UFO-Glauben als neureligiöses Phänomen
Gestern Abend fand zwischen Martin Bamert und mir die Pro-Contra-Debatte zur Frage der realen oder symbolischen Existenz von UFOs in Leipzig statt. Ein Bericht des Uniradios "Mephisto" dazu hier.
Der Ansatz, das universitäre Leben auch in die Öffentlichkeit hinein zu öffnen und einen seriösen, auf Wissensvermittlung und empirische Forschung orientierten Dialog zwischen Skeptikern (zu denen auch ich zähle) und Glaubenden zu eröffnen, ist erfreulich aufgegangen. Das Interesse von Medien und auch Öffentlichkeit war enorm, Diskussion und Fragerunden verliefen engagiert, aber fair und da knapp die Hälfte der ca. 120 Besucher einen ausgelegten Fragebogen ausfüllte, konnten wir auch ein erstes Profil und Rückmeldungen auswerten.
Eine deutliche Mehrheit (61,5%) der Teilnehmer war männlich (Frauen 38,5%). Der Großteil war zwischen 18 und 27 Jahre alt, es gab jedoch eine Gruppe um die 50 und einen Besucher von 70 Jahren (Altersschnitt 32 Jahre). Knapp 70% der Teilnehmer gehörten keiner Konfession an, 15% bzw. 6% waren evangelisch bzw. katholisch, 9% verteilten sich auf weitere Angaben. Fast die Hälfte (49%) der Antwortenden war durch Freunde und Bekannte auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, 17% durch die Presse und 14% durch das Internet. Die "Benotung" fiel freundlich aus: die Veranstaltung wurde als unterhaltsam (2,0), informativ (2,1) und anregend (2,3) bewertet und erhielt die Gesamtnote 2,1. Neben einer Vielzahl positiver Rückmeldungen gab es dabei jedoch auch wenige kritische Stimmen (mit deutlich niedrigeren Noten), wobei einerseits die Verwendung zu vieler wissenschaftlicher Begriffe und englischer Clips als unverständlich kritisiert wurde, von anderen aber umgekehrt eher weitergehende Information gewünscht wurden.
Was mich persönlich sehr gefreut hat, war der Umstand, dass sich Anwesende in ihren jeweiligen Erfahrungen und Weltdeutungen ernstgenommen fühlten, aber auch umgekehrt die Rückfragen etwa an "immunisierende" Verschwörungstheorien aufgenommen wurden. Und dass die Zusammensetzung der Teilnehmer (Geschlecht, Alter, Religionszugehörigkeit) zu den empirischen Befunden der bisherigen Forschung zu UFO-Mythologien passte, ist natürlich auch schön. (-:
Wie versprochen also auch schon einmal zum Download meinen Part "UFO-Glauben als neureligiöses Phänomen" mit weiterführenden Literaturtips.
Beide Vorträge und einen ausführlichen Bericht finden Sie in Kürze auch auf der Homepage von Martin Bamert.
Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der Institutsleitung und Universitätsverwaltung sowie vor allem den kräftig mitwirkenden, vor- und nacharbeitenden Studierenden im Seminar einen herzlichen Dank für die Gelegenheit, auch einmal ein ungewöhnliches Thema aufzugreifen und Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch zu bringen!
Der Ansatz, das universitäre Leben auch in die Öffentlichkeit hinein zu öffnen und einen seriösen, auf Wissensvermittlung und empirische Forschung orientierten Dialog zwischen Skeptikern (zu denen auch ich zähle) und Glaubenden zu eröffnen, ist erfreulich aufgegangen. Das Interesse von Medien und auch Öffentlichkeit war enorm, Diskussion und Fragerunden verliefen engagiert, aber fair und da knapp die Hälfte der ca. 120 Besucher einen ausgelegten Fragebogen ausfüllte, konnten wir auch ein erstes Profil und Rückmeldungen auswerten.
Eine deutliche Mehrheit (61,5%) der Teilnehmer war männlich (Frauen 38,5%). Der Großteil war zwischen 18 und 27 Jahre alt, es gab jedoch eine Gruppe um die 50 und einen Besucher von 70 Jahren (Altersschnitt 32 Jahre). Knapp 70% der Teilnehmer gehörten keiner Konfession an, 15% bzw. 6% waren evangelisch bzw. katholisch, 9% verteilten sich auf weitere Angaben. Fast die Hälfte (49%) der Antwortenden war durch Freunde und Bekannte auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, 17% durch die Presse und 14% durch das Internet. Die "Benotung" fiel freundlich aus: die Veranstaltung wurde als unterhaltsam (2,0), informativ (2,1) und anregend (2,3) bewertet und erhielt die Gesamtnote 2,1. Neben einer Vielzahl positiver Rückmeldungen gab es dabei jedoch auch wenige kritische Stimmen (mit deutlich niedrigeren Noten), wobei einerseits die Verwendung zu vieler wissenschaftlicher Begriffe und englischer Clips als unverständlich kritisiert wurde, von anderen aber umgekehrt eher weitergehende Information gewünscht wurden.
Was mich persönlich sehr gefreut hat, war der Umstand, dass sich Anwesende in ihren jeweiligen Erfahrungen und Weltdeutungen ernstgenommen fühlten, aber auch umgekehrt die Rückfragen etwa an "immunisierende" Verschwörungstheorien aufgenommen wurden. Und dass die Zusammensetzung der Teilnehmer (Geschlecht, Alter, Religionszugehörigkeit) zu den empirischen Befunden der bisherigen Forschung zu UFO-Mythologien passte, ist natürlich auch schön. (-:
Wie versprochen also auch schon einmal zum Download meinen Part "UFO-Glauben als neureligiöses Phänomen" mit weiterführenden Literaturtips.
Beide Vorträge und einen ausführlichen Bericht finden Sie in Kürze auch auf der Homepage von Martin Bamert.
Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, der Institutsleitung und Universitätsverwaltung sowie vor allem den kräftig mitwirkenden, vor- und nacharbeitenden Studierenden im Seminar einen herzlichen Dank für die Gelegenheit, auch einmal ein ungewöhnliches Thema aufzugreifen und Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit miteinander ins Gespräch zu bringen!
blume-religionswissenschaft - 12. Jan, 00:07
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Bernd Weiss (Gast) - 12. Jan, 11:41
Randnote zu den Grafiken im PDF
Eine kleine Randnote: Unabhängig vom inhaltlichen Gehalt des Vortrages, sind 3D-Diagramme keine gute Wahl, um empirisches Material zu präsentieren.
Eine Alternative in Form eines dotplots könnte so aussehen (Daten + Code).
Eine Alternative in Form eines dotplots könnte so aussehen (Daten + Code).
blume-religionswissenschaft - 12. Jan, 12:04
Danke!
...für die Anregung! Werde ich mir natürlich gerne anschauen!
Bernd (Gast) - 13. Jan, 05:40
Nachtrag
Nach intensivem Nachdenken bin ich nun zu der Überzeugung gelangt, dass mir mein erster Vorschlag gar nicht so gut gefällt, deshalb gibt es einen zweiten (rechte Abbildung) (Daten + R-Code). Da die Altersgruppen ordinal skaliert sind, macht es mehr Sinn, sie auf der Abszisse (x-Achse) abzutragen. Über das graue Referenzlinienmuster sowie die Zahlen lässt sich sicherlich auch streiten; letztere würde ich in einer eigenen Publikation wahrscheinlich nicht angeben. Um das ganze auch didaktisch wertvoll zu gestalten: Eine erste, knappe Einführung, weshalb 3D-Grafiken chart junk sind, findet sich auf dieser Seite, diese sieht auch gut aus. (Unbeabsichtigt habe ich auch noch eine kleine, versteckte und um ein "n" beschnittene Reminiszenz an Schwitters eingebaut...)




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