Sind Familienrollen angeboren?
Ingo vom Blog Studium Generale hat heute im Rahmen einer Diskussion um den Zusammenhang von Integration, Demografie und Religionspolitikdie These aufgeworfen, "daß offenbar bei Kindern das Bild der traditionellen Familie "Vater, Mutter, Kind", "Vater verdient Geld, Mutter kocht", also ganz archaische Sachen ANGEBOREN sind." (Hervorhebung im Original)
Diese Aussage fand ich so interessant, dass ich ihr einen ethnologisch orientierten Blogeintrag auf Basis der sehr lesenswerten Cambridge Endyclopedia of Hunters and Gatherers widmen möchte.
Vorab: Der evolutionsbiologische Befund
Zunächst: es ist biologisch offensichtlich und unstrittig, dass sich Männer und Frauen auch im Hinblick auf ihr Sexualverhalten unterscheiden.
Ein evolutionsbiologischer Hinweis auf eine aber sogar wachsende Bedeutung der einzelnen Frauen im arbeitsteiligen Gefüge bildet der abnehmende Größenunterschied (Geschlechtsdimorphismus) ab Homo erectus. Die Größen- und Gewichtsverhältnisse von Menschenfrauen und -männern glichen sich also tendenziell an (etwa im Vergleich zu Gorillas). Auch dies deutet darauf hin, dass nicht mehr nur Männer primär körperlich untereinander um einen möglichst großen "Harem" konkurrierten , sondern die Eigenwahl der Frauen (die stärker an anderen Vorzuügen als nur an Körperkraft orientiert war) an Bedeutung gewann.
Der ethnologische Befund
Abgesehen davon, dass natürlich Wildbeuterkulturen aus sich heraus noch keine Geldwirtschaft entwickelt haben, ist der Befund eindeutig: in allen noch existierenden Wildbeuterkulturen gibt es familienbezogen eine Arbeitsteilung, in jedem Fall sind die Frauen dabei über ihre Mutterrolle hinaus jedoch ebenfalls tätig ("berufstätig"), so in der Herstellung von Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen, vor allem aber als Sammlerinnen und nicht selten gar als Mit-Jägerinnen. So betätigen sich bei fast allen Wildbeuterkulturen auch die Männer als Sammler, und umgekehrt jagen z.B. San-Frauen auch regelmäßig Kleintiere oder nehmen (so bei den Aka) auch vollwertige Jäger-Rollen ein.
Im Gegensatz zu populären Annahmen trägt das Sammeln dabei meist hauptsächlich zur Ernährung bei - es ist eher die (überwiegend männliche) Jagd auf Großtiere, die die Speisepläne um nur geringe, aber wichtige Anteile ergänzt.
Ganz klar ist auch der ethnologische Befund im Hinblick auf die Kindererziehung: vor allem bei den Kleinkindern während der Zeit des Stillens spielt die Mutter noch eine zentrale Rolle (stärker als der Vater), später aber wird Kindererziehung gemeinschaftlich organisiert. Es kommt innerhalb der Wildbeuter-Kleingruppen nicht vor, dass die Kinder in voneinander getrennten Kernfamilien praktisch ausschließlich von ihrer eigenen Mutter bzw. den eigenen Eltern betreut und erzogen werden. Stattdessen spielen und lernen die Kinder und Heranwachsenden miteinander und werden reihum von verschiedenen Erwachsenen beaufsichtigt bzw. unterwiesen. Auch noch in den agrarisch geprägten Kulturen Afrikas haben sich daher Sprichworte wie "Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf" gehalten.
Fazit: Arbeitsteilung, aber flexibel
Wir können also davon ausgehen, dass sich auch in unserer Evolutionsgeschichte Veranlagungen zu flexibler Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern entfaltet haben. Die seit dem 17. Jahrhundert auftretende Alleinverdiener-Ehe, in der die Männer nahezu allein für den "Nahrungserwerb" zuständig sind und die Kinder überwiegend im Bereich der Haus-Mutter verbleiben, ist aber nur eine mögliche Konkretion, andere Arbeitsverteilungen sind möglich. Zum Erfolgsrezept des Menschen gehört offensichtlich gerade seine Flexibilität, die es ihm ermöglichte, sich in unterschiedliche Lebenswelten einzufügen.
Gerade auf diese Fähigkeit dürfte es also heute ankommen: der Mensch hat sich eigene Lebensumwelten geschaffen, die massiv von denen abweichen, die uns über Tausende von Generationen hinweg geprägt haben.
Wir tun also gut daran, evolutiv gewachsene Unterschiede einerseits nicht ideologisch zu leugnen, sie aber vor allem nicht als Ausrede gelten zu lassen, auch immer wieder neue Wege des Miteinanders auszuprobieren. Ebensowenig wie auf eine ernsthaft gelesene Bibel können sich Befürworter starrer Familienmodelle also auch nicht wirklich auf die Evolutionsgeschichte berufen. Eher ist (auch durch die weitgehende Verdrängung des für Frauenrechte eintretenden Mit-Entdeckers der Evolutionstheorie Alfred Russel Wallace) die auch eigenständige Bedeutung der Frauen und flexiblen Familienformen in der Evolutionsgeschichte des Menschen unterschätzt worden.
Wer also dem "natürlichen" Erfolgsmodell der menschlichen Evolution folgen will, der liegt mit der Förderung von Wahlfreiheit und also Vielfalt an Familienformen richtig. Der Mensch wurde zum Mensch, weil bei ihm das Bewahren nicht mehr absolut war, sondern auch immer das Experiment als Möglichkeit der Entdeckung offenließ. Damit konnten sich Generationen von Familien immer wieder neu auf die Welt um sich herum einstellen.
Diese Aussage fand ich so interessant, dass ich ihr einen ethnologisch orientierten Blogeintrag auf Basis der sehr lesenswerten Cambridge Endyclopedia of Hunters and Gatherers widmen möchte.
Vorab: Der evolutionsbiologische Befund
Zunächst: es ist biologisch offensichtlich und unstrittig, dass sich Männer und Frauen auch im Hinblick auf ihr Sexualverhalten unterscheiden.
Ein evolutionsbiologischer Hinweis auf eine aber sogar wachsende Bedeutung der einzelnen Frauen im arbeitsteiligen Gefüge bildet der abnehmende Größenunterschied (Geschlechtsdimorphismus) ab Homo erectus. Die Größen- und Gewichtsverhältnisse von Menschenfrauen und -männern glichen sich also tendenziell an (etwa im Vergleich zu Gorillas). Auch dies deutet darauf hin, dass nicht mehr nur Männer primär körperlich untereinander um einen möglichst großen "Harem" konkurrierten , sondern die Eigenwahl der Frauen (die stärker an anderen Vorzuügen als nur an Körperkraft orientiert war) an Bedeutung gewann.
Der ethnologische Befund
Abgesehen davon, dass natürlich Wildbeuterkulturen aus sich heraus noch keine Geldwirtschaft entwickelt haben, ist der Befund eindeutig: in allen noch existierenden Wildbeuterkulturen gibt es familienbezogen eine Arbeitsteilung, in jedem Fall sind die Frauen dabei über ihre Mutterrolle hinaus jedoch ebenfalls tätig ("berufstätig"), so in der Herstellung von Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen, vor allem aber als Sammlerinnen und nicht selten gar als Mit-Jägerinnen. So betätigen sich bei fast allen Wildbeuterkulturen auch die Männer als Sammler, und umgekehrt jagen z.B. San-Frauen auch regelmäßig Kleintiere oder nehmen (so bei den Aka) auch vollwertige Jäger-Rollen ein.
Im Gegensatz zu populären Annahmen trägt das Sammeln dabei meist hauptsächlich zur Ernährung bei - es ist eher die (überwiegend männliche) Jagd auf Großtiere, die die Speisepläne um nur geringe, aber wichtige Anteile ergänzt.
Ganz klar ist auch der ethnologische Befund im Hinblick auf die Kindererziehung: vor allem bei den Kleinkindern während der Zeit des Stillens spielt die Mutter noch eine zentrale Rolle (stärker als der Vater), später aber wird Kindererziehung gemeinschaftlich organisiert. Es kommt innerhalb der Wildbeuter-Kleingruppen nicht vor, dass die Kinder in voneinander getrennten Kernfamilien praktisch ausschließlich von ihrer eigenen Mutter bzw. den eigenen Eltern betreut und erzogen werden. Stattdessen spielen und lernen die Kinder und Heranwachsenden miteinander und werden reihum von verschiedenen Erwachsenen beaufsichtigt bzw. unterwiesen. Auch noch in den agrarisch geprägten Kulturen Afrikas haben sich daher Sprichworte wie "Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf" gehalten.
Fazit: Arbeitsteilung, aber flexibel
Wir können also davon ausgehen, dass sich auch in unserer Evolutionsgeschichte Veranlagungen zu flexibler Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern entfaltet haben. Die seit dem 17. Jahrhundert auftretende Alleinverdiener-Ehe, in der die Männer nahezu allein für den "Nahrungserwerb" zuständig sind und die Kinder überwiegend im Bereich der Haus-Mutter verbleiben, ist aber nur eine mögliche Konkretion, andere Arbeitsverteilungen sind möglich. Zum Erfolgsrezept des Menschen gehört offensichtlich gerade seine Flexibilität, die es ihm ermöglichte, sich in unterschiedliche Lebenswelten einzufügen.
Gerade auf diese Fähigkeit dürfte es also heute ankommen: der Mensch hat sich eigene Lebensumwelten geschaffen, die massiv von denen abweichen, die uns über Tausende von Generationen hinweg geprägt haben.
Wir tun also gut daran, evolutiv gewachsene Unterschiede einerseits nicht ideologisch zu leugnen, sie aber vor allem nicht als Ausrede gelten zu lassen, auch immer wieder neue Wege des Miteinanders auszuprobieren. Ebensowenig wie auf eine ernsthaft gelesene Bibel können sich Befürworter starrer Familienmodelle also auch nicht wirklich auf die Evolutionsgeschichte berufen. Eher ist (auch durch die weitgehende Verdrängung des für Frauenrechte eintretenden Mit-Entdeckers der Evolutionstheorie Alfred Russel Wallace) die auch eigenständige Bedeutung der Frauen und flexiblen Familienformen in der Evolutionsgeschichte des Menschen unterschätzt worden.
Wer also dem "natürlichen" Erfolgsmodell der menschlichen Evolution folgen will, der liegt mit der Förderung von Wahlfreiheit und also Vielfalt an Familienformen richtig. Der Mensch wurde zum Mensch, weil bei ihm das Bewahren nicht mehr absolut war, sondern auch immer das Experiment als Möglichkeit der Entdeckung offenließ. Damit konnten sich Generationen von Familien immer wieder neu auf die Welt um sich herum einstellen.
blume-religionswissenschaft - 12. Jul, 19:13
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Nachtblau - 12. Jul, 21:14
In Psychologie zu Geschlechtsidentität durfte ich lernen, dass das traditionelle Familienbild bei Kindern zwar vorherrscht, dies aber dadurch zustande kommt, dass im Fernsehen, in Büchern etc. hauptsächlich dieses Bild von Familie vorherrscht. Und mit einiger Beobachtung ist das gar nicht mal so abwegig.
blume-religionswissenschaft - 13. Jul, 07:37
Ja, es ist zwar sicher nicht...
...frei formbar (wie jeder merkt, der Kinder beiderlei Geschlechts erzieht), aber eben auch nicht "starr" im Sinne einer Fixierung auf nur "ein" Familienbild. So fangen Mädchen durchschnittlich früher zu sprechen an, achten stärker auf Farben, spielen meist lieber Prinzessin (und Jungs mit Autos) usw. - aber sind damit nicht auf nur häusliche Rollen determiniert, wie uns derzeit ja unter anderem auch Frau Merkel und Frau von der Leyen vorleben. (Ein Teil der irrationalen Wut, mit der sie immer wieder konfrontiert werden, hat m.E. auch damit zu tun - sie stellen bequeme Denkmuster einfach durch ihr Da-Sein und ihren Erfolg in Frage.)
Evolutorisch wäre Inflexibilität auch fatal gewesen, schließlich kam (und kommt!) es darauf an, auch immer wieder einerseits Bewährtes zu bewahren, andererseits Neues zu bewältigen. Schon jede Region, Klimazone und schließlich Zeit konnte da ihre ganz eigenen Antworten verlangen, von den rasch wechselnden Zuständen nach der Seßhaftigkeit ganz abgesehen.
Letztlich gilt m.E. auch hier der liberale Grundsatz: vor allem die Familien selbst sind in der Lage, den für sie richtigen Weg zu finden. Deswegen ist echte Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Modellen der Arbeitsteilung (Alleinverdiener, Doppelverdiener, einer oder beide Teilzeit etc.) nicht nur "natürlich", sondern auch demografisch klug.
Was meinst Du?
Herzliche Grüße!
Michael
Evolutorisch wäre Inflexibilität auch fatal gewesen, schließlich kam (und kommt!) es darauf an, auch immer wieder einerseits Bewährtes zu bewahren, andererseits Neues zu bewältigen. Schon jede Region, Klimazone und schließlich Zeit konnte da ihre ganz eigenen Antworten verlangen, von den rasch wechselnden Zuständen nach der Seßhaftigkeit ganz abgesehen.
Letztlich gilt m.E. auch hier der liberale Grundsatz: vor allem die Familien selbst sind in der Lage, den für sie richtigen Weg zu finden. Deswegen ist echte Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Modellen der Arbeitsteilung (Alleinverdiener, Doppelverdiener, einer oder beide Teilzeit etc.) nicht nur "natürlich", sondern auch demografisch klug.
Was meinst Du?
Herzliche Grüße!
Michael
Nachtblau - 13. Jul, 13:00
Aber man muss sich schon fragen: spielen Jungen deswegen lieber mit Autos, weil sie schon von klein auf Autos geschenkt bekommen, und spielen Mädchen deswegen gern Prinzessin in einer rosa Traumwelt, weil sie als Babies in rosa Strampler gesteckt wurden? Mag sein dass es eine gewissen Affinität gibt, aber entscheidend ist glaube ich in diesem Falle eher die Prägung durch Erziehung und Umwelt, was natürlich schamlos ausgenutzt werden kann, Jungs zu harten Arbeitern und Mädchen zu braven Hausfrauen zu erziehen.
Mit den beiden Damen muss ich dir widersprechen, auch wenn beide vielleicht berufstätig und erfolgreich (?) sind, stellen sie für mich eine Verkörperung eines alten und überholten Frauenbildes dar.
Und für Wahlfreiheit der Arbeitsteilung sollte eigentlich der gesunde Menschenverstand sprechen. Aufpassen sollte man nur, dass zB bei Doppelverdienern die Kinder nicht zu kurz kommen.
Mit den beiden Damen muss ich dir widersprechen, auch wenn beide vielleicht berufstätig und erfolgreich (?) sind, stellen sie für mich eine Verkörperung eines alten und überholten Frauenbildes dar.
Und für Wahlfreiheit der Arbeitsteilung sollte eigentlich der gesunde Menschenverstand sprechen. Aufpassen sollte man nur, dass zB bei Doppelverdienern die Kinder nicht zu kurz kommen.
ingo_34 - 13. Jul, 13:41
...
... also ich sehe gar nicht, wo Du meiner These ausdrücklich widersprochen hast oder Fakten gebracht hast, die meiner These widersprechen.
Auch habe ich überhaupt nichts gegen die Art, wie sich Frau von der Leyen oder Frau Merkel die Verbindung von Privatleben und gesellschaftlichem (bzw. beruflichem) Engagement eingeteilt haben.
Es wird aber bisher immer noch zu wenig darüber nachgedacht, daß es sinnvoll ist, wenn Frauen ERST Kinder bekommen und DANN beruflich tätig werden, als umgekehrt. Also - Berufstätigkeit ja. Aber am besten, nachdem die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind.
Ich habe also nur etwas dagegen, wenn die von der Leyen's und Merkels zur gesellschaftlichen Norm erhoben werden sollen. Und dafür wird ja derzeit sozusagen sogar massiv "gehetzt", indem - zum Beispiel Desiree Nick (siehe Video auf meinen Blog) - pauschal abwertend davon spricht, daß sich Hausfrauen in ihrer Einbauch-Küche "verrammeln" würden.
So eine Hetze, schon allein eine solche abwertende Wortwahl habe ich gegen berufstätige Mütter oder gegen kinderlose Frauen noch nie gehört. Würde in der gleichen Art gegen diese gehetzt, wäre die Empörung wahrscheinlich groß. Aber ich finde auch das Umgekehrte als schlichtweg ungeheuerlich, als absurd und als massiv intolerant.
DIESE Hetze ist es, die die Wahlfreiheit verunmöglicht und sabotiert - schon allein auf psychischer Ebene. (Von anderem gar nicht zu reden.)
Der heutige Geburtenrückgang beruht größtenteils auf dem zurückgegangenen Anteil der kinderreichen Familien in unserer Gesellschaft, also jener Familien, die drei oder mehr Kinder haben. Dieser Anteil hat sich in den letzten Jahrzehnten halbiert.
Und ich möchte vermuten, daß diese Halbierung eine unmittelbare Folge solcher "Hetzerei" ist, eines solchen vergifteten Klimas. Auch einer Familienpolitik, die an alles denkt, nur nicht an kinderreiche Familien, deren Mütter gerne zu Hause bleiben.
Der Hauptgrund, daß heute 12 Millionen Deutsche sich ein Kind wünschen aber keines bekommen, liegt daran, daß sie nicht den geeigneten Lebenspartner haben. (Siehe mein Blog, Umfrage von Allensbach im Auftrag des Berlin-Instituts.) Warum ist denn das Verhältnis zwischen Mann und Frau heute in Deutschland offenbar so vergiftet? Warum kommt man nicht zusammen?
Könnte es nicht möglicherweise AUCH daran liegen, daß die ganze Fifty-/Fifty-Ideologie uns nicht mehr (psychisch) zu uns selbst finden läßt? Der Mann ist allein schon körperlich stärker und darum "Beschützer". Die Frau allein ist diejenige, die Kinder kriegen und stillen kann. Keiner will und/oder kann ohne den anderen. Also sollte man SINNVOLLE (mit der Biologie abgestimmte) geschlechtliche Arbeitsteilung zur gesellschaftlichen Norm erheben und nicht eine, die ganz offensichtlich fast einer Milliarden Jahre langen Evolution widerspricht.
Noch ein Argument was ziemlich krass ist. Charles Murray hat in "Human Accomplishment" (2003) herausgearbeitet, daß die großen Leistungen zur Menschheitskultur in ALLEN Kulturen weltweit zu mehr als 95 % von Männern erbracht worden sind, in ALLEN. Man sollte da also auch künftig nicht auf eine Fifty-Fifty-Verteilung hoffen oder auf diese hinarbeiten wollen.
Das heißt ja nicht, daß die restlichen drei oder fünf Prozent zu negieren wären. Ganz und gar nicht. Aber offenbar ist es eine menschliche Biologie, erhöhte Testosteron-Werte etc., die Männern - bei weitgehend gleichem IQ wie Frauen - viel mehr Ehrgeiz, Konkurrenz-Denken etc. "einflößen", was dann zu solchen Höchstleistungen führen mag.
Keiner all dieser Männer hätte das ohne seine Mutter und meistens auch nicht ohne ihn in der Ehe, in der Familie, in der Gesellschaft unterstützende und beratende Frauen geschafft. Hinter jedem erfolgreichen Mann, so sagt man ja, steht eine tüchtige Frau.
Also noch einmal: Auch künftig möchten wir eine Käthe Kollwitz haben, eine Madame Curie, eine Bertha von Suttner und wie sie alle heißen. Aber wir sollten nicht erwarten und zur gesellschaftlichen Norm erheben das langweilige, monokulturelle Fifty/Fifty.
Auch habe ich überhaupt nichts gegen die Art, wie sich Frau von der Leyen oder Frau Merkel die Verbindung von Privatleben und gesellschaftlichem (bzw. beruflichem) Engagement eingeteilt haben.
Es wird aber bisher immer noch zu wenig darüber nachgedacht, daß es sinnvoll ist, wenn Frauen ERST Kinder bekommen und DANN beruflich tätig werden, als umgekehrt. Also - Berufstätigkeit ja. Aber am besten, nachdem die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind.
Ich habe also nur etwas dagegen, wenn die von der Leyen's und Merkels zur gesellschaftlichen Norm erhoben werden sollen. Und dafür wird ja derzeit sozusagen sogar massiv "gehetzt", indem - zum Beispiel Desiree Nick (siehe Video auf meinen Blog) - pauschal abwertend davon spricht, daß sich Hausfrauen in ihrer Einbauch-Küche "verrammeln" würden.
So eine Hetze, schon allein eine solche abwertende Wortwahl habe ich gegen berufstätige Mütter oder gegen kinderlose Frauen noch nie gehört. Würde in der gleichen Art gegen diese gehetzt, wäre die Empörung wahrscheinlich groß. Aber ich finde auch das Umgekehrte als schlichtweg ungeheuerlich, als absurd und als massiv intolerant.
DIESE Hetze ist es, die die Wahlfreiheit verunmöglicht und sabotiert - schon allein auf psychischer Ebene. (Von anderem gar nicht zu reden.)
Der heutige Geburtenrückgang beruht größtenteils auf dem zurückgegangenen Anteil der kinderreichen Familien in unserer Gesellschaft, also jener Familien, die drei oder mehr Kinder haben. Dieser Anteil hat sich in den letzten Jahrzehnten halbiert.
Und ich möchte vermuten, daß diese Halbierung eine unmittelbare Folge solcher "Hetzerei" ist, eines solchen vergifteten Klimas. Auch einer Familienpolitik, die an alles denkt, nur nicht an kinderreiche Familien, deren Mütter gerne zu Hause bleiben.
Der Hauptgrund, daß heute 12 Millionen Deutsche sich ein Kind wünschen aber keines bekommen, liegt daran, daß sie nicht den geeigneten Lebenspartner haben. (Siehe mein Blog, Umfrage von Allensbach im Auftrag des Berlin-Instituts.) Warum ist denn das Verhältnis zwischen Mann und Frau heute in Deutschland offenbar so vergiftet? Warum kommt man nicht zusammen?
Könnte es nicht möglicherweise AUCH daran liegen, daß die ganze Fifty-/Fifty-Ideologie uns nicht mehr (psychisch) zu uns selbst finden läßt? Der Mann ist allein schon körperlich stärker und darum "Beschützer". Die Frau allein ist diejenige, die Kinder kriegen und stillen kann. Keiner will und/oder kann ohne den anderen. Also sollte man SINNVOLLE (mit der Biologie abgestimmte) geschlechtliche Arbeitsteilung zur gesellschaftlichen Norm erheben und nicht eine, die ganz offensichtlich fast einer Milliarden Jahre langen Evolution widerspricht.
Noch ein Argument was ziemlich krass ist. Charles Murray hat in "Human Accomplishment" (2003) herausgearbeitet, daß die großen Leistungen zur Menschheitskultur in ALLEN Kulturen weltweit zu mehr als 95 % von Männern erbracht worden sind, in ALLEN. Man sollte da also auch künftig nicht auf eine Fifty-Fifty-Verteilung hoffen oder auf diese hinarbeiten wollen.
Das heißt ja nicht, daß die restlichen drei oder fünf Prozent zu negieren wären. Ganz und gar nicht. Aber offenbar ist es eine menschliche Biologie, erhöhte Testosteron-Werte etc., die Männern - bei weitgehend gleichem IQ wie Frauen - viel mehr Ehrgeiz, Konkurrenz-Denken etc. "einflößen", was dann zu solchen Höchstleistungen führen mag.
Keiner all dieser Männer hätte das ohne seine Mutter und meistens auch nicht ohne ihn in der Ehe, in der Familie, in der Gesellschaft unterstützende und beratende Frauen geschafft. Hinter jedem erfolgreichen Mann, so sagt man ja, steht eine tüchtige Frau.
Also noch einmal: Auch künftig möchten wir eine Käthe Kollwitz haben, eine Madame Curie, eine Bertha von Suttner und wie sie alle heißen. Aber wir sollten nicht erwarten und zur gesellschaftlichen Norm erheben das langweilige, monokulturelle Fifty/Fifty.
ingo_34 - 13. Jul, 14:05
Ich bin übrigens hoch interessiert an dem neuen Buch von Heidi Keller "Cultures of Infancy", in dem DEINE behandelte Fragestellung auf neuestem Forschungsstand behandelt wird. Darüber wurde ja in "Geo" (letztes oder vorletztes Heft) schon - in Andeutungen - berichtet.
Der körperliche Kontakt ist zwischen Kindern und Mutter in Afrika viel ENGER als bei uns.
Auch hat sich die Kultur der Kinderbetreuung auch bei uns in den letzten Jahrzehnten offenbar deutlich verändert, war auch bei uns früher der körperliche Kontakt zwischen Eltern und Kindern enger als heute.
Auch sind Kinder in Afrika früher selbständig, können früher laufen und anderes.
Da IQ-Evolution ganz deutlich etwas mit Evolution von Kindheit zu tun hat (extra-uterines Frühjahr, Säugetiere haben größere Gehirne als Reptilien etc.), VERMUTE ich, daß sich auch die Mutter-Kind-Bindung angeborenermaßen zwischen den Völkern und Rassen unterscheidet ebenso wie der durchschnittliche IQ.
Das heißt: Längere Kindheits-Phasen und Abhängigkeiten von der Mutter bei HÖHEREM IQ. Weshalb es nicht unbedingt besonders richtig sein müßte, zum Beispiel afrikanische Kindheit auch für europäische Kinder zur Norm zu erheben. Ganz im Gegenteil: Nach allem, was wir wissen, favorisiert die Evolution - auch auf genetischer Ebene - Vielfalt, Andersartigkeit, Pluralismus.
Globale Monokultur auch in der Kinderbetreuung wird nicht das sein, was die Evolution "honorieren" wird. Deshalb stört mich auch immer, wenn man sagt, daß "deutsche Mutterbild" würde ein so großes Hindernis darstellen. Vielleicht, wahrscheinlich ist es genau gegenteilig. Jede Nation HAT und sollte haben: ihre eigenes Ideal, mit Kindern umzugehen.
Und man sollte sich dafür nicht verstecken, sondern man sollte stolz sein auf seine Andersartigkeit. Möglicherweise ist nämlich gerade diese Andersartigkeit die Speerspitze der Evolution. Jedenfalls ist Deutschland der Ort gewesen, in dem der bisher höchste IQ eines Volkes weltweit evoluierte. Das muß etwas zu bedeuten haben.
Der körperliche Kontakt ist zwischen Kindern und Mutter in Afrika viel ENGER als bei uns.
Auch hat sich die Kultur der Kinderbetreuung auch bei uns in den letzten Jahrzehnten offenbar deutlich verändert, war auch bei uns früher der körperliche Kontakt zwischen Eltern und Kindern enger als heute.
Auch sind Kinder in Afrika früher selbständig, können früher laufen und anderes.
Da IQ-Evolution ganz deutlich etwas mit Evolution von Kindheit zu tun hat (extra-uterines Frühjahr, Säugetiere haben größere Gehirne als Reptilien etc.), VERMUTE ich, daß sich auch die Mutter-Kind-Bindung angeborenermaßen zwischen den Völkern und Rassen unterscheidet ebenso wie der durchschnittliche IQ.
Das heißt: Längere Kindheits-Phasen und Abhängigkeiten von der Mutter bei HÖHEREM IQ. Weshalb es nicht unbedingt besonders richtig sein müßte, zum Beispiel afrikanische Kindheit auch für europäische Kinder zur Norm zu erheben. Ganz im Gegenteil: Nach allem, was wir wissen, favorisiert die Evolution - auch auf genetischer Ebene - Vielfalt, Andersartigkeit, Pluralismus.
Globale Monokultur auch in der Kinderbetreuung wird nicht das sein, was die Evolution "honorieren" wird. Deshalb stört mich auch immer, wenn man sagt, daß "deutsche Mutterbild" würde ein so großes Hindernis darstellen. Vielleicht, wahrscheinlich ist es genau gegenteilig. Jede Nation HAT und sollte haben: ihre eigenes Ideal, mit Kindern umzugehen.
Und man sollte sich dafür nicht verstecken, sondern man sollte stolz sein auf seine Andersartigkeit. Möglicherweise ist nämlich gerade diese Andersartigkeit die Speerspitze der Evolution. Jedenfalls ist Deutschland der Ort gewesen, in dem der bisher höchste IQ eines Volkes weltweit evoluierte. Das muß etwas zu bedeuten haben.
blume-religionswissenschaft - 14. Jul, 11:26
Hallo Nachtblau & Ingo!
Zunächst nochmal Zustimmung @Nachtblau: Wir dürfen bei allen (auch geschlechtsspezifischen) Veranlagungen des Menschen von einer Wechselwirkung aus Affinitäten und sozialen Rollen ausgehen. Wobei mich, nachdem ich es selbst staunend je mit einem Mädchen und Jungen erlebe habe, auch nicht mehr überrascht, dass Konzepte "geschlechtsneutraler" Erziehung gescheitert sind. Man bekommt außerordentlich individuelle, aber eben auch außerordentlich starke Persönlichkeiten - und keine "weißen Blätter", auf die man schreiben könne, was man wolle. Natürlich wird die Psychologie eher die "Formbarkeit" des Menschen betonen, aber die Pädagogik ist ja längst auf dem (m.E. richtigen) Weg, Menschen vor allem individuell, aber damit eben auch je nach ihren Veranlagungen zu fördern.
Und damit komme ich zum zweiten:
Du, @Nachtblau, hast das Familienbild von Merkel und von der Leyen als "überholt" bezeichnet, während @Ingo immer noch meint, die Hausfrau verteidigen zu müssen und "Fifty-Fifty" (wo habe ich das geschrieben?) als unrealistisch zu brandmarken.
Offen gesagt zeigt das m.E. unser Problem: anstatt tatsächlich Vielfalt und also real existierende Wahlfreiheit zu fördern und zuzulassen, besteht jeder auf seinem Familienbild und wertet je Anderslebende als "rückständig" oder "Rabeneltern" ab.
Ich würde mir wünschen, dass jedes Paar seine Kinder so bekommen und aufziehen kann, wie es das wünscht: sei es als Alleinverdiener, Fifty-Fifty, Doppelverdiener mit Kinderkrippe o.ä. Und ich finde, JEDE Entscheidung für Kinder hat unseren Respekt verdient und lehne daher die Häme sowohl gegen traditionelle wie moderne Paare ab. Und bisher ist es halt praktisch so, dass die Wahlfreiheit für viele mangels Betreuungsangeboten NICHT besteht. während andererseits die Unterstützung für Alleinverdienerehen statt an der Kinderzahl am Ehestand gemessen wird.
Bitte erlaubt mir den Hinweis, dass Ihr wahrscheinlich manches weniger einseitig sehen werdet, wenn Ihr selbst in der Situation seid, Kinder zu haben: denn in der Realität wechseln die Phasen, in denen mal eine(r) ganz zuhause bleibt, es Teilzeit- und Vollzeitarbeitsphasen gibt usw. Und ich kann Dir @Ingo nur darin zustimmen, dass es z.B. sehr klug sein könnte, Kinder auch schon während des Studiums oder der Promotion zu fördern - auch das ist bislang kaum vorgesehen, scheitert oft wiederum an Betreuungsangeboten (denn Wissenschaft braucht Zeit(!)).
Mein Plädoyer in Kürze: lasst uns doch einfach versuchen, "allen" Mut zu machen, die sich Kinder wünschen - welcher Weg auch individuell zu ihnen passen mag!
Alles Liebe
Michael
Und damit komme ich zum zweiten:
Du, @Nachtblau, hast das Familienbild von Merkel und von der Leyen als "überholt" bezeichnet, während @Ingo immer noch meint, die Hausfrau verteidigen zu müssen und "Fifty-Fifty" (wo habe ich das geschrieben?) als unrealistisch zu brandmarken.
Offen gesagt zeigt das m.E. unser Problem: anstatt tatsächlich Vielfalt und also real existierende Wahlfreiheit zu fördern und zuzulassen, besteht jeder auf seinem Familienbild und wertet je Anderslebende als "rückständig" oder "Rabeneltern" ab.
Ich würde mir wünschen, dass jedes Paar seine Kinder so bekommen und aufziehen kann, wie es das wünscht: sei es als Alleinverdiener, Fifty-Fifty, Doppelverdiener mit Kinderkrippe o.ä. Und ich finde, JEDE Entscheidung für Kinder hat unseren Respekt verdient und lehne daher die Häme sowohl gegen traditionelle wie moderne Paare ab. Und bisher ist es halt praktisch so, dass die Wahlfreiheit für viele mangels Betreuungsangeboten NICHT besteht. während andererseits die Unterstützung für Alleinverdienerehen statt an der Kinderzahl am Ehestand gemessen wird.
Bitte erlaubt mir den Hinweis, dass Ihr wahrscheinlich manches weniger einseitig sehen werdet, wenn Ihr selbst in der Situation seid, Kinder zu haben: denn in der Realität wechseln die Phasen, in denen mal eine(r) ganz zuhause bleibt, es Teilzeit- und Vollzeitarbeitsphasen gibt usw. Und ich kann Dir @Ingo nur darin zustimmen, dass es z.B. sehr klug sein könnte, Kinder auch schon während des Studiums oder der Promotion zu fördern - auch das ist bislang kaum vorgesehen, scheitert oft wiederum an Betreuungsangeboten (denn Wissenschaft braucht Zeit(!)).
Mein Plädoyer in Kürze: lasst uns doch einfach versuchen, "allen" Mut zu machen, die sich Kinder wünschen - welcher Weg auch individuell zu ihnen passen mag!
Alles Liebe
Michael
Nachtblau - 14. Jul, 12:18
Es geht mir in dem Fall nicht darum, wie die Kinder großgeworden sind, sondern das, was hinter den beiden Frauen in den Köpfen steckt. Beide Damen tun so, als wären sie der Inbegriff emanzipatorischen Erfolges, dabei handeln beide nach Mustern eines Hausmütterchens, das immer schön brav ja und Amen zu allem sagt, was der Haushaltsvorstand so von sich gibt. Emanzipation hat nichts mit der Berufswahl, dem beruflichen Erfolg oder der Art und Weise, wie man seine Kinder aufzieht, zu tun, sondern steckt einzig und alleine im Kopf. Und solange die Köpfe noch voll von patriarchalem Geschwafel sind, wird es eine echte Wahlfreiheit in Sachen Familie und Kinder nicht geben.
blume-religionswissenschaft - 14. Jul, 14:49
Echt?
Hallo @Nachtblau. Ist das wirklich Dein Eindruck von Merkel und von der Leyen? Weisst Du, gegen wie viele Männer (darunter bekennende "Alpha-Männer" wie Gerhard Schröder oder Joschka Fischer, die auch je mehrfach ihre Frauen gegen jüngere "eingetauscht" hatten oder Edmund Stoiber, der sie einst zum "Frühstück nach Wolfratshausen" antanzen ließ) sich Angela Merkel durchgesetzt hat? Den Vorwurf, sie lasse sich von ihrem Ehemann dominieren (der beim letzten G8-Gipfel das früher so genannte "Damenprogramm" moderierte) kann man doch nicht ernsthaft erheben! Und hat Frau von der Leyen sich etwa von Bischof Mixa den Schneid abkaufen lassen, der ihr indirekt vorwarf, sie fördere "Gebärmaschinen"? (Gestern hat ebenjener auch eine Salve gegen die Evolutionstheorie gelassen, naja...)
Ich finde es großartig, dass Deutschland endlich auch eine weibliche Kanzlerin hat - und eine Mutter als Familienministerin, die den Macho-Männern (O-Ton z.B.: "Mai Frau isch eh dohaim, dia kennt gar nix anders, warum brauchet wir a Kinderkripp?") Paroli bietet und gleichzeitig auch endlich Vätern die Chance aufs Kind gibt. So haben die bisherigen Anträge von Vätern, wenigstens einige Monate auch beim Kind zu sein, sehr viel stärker als vermutet "gezündet".
Auch mir ist das Erreichte noch nicht genug, klar. Aber ich habe es in der Politik oft erlebt, dass sich Frauen zu oft untereinander schlecht gemacht haben, während wir Männer Netzwerke und Bündnisse knüpften...
Herzliche Grüße!
Michael
PS: Hab Dich zur Blogroll dazu gefügt.
Ich finde es großartig, dass Deutschland endlich auch eine weibliche Kanzlerin hat - und eine Mutter als Familienministerin, die den Macho-Männern (O-Ton z.B.: "Mai Frau isch eh dohaim, dia kennt gar nix anders, warum brauchet wir a Kinderkripp?") Paroli bietet und gleichzeitig auch endlich Vätern die Chance aufs Kind gibt. So haben die bisherigen Anträge von Vätern, wenigstens einige Monate auch beim Kind zu sein, sehr viel stärker als vermutet "gezündet".
Auch mir ist das Erreichte noch nicht genug, klar. Aber ich habe es in der Politik oft erlebt, dass sich Frauen zu oft untereinander schlecht gemacht haben, während wir Männer Netzwerke und Bündnisse knüpften...
Herzliche Grüße!
Michael
PS: Hab Dich zur Blogroll dazu gefügt.
Nachtblau - 14. Jul, 15:31
Ich hab Frau Merkel noch nie ein richtiges Machtwort sprechen sehen, der tanzen alle Kerle in ihrer Partei auf der Nase rum. Ganz davon abgesehen, dass sie als liebes Mädchen unter Kohl ihren Anfang gemacht hat. Für mich keine starke Frau.
Frau von der Dingens hat auch nur deswegen Karriere gemacht, weil sie es sich leisten konnte (das liebe Geld, mal wieder), und weil da wohl der liebe Papa (ehemaliger Ministerpräsident) im Hintergrund steht. Ist jetzt auch keine große Kunst. Das Statement mit den Gebärmaschinen würde ich sogar fast unterschreiben. Wozu bekomm ich denn Kinder, wenn ich sie dann möglichst schnell in die Kinderkrippe und die Ganztagesschule schicke? Es muss ja nicht die Frau sein die daheimbleibt oder kürzer tritt, aber für 2 Stunden am Tag schafft man sich keine Kinder an.
Frau von der Dingens hat auch nur deswegen Karriere gemacht, weil sie es sich leisten konnte (das liebe Geld, mal wieder), und weil da wohl der liebe Papa (ehemaliger Ministerpräsident) im Hintergrund steht. Ist jetzt auch keine große Kunst. Das Statement mit den Gebärmaschinen würde ich sogar fast unterschreiben. Wozu bekomm ich denn Kinder, wenn ich sie dann möglichst schnell in die Kinderkrippe und die Ganztagesschule schicke? Es muss ja nicht die Frau sein die daheimbleibt oder kürzer tritt, aber für 2 Stunden am Tag schafft man sich keine Kinder an.
blume-religionswissenschaft - 14. Jul, 16:54
Tja...
...ich habe Frau Merkel direkt und eben auch ganz anders erlebt. Glaub mir, die Frau kann sich durchsetzen.
Zum anderen sage ich mal einfach nichts. Da hat eine Mutter sieben Kinder, einen Doktor in Medizin, engagiert sich in der Politik und krempelt den Laden um - und schon bekommt sie wieder Gift von einigen Mit-Frauen... Vorhin hast Du noch kritisiert, das Familienbild von Frau von der Leyen sei Dir zu "rückständig" und sie lasse sich von Männern herumkommandieren, jetzt kritisierst Du, sie wäre zu wenig zu Hause...
Was stört Dich den wirklich an ihr? Ihr Erfolg? Ihre Großfamilie? Dass sie scheinbar Unvereinbares unter einen Hut bringt? Dass sie eine Christdemokratin ist? Oder dass sie auch nur ein Mensch ist - und sicher auch ihre Fehler hat, auch Niederlagen erleidet?
Die Frauenbeauftragte unserer Stadt hat nach Jahren der Arbeit einmal erklärt, warum aus ihrer Sicht so wenige Frauen an die Spitze kommen: es verhalte sich wie bei den Krabben, die man auch ohne Deckel in Körbe tun könnte. Denn wenn eine Krabbe versuche hochzuklettern, würden die anderen sie schon wieder runterziehen...
Bisher hatte ich das für vorübergehend gehalten. Was meinst Du: Ob sie Recht haben könnte mit ihrer Beobachtung?
Herzliche Grüße!
Michael
Zum anderen sage ich mal einfach nichts. Da hat eine Mutter sieben Kinder, einen Doktor in Medizin, engagiert sich in der Politik und krempelt den Laden um - und schon bekommt sie wieder Gift von einigen Mit-Frauen... Vorhin hast Du noch kritisiert, das Familienbild von Frau von der Leyen sei Dir zu "rückständig" und sie lasse sich von Männern herumkommandieren, jetzt kritisierst Du, sie wäre zu wenig zu Hause...
Was stört Dich den wirklich an ihr? Ihr Erfolg? Ihre Großfamilie? Dass sie scheinbar Unvereinbares unter einen Hut bringt? Dass sie eine Christdemokratin ist? Oder dass sie auch nur ein Mensch ist - und sicher auch ihre Fehler hat, auch Niederlagen erleidet?
Die Frauenbeauftragte unserer Stadt hat nach Jahren der Arbeit einmal erklärt, warum aus ihrer Sicht so wenige Frauen an die Spitze kommen: es verhalte sich wie bei den Krabben, die man auch ohne Deckel in Körbe tun könnte. Denn wenn eine Krabbe versuche hochzuklettern, würden die anderen sie schon wieder runterziehen...
Bisher hatte ich das für vorübergehend gehalten. Was meinst Du: Ob sie Recht haben könnte mit ihrer Beobachtung?
Herzliche Grüße!
Michael
Nachtblau - 14. Jul, 20:18
Erklär mir doch mal bitte, wie man 7 Kinder, Politik und einen Vollzeitberuf unter einen Hut bringen soll, ohne das irgendetwas darunter leidet? War ja nicht so, dass ihr Herr Gemahl dafür daheim geblieben ist, er hat ja auch gearbeitet. Glaubst du ernsthaft, dass dabei wirklich keines der Kinder zu kurz gekommen ist? Ich glaub nach dem, was ich in den Schulen, die ich besucht habe, sehen durfte, nicht mehr daran. Da leiden die Kinder wie die Hunde, weil Papa und Mama was Besseres (Beruf, Charity, Gesellschaften) vor haben und sie dann bei der Hausdame abgestellt werden. Stellen wir uns so Kindheit vor, dass die Kinder irgendwo außerfamiliär verwahrt werden und nur zu besonderen Anlässen hervorgeholt werden, damit die Eltern zeigen können, was für tolle Kinder sie haben? Es soll doch eigentlich nicht nur darum gehen, Kinder zu haben, sondern auch richtig mit ihnen zu leben. Wie soll denn das bei 2 Stunden zwischen Krippe und Schlafenszeit funktionieren? Warum wird uns derzeit das Modell "Kinderverwahrung" als das Modell schlechthin verkauft? Fragen wir uns doch mal lieber, warum gerade Lehrer oft viele Kinder haben, da ist man nämlich ab dem frühen Nachmittag daheim bei den Kindern und kann die Arbeiten, die dann noch anstehen, flexibel erledigen, und es bleibt viel Zeit für und mit den Kindern. So stell ich mir Kinderhaben vor.
Das mit den Krabben stimmt nur zum Teil. Sicherlich lassen Frauen ungern andere Frauen stehen. Es ist aber immer noch Fakt, dass Männer die Führungsetagen beherrschen. Und die lassen erst recht keine Frauen rein sondern machen das lieber unter sich aus, es wäre also egal ob Frauen jetzt untereinander zusammenhalten oder nicht. Und mit den meisten Frauen mag ich mich persönlich auch gar nicht solidarisieren.
Das mit den Krabben stimmt nur zum Teil. Sicherlich lassen Frauen ungern andere Frauen stehen. Es ist aber immer noch Fakt, dass Männer die Führungsetagen beherrschen. Und die lassen erst recht keine Frauen rein sondern machen das lieber unter sich aus, es wäre also egal ob Frauen jetzt untereinander zusammenhalten oder nicht. Und mit den meisten Frauen mag ich mich persönlich auch gar nicht solidarisieren.
blume-religionswissenschaft - 15. Jul, 07:24
Zu @Nachtblau
Du schriebst:
> Erklär mir doch mal bitte, wie man 7 Kinder, Politik und einen Vollzeitberuf unter einen Hut bringen soll, ohne das irgendetwas darunter leidet? -
Klar: Wer verschiedene Ansprüche verbinden will, muss immer Kompromisse schließen. Und ich stimme Dir völlig zu, dass es bei uns auch eine "Wohlstandsverwahrlosung" gibt, bei der Eltern vor lauter Karriere ihre Kinder nicht mehr sehen.
Nur sehe ich eben auch umgekehrt täglich Fälle, in denen Kinder unter unglücklichen Müttern leiden: Mütter, die auch mal was Tolles gelernt haben, aber dann für die Kinder einseitig zurück gesteckt haben und jetzt (wo die Kinder "aus dem Gröbsten heraus") sind, in ein tiefes Loch fallen und sich zudem von Gatten völlig abhängig gemacht haben, die sich neben der Karriere auch die eine oder andere Affäre gönnen - denn zu Hause ist es ja so langweilig...
Für viele Menschen scheint Frau von der Leyen schon deswegen ein "rotes Tuch" zu sein, weil es ihr bisher gelingt, scheinbar unmögliches zu verbinden und sich manche und mancher dabei bloßgestellt fühlt. Dann wird schnell mißgünstig gehofft, ihr solle entweder die Familie oder die Politik zusammenbrechen.
Ähnlich ergeht es ja der vierfachen Mutter und Bischöfin Käßmann, über die nach ihrer Scheidung kübelweise Häme ausgeschüttet wird.
Ich finde das richtig schade.
Herzliche Grüße!
Michael
> Erklär mir doch mal bitte, wie man 7 Kinder, Politik und einen Vollzeitberuf unter einen Hut bringen soll, ohne das irgendetwas darunter leidet? -
Klar: Wer verschiedene Ansprüche verbinden will, muss immer Kompromisse schließen. Und ich stimme Dir völlig zu, dass es bei uns auch eine "Wohlstandsverwahrlosung" gibt, bei der Eltern vor lauter Karriere ihre Kinder nicht mehr sehen.
Nur sehe ich eben auch umgekehrt täglich Fälle, in denen Kinder unter unglücklichen Müttern leiden: Mütter, die auch mal was Tolles gelernt haben, aber dann für die Kinder einseitig zurück gesteckt haben und jetzt (wo die Kinder "aus dem Gröbsten heraus") sind, in ein tiefes Loch fallen und sich zudem von Gatten völlig abhängig gemacht haben, die sich neben der Karriere auch die eine oder andere Affäre gönnen - denn zu Hause ist es ja so langweilig...
Für viele Menschen scheint Frau von der Leyen schon deswegen ein "rotes Tuch" zu sein, weil es ihr bisher gelingt, scheinbar unmögliches zu verbinden und sich manche und mancher dabei bloßgestellt fühlt. Dann wird schnell mißgünstig gehofft, ihr solle entweder die Familie oder die Politik zusammenbrechen.
Ähnlich ergeht es ja der vierfachen Mutter und Bischöfin Käßmann, über die nach ihrer Scheidung kübelweise Häme ausgeschüttet wird.
Ich finde das richtig schade.
Herzliche Grüße!
Michael
Nachtblau - 15. Jul, 13:04
Naja, vielleicht sind das ja auch so Krabben, die andere nicht hochkommen lassen, da schadet dann etwas Schadenfreude nicht...;)
ingo_34 - 14. Jul, 17:06
Nachtblau,
wunderbar sagst Du das, ich muß Dir bei vielem zustimmen.
ECHTE Emanzipation würde heißen, daß man den Mütter (bzw. Vätern) ein Erziehungsgeld zahlt, mit dem sie dann selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder für dieses Geld in eine Krippe geben wollen oder was immer.
DAS ist echte Emanzipation. Alles andere ist kriechen hinter ideologisch vorgegebenen gesellschaftlichen Leitbildern, da finde ich von der Leyen und Merkel überhaupt nicht vorbildlicher als die meisten Männer.
Daß es noch keine Mütter-, bzw. Elterngewerkschaft gibt, ist der größte Reinfall aller emanzipatorischen Bestrebungen, aller Frauenbewegung.
Also, Michael, noch mal: ich bin genauso wie Du für Wahlfreiheit. Glaube, daß sie mit Erziehungsgehalt am besten sicher gestellt ist. Habe aber weiterhin rein medizinische Bedenken gegen Kinderkrippen so wie man auch medizinische Bedenken hat gegen rauchende Mütter etc. pp..
Da muß es andere Lösungen geben. Am besten einfach Entlastung der Eltern dadurch, daß man ihnen Familienhilfen INS Haus hinein gibt. So war das früher in den wohlhabenden Haushalten immer. Warum soll das heute nicht auch für "Arbeiter-Haushalte" eingeführt werden?
Ich habe meiner Schwester, Mutter von vier Kindern, neulich am Telefon gesagt, sie solle ein Plakat an die Tür hängen, wo drauf steht: Ich fordere von Frau von der Leyen 100.000 Euro jährlich Gehalt und endlich Bezahlung des mir seit acht Jahren vorenthaltenen Erziehungsgehalts, also noch einmal 800.000 Euro.
Nur das ist echte Frauenbewegung und Emanzipation. Und steht in Übereinstimmung mit dem 5. Familienbericht der Bundesrepublik Deutschland, der übrigens von einer WIRKLICH mutigen Frau erstellt wurde, nämlich Professor Rosemarie von Schweitzer, sowie diversen anderen Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Familienministeriums. Das ist also bei weitem keine "abseitige" Position.
Sondern es ist eine Position, die von vermännlichter Politik heute immer noch als abseitig hingestellt wird.
Ich hatte Dir, Michael, übrigens nicht unterstellt, daß Du Fifty/Fifty forderst, sondern nur davon gesprochen, daß das heute ein weit verbreitetes gesellschaftliches Leitbild ist.
wunderbar sagst Du das, ich muß Dir bei vielem zustimmen.
ECHTE Emanzipation würde heißen, daß man den Mütter (bzw. Vätern) ein Erziehungsgeld zahlt, mit dem sie dann selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder für dieses Geld in eine Krippe geben wollen oder was immer.
DAS ist echte Emanzipation. Alles andere ist kriechen hinter ideologisch vorgegebenen gesellschaftlichen Leitbildern, da finde ich von der Leyen und Merkel überhaupt nicht vorbildlicher als die meisten Männer.
Daß es noch keine Mütter-, bzw. Elterngewerkschaft gibt, ist der größte Reinfall aller emanzipatorischen Bestrebungen, aller Frauenbewegung.
Also, Michael, noch mal: ich bin genauso wie Du für Wahlfreiheit. Glaube, daß sie mit Erziehungsgehalt am besten sicher gestellt ist. Habe aber weiterhin rein medizinische Bedenken gegen Kinderkrippen so wie man auch medizinische Bedenken hat gegen rauchende Mütter etc. pp..
Da muß es andere Lösungen geben. Am besten einfach Entlastung der Eltern dadurch, daß man ihnen Familienhilfen INS Haus hinein gibt. So war das früher in den wohlhabenden Haushalten immer. Warum soll das heute nicht auch für "Arbeiter-Haushalte" eingeführt werden?
Ich habe meiner Schwester, Mutter von vier Kindern, neulich am Telefon gesagt, sie solle ein Plakat an die Tür hängen, wo drauf steht: Ich fordere von Frau von der Leyen 100.000 Euro jährlich Gehalt und endlich Bezahlung des mir seit acht Jahren vorenthaltenen Erziehungsgehalts, also noch einmal 800.000 Euro.
Nur das ist echte Frauenbewegung und Emanzipation. Und steht in Übereinstimmung mit dem 5. Familienbericht der Bundesrepublik Deutschland, der übrigens von einer WIRKLICH mutigen Frau erstellt wurde, nämlich Professor Rosemarie von Schweitzer, sowie diversen anderen Gutachten des wissenschaftlichen Beirats des Familienministeriums. Das ist also bei weitem keine "abseitige" Position.
Sondern es ist eine Position, die von vermännlichter Politik heute immer noch als abseitig hingestellt wird.
Ich hatte Dir, Michael, übrigens nicht unterstellt, daß Du Fifty/Fifty forderst, sondern nur davon gesprochen, daß das heute ein weit verbreitetes gesellschaftliches Leitbild ist.
ingo_34 - 14. Jul, 20:40
Männliches Dominanz-Verhalten
Vielleicht noch ein Gedanke, Michael:
Warum soll man Frauen toll finden, die sich gegenüber Männer durchsetzen, indem sie sich selbst wie Männer verhalten - mehr oder weniger? Ich glaube, das nötigt - so - niemandem besonders viel Achtung ab.
Männer können viel besser Männer sein als - Frauen.
Frauen überzeugen anders und kämpfen auch gar nicht in der männlichen Karriereleiter mit. Bei den Schimpansen stehen ALLE weiblichen Gruppenmitglieder rangmäßig unter den männlichen.
Ich glaube, das ist verdammt erholsam für die stressige Karriereleiter eines jungen Schimpansenmännchen, daß es erst mal "nur" die Weibchen "dominieren" muß (was vergleichweise leicht ist) und später erst den weitaus schwierigeren Weg gehen muß, männliche Gruppenmitglieder zu "dominieren". Entschudligung! Aber davon redest Du ja.
Ich glaube, die Verhaltensforschung weiß über andere Strategien dominanter (ranghoher) Weibchen in Schimpansengruppen als diejenigen der dominanten Männchen.
Wir haben, was all diese Dinge betrifft, so viel vergessen.
Wodurch hat zum Beispiel Prinzessin Diana gewirkt? Das ist schwer, sehr, sehr schwer zu erklären. Und doch ist die Wirkung da. Sie hat niemals jemanden "dominiert", mit ihm Rangkämpfe gekämpft. Ja, sie hat ihre Weiblichkeit ausgespielt - nach jeder Hinsicht. Aber verübeln wir ihr das? ICH nicht. Sie hat sich auch schwach gezeigt als sie schwach war. Männer und Frauen können das in einer von Männlichkeit dominierten Rangelei gar nicht tun.
Wann jemals könnten Merkel oder von der Leyen Schwäche zeigen? Alle würden sie auslachen. Warum konnte Prinzessin Diana Schwäche zeigen, ohne daß sie ausgelacht wurde? Weil sie eben anderes in uns weckte als Männer in uns wecken.
DAS sind Geschlechtsunterschiede. Wenn man davon etwas begreift, lernt man viel, glaube ich.
Frauen können, sollen und müssen Einfluß auf die Politik nehmen. Aber - ich vermute, auf ganz andere Weise, als das Männer tun. Und am besten dadurch, daß sie das männliche Potenzgehabe zunächst einmal ganz und vollständig für sich selbst infrage stellen. Diese ganze männliche Unmoral. Und dann können sie HEUTE wahrscheinlich schon kaum noch erfolgreiche Politikerin werden ...
Warum soll man Frauen toll finden, die sich gegenüber Männer durchsetzen, indem sie sich selbst wie Männer verhalten - mehr oder weniger? Ich glaube, das nötigt - so - niemandem besonders viel Achtung ab.
Männer können viel besser Männer sein als - Frauen.
Frauen überzeugen anders und kämpfen auch gar nicht in der männlichen Karriereleiter mit. Bei den Schimpansen stehen ALLE weiblichen Gruppenmitglieder rangmäßig unter den männlichen.
Ich glaube, das ist verdammt erholsam für die stressige Karriereleiter eines jungen Schimpansenmännchen, daß es erst mal "nur" die Weibchen "dominieren" muß (was vergleichweise leicht ist) und später erst den weitaus schwierigeren Weg gehen muß, männliche Gruppenmitglieder zu "dominieren". Entschudligung! Aber davon redest Du ja.
Ich glaube, die Verhaltensforschung weiß über andere Strategien dominanter (ranghoher) Weibchen in Schimpansengruppen als diejenigen der dominanten Männchen.
Wir haben, was all diese Dinge betrifft, so viel vergessen.
Wodurch hat zum Beispiel Prinzessin Diana gewirkt? Das ist schwer, sehr, sehr schwer zu erklären. Und doch ist die Wirkung da. Sie hat niemals jemanden "dominiert", mit ihm Rangkämpfe gekämpft. Ja, sie hat ihre Weiblichkeit ausgespielt - nach jeder Hinsicht. Aber verübeln wir ihr das? ICH nicht. Sie hat sich auch schwach gezeigt als sie schwach war. Männer und Frauen können das in einer von Männlichkeit dominierten Rangelei gar nicht tun.
Wann jemals könnten Merkel oder von der Leyen Schwäche zeigen? Alle würden sie auslachen. Warum konnte Prinzessin Diana Schwäche zeigen, ohne daß sie ausgelacht wurde? Weil sie eben anderes in uns weckte als Männer in uns wecken.
DAS sind Geschlechtsunterschiede. Wenn man davon etwas begreift, lernt man viel, glaube ich.
Frauen können, sollen und müssen Einfluß auf die Politik nehmen. Aber - ich vermute, auf ganz andere Weise, als das Männer tun. Und am besten dadurch, daß sie das männliche Potenzgehabe zunächst einmal ganz und vollständig für sich selbst infrage stellen. Diese ganze männliche Unmoral. Und dann können sie HEUTE wahrscheinlich schon kaum noch erfolgreiche Politikerin werden ...
blume-religionswissenschaft - 15. Jul, 07:17
Männliches Dominanz-Verhalten! (-:
Lieber @Ingo,
interessant, dass Du den Schimpansen (Pan Troglodytes) als biologisch leuchtendes Beispiel heranziehst: ja, bei ihm sind die Frauen den Männer untergeordnet und es gibt u.a. heftige Rang- und Gruppenkämpfe mit vielen Toten.
Warum nicht den Zwergschimpansen, den Bonobo (Pan Paniscus)? Hier haben stärker die Frauen das sagen - und es ist eine sehr viel friedlichere Ordnung entstanden...
Es ist ein interessantes Kapitel der Evolutionstheorie, dass (männliche) Evolutionsbiologen seit jeher Pan Troglodytes als engsten Verwandten des Menschen sehen wollten und Pan Paniscus ignorierten, obwohl wir genetisch schlicht zwischen den beiden stehen... (-;
> Frauen können, sollen und müssen Einfluß auf die Politik nehmen. Aber - ich vermute, auf ganz andere Weise, als das Männer tun. Und am besten dadurch, daß sie das männliche Potenzgehabe zunächst einmal ganz und vollständig für sich selbst infrage stellen. -
Offen gesagt ist es das, was ich besonders bei Merkel klasse finde. Sie hat die Gipfel beharrlich, ruhig und zielstrebig gemanagt, ohne sich (wie es Schröder bei weit geringeren Anläßen getan hat) dabei wöchentlich röhrend auf die Brust zu trommeln. M.E. zeigt sich, das sich männliche und weibliche Erfolgsstrategien gut ergänzen und dass wir also hoffen sollten, das es auch in Zukunft Spitzenpolitiker beiderlei Geschlechts geben sollte.
Zum Familiengeld kennst Du meine Meinung: es ist in dieser Form unbezahlbar, würde die Integration sprengen und dazu führen, dass Menschen Kinder (wieder) aus monetären Gründen bekommen.
Lustig, dass Du als Mann Deiner Mutter und Schwester erklärst, was "wahre Emanzipation" ist... (-:
Danke für die lebhafte Debatte!
Michael
interessant, dass Du den Schimpansen (Pan Troglodytes) als biologisch leuchtendes Beispiel heranziehst: ja, bei ihm sind die Frauen den Männer untergeordnet und es gibt u.a. heftige Rang- und Gruppenkämpfe mit vielen Toten.
Warum nicht den Zwergschimpansen, den Bonobo (Pan Paniscus)? Hier haben stärker die Frauen das sagen - und es ist eine sehr viel friedlichere Ordnung entstanden...
Es ist ein interessantes Kapitel der Evolutionstheorie, dass (männliche) Evolutionsbiologen seit jeher Pan Troglodytes als engsten Verwandten des Menschen sehen wollten und Pan Paniscus ignorierten, obwohl wir genetisch schlicht zwischen den beiden stehen... (-;
> Frauen können, sollen und müssen Einfluß auf die Politik nehmen. Aber - ich vermute, auf ganz andere Weise, als das Männer tun. Und am besten dadurch, daß sie das männliche Potenzgehabe zunächst einmal ganz und vollständig für sich selbst infrage stellen. -
Offen gesagt ist es das, was ich besonders bei Merkel klasse finde. Sie hat die Gipfel beharrlich, ruhig und zielstrebig gemanagt, ohne sich (wie es Schröder bei weit geringeren Anläßen getan hat) dabei wöchentlich röhrend auf die Brust zu trommeln. M.E. zeigt sich, das sich männliche und weibliche Erfolgsstrategien gut ergänzen und dass wir also hoffen sollten, das es auch in Zukunft Spitzenpolitiker beiderlei Geschlechts geben sollte.
Zum Familiengeld kennst Du meine Meinung: es ist in dieser Form unbezahlbar, würde die Integration sprengen und dazu führen, dass Menschen Kinder (wieder) aus monetären Gründen bekommen.
Lustig, dass Du als Mann Deiner Mutter und Schwester erklärst, was "wahre Emanzipation" ist... (-:
Danke für die lebhafte Debatte!
Michael
ingo_34 - 15. Jul, 10:14
Die Villa am Mittelmeer
Tatsächlich, ich MUSS das meiner Schwester und meiner Mutter erklären, weil in der Lebens-Zeit, in der sie Kinder aufziehen/aufgezogen haben, ich habe studieren können und Gerhard Mackenroth habe studieren können, den 5. Familienbericht habe studieren können, etc. pp., überhaupt ein ganz anderes wissenschaftliches Bewußtsein habe mir ausbilden können. Das ist eben Arbeitsteilung.
DIESE Gelegenheit hätte allerdings Alice Schwarzer - soweit ich sehe - auch gehabt. Und Rosemarie von Schweitzer zeigt ja auch auf, daß man anders argumentieren kann als Alice Schwarzer.
Daß also ich es bin, der das meinen Verwandten (und anderen) erklären muß, liegt schlicht daran, daß das bisher noch zu wenig Leute anderen überhaupt erklären. Daß die deutschen Medien lieber über die Telefongebührenordnung berichten als über die Enquet-Kommission zu demographischen Fragen (wie Birg berichtete). Aber ich glaube nicht, daß ich noch allzu lange damit allein bleiben werde.
Im Familiennetzwerk sind da Dorothea Böhm und Maria Steuer auch kräftig am Denken und Weiterdenken. Außerdem gibt es noch eine Christa Meves etc. pp..
Aber wie gesagt: Gerhard Mackenroth war noch bis vor wenigen Jahren ein ganz unbekannter Mann. Ebenso wurde nicht über den 5. Familienbericht informiert. Das sind Dinge, die offenbar - unter anderem - ich (zumindest zunächst einmal für mich persönlich) entdecken mußte.
Das ist ja die Verantwortung des Wissenschaftlers: dem Zeitgeist nicht hinterherzulaufen, sondern ihm voran zu marschieren!!!! :-)
Meine Schwester hab ich übrigens schon so halb und halb überzeugt ... ;-) Sie ist WIRKLICH überarbeitet. Sie sagt, all die Kindergeburtstage, Vereinsfeiern, wo eine Mutter mit zwei Kindern noch locker ihre Kinder hinbringen kann, all das bringt sie an ihre Grenzen. Kann ich VÖLLIG verstehen. Und im Gespräch wurde mir klar: Daß ihr Ehemann MEHR verdient als sie, bringt ALLES durcheinander. Alles. Auch in der Ehe. Ich kenne sie ja. Die Ehe ist nicht schlecht. Und dennoch. Sie wäre noch besser, wenn meine Schwester finanziell unabhängig ihrem Mann gegenüber treten könnte.
Es geht nicht darum, daß Frauen Kinder kriegen, um Geld zu verdienen. Es geht darum, daß von Menschen EIN Grund, warum sie keine Kinder bekommen (oder nicht mehr Kinder bekommen), abgenommen wird. Und da sind gegenwärtig 12 Millionen Menschen in Deutschland angesprochen.
Von einem anständigen Erziehungsgehalt könnten sich zum Beispiel viele Familien, die in Sozialwohnungen leben (oder ähnlich) endlich ein anständiges kleines Häuschen mit Garten leisten, etwas, das heute JEDER Familie zustehen müßte. Selbst wenn dann die eine oder andere Villa kinderloser Menschen am Mittelmeer aufgegeben werden müßte. Mein Mitleid würde sich dafür - ehrlich gesagt - in bescheidenen Grenzen halten.
DIESE Gelegenheit hätte allerdings Alice Schwarzer - soweit ich sehe - auch gehabt. Und Rosemarie von Schweitzer zeigt ja auch auf, daß man anders argumentieren kann als Alice Schwarzer.
Daß also ich es bin, der das meinen Verwandten (und anderen) erklären muß, liegt schlicht daran, daß das bisher noch zu wenig Leute anderen überhaupt erklären. Daß die deutschen Medien lieber über die Telefongebührenordnung berichten als über die Enquet-Kommission zu demographischen Fragen (wie Birg berichtete). Aber ich glaube nicht, daß ich noch allzu lange damit allein bleiben werde.
Im Familiennetzwerk sind da Dorothea Böhm und Maria Steuer auch kräftig am Denken und Weiterdenken. Außerdem gibt es noch eine Christa Meves etc. pp..
Aber wie gesagt: Gerhard Mackenroth war noch bis vor wenigen Jahren ein ganz unbekannter Mann. Ebenso wurde nicht über den 5. Familienbericht informiert. Das sind Dinge, die offenbar - unter anderem - ich (zumindest zunächst einmal für mich persönlich) entdecken mußte.
Das ist ja die Verantwortung des Wissenschaftlers: dem Zeitgeist nicht hinterherzulaufen, sondern ihm voran zu marschieren!!!! :-)
Meine Schwester hab ich übrigens schon so halb und halb überzeugt ... ;-) Sie ist WIRKLICH überarbeitet. Sie sagt, all die Kindergeburtstage, Vereinsfeiern, wo eine Mutter mit zwei Kindern noch locker ihre Kinder hinbringen kann, all das bringt sie an ihre Grenzen. Kann ich VÖLLIG verstehen. Und im Gespräch wurde mir klar: Daß ihr Ehemann MEHR verdient als sie, bringt ALLES durcheinander. Alles. Auch in der Ehe. Ich kenne sie ja. Die Ehe ist nicht schlecht. Und dennoch. Sie wäre noch besser, wenn meine Schwester finanziell unabhängig ihrem Mann gegenüber treten könnte.
Es geht nicht darum, daß Frauen Kinder kriegen, um Geld zu verdienen. Es geht darum, daß von Menschen EIN Grund, warum sie keine Kinder bekommen (oder nicht mehr Kinder bekommen), abgenommen wird. Und da sind gegenwärtig 12 Millionen Menschen in Deutschland angesprochen.
Von einem anständigen Erziehungsgehalt könnten sich zum Beispiel viele Familien, die in Sozialwohnungen leben (oder ähnlich) endlich ein anständiges kleines Häuschen mit Garten leisten, etwas, das heute JEDER Familie zustehen müßte. Selbst wenn dann die eine oder andere Villa kinderloser Menschen am Mittelmeer aufgegeben werden müßte. Mein Mitleid würde sich dafür - ehrlich gesagt - in bescheidenen Grenzen halten.
ingo_34 - 15. Jul, 10:49
Bonobo's
Ja, danke, daß Du mich an die Bonobo's erinnerst.
Ich bin halt ein großer Fan von Jane Goodall, deshalb kenne ich mich mit den Schimpansen besonders gut aus, finde mich bei denen - oft - wieder. ECHT! Sogar sehr oft. Man weint und lacht mit ihren Geschichten mit, die sie von ihren Schimpansen erzählt.
Erst später wurden die Bonobo's allgemein bekannt. Und die sind - Du hast recht - vollkommen irre. Ich war jetzt schon oft hier in Frankfurt mit meinen Kindern im Zoo. Da beeindrucken einen die Gorillas vielleicht NOCH mehr. Aber die Bonobo's sind natürlich auch der Publikums-Magnet. Und das ist einfach nur noch "irre", was da abgeht.
Ich hab über die Bonobo's noch kein so gutes Buch gelesen wie die von Jane Goodall über die Schimpansen. Aber die Assoziationen mit den Schimpansen waren natürlich SOFORT gegeben, als Du die männlichen Machtspielchen erwähntest, in denen sich Merkel und von der Leyen so tapfer behaupten würden. (Oder beruht ihre Selbstbehauptung nur auf Quoten-Regelungen, also Ideologie, gegen die auch das machtvollste Gehabe von Männern nicht mehr ankommt heutzutage? Der Frage wäre noch nachzugehen ...)
Jetzt erzähl' mal was aus der (deutschen oder internationalen) Politik, wo einem als erste Assoziation sofort die Bonobo's einfallen. Ich glaube, Bonobo's würde man eher mit einem Kulturleben a la Hollywood assoziieren als mit gegenwärtiger Politik.
Selbst bei der CSU-Pauli würde ich nicht GLEICH an die Bonobo's denken - - - obwohl da der Weg schon etwas kürzer wird. Aber da sind dann die Bonobo's doch wohl immer noch etwas "emanzipierter" und "enthemmter", wenn es um das Lösen "innerparteilicher" Konflikte geht als die CSU-Leute ... ;-)
Nein, aber noch mal ernsthafter: Welche MENSCHLICHE Gesellschaft ist bekannt, in der Konfliktregelung in ähnlich allgemeiner Weise geschieht wie bei den Bonobo's? ... Da glaube ich dann doch, daß wir sehr allgemein den Schimpansen näher stehen werden.
Ich bin halt ein großer Fan von Jane Goodall, deshalb kenne ich mich mit den Schimpansen besonders gut aus, finde mich bei denen - oft - wieder. ECHT! Sogar sehr oft. Man weint und lacht mit ihren Geschichten mit, die sie von ihren Schimpansen erzählt.
Erst später wurden die Bonobo's allgemein bekannt. Und die sind - Du hast recht - vollkommen irre. Ich war jetzt schon oft hier in Frankfurt mit meinen Kindern im Zoo. Da beeindrucken einen die Gorillas vielleicht NOCH mehr. Aber die Bonobo's sind natürlich auch der Publikums-Magnet. Und das ist einfach nur noch "irre", was da abgeht.
Ich hab über die Bonobo's noch kein so gutes Buch gelesen wie die von Jane Goodall über die Schimpansen. Aber die Assoziationen mit den Schimpansen waren natürlich SOFORT gegeben, als Du die männlichen Machtspielchen erwähntest, in denen sich Merkel und von der Leyen so tapfer behaupten würden. (Oder beruht ihre Selbstbehauptung nur auf Quoten-Regelungen, also Ideologie, gegen die auch das machtvollste Gehabe von Männern nicht mehr ankommt heutzutage? Der Frage wäre noch nachzugehen ...)
Jetzt erzähl' mal was aus der (deutschen oder internationalen) Politik, wo einem als erste Assoziation sofort die Bonobo's einfallen. Ich glaube, Bonobo's würde man eher mit einem Kulturleben a la Hollywood assoziieren als mit gegenwärtiger Politik.
Selbst bei der CSU-Pauli würde ich nicht GLEICH an die Bonobo's denken - - - obwohl da der Weg schon etwas kürzer wird. Aber da sind dann die Bonobo's doch wohl immer noch etwas "emanzipierter" und "enthemmter", wenn es um das Lösen "innerparteilicher" Konflikte geht als die CSU-Leute ... ;-)
Nein, aber noch mal ernsthafter: Welche MENSCHLICHE Gesellschaft ist bekannt, in der Konfliktregelung in ähnlich allgemeiner Weise geschieht wie bei den Bonobo's? ... Da glaube ich dann doch, daß wir sehr allgemein den Schimpansen näher stehen werden.
blume-religionswissenschaft - 15. Jul, 11:17
Bonobo-Mensch
Au weia, das wäre für einen Kommentar nun doch zuviel, aber Du bringst mich auf den Gedanken, das mal als eigenen Thread aufzugreifen.
Vorab nur soviel: es gibt gerade auch aus biologischer und religionswissenschaftlicher Sicht eine Menge interessanter Indizien, die für die Frühzeit von Homo sapiens eher Assoziationen mit der feminineren Strategie erkennen lassen: angefangen von einem weiter abnehmenden Geschlechtsdimorphismus von Erectus zu Sapiens, bis hin zu nahezu Jahrzentausende lang überwiegend (zeitweise sogar nahezu ausschließlich) weiblichen Votivfiguren und -bildern bis hin zu verbreiteten Göttinnen-Kulten (durchaus nicht nur häuslicher Art...) noch bis in die Antike. Selbst Sokrates berief sich noch auf eine Lehrerin! Oder denke an den rätselhaften Hinweis auch in der biblischen Überlieferung, wonach noch im Paradies Matri- bzw. Uxorilokalität geherrscht habe! (Genesis 2,24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.)
Mehr dazu in der Bibelarbeit zu Wallace und Genesis 38:
http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/TamarWallace0707.pdf
Erst nach der Vertreibung aus dem Paradies bzw. historisch nach der Ausbreitung von Agrar- (und also Territorial!-)wirtschaft und Bevölkerungsexplosion haben wir ein deutliches Hervortreten "männlich-aggressiver" Strategien, die derzeit (in Wissensgesellschaften mit schrumpfender Bevölkerung) wieder abflauen.
Ohne schon eine These vertreten zu wollen, würde ich also vermuten, dass der Mensch einen Zwischenweg zwischen (Gemeinem) Schimpansen und Bonobo, vielleicht sogar mit matrifokaler Schlagseite, gegangen ist. Erst im explosiven Übergang der Agrargesellschaft bekamen wir patriarchale Schlagseite, jetzt suchen wir (wieder) eine neue Balance. Das Auftreten auch weiblicher Religionsführer und Politikerinnen halte ich daher für ganz und gar nicht widernatürlich, sondern eher für ein wichtiges und wirkungsvolles Back to the Roots. (-:
Aber lass uns das in einem eigenen Thread diskutieren, den ich (zugesagt!) noch im Juli aufzuspannen versuche.
Herzliche Grüße
Michael
Vorab nur soviel: es gibt gerade auch aus biologischer und religionswissenschaftlicher Sicht eine Menge interessanter Indizien, die für die Frühzeit von Homo sapiens eher Assoziationen mit der feminineren Strategie erkennen lassen: angefangen von einem weiter abnehmenden Geschlechtsdimorphismus von Erectus zu Sapiens, bis hin zu nahezu Jahrzentausende lang überwiegend (zeitweise sogar nahezu ausschließlich) weiblichen Votivfiguren und -bildern bis hin zu verbreiteten Göttinnen-Kulten (durchaus nicht nur häuslicher Art...) noch bis in die Antike. Selbst Sokrates berief sich noch auf eine Lehrerin! Oder denke an den rätselhaften Hinweis auch in der biblischen Überlieferung, wonach noch im Paradies Matri- bzw. Uxorilokalität geherrscht habe! (Genesis 2,24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.)
Mehr dazu in der Bibelarbeit zu Wallace und Genesis 38:
http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/TamarWallace0707.pdf
Erst nach der Vertreibung aus dem Paradies bzw. historisch nach der Ausbreitung von Agrar- (und also Territorial!-)wirtschaft und Bevölkerungsexplosion haben wir ein deutliches Hervortreten "männlich-aggressiver" Strategien, die derzeit (in Wissensgesellschaften mit schrumpfender Bevölkerung) wieder abflauen.
Ohne schon eine These vertreten zu wollen, würde ich also vermuten, dass der Mensch einen Zwischenweg zwischen (Gemeinem) Schimpansen und Bonobo, vielleicht sogar mit matrifokaler Schlagseite, gegangen ist. Erst im explosiven Übergang der Agrargesellschaft bekamen wir patriarchale Schlagseite, jetzt suchen wir (wieder) eine neue Balance. Das Auftreten auch weiblicher Religionsführer und Politikerinnen halte ich daher für ganz und gar nicht widernatürlich, sondern eher für ein wichtiges und wirkungsvolles Back to the Roots. (-:
Aber lass uns das in einem eigenen Thread diskutieren, den ich (zugesagt!) noch im Juli aufzuspannen versuche.
Herzliche Grüße
Michael
ingo_34 - 15. Jul, 22:52
naja, wie gesagt, selbst die modernen Jäger-Sammler-Völker in Papua Neuguinea, in Südamerika sprechen eher dagegen.
Eine Mord- und Totschlagrate, die bei weitem die der Bronx überbietet (oder des Zweiten Weltkrieges). Und das geht vornehmlich von Männern aus. Wie bei den Schimpansen.
Vielleicht die Buschleute in Südafrika, die sind friedlicher.
Deine Beispiele weiblichen Einflusses kann man - glaube ich - auch gut den Schimpansen zuordnen. Auch da üben "Frauen" Funktionen im Gruppenleben aus, die bedeutsam sind. Sie tragen z.B. zu Friedensstiftungen bei, wenn ich mich da richtig erinnere, glaube Frans de Waal hat darüber einiges publiziert.
Andererseits glaube ich auch, daß bei den vor-indogermanischen Völkern die Frau noch eine andere Stellung einnimmt. Aus dem Indogermanischen stammt unser Wort "Frau". Aus dem Vor-Indogermanischen stammt unser Wort "Weib". Das muß etwas zu bedeuten haben.
Eine Mord- und Totschlagrate, die bei weitem die der Bronx überbietet (oder des Zweiten Weltkrieges). Und das geht vornehmlich von Männern aus. Wie bei den Schimpansen.
Vielleicht die Buschleute in Südafrika, die sind friedlicher.
Deine Beispiele weiblichen Einflusses kann man - glaube ich - auch gut den Schimpansen zuordnen. Auch da üben "Frauen" Funktionen im Gruppenleben aus, die bedeutsam sind. Sie tragen z.B. zu Friedensstiftungen bei, wenn ich mich da richtig erinnere, glaube Frans de Waal hat darüber einiges publiziert.
Andererseits glaube ich auch, daß bei den vor-indogermanischen Völkern die Frau noch eine andere Stellung einnimmt. Aus dem Indogermanischen stammt unser Wort "Frau". Aus dem Vor-Indogermanischen stammt unser Wort "Weib". Das muß etwas zu bedeuten haben.




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