Teaser-Video: Seminar Religionswissenschaftliche Präsentationen zur Evolution der Religion(en) an der Universität Heidelberg
Nach sehr guten Erfahrungen mit entsprechend strukturierten Seminaren in Tübingen, Heidelberg und Leipzig habe ich mich jetzt entschlossen, noch einen Innovationsschritt weiter zu gehen.
Beginnend am 5.November 2007 möchte ich an der Universität Heidelberg ein innovatives Block-Proseminar zu meinem Forschungsschwerpunkt "Evolution der Religion(en)" anbieten. Im Angebot sind dabei wieder ungewöhnliche Aufgabenstellungen, Freiheit in der Gestaltung und Teamarbeit - erwartet werden dafür Neugier, fachliche Qualität (bzw. Lernbereitschaft), Kreativität und gerne auch Humor.
Ihre Mission, wenn Sie sie annehmen...
Wenn Sie wollen, sehen wir uns am 5.11.2007 ab 19 Uhr im Institut für Religionswissenschaft der Universität Heidelberg, Akademiestraße 4-8.
Beginnend am 5.November 2007 möchte ich an der Universität Heidelberg ein innovatives Block-Proseminar zu meinem Forschungsschwerpunkt "Evolution der Religion(en)" anbieten. Im Angebot sind dabei wieder ungewöhnliche Aufgabenstellungen, Freiheit in der Gestaltung und Teamarbeit - erwartet werden dafür Neugier, fachliche Qualität (bzw. Lernbereitschaft), Kreativität und gerne auch Humor.
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Wenn Sie wollen, sehen wir uns am 5.11.2007 ab 19 Uhr im Institut für Religionswissenschaft der Universität Heidelberg, Akademiestraße 4-8.
blume-religionswissenschaft - 8. Okt, 07:17
10 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
ingo_34 - 7. Okt, 17:32
wow
der Sound stimmt!
Nur zu!
Nur zu!
Thorsten Reuter (Gast) - 8. Okt, 12:27
Mit revolutionären Grüßen wäre der wirklich gelungene Teaser evtl. gar besser beendet worden. Was ich darin jedoch vermisse ist die Andeutung nach dem destruktiven Potential sog. "Religion". Erst die Herausbildung des Monotheismus mit der darin inhärent-explizit enthaltenen Neigung zu patriarchalisch-hierarchischen Machtphänomenen lässt institutionalisierte Religion als politischen Faktor zu Tage treten. Hier sollte zunächst der Religionsbegriff geklärt sein; vor allem in Abgrenzung zu Spiritualität.
Es ensteht leider erneut der Eindruck, Religion sei per se etwas Gutes. Dies wird von nicht wenigen sehr klugen Köpfen vehement bestritten.
Dennoch eine sehr gelungene Präsentation, warum nicht mehr Dozenten und Professoren mit nur halb so viel Enthusiasmus...???!!!
Es ensteht leider erneut der Eindruck, Religion sei per se etwas Gutes. Dies wird von nicht wenigen sehr klugen Köpfen vehement bestritten.
Dennoch eine sehr gelungene Präsentation, warum nicht mehr Dozenten und Professoren mit nur halb so viel Enthusiasmus...???!!!
blume-religionswissenschaft - 8. Okt, 13:10
Religion - Evolution
Lieber Herr Reuter,
danke für die Rückmeldung! Einige Aspekte würde ich anders akzentuieren (z.B. die Bewertung des Monotheismus - schon die polytheistischen Römer legitimierten sowohl Friedensverträge wie Kriegszüge gerne religiös, oder denken wir z.B. an die hierarchischen Strukturen von Azteken, Maya etc.), aber letztlich differenzieren Sie im Grundanliegen m.E. zu Recht - es kann bei einer evolutionären Erklärung nicht um eine abschließende Wertung gehen.
Wenn wir die evolutionäre Entstehung z.B. musikalischer Fähigkeiten erforschen, dann wird natürlich die Suche nach den biologischen Vorteilen entsprechender Merkmale im Vordergrund stehen - ohne zu leugnen, dass auch Musik z.B. zum Aufputschen gegen andere (Schlacht- und Hassgesänge), zu Werbezwecken (Beeinflussung von Kaufentscheidungen etc.) oder gar als Indoktrinationsmittel missbraucht werden kann und wird. Ob allerdings Religion, Musik, Mathematik oder andere Merkmale des Menschen metaphysisch positiv zu bewerten sind oder abgeschafft werden sollten, gehört m.E. eher in den philosophisch-theologischen Bereich als in den der empirischen Wissenschaft(en). Insofern trifft der von Ihnen augenzwinkernd angesprochene Unterschied von "evolutionären" zu "revolutionären" Grüßen m.E. den Punkt: als empirisch arbeitender Wissenschaftler masse ich mir ungern absolute ("revolutionäre") Urteile zu, sondern setze stärker auf das mühsame ("evolutionäre") Schritt-für-Schritt-Erkennen - inklusive des Einräumens, dass jede Theorie auch wieder übertroffen werden kann (und meist auch wird).
Also - ganz herzlichen Dank für das durchdachte Feedback!
Michael Blume
danke für die Rückmeldung! Einige Aspekte würde ich anders akzentuieren (z.B. die Bewertung des Monotheismus - schon die polytheistischen Römer legitimierten sowohl Friedensverträge wie Kriegszüge gerne religiös, oder denken wir z.B. an die hierarchischen Strukturen von Azteken, Maya etc.), aber letztlich differenzieren Sie im Grundanliegen m.E. zu Recht - es kann bei einer evolutionären Erklärung nicht um eine abschließende Wertung gehen.
Wenn wir die evolutionäre Entstehung z.B. musikalischer Fähigkeiten erforschen, dann wird natürlich die Suche nach den biologischen Vorteilen entsprechender Merkmale im Vordergrund stehen - ohne zu leugnen, dass auch Musik z.B. zum Aufputschen gegen andere (Schlacht- und Hassgesänge), zu Werbezwecken (Beeinflussung von Kaufentscheidungen etc.) oder gar als Indoktrinationsmittel missbraucht werden kann und wird. Ob allerdings Religion, Musik, Mathematik oder andere Merkmale des Menschen metaphysisch positiv zu bewerten sind oder abgeschafft werden sollten, gehört m.E. eher in den philosophisch-theologischen Bereich als in den der empirischen Wissenschaft(en). Insofern trifft der von Ihnen augenzwinkernd angesprochene Unterschied von "evolutionären" zu "revolutionären" Grüßen m.E. den Punkt: als empirisch arbeitender Wissenschaftler masse ich mir ungern absolute ("revolutionäre") Urteile zu, sondern setze stärker auf das mühsame ("evolutionäre") Schritt-für-Schritt-Erkennen - inklusive des Einräumens, dass jede Theorie auch wieder übertroffen werden kann (und meist auch wird).
Also - ganz herzlichen Dank für das durchdachte Feedback!
Michael Blume
Tobias Knoll (Gast) - 8. Okt, 14:15
Also ich bin (nach dem super und lehrreichen Seminar letztes Semester sowieso) auf jeden Fall wieder mit dabei, wenns terminlich bei mir passt, egal ob ich den Schein brauch oder nicht!
Hoffentlich bis bald!
Hoffentlich bis bald!
ingo_34 - 8. Okt, 17:26
Kein Einstein ohne Monotheismus ...
Herr Reuter,
in der Beurteilung des Monotheismus stimme ich mit ihnen überein. Es macht sich aber immer schlecht in der Forschung, wenn man an einen Forschungsgegenstand von vornherein mit Abneigungen, Vor-Urteilen dran geht.
Man kann auch monotheistische Religiosität zunächst erforschen wie jede andere menschliche Eigenschaft. Und man sollte das tun.
Ganz offenbar war es monotheistische Religiostität vom Schlage der explizit jüdischen (und nicht der römischen, Michael!), die die menschliche IQ-Evolution in den letzten tausend Jahren vorangetrieben hat. Das muß insgesamt weder "für" noch "gegen" sie sprechen, sondern ist zunächst erst einmal nur ein Faktum.
Wahrscheinlich kein Albert Einstein ohne diesen Moses da unten am Sinai ... Aber heidnische Einflüsse machen sich auch bemerkbar ;-):
http://studgendeutsch.blogspot.com/2007/10/aschkenasische-juden-es-gibt-wenig.html
in der Beurteilung des Monotheismus stimme ich mit ihnen überein. Es macht sich aber immer schlecht in der Forschung, wenn man an einen Forschungsgegenstand von vornherein mit Abneigungen, Vor-Urteilen dran geht.
Man kann auch monotheistische Religiosität zunächst erforschen wie jede andere menschliche Eigenschaft. Und man sollte das tun.
Ganz offenbar war es monotheistische Religiostität vom Schlage der explizit jüdischen (und nicht der römischen, Michael!), die die menschliche IQ-Evolution in den letzten tausend Jahren vorangetrieben hat. Das muß insgesamt weder "für" noch "gegen" sie sprechen, sondern ist zunächst erst einmal nur ein Faktum.
Wahrscheinlich kein Albert Einstein ohne diesen Moses da unten am Sinai ... Aber heidnische Einflüsse machen sich auch bemerkbar ;-):
http://studgendeutsch.blogspot.com/2007/10/aschkenasische-juden-es-gibt-wenig.html
blume-religionswissenschaft - 8. Okt, 19:01
Interdisziplinäre Sorgfalt
Lieber Ingo,
obwohl ich weiss, dass es gerade auch in den USA und Israel zur Zeit eine sehr breite Begeisterung für diese Themen gibt (Hamer hat ja auch einiges Spannende referiert), sei mir der Hinweis gestattet: das Seminar befasst sich mit der transkulturellen Universalie Religion(en), nicht primär mit der Entwicklung einzelner Gruppen, Glaubensauffassung oder spezieller, weiterer Merkmale (IQ o.ä.). Ich sehe da (wir haben verschiedentlich darüber diskutiert) noch einige Probleme, die mich solchen Theorien gegenüber etwas skeptisch sein lassen. Zwar kann ich die Begeisterung für die neuen Möglichkeiten der Gen-Forschung nachvollziehen, aber auch die Neurobiologie hat später wieder eine ganze Reihe "Gottmodule" oder "Religionshelme" wieder einsammeln müssen, die im ersten Überschwang von einigen verteilt wurden. Ich bin absolut für wirksame Präsentation - aber auf Basis seriöser Arbeit. Bitte beachte, dass Du studierter (Sozio-)Biologe bist, die meisten meiner Studenten sich aber an das Thema Evolution erst herantasten müssen, das seit Emile Durkheim ziemlich aus unserem Fach verschwunden ist und erst in jüngster Zeit (etwa mit Ina Wunn) wieder in die Arena kam. Umgekehrt scheint mir aber auch die Verwendung von Begriffen wie "jüdischer" oder "römischer" Monotheismus auch durch manche Biologen oft nicht religionshistorisch differenziert genug zu sein, da könnte weniger auch mehr sein. Ich plädiere da wirklich für Sorgfalt und Grundsatzarbeit.
Also: Evolution weiterer Merkmale (wie IQ), DNA und mitochondriale Mütterlinien sowie Ahnentafeln und Gruppenbildungen der jüngsten Zeit mögen spannende Themen sein, aber sicher kein Standard für ein erstes, religionswissenschaftliches Seminar. Gerade die Religionswissenschaft tut gut daran, nicht vom Dialog mit der Biologie in einen Biologismus zu verfallen, sondern sich sorgfältig, empirisch und deskriptiv der Materie zu nähern. Das ist der Standard, den ich auf dem Seminar anstrebe. Wir tun dem Thema und keinem beteiligten Fach einen Gefallen, wenn wir die Teilnehmer interdisziplinär überfordern oder in Bereiche führen, die selbst innerhalb der Biologie noch spekulatives Neuland darstellen.
Mit der Bitte um Verständnis und entsprechende Zurückhaltung
und ganz herzlichen Grüßen
Michael
obwohl ich weiss, dass es gerade auch in den USA und Israel zur Zeit eine sehr breite Begeisterung für diese Themen gibt (Hamer hat ja auch einiges Spannende referiert), sei mir der Hinweis gestattet: das Seminar befasst sich mit der transkulturellen Universalie Religion(en), nicht primär mit der Entwicklung einzelner Gruppen, Glaubensauffassung oder spezieller, weiterer Merkmale (IQ o.ä.). Ich sehe da (wir haben verschiedentlich darüber diskutiert) noch einige Probleme, die mich solchen Theorien gegenüber etwas skeptisch sein lassen. Zwar kann ich die Begeisterung für die neuen Möglichkeiten der Gen-Forschung nachvollziehen, aber auch die Neurobiologie hat später wieder eine ganze Reihe "Gottmodule" oder "Religionshelme" wieder einsammeln müssen, die im ersten Überschwang von einigen verteilt wurden. Ich bin absolut für wirksame Präsentation - aber auf Basis seriöser Arbeit. Bitte beachte, dass Du studierter (Sozio-)Biologe bist, die meisten meiner Studenten sich aber an das Thema Evolution erst herantasten müssen, das seit Emile Durkheim ziemlich aus unserem Fach verschwunden ist und erst in jüngster Zeit (etwa mit Ina Wunn) wieder in die Arena kam. Umgekehrt scheint mir aber auch die Verwendung von Begriffen wie "jüdischer" oder "römischer" Monotheismus auch durch manche Biologen oft nicht religionshistorisch differenziert genug zu sein, da könnte weniger auch mehr sein. Ich plädiere da wirklich für Sorgfalt und Grundsatzarbeit.
Also: Evolution weiterer Merkmale (wie IQ), DNA und mitochondriale Mütterlinien sowie Ahnentafeln und Gruppenbildungen der jüngsten Zeit mögen spannende Themen sein, aber sicher kein Standard für ein erstes, religionswissenschaftliches Seminar. Gerade die Religionswissenschaft tut gut daran, nicht vom Dialog mit der Biologie in einen Biologismus zu verfallen, sondern sich sorgfältig, empirisch und deskriptiv der Materie zu nähern. Das ist der Standard, den ich auf dem Seminar anstrebe. Wir tun dem Thema und keinem beteiligten Fach einen Gefallen, wenn wir die Teilnehmer interdisziplinär überfordern oder in Bereiche führen, die selbst innerhalb der Biologie noch spekulatives Neuland darstellen.
Mit der Bitte um Verständnis und entsprechende Zurückhaltung
und ganz herzlichen Grüßen
Michael
Fischer (Gast) - 9. Okt, 20:53
Wenn ich's schaff, komm ich vorbei. Ist ja nicht sooo weit. :)
blume-religionswissenschaft - 11. Okt, 10:33
Wäre klasse!
Hallo Lars,
als Betreiber eines sehr beachtenswerten Science-Blogs (www.fisch-blog.blog.de) wärst Du für viele Studierende sicher ein interessanter Ansprechpartner, zumal es ja um die Präsentation wissenschaftlicher Inhalte gehen soll. Ich fände es toll, wenn Du es einräumen könntest - Einladung zu nem gemeinsamen Kaffee inklusive! (-:
Herzliche Grüße
Michael
als Betreiber eines sehr beachtenswerten Science-Blogs (www.fisch-blog.blog.de) wärst Du für viele Studierende sicher ein interessanter Ansprechpartner, zumal es ja um die Präsentation wissenschaftlicher Inhalte gehen soll. Ich fände es toll, wenn Du es einräumen könntest - Einladung zu nem gemeinsamen Kaffee inklusive! (-:
Herzliche Grüße
Michael
Thorsten Reuter (Gast) - 9. Okt, 21:26
Plattitüden...?
Einen schönen guten Abend nochmals,
nach den ersten gewonnenen Eindrücken des Teasers wurden meine Synopsen zunächst von den weiter oben dargestellten Gedanken gestreichelt. Daher, lieber Ingo, ist mir dein Vorwurf, ich sei dem genannten Aspekt gegenüber voreingenommen oder von vornherein abgeneigt nicht nur willkürlich sondern implizit fast schon perfide. Schließlich behauptest du, dass der von dir sog. „jüdische Schlag“ für alles evolutionäre herangezogen werden müsse. Bravo! Jetzt sollte ich – politisch unkorrekt – wohl dagegen argumentieren…und hoppla, ein Schelm, wer böses denkt, hätten wir einen wahrhaften Antisemiten mehr…bei aller Liebe, so nicht…
Gestattet sei darüber hinaus die äußerst unwissenschaftliche Frage, welchen Weg die menschliche Evolution genommen hätte, wäre Rom und sein Vermächtnis nicht sukzessive christianisiert worden…das zieht unweigerlich einen langen Rattenschwanz an relevanten Fragen nach sich...
Lieber Hr. Blume, sicherlich würde ich in einer wissenschaftlichen Arbeit keine undifferenzierten Plattitüden in Form von „Monotheismus ist oder ist nicht XY“ zum Besten geben. Einzig und allein mein Anliegen war es, konstruktive Kritik zu üben, und auf einen Umstand hinweisen, der meines Erachtens bei evolutionswissenschaftlichen Fragestellungen innerhalb unseres Faches nicht fehlen sollte: die von mir genannte Destruktivität von „Religion“. Dass ich die harte empirische und religionsgeschichtliche Arbeit damit nicht unterminieren wollte versteht sich von selbst…Vielleicht fällt mir noch eine geeignete Fragestellung bis zum Beginn des Seminars ein. Vorerst aber besten Dank für ihre kurze aber sehr gezielte Stellungnahme…auch wenn ich mich wiederholen sollte: der Lerneffekt solchen Austausches ist kaum überzubewerten – mehr davon!!!
Thorsten Reuter
nach den ersten gewonnenen Eindrücken des Teasers wurden meine Synopsen zunächst von den weiter oben dargestellten Gedanken gestreichelt. Daher, lieber Ingo, ist mir dein Vorwurf, ich sei dem genannten Aspekt gegenüber voreingenommen oder von vornherein abgeneigt nicht nur willkürlich sondern implizit fast schon perfide. Schließlich behauptest du, dass der von dir sog. „jüdische Schlag“ für alles evolutionäre herangezogen werden müsse. Bravo! Jetzt sollte ich – politisch unkorrekt – wohl dagegen argumentieren…und hoppla, ein Schelm, wer böses denkt, hätten wir einen wahrhaften Antisemiten mehr…bei aller Liebe, so nicht…
Gestattet sei darüber hinaus die äußerst unwissenschaftliche Frage, welchen Weg die menschliche Evolution genommen hätte, wäre Rom und sein Vermächtnis nicht sukzessive christianisiert worden…das zieht unweigerlich einen langen Rattenschwanz an relevanten Fragen nach sich...
Lieber Hr. Blume, sicherlich würde ich in einer wissenschaftlichen Arbeit keine undifferenzierten Plattitüden in Form von „Monotheismus ist oder ist nicht XY“ zum Besten geben. Einzig und allein mein Anliegen war es, konstruktive Kritik zu üben, und auf einen Umstand hinweisen, der meines Erachtens bei evolutionswissenschaftlichen Fragestellungen innerhalb unseres Faches nicht fehlen sollte: die von mir genannte Destruktivität von „Religion“. Dass ich die harte empirische und religionsgeschichtliche Arbeit damit nicht unterminieren wollte versteht sich von selbst…Vielleicht fällt mir noch eine geeignete Fragestellung bis zum Beginn des Seminars ein. Vorerst aber besten Dank für ihre kurze aber sehr gezielte Stellungnahme…auch wenn ich mich wiederholen sollte: der Lerneffekt solchen Austausches ist kaum überzubewerten – mehr davon!!!
Thorsten Reuter
blume-religionswissenschaft - 10. Okt, 16:54
Sind uns einig..!
Lieber Herr Reuter,
ich habe Ihre Frage auch als sehr wohltuend und differenziert empfunden - gar nicht als platt! Und die Frage nach dem auch destruktiven Potential von Religion ist (auch empirisch) völlig gerechtfertigt!
Meine Sorge richtete sich tatsächlich vor allem dahin, dass m.E. vorschnelle Essentialisierungen (wie "jüdischer Monotheismus" -> "IQ-Evolution") Interessenten verwirren könnten. Daher sind wir, glaube ich, völlig einer Meinung: gerade im interdisziplinären Bereich ist große Sorgfalt bei der Verwendung von Begriffen und beim Erstellen von Theorien angebracht. Es ist m.E. völlig richtig, dass die Religionswissenschaft von der Biologie lernen kann (und Ingo und andere Soziobiologen sind brillante Gesprächspartner!!!), aber eben auch, dass es unsere Aufgabe ist, auch die Biologie auf die Komplexität von Religiosität, Spiritualität etc. hinzuweisen und vor vorschnellen Thesen zu warnen. Ich stehe begeistert für diesen Dialog, möchte aber auch, dass er seriös, empirisch begründet und fachlich ausgeglichen bleibt.
Auf Ihre Teilnahme freue ich mich sehr!
Michael Blume
ich habe Ihre Frage auch als sehr wohltuend und differenziert empfunden - gar nicht als platt! Und die Frage nach dem auch destruktiven Potential von Religion ist (auch empirisch) völlig gerechtfertigt!
Meine Sorge richtete sich tatsächlich vor allem dahin, dass m.E. vorschnelle Essentialisierungen (wie "jüdischer Monotheismus" -> "IQ-Evolution") Interessenten verwirren könnten. Daher sind wir, glaube ich, völlig einer Meinung: gerade im interdisziplinären Bereich ist große Sorgfalt bei der Verwendung von Begriffen und beim Erstellen von Theorien angebracht. Es ist m.E. völlig richtig, dass die Religionswissenschaft von der Biologie lernen kann (und Ingo und andere Soziobiologen sind brillante Gesprächspartner!!!), aber eben auch, dass es unsere Aufgabe ist, auch die Biologie auf die Komplexität von Religiosität, Spiritualität etc. hinzuweisen und vor vorschnellen Thesen zu warnen. Ich stehe begeistert für diesen Dialog, möchte aber auch, dass er seriös, empirisch begründet und fachlich ausgeglichen bleibt.
Auf Ihre Teilnahme freue ich mich sehr!
Michael Blume



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