Islam und Demokratie: Ein US-Konvertit wird demokratischer Kongressabgeordneter und schwört auf den Koran
In seiner Ausgabe 39/2007 überraschte das traditionall amerika- und religionskritische Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" seine Leser mit einem Artikel über Muslime in den USA namens "Die besseren Amerikaner".
Darin stellte er dar, dass die Integration der Muslime in den USA besser gelingt als in Europa - und zwar offensichtlich nicht trotz, sondern wegen der größeren Religiosität und Vielfalt in den USA. Entsprechend reicht die Bandbreite auch in der Politik vom fundamentalistischen Senator bis zu Staatssenator Ernie Chambers, der in einem Mediencoup als bekennender Atheist unlängst Gott auf Unterlassung verklagte.
So verzeichnete der letzte US-Kongress unter anderem 16 mormonische, 21 lutheranische, 37 jüdische, 50 presbyterianische, 63 methodistische. 72 baptistische und 153 katholische Abgeordnete - und seit der letzten Wahl auch einen Muslim, der bei seiner Amtseinführung auf den Koran schwor.

Der symbolträchtige Schwur erfolgte dabei auf eine Ausgabe des Quran, die bereits US-Präsident Thomas Jefferson gehört hatte.
Keith Ellison wurde in Minnesota in einem überwiegend katholisch-"weißen" Wahlbezirk gewählt. Er entstammt einer afroamerikanischen, katholischen Familie und konvertierte im Alter von 19 Jahren zum Islam. Nach einer radikaleren Anfangsphase, in der er der Nation of Islam nahestand, engagierte er sich bei den Demokraten und erwarb sich schließlich auch das Vertrauen christlicher und auch jüdischer Freunde, die ihn auch im Wahlkampf unterstützen.
Obwohl (und weil) er vor allem über islamophobe Blogs attackiert wurde, orientierte Ellison seinen Wahlkampf erheblich auf das Internet, trat für Frieden, das Miteinander der Religionen und eine multilaterale Außenpolitik ein - und gewann. Anbei ein Blog-Interview von ihm:
Mein persönliches Fazit: Nur totalitäre Ideologien können eine fehler- und widerspruchslose Zukunft versprechen, die Demokratie ist dagegen ehrlicher. Deswegen kann und wird es ihr gelingen, ein friedliches Zusammenleben der Religionen auf den Weg zu bringen - so laut die Extremisten sowohl islamischen wie islamophoben Hintergrunds auch toben. Und was Wert und Macht der Freiheit angeht können auch wir Europäer dabei durchaus auch von den USA noch lernen. Wie die anderen Weltreligionen auch kann sich der Islam in demokratischem Rahmen freiheitlich entfalten - und wieder wichtige Beiträge zur Entwicklung der Menschheit leisten, wie es die islamische Welt bis ins hohe Mittelalter schon einmal vollbracht hat. Die Zukunft liberaler Gesellschaften wird religiös vielfältig sein - und das ist gut so!
Darin stellte er dar, dass die Integration der Muslime in den USA besser gelingt als in Europa - und zwar offensichtlich nicht trotz, sondern wegen der größeren Religiosität und Vielfalt in den USA. Entsprechend reicht die Bandbreite auch in der Politik vom fundamentalistischen Senator bis zu Staatssenator Ernie Chambers, der in einem Mediencoup als bekennender Atheist unlängst Gott auf Unterlassung verklagte.
So verzeichnete der letzte US-Kongress unter anderem 16 mormonische, 21 lutheranische, 37 jüdische, 50 presbyterianische, 63 methodistische. 72 baptistische und 153 katholische Abgeordnete - und seit der letzten Wahl auch einen Muslim, der bei seiner Amtseinführung auf den Koran schwor.

Der symbolträchtige Schwur erfolgte dabei auf eine Ausgabe des Quran, die bereits US-Präsident Thomas Jefferson gehört hatte.
Keith Ellison wurde in Minnesota in einem überwiegend katholisch-"weißen" Wahlbezirk gewählt. Er entstammt einer afroamerikanischen, katholischen Familie und konvertierte im Alter von 19 Jahren zum Islam. Nach einer radikaleren Anfangsphase, in der er der Nation of Islam nahestand, engagierte er sich bei den Demokraten und erwarb sich schließlich auch das Vertrauen christlicher und auch jüdischer Freunde, die ihn auch im Wahlkampf unterstützen.
Obwohl (und weil) er vor allem über islamophobe Blogs attackiert wurde, orientierte Ellison seinen Wahlkampf erheblich auf das Internet, trat für Frieden, das Miteinander der Religionen und eine multilaterale Außenpolitik ein - und gewann. Anbei ein Blog-Interview von ihm:
Mein persönliches Fazit: Nur totalitäre Ideologien können eine fehler- und widerspruchslose Zukunft versprechen, die Demokratie ist dagegen ehrlicher. Deswegen kann und wird es ihr gelingen, ein friedliches Zusammenleben der Religionen auf den Weg zu bringen - so laut die Extremisten sowohl islamischen wie islamophoben Hintergrunds auch toben. Und was Wert und Macht der Freiheit angeht können auch wir Europäer dabei durchaus auch von den USA noch lernen. Wie die anderen Weltreligionen auch kann sich der Islam in demokratischem Rahmen freiheitlich entfalten - und wieder wichtige Beiträge zur Entwicklung der Menschheit leisten, wie es die islamische Welt bis ins hohe Mittelalter schon einmal vollbracht hat. Die Zukunft liberaler Gesellschaften wird religiös vielfältig sein - und das ist gut so!
blume-religionswissenschaft - 23. Sep, 00:46
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