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Dienstag, 23. Oktober 2007

Wird Deutschland islamisch? - Tagung 23.-25.11. in der evangelischen Akademie Bad Boll

Häufig wird dem interreligiösen Dialog ja der Vorwurf gemacht, dass er sich an den eigentlichen Angst- und Konfliktpunkten vorbeimogele. Dem KCID - Koordinierungsrat der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialoges in Deutschland wird man dies nicht mehr nachsagen können: In und mit der Evangelischen Akademie Bad Boll und gefördert vom Bundesministerium des Inneren veranstaltet er vom 23. bis 25.11. eine Tagung zu dem zentralen Thema "Wird Deutschland islamisch?".

Im Koordinierungsrat der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialoges haben sich christlich-islamische Dialogverbände aus ganz Deutschland zusammen geschlossen, um Respekt, Verständnis und Frieden zwischen den Religionen zu fördern. Homepage: www.kcid.de

Nachtrag - Vortrag zum Download

Den fertige Vortrag zur gleichnamigen Tagung in der evangelischen Akademie Bad Boll von heute (24.11.2007) finden Sie zum Download hier. Und einen aktuellen, zusammenfassenden Blogeintrag mit Datengrafiken dazu hier.

Trackback URL:
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4368407/modTrackback

CannHunterson (Gast) - 24. Okt, 19:40

Nicht alle, aber zumindest...

"Verwenden Muslime die Demographie als Waffe?"

Die Palästinenser schon ^^

Nicht nur...

Auch im Kosovo sprach man vom "Krieg der Bäuche". In der Türkei nimmt der Anteil der Kurden zu, in Saudi-Arabien der der Schiiten, im Iran der der Sunniten. In Sri Lanka haben die Angehörigen der tamilischen Minderheit durchschnittlich mehr Kinder als die Singhalesen. Und schon die Bibel berichtet mit Bezug auf Israel davon, dass diskriminierte Völker zu höheren Geburtenraten neigen (vgl. Exodus /2.Moses 1).

Die heutige Demografie gibt der Beobachtung Recht. Es ist demografisch regelmäßig eine schlechte Idee, Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren und in Armut zu halten - egal, wer diskriminiert oder diskriminiert wird. Unterdrückung löst keine politischen Probleme, verschärft aber die demografische Differenz. Wer eine demografische Annäherung erreichen möchte, sollte, rein empirisch gesehen, auf Dialog, Frieden, fairen Handel und Entwicklung setzen.
Edgar (Gast) - 9. Dez, 15:26

"Söhnefabriken" und "Geburtenkrieg"

In ihrem Buch "Ich klage an. Ein Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen" (2005) behauptet die Autorin Ayaan Hirsi Ali, dass viele Frauen im Islam die Funktion einer so genannten "Söhnefabrik" hätten. Dieser kämpferische Ton ist historisch nicht neu. 1936 wurde die Demographie in Deutschland beispielsweise als "Geburtenkrieg" thematisiert.

Stimmt...

...und in Frankreich wurde die Geburtenschwäche (im Vergleich zu Deutschland) als eine wesentliche Ursache der Niederlage von 1871 diskutiert - und entsprechend die Demografie zur Daueraufgabe der Politik nominiert.

Die Rede von der "Söhnefabrik" hat aber erst in zweiter Linie mit militärischen Erwägungen zu tun. Vielmehr tragen in Agrargesellschaften (meist) Söhne als Erben und Arbeitskräfte zum Familieneinkommen und zur Altersversorgung bei, wogegen Töchter mit der Heirat die Familie verlassen. (Siehe obigen Vortrag "Wird Deutschland islamisch?", Seite 6 und 7, Datenbeispiel aus der Türkei). Entsprechend niedrig ist oft der Status von Mädchen - und während der Koran das Töten von Töchtern ausdrücklich untersagte, haben die prä- und auch postnatale Unterdrückung weiblichen Lebens in einigen Regionen Indiens und Chinas inzwischen für einen Sohnesüberschuss gesorgt...

Zum Zusammenhang von Sohnesüberschuss und militärischer Gewalt hat übrigens Steffen Kröhnert eine hervorragende, empirische Studie verfasst, abrufbar hier:
http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Studien/warum_entstehen_Kriege.pdf

Herzliche Grüße!

Michael
Edgar (Gast) - 10. Dez, 00:07

Familienpolitik

Interessant auch noch einmal der Kommentar vom 9. Juli 2007
weil auch dort auf die Ausrichtung globaler Familienpolitik hingewiesen wird: sozialistisch-atheistisch in China, fehlgehende, religiöse Traditionen in Indien.
http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4047853/
Da frage ich mich, mit welchem Attribut man der Familienpolitik in Deutschland beschreiben könnte ("Kinder bekommen die Leute immer.").

Dr. Blume

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