problem werden -- wobei heterogene Stichproben grundsätzlich kein Problem sind, im Gegenteil, sie erlaube allgemeinere Aussagen.

Es geht hier doch um zwei, analytisch gesehen, getrennte Probleme: Allgemeine (Verallgemeinerbare) Aussagen treffen (statistische Inferenz betreiben; GG definieren; Stichprobe ziehen) und das Phänomen der (scheinbaren) Korrelation aufklären. (Achtung, Immunisierung :-) Klar, irgendwie hängen beide Aspekte auch wieder zusammen.)

Individualdaten retten Dich zwar vor einem ökologischen Fehlschluss, nicht aber davor, nur begrenzte Aussagen (nicht-verallgemeinerbare) Aussagen treffen zu können. Dazu brauchst Du eben eine kluge Auswahl an Länderstichproben, die sich hinreichend (religiöse Systeme etc. pp.) unterscheiden. Die Literatur zu vergleichender Sozialforschung ist inzwischen recht umfangreich.
Wirr-Licht - 15. Jun, 12:13

selig sind

die geistig armen, heisst es doch, oder? zumindest so ähnlich.

ich denke, man kann bspw. IQ und religiösität nur schwer korrelieren. beispielsweise kann man socken und füße korrelieren, aber schlecht anhand der farbe.

weswegen ein korrelat zwischen einem (gemessenen) IQ und einer (selbsteingeschätzten) religiosität irgendwie sinnfrei ist.

es gibt beispielsweise ein haufen dummer leute, die sich selbst für schlau halten.
und schlauer menschen, die sich maßlos unterschätzen.

sprich - jemand der sonntags in die kirche geht, mag sich für religiös halten, ein pfarrer mag aber manchmal an seiner eigenen religiosität zweifeln. aber, wenn man halt unbedingt sensationsheischende untersuchungen machen mag, korreliert man halt zwei "aufregerthemen" (wie religiosität, geschlecht, hautfarbe....) miteinander, und macht geld mit einer belanglosen statistik.

sind frauen religiöser?
sind schwarze dumm?
und - sind religiöse, dumme menschen schwarze frauen?
sind, im gegenzug, blondinen (als gegenteil von "schwarz") auf einmal intelligenter? und atheistisch? auch das gegenteil würde sich verkaufen, denke ich.

ich höre jetzt den aufschrei, innerlich: "sowas kann man doch nicht behaupten! ich muss das buch/die CD/ die Doku ansehen, aus der das kommt!".

eigentlich schade, das es wirklich keinen sinn macht, hautfarbe mit geschlecht zu korrelieren. das heisst, vielleicht mit der größe "desjenigen welchen", kommt bestimmt ein skandalöses ergebnis raus.

vielleicht ist auch die schuhgröße mit der religiosität verknüpft? das wäre doch was....

(blonde männer, übrigens, können nur entweder religiös oder schlau sein. kann man bestimmt auch eine statistik von machen.)

Hehe! :-)

Kabarett! :-)

Ernsthaft: An monokausalen Korrelationen sollte man im Bezug (nicht nur) auf Religiosität wirklich zweifeln. So hat auch Ingo Bading eine IQ-Tabelle ausgegraben, die enorme Unterschiede des IQ-Niveaus verschiedener Religionen aufzeigen möchte.

http://studgendeutsch.blogspot.com/2008/05/religiositt-als-faktor-der-menschlichen.html

Und auch hier zeigen sich enorme Unterschiede, die ich jedoch im Kontrast zu Ingo nicht primär genetisch, sondern schlicht als Folge unterschiedlicher Bildungsstrukturen und Zielgruppen betrachte.

Pauschalaussagen a la "Religiosität korreliert hier mit X" erscheinen schon bei näherem Hinsehen mehr als fragwürdig (und werden ja selbst von Lynn so nicht durchgehalten)...
Ingo Bading - 16. Jun, 15:08

Das englischsprachige Wikipedia hat zu der Thematik sogar schon eine eigene Seite:

http://en.wikipedia.org/wiki/Religiosity_and_intelligence

(Womit ich nichts über die derzeitige Qualität dieser Seite gesagt haben wollte.)

Aber, liebes "Wirr-Licht", daß Intelligenz etwas mit Religion zu tun haben muß, zeigt sich auf den ersten Blick überall, schon allein an dem von Dir gebrachten Bibel-Zitat. Die Bibel regt sich oft sehr auf über all die zu klugen oder über deren Dünkel. Andererseits ist sie natürlich selbst Produkt einer bestimmten Form von Intelligenz.

Die Schriftreligionen verwerten andere Intelligenz-Potentiale als solche Religionen, die noch keine Schrift kennen usw. usf..

Auch das aschkenasische Judentum ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich Religiosität (offenbar positiv) auf Intelligenz-Evolution ausgewirkt hat.

DASS da Evolution statffindet, Michael, bestreitet ja doch wohl kaum jemand mehr, denn daß Intelligenz eine erbliche Kompenente hat, wird ebenso wenig bestritten.

Es ist ja lediglich noch umstritten, inwieweit die erbliche Kompenente erzieherischen Einflüssen noch viel oder weniger Spielraum läßt.

Deshalb wird bei den Tabellen, die Razib Khan ausgegraben hat, und auf die ich verwies, beides zusammenspielen, einmal Siebung aufgrund von erblichen Komponenten und deshalb "Neigungen" zu bestimmten Formen von Religiosität ebenso wie die erzierherische Förderung oder Hemmung von Intelligenz durch bestimmte Formen von Religiosität.

Ich habe nichts Monokausales behauptet, zumal ich ja die Tabellen verglich mit DEINEN Tabellen, wo Du ja auch nichts Monokausales behauptest (oder?).

Ja, Michael, und mit Deiner Statistik in diesem Beitrag hier sind die Behauptungen von Lynn nun halt doch nicht besonders entkräftet, wie ich schon sagte, solange Du die Konfessionslosen unter den "Religiösen" Deiner Statistik nicht herausrechnen kannst und genauere Abgleiche vornimmst mit dem von Lynn benutzten Material.

Auch Du hast dann nur ein "geisteswissenschaftliches" "Könnte-so-sein/wird-so-sein"-Statement abgegeben.

Wirr-Licht - 18. Jun, 08:51

statistik und ihre fehler

schau, ingo - mein problem ist nicht, das religiosität und intelligenz "per se" nichts miteinander zu tun haben sollen.

aber, zum einen, finde ich die methodik zweifelhaft, eine selbsteinschätzung (religiösität) mit einer fremdeinschätzung (IQ) zu vergleichen. hier, auf einer ppt-folie der uni mannheim, wird sternberg zitiert, der zu einem "r" von nur 0,3 kommt....und er vergleicht den selbsteingeschätzten IQ mit dem gemessenen IQ!

http://www.psychologie.uni-mannheim.de/cip/Tut/Vl_Differentielle/Vl_wittmann_geschichte.ppt

man verlasse sich also primär GARNICHT auf selbsteinschätzungen.

- ab hier, meinung, nicht wissenschaft -

zweitens stört mich, das aus einer (pseudo) wissenschaftlichen untersuchung debiles skandalgeschrei gemacht wird. ob ich nun sibirischer schamane bin oder kabbalastudent - ich bin religiös. und das, trotz oder wegen meiner intelligenz. oder trotz/wegen "dummheit".

aber ja, es gibt wohl mehr intelligente atheisten als "dumme" atheisten. was -denke ich- daran liegt, das weniger intelligente menschen sich mehr an die konventionellen strategien halten. und "konventionelle strategie" ist nunmal, weltweit gesehen, religiosität.

würde mich interessieren, wie eine solche untersuchung da aussieht, wo religion unkonventionell ist, dem ehemaligen ostblock, bspw.

ach ja - intelligenz korreliert mit reichtum.
und reiche menschen müssen nicht auf ein "himmelreich" oder ähnliches hoffen - den armen bleibt nur diese hoffnung, egal, wie irrational.

Wer Mitschmunzeln will...

...eine kostenlose Vorabversion steht inzwischen online:

http://users.ugent.be/~fanseel/intelligence-religion.pdf

Besonders empfehle ich den letzten Absatz, in dem Lynn versucht, die Gleichzeitigkeit hoher Religiosität und IQ in den USA zu erklären.

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