Kleiner Tagungsbericht von "Evolution der Religionen", Uni Frankfurt, 15. Mai 2008
Noch immer sind die Erinnerungen an den gestrigen Tag und einen besonderen Workhsop, gefördert von der Templeton Foundation, frisch.

Zur Tagung und den Diskussionen habe ich einen kleinen, auch persönlichen Bericht in den Wissenslogs eingestellt.
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blume-religionswissenschaft - 16. Mai, 21:42
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
kp (anonym) - 17. Mai, 10:26
re
Ich finde ja den Gesamttitel "Gibt es eine Wissenschaft der Religion" schon ziemlich kritisch, vor allem im Zusammenhang mit dem Untertitel "Die evolutionäre Grundlage des religiösen Glaubens". Zunächst störe ich mich am Singular. Mehr aber, dass es so rüberkommt, als wäre diese Sicht die einzige und vor allem die einzige wissenschaftliche, die man haben kann.
Ingo Bading - 17. Mai, 14:33
Moderation der Diskussion
Mir ist inzwischen auch klar geworden, daß bei solchen Diskussionen viel auf die Moderation und auf die Strukturierung des Gesprächsverlaufs ankommt.
Von wo kommt man? Wo will man hin in einer solchen Diskussion?
Auffällig ist tatsächlich, daß viele Diskutanten früher oder später dazu kommen (so etwa auch Boyer in Frankfurt und in Gießen), daß sie am liebsten das Wort "Religion" gar nicht verwenden würden und es nur aus ganz pragmatischen Gründen verwenden, und daß andere (Religionswissenschaftler) sagen, sie wüßten gar nicht, was Religion ist.
Ich weiß nicht, ob Definitionsfragen so wichtig sind. (Für mich stehen Definitionen immer - günstigstenfalls - am ENDE von Forschungen und von Nachdenken, nicht am Beginn).
Aber um weiterführend zu diskutieren, gerade wenn so unterschiedliche Fachrichtungen aufeinandertreffen wie in Frankfurt, muß es eine grobe Strukturierung, Gliederung, auch Hierarchisierung der zu behandelnden Fragen geben. Damit nicht alles "wild durcheinander" geht.
Auch sollte es einen gewissen "Kanon" geben, von dem man ausgeht. Man könnte z.B. als Voraussetzung zum Mitdiskutieren nennen, daß alle bedeutenderen Forscher, die bei der Templeton Foundation mitarbeiten, wenigstens dem Namen und den grundlegenderen Anliegen nach bekannt sind.
So war ich bspw. überrascht, daß Pascal Boyer, der von der Templeton Foundation unterstützt wird, (in Gießen) keine Stellungnahme abgeben wollte oder konnte zu dem vielleicht noch wesentlich prominenteren Simon Conway Morris, der doch ebenfalls erfreulicherweise von der "Templeton Foundation" unterstützt wird.
Oftmals fehlt es an wesentlichen "Basics", auf die sich dann alle Diskussionsteilnehmer gleichzeitig beziehen könnten.
Alles Zeichen dafür, in welchen Kinderschuhen die derzeitige wissenschaftliche Diskussion im Übergangsfeld von Naturwissenschaft bis zur Theologie noch steckt.
- Verstehe aber die Zielrichtung von "kp""s Beitrag auch noch nicht so recht.
Von wo kommt man? Wo will man hin in einer solchen Diskussion?
Auffällig ist tatsächlich, daß viele Diskutanten früher oder später dazu kommen (so etwa auch Boyer in Frankfurt und in Gießen), daß sie am liebsten das Wort "Religion" gar nicht verwenden würden und es nur aus ganz pragmatischen Gründen verwenden, und daß andere (Religionswissenschaftler) sagen, sie wüßten gar nicht, was Religion ist.
Ich weiß nicht, ob Definitionsfragen so wichtig sind. (Für mich stehen Definitionen immer - günstigstenfalls - am ENDE von Forschungen und von Nachdenken, nicht am Beginn).
Aber um weiterführend zu diskutieren, gerade wenn so unterschiedliche Fachrichtungen aufeinandertreffen wie in Frankfurt, muß es eine grobe Strukturierung, Gliederung, auch Hierarchisierung der zu behandelnden Fragen geben. Damit nicht alles "wild durcheinander" geht.
Auch sollte es einen gewissen "Kanon" geben, von dem man ausgeht. Man könnte z.B. als Voraussetzung zum Mitdiskutieren nennen, daß alle bedeutenderen Forscher, die bei der Templeton Foundation mitarbeiten, wenigstens dem Namen und den grundlegenderen Anliegen nach bekannt sind.
So war ich bspw. überrascht, daß Pascal Boyer, der von der Templeton Foundation unterstützt wird, (in Gießen) keine Stellungnahme abgeben wollte oder konnte zu dem vielleicht noch wesentlich prominenteren Simon Conway Morris, der doch ebenfalls erfreulicherweise von der "Templeton Foundation" unterstützt wird.
Oftmals fehlt es an wesentlichen "Basics", auf die sich dann alle Diskussionsteilnehmer gleichzeitig beziehen könnten.
Alles Zeichen dafür, in welchen Kinderschuhen die derzeitige wissenschaftliche Diskussion im Übergangsfeld von Naturwissenschaft bis zur Theologie noch steckt.
- Verstehe aber die Zielrichtung von "kp""s Beitrag auch noch nicht so recht.
blume-religionswissenschaft - 18. Mai, 09:10
Kerstin: Begriffsbildung
Liebe Kerstin,
völlig berechtigter Einwand! Die Begrifflichkeiten sind auch schon deutlich in Bewegung.
Derzeit setzt sich durch: Religiosität als Begriff für die biologischen Funktionen und Religionen als Begriff für die kulturellen Lehren und Gemeinschaften. Religion (in Einzahl) kommt zwar noch vor, wird aber wegen der Unschärfe gerade im evolutionstheoretischen Diskurs immer seltener (manchmal noch in Überschriften zur dann folgenden Differenzierung) verwendet.
völlig berechtigter Einwand! Die Begrifflichkeiten sind auch schon deutlich in Bewegung.
Derzeit setzt sich durch: Religiosität als Begriff für die biologischen Funktionen und Religionen als Begriff für die kulturellen Lehren und Gemeinschaften. Religion (in Einzahl) kommt zwar noch vor, wird aber wegen der Unschärfe gerade im evolutionstheoretischen Diskurs immer seltener (manchmal noch in Überschriften zur dann folgenden Differenzierung) verwendet.


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