Diyanet (Türkei) will mehr Imame, um staatsunabhängige Religionsgemeinschaften einzudämmen
Auch in der Türkei ist die Diskussion um das Verhältnis von Kirche und Staat längst entbrannt. Während Frankreichs Präsident Sarkozy das französische Modell zu einer "positiven Laizität" weiterentwickeln möchte, mehren sich auch in der Türkei die Debatten um Strukturen des Diyanet, das dem Präsidenten unterstellte Amt für Religionsangelegenheiten.
Immer mehr Menschen erkennen den türkisch-kemalistischen "Laizismus" als kaum mehr getarntes, staatskirchliches System, in dem die (Haupt-)Religion staatlich kontrolliert, finanziert und (etwa zur Unterdrückung religiöser, kultureller und ethnischer Vielfalt) bisweilen auch instrumentalisiert wird. So werden Diyanet-Imame aus Steuergeldern als Beamte bezahlt, auch Nichtmuslime müssen islamisch-sunnitischen Religionsunterricht besuchen und der Neubau und freiheitliche Betrieb nichtstaatlicher Gebetshäuser (Kirchen, Synagogen, aber auch Moscheen) ist schwer bis unmöglich.
Dem Westen gegenüber wird dieses Konzept, nicht ohne Erfolg, mit der Bekämpfung von Islamismus und "Sekten" begründet und es wird darauf hingewiesen, dass etwa die längst auch weltweit beachtete, türkische Reformtheologie mit auch starken, weiblichen Stimmen kaum ohne staatliche Patronage erblüht wäre. Und gerade auch in Deutschland hat sich die mit Diyanet verbundene Türkisch-Islamische Union (DITIB) zuletzt dem Dialog sowohl mit Staat und Kirchen wie auch mit anderen, islamischen Verbänden gegenüber geöffnet.
Im sehr zu empfehlenden Islamedia-Newsletter erschien dazu dieser Tage folgende Meldung:
Hürriyet, Mittwoch, 07.05.08 - Diyanet: Mehr Imame
Hürriyet meldet, dass Sait Yazicioglu, Minister und Verantwortlicher für das Amt für religiöse Angelegenheiten in der Türkei (Diyanet) angekündigt habe, mehr Personal einzustellen. Um religiösen Orden entgegenzuwirken und deren Zusammenschlüsse einzudämmen, habe er des Öfteren für die Einstellung von mehr Imamen geworben. Yazicioglu zufolge sei geplant 10.000 neue Imame einzustellen. Eine dementsprechende Gesetzesvorlage sei bereits vorbereitet und soll bis Ende des Jahres verabschiedet sein.
Immer mehr Menschen erkennen den türkisch-kemalistischen "Laizismus" als kaum mehr getarntes, staatskirchliches System, in dem die (Haupt-)Religion staatlich kontrolliert, finanziert und (etwa zur Unterdrückung religiöser, kultureller und ethnischer Vielfalt) bisweilen auch instrumentalisiert wird. So werden Diyanet-Imame aus Steuergeldern als Beamte bezahlt, auch Nichtmuslime müssen islamisch-sunnitischen Religionsunterricht besuchen und der Neubau und freiheitliche Betrieb nichtstaatlicher Gebetshäuser (Kirchen, Synagogen, aber auch Moscheen) ist schwer bis unmöglich.
Dem Westen gegenüber wird dieses Konzept, nicht ohne Erfolg, mit der Bekämpfung von Islamismus und "Sekten" begründet und es wird darauf hingewiesen, dass etwa die längst auch weltweit beachtete, türkische Reformtheologie mit auch starken, weiblichen Stimmen kaum ohne staatliche Patronage erblüht wäre. Und gerade auch in Deutschland hat sich die mit Diyanet verbundene Türkisch-Islamische Union (DITIB) zuletzt dem Dialog sowohl mit Staat und Kirchen wie auch mit anderen, islamischen Verbänden gegenüber geöffnet.
Im sehr zu empfehlenden Islamedia-Newsletter erschien dazu dieser Tage folgende Meldung:
Hürriyet, Mittwoch, 07.05.08 - Diyanet: Mehr Imame
Hürriyet meldet, dass Sait Yazicioglu, Minister und Verantwortlicher für das Amt für religiöse Angelegenheiten in der Türkei (Diyanet) angekündigt habe, mehr Personal einzustellen. Um religiösen Orden entgegenzuwirken und deren Zusammenschlüsse einzudämmen, habe er des Öfteren für die Einstellung von mehr Imamen geworben. Yazicioglu zufolge sei geplant 10.000 neue Imame einzustellen. Eine dementsprechende Gesetzesvorlage sei bereits vorbereitet und soll bis Ende des Jahres verabschiedet sein.
blume-religionswissenschaft - 13. Mai, 06:53
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks


Trackback URL:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4917413/modTrackback