Verschärfung des sog. Gotteslästerungsparagrafen? Muhammadkarikaturen, Popetown & Co.
Auf Verblüffung sind Medienberichte gestossen, wonach Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) einen Gesetzesvorschlag zur Verschärfung § 166 StGB vorgelegt habe, um Sendungen wie die gegen die katholische Kirche gerichtete "Popetwon" zukünftig zu verhindern. Mancher reibt sich verblüfft die Augen: Das Einfordern des Schutzes von religiösen Gefühlen - war das nicht vor allem eine Forderung von Muslimen gewesen? Die Diskussion wird auch dadurch verkompliziert, dass vor einigen Wochen ein schwedischer Karikaturist den islamischen Propheten, aber auch Juden und Jesus gezielt verhöhnte, wovon sich die schwedische Regierung inzwischen distanzierte. Angesichts diesmal völlig unübersichtlicher Fronten wagen sich so bisher wenige Kommentatoren auf das Eis eigener Meinungsäußerungen.
Dem Umstand, dass tatsächlich nicht nur Muslime den Umgang "des Westens" mit religiösen Persönlichkeiten und Symbolen als respektlos empfinden, begegnete ich bei der Auswertung internationaler Befragungen zur Krise um die Muhammad-Karikaturen.

Zwischen nichtmuslimischen Europäern und Muslimen weltweit (auch in Europa) besteht ein deutlicher Dissens darüber, wer für die Eskalation um die Muhammad-Karikaturen verantwortlich sei. Allerdings tendieren auch Dritte, z.B. das mehrheitlich hinduistische Indien mit einer reichen Bilderkultur durchaus in Spannung zu den Tabus der islamischen Minderheit, dennoch deutlich eher dazu, der "Respektlosigkeit des Westens" die Schuld zu geben.
Das muss kein Argument für Verbote sein. Aber ein Nachdenken über den Zusammenhang von Freiheit und Verantwortung und darüber, was auch Anhänger anderer Religionen als des Islam "im Westen" vermissen, welcher Eindruck in anderen Erdteilen über "westliche" Kultur herrscht und wie dieser gerade auch reformorientierte Kräfte in diesen Ländern schwächen kann, schiene doch wichtig. Es wäre einfach gut, wenn Diskussionen auch dann Platz fänden, wenn es nicht um das Bedienen von Klischees und Feindbildern geht, sondern um echtes, gegenseitiges Verstehen zwischen religiösen und nichtreligiösen Menschen.
Dem Umstand, dass tatsächlich nicht nur Muslime den Umgang "des Westens" mit religiösen Persönlichkeiten und Symbolen als respektlos empfinden, begegnete ich bei der Auswertung internationaler Befragungen zur Krise um die Muhammad-Karikaturen.

Zwischen nichtmuslimischen Europäern und Muslimen weltweit (auch in Europa) besteht ein deutlicher Dissens darüber, wer für die Eskalation um die Muhammad-Karikaturen verantwortlich sei. Allerdings tendieren auch Dritte, z.B. das mehrheitlich hinduistische Indien mit einer reichen Bilderkultur durchaus in Spannung zu den Tabus der islamischen Minderheit, dennoch deutlich eher dazu, der "Respektlosigkeit des Westens" die Schuld zu geben.
Das muss kein Argument für Verbote sein. Aber ein Nachdenken über den Zusammenhang von Freiheit und Verantwortung und darüber, was auch Anhänger anderer Religionen als des Islam "im Westen" vermissen, welcher Eindruck in anderen Erdteilen über "westliche" Kultur herrscht und wie dieser gerade auch reformorientierte Kräfte in diesen Ländern schwächen kann, schiene doch wichtig. Es wäre einfach gut, wenn Diskussionen auch dann Platz fänden, wenn es nicht um das Bedienen von Klischees und Feindbildern geht, sondern um echtes, gegenseitiges Verstehen zwischen religiösen und nichtreligiösen Menschen.
blume-religionswissenschaft - 10. Sep, 20:56
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