Die kulturelle Evolution der Sprache & Wörter mit Migrationshintergrund

Wie kam es eigentlich, dass der Ökonom Friedrich August von Hayek den Mut und Ansatz fand, den Evolutionsgedanken auch auf kulturelle Artefakte und schließlich auf religiöse Überzeugungen anzuwenden?

Ihn faszinierte, von jungen Jahren an, die Evolution der Sprache(n): Großartige, unübersehbar komplexe Kommunikations- und Symbolsysteme, die von keinem einzelnen intelligenten Designer geplant werden konnten, sondern immer und Tag für Tag aus der Interaktion der Menschen selbst emergierten.

Ja, Religionsgemeinschaften, Staaten und (Medien-)Unternehmen können Sprachen tiefgreifend beeinflussen, wirklich steuern können sie sie aber nicht. Und nicht selten entwickeln Sprachen sogar ganz eigene Widerständigkeiten gegen politische Bevormundung - man denke nur an den sächsisch-berlinerischen "Ballast der deutschen Republik" (anstelle "Palast..."), die berühmten Radio-Eriwan-Witze u.v.m.

Wörter mit Migrationshintergrund

Und wie die biologische Evolution (etwa der Homo Sapiens-Population der britischen Inseln) wird auch die kulturelle Evolution der Sprachen durch ständige Anreicherung und Vermischung geprägt. So hatte das Goethe-Institut die pfiffige Idee, einen Wettbewerb zu "Wörtern mit Migrationshintergrund" auszuschreiben. Gewonnen haben:

Wörter mit Migrationshintergrund, eine pfiffige Idee des Goethe-Instituts, die wunderbar dokumentiert, dass auch Sprachen (wie Religionen) Produkte biokultureller Evolution sind - und sich ebenso häufig vermischen, wie sie offiziell auch der Abgrenzung dienen.

1. Platz: Tollpatsch, aus dem Ungarischen

Von "Talpas" = breitfüßig, schwerfällig. Aha!

2. Platz: Currywurst, aus dem Tamil

Eine indisch-germanische Wortvermählung, vermittelt über das Englische. Lecker, oder!?

3. Platz: Engel, aus dem Griechischen

Mit einem speziellen Dank des bloggenden Religionswissenschaftlers an den Einsender nach Maxhütte!

Schulklassenwettbewerb: Milchshake, aus dem Englischen

Umwerfende Begründung der 8a aus Gersthofen: Es gibt einfach kein deutsches Wort dafür!

Jugendwettbewerb: Chaos, aus dem Griechischen

Mit einem wunderbaren Essay des Einsenders über den Zusammenhang von Chaostheorie und seinem Zimmer...

Link mit den lesenswerten Begründungen der Einsender hier.

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