Neurotheologie
Unter "Neurotheologie" werden Arbeiten von Hirnforschern über religiöse Fähigkeiten des menschlichen Gehirns und die davon ausgelösten Diskussionen zusammengefasst. Die populäre Bezeichnung rührt daher, dass sich dabei regelmäßig Aspekte der (neurologischen) Beschreibung und der (quasi-theologischen, anfangs v.a. religionskritischen) Deutung miteinander verschränken.
Nach erfolgter Dissertation zum Thema und einer Reihe von darauf aufbauenden Vorträgen und Veröffentlichungen konzentrierte ich mich seit 2006 auf den evolutionsbiologischen Teil der Fragestellung: Wie kam und kommt es eigentlich dazu, dass sich religiös befähigte Gehirne in der Evolution des Menschen durchgesetzt haben?

Denn wenn es Gott gibt, dann hat Er Humor: waren die meisten "Neurotheologen" als triumphierende Religionskritiker gestartet, so hat sich der von ihnen entfachte Wind inzwischen "evolutionslogisch" gedreht: denn wie hätten so komplexe Veranlagungen des Gehirns über tausende von Generationen hinweg Bestand haben können, wenn sie nur fehlerhaft und schädlich wirken würden? Müssten also nach ihrer eigenen Logik nicht gerade Biologen (einschließlich Neurologen) die biologischen Vorteile von Religion zu benennen beginnen?
Pfiffige Seminarkursarbeit "Neurotheologie" von Albert Schilling!
Meine Begeisterung auch für die "klassische" Neurotheologie und die mit ihr verbundenen Debatten hat in diesen Tagen aber ein Abiturient, Albert Schilling vom Gymnasium Isny, neu entfacht. In seiner konzisen Seminarkursarbeit "Neurotheologie" behandelt er auf nur 25 Seiten den Fall Phineas Gage, die Schläfenlappenepilepsie-Theorie von Vilayanur Ramachandran, den Religionshelm von Michael Persinger, die Alphabet-Monotheismus-These von Detlef Linke, die Meditationsforschung von Andrew Newberg und die Psalmrezitationsstudie von Nina Azari.
Seine Beschreibung, Zusammenfassung und Bewertung der "großen Neurotheologen" ist wunderbar recherchiert, gut bebildert, humorvoll-flott und auch frech zugespitzt geschrieben - kurz: 25 Seiten voller Spass, Anregung und, ja, auch wissenschaftlicher Qualität!

Wissenschaft im Web!
Die herausragende Arbeit Schillings zeigt m.E. nicht nur, dass durchaus auch Schüler bereits selbständig und mutig zu Wissenschaft beitragen können - sondern auch, warum es richtig ist, aktuelle Wissenschaft endlich vielfältiger auch im Internet zugänglich zu machen. Herr Schilling baute seine Arbeit maßgeblich auf Internetressourcen auf - und wäre wahrscheinlich auf viele Inhalte nicht gestossen, wenn sich diese nur verstreut in prestigeträchtigen, teuren Sammelbänden befunden hätten. Das Internet erlaubt gute Zugänglichkeit bei niedrigen Kosten und das kreative, buchstäbliche Vernetzen von Inhalten auch über Sprach- und Fachgrenzen hinweg.
Deswegen sollte es Schülern, Studenten, Lehrern, aber eben auch Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern nicht egal sein, dass es im deutschsprachigen Raum bisher kaum zwei Dutzend ernsthafte Wissenschaftsblogs gibt (siehe z.B. die Wissenschaftsblogliste von Bloggerei.de).
Albert Schilling steht beispielhaft für das interessierte, kreative und wissenschaftliche Potential der Menschen, das sich umso besser entfalten kann, umso mehr Information und Dialog auch über das Netz angeboten werden. Und dazu kann nun wirklich jede und jeder etwas beitragen - und auch noch Freude und Erfolg dabei erfahren!
Nach erfolgter Dissertation zum Thema und einer Reihe von darauf aufbauenden Vorträgen und Veröffentlichungen konzentrierte ich mich seit 2006 auf den evolutionsbiologischen Teil der Fragestellung: Wie kam und kommt es eigentlich dazu, dass sich religiös befähigte Gehirne in der Evolution des Menschen durchgesetzt haben?

Denn wenn es Gott gibt, dann hat Er Humor: waren die meisten "Neurotheologen" als triumphierende Religionskritiker gestartet, so hat sich der von ihnen entfachte Wind inzwischen "evolutionslogisch" gedreht: denn wie hätten so komplexe Veranlagungen des Gehirns über tausende von Generationen hinweg Bestand haben können, wenn sie nur fehlerhaft und schädlich wirken würden? Müssten also nach ihrer eigenen Logik nicht gerade Biologen (einschließlich Neurologen) die biologischen Vorteile von Religion zu benennen beginnen?
Pfiffige Seminarkursarbeit "Neurotheologie" von Albert Schilling!
Meine Begeisterung auch für die "klassische" Neurotheologie und die mit ihr verbundenen Debatten hat in diesen Tagen aber ein Abiturient, Albert Schilling vom Gymnasium Isny, neu entfacht. In seiner konzisen Seminarkursarbeit "Neurotheologie" behandelt er auf nur 25 Seiten den Fall Phineas Gage, die Schläfenlappenepilepsie-Theorie von Vilayanur Ramachandran, den Religionshelm von Michael Persinger, die Alphabet-Monotheismus-These von Detlef Linke, die Meditationsforschung von Andrew Newberg und die Psalmrezitationsstudie von Nina Azari.
Seine Beschreibung, Zusammenfassung und Bewertung der "großen Neurotheologen" ist wunderbar recherchiert, gut bebildert, humorvoll-flott und auch frech zugespitzt geschrieben - kurz: 25 Seiten voller Spass, Anregung und, ja, auch wissenschaftlicher Qualität!

Wissenschaft im Web!
Die herausragende Arbeit Schillings zeigt m.E. nicht nur, dass durchaus auch Schüler bereits selbständig und mutig zu Wissenschaft beitragen können - sondern auch, warum es richtig ist, aktuelle Wissenschaft endlich vielfältiger auch im Internet zugänglich zu machen. Herr Schilling baute seine Arbeit maßgeblich auf Internetressourcen auf - und wäre wahrscheinlich auf viele Inhalte nicht gestossen, wenn sich diese nur verstreut in prestigeträchtigen, teuren Sammelbänden befunden hätten. Das Internet erlaubt gute Zugänglichkeit bei niedrigen Kosten und das kreative, buchstäbliche Vernetzen von Inhalten auch über Sprach- und Fachgrenzen hinweg.
Deswegen sollte es Schülern, Studenten, Lehrern, aber eben auch Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern nicht egal sein, dass es im deutschsprachigen Raum bisher kaum zwei Dutzend ernsthafte Wissenschaftsblogs gibt (siehe z.B. die Wissenschaftsblogliste von Bloggerei.de).
Albert Schilling steht beispielhaft für das interessierte, kreative und wissenschaftliche Potential der Menschen, das sich umso besser entfalten kann, umso mehr Information und Dialog auch über das Netz angeboten werden. Und dazu kann nun wirklich jede und jeder etwas beitragen - und auch noch Freude und Erfolg dabei erfahren!
blume-religionswissenschaft - 21. Jun, 21:51
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