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Dienstag, 25. September 2007

Der Besuch Christi durch die heiligen drei Könige - Eine Berührung von Zoroastrismus, Juden- und Christentum

Für viele ist der Mythos der Sterndeuter, Könige oder gar Magier, die den neu geborenen Jesus aufsuchten, immer noch wenig mehr als eine nette Geschichte für Kinder.

Dagegen stellte die Geschichte für christliche Theologen aller Zeiten schon immer eine Herausforderung - und Chance dar. Warum konnten Nichtjuden mehr über einen kommenden Messias wissen als die lokalen Schriftgelehrten? Warum leitete ein Stern zu ihm - und warum war sein Weg nur von Sternkundigen aus Babylon zu erkennen? Und warum wurden die Aufsuchenden nicht getauft?

Im Rahmen eines Blogeintrags lassen sich diese spannenden Fragen natürlich nicht erschöpfend bearbeiten. Aber es lässt sich aufzeigen, dass zunehmend unterschiedliche Forschungsstränge eine gemeinsame Entdeckung aufzeigen, die der folgende Filmbeitrag sehr schön zusammenfasst.



1. Der Zoroastrismus, eine außerordentlich langlebige und vielfältige Religion, beeinflußte das Juden- und das Christentum zutiefst. Die wechselseitigen Einflüsse sind nicht nur religionshistorisch, sondern auch theologisch augenfällig: so ist der erste Gesalbte (Messias!) der Bibel der zoroastrische König Kyros II.. Er erlaubte den Juden die Rückkehr nach Jerusalem und förderte den Wiederaufbau des Tempels, zumal er die Verehrung des gleichen Gottes durch Zoroastrismus und Judentum annahm.

2. Ein sichtbares Sternereignis wie ein Komet wären für jedermann sichtbar gewesen. Historische Astronomen wie Konradin Ferrari d'Occhieppo haben jedoch darauf hingewiesen, dass Inhalte der babylonisch-zoroastrischen Sterndeutertradition auf die Geburt eines Heilsbringers in Judäa hinwiesen - und dass also tatsächlich eine Konvergenz hätte existieren können. (Ein Vortrag von Rainer Gerhards dazu hier.)

3. Nach jüdischem Glauben können auch Andersglaubende an Wahrheit und Erlösung anteil haben - eine Einsicht, der sich auch die christliche Theologie wieder zunehmend öffnet.
Dass Andersglaubende, ja Gelehrte anderer religiöser Traditionen Zugang zu Gott finden und damit auch Lehrer sein können, ist also keineswegs eine neuzeitliche Erfindung. Mindestens in der Vorstellung auch der frühen Christen war sie eine Realität, die auf Jesus Christus hinwies.

Die Religionen der Welt, sie haben einander immer auch beeinflusst, angereichert und vertieft. Und wenn man sie richtig und ernsthaft liest, wird die Geschichte der Heiligen drei Könige plötzlich auch für Erwachsene wieder ganz spannend...

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Thomas (Gast) - 26. Sep, 11:03

Auf eine interessante Geschichte in diesem Zusammenhang bin ich auch vor ein paar Tagen gestoßen. Es ging um den Auslöser ab wann einer der Heiligen Drei Könige mit schwarzer Hautfarbe in der Kunst dargestellt wurde. Auslöser war die Suche nach dem legendären Priesterkönig Johannes in Afrika, nachdem man ihn in Asien nicht gefunden hatte.

Will sagen, es ist schon richtig. Oft stecken die interessantesten Geschichten auch hinter Dingen, die tatsächlich inzwischen eher auf eine folklorisitische Tradition zurückgegangen sind. Wie z.B. die am 6. Januar durchs Land ziehende Sternsinger.

Ja...

...der Alltag birgt die Geschichten! Und allein wenn ich mir schon die lokale Vielfalt anschaue, wird klar: Das wird kein Mensch je alles erforschen und erzählen können. Was aber nicht heißt, dass wir uns nicht hin und wieder auf das eine oder andere Geheimnis einlassen können.

Sobald das Wetter wieder etwas herbstlicher wird, folgen neue Beiträge zu Weihnachtstraditionen! :-)

Dr. Blume

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Diese neu erstellte Grafik zeigt an, mit wie vielen Kindern Männer zwischen 35 und 46 Jahren in Schweizer Großstädten je in den Volkszählungen 1970, 80, 90 und 2000 in einem Haushalt lebten. Man beachte die Unterschiede, z.B. den stabilen Verlauf der jüdischen Demografie (oben, rot) und die durchgängig schwache Performance der Konfessionslosen (unten, schwarz). Klick führt zum Gesamtskript des Vortrages.

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