Gene oder Meme?
Wie weit trägt die Memetik in der Erklärung von Religion?
In den letzten Jahren erfreut sich eine Theorie großer Beliebtheit: die Memetik. Sie wurde begründet vom Zoologen Richard Dawkins, dem im Endkapitel seines berühmtesten Buches ("The Selfish Gene") mit der Parallelisierung Gen-Mem ein bis heute wirkender Coup gelang. Seine These: wie sich Gene als biologische Information per Fortpflanzung verbreiten, entstanden Meme als kulturelle Informationseinheiten, die sich über Nachahmung verbreiteten. Neurologisch oder überhaupt materiell lokalisierbar sind diese Meme seit nun fast zwanzig Jahren nicht und es ist auch bisher keine wirklich überzeugende Definition gelungen, "was" ein Mem denn nun sein soll: das Musikstück, das nachgeahmt wird? Oder nur die Tonsequenz? Der einzelne Ton?
Memetik als Wissenschaft?
Die Memetik liest sich auf den ersten Blick außerordentlich interessant. Allerdings zeigt sie bei näherer Betrachtung eine ganze Menge Probleme. So gibt es, wie erwähnt, keine auch nur einigermaßen einheitliche Definition des Membegriffs. Es bleibt unklar, wie und wann diese Meme entstanden sein sollen und warum für Meme "anfällige" Gehirne nicht evolutiv aussortiert worden wären.
Obwohl Memetiker seit inzwischen fast 20 Jahren eine große, zahlungswillige Anhängerschaft um eine ganze Menge vorwiegend spekulativer und philosophischer Bücher scharen, gibt es bisher keine Experiment oder empirische Studien, wie man sie doch von einer wissenschaftlichen Theorie erwarten dürfte.
Vor allem aber: es stimmt einfach nicht, dass Gehirne Informationen kopieren. Sie rekonstruieren sie vielmehr, wie wohl jeder schon einmal im "Flüsterpost"-Experimentspiel selbst erlebt hat.
Dieses Problem vertieft sich sogar weiter, da auch Memetiker selbst davon ausgehen, dass Meme auch nach neurobiologischen Kriterien ausgewählt werden: z.B. Musikstücke danach, ob sie harmonisch klingen. Wenn aber die Neurobiologie des Gehirns in der Lage ist, Meme zu filtern und abzuweisen, dann behält eben doch die biologische Evolution die Oberhand und es würden sich jene Menschen durchsetzen, die fortpflanzungsschädliche Meme "abblocken" und nur nützliche "einlassen". Die Mem-Theorie wäre dann schlicht eine Beschreibungsweise kultureller Evolution auf biologischer Basis. Aber mit dieser Rolle wollen sich die meisten Memetiker bisher nicht zufrieden geben. Denn die Memetik verdankt ihre Popularität nicht der (wenig vorhandenen) Wissenschaftlichkeit, sondern dem Umstand, dass sie weltanschauliche Funktionen erfüllt.
Memetik als religionskritische Weltanschauung
Dawkins und die von ihm begründete Memetik verdanken einen wesentlichen Teil ihrer Popularität deftiger Religionskritik. Die antievolutionistische Polemik vor allem US-evangelikaler Christen beantworten führende Memetiker mit nicht weniger Intoleranz. Religionen sind für sie "Memplexe", die gefährlichsten Verbünde von Memen, die Gehirne von Menschen "befallen" und sie quasi-parasitär dazu verleiten, sich um die die weitere Weiterverbreitung der "Meme" zu kümmern. Entsprechend nennt Dawkins Religionen pauschal auch schon mal gerne "Geisteskrankheit".
Als weltanschaulicher Entwurf ist die Memetik dabei gar nicht schlecht konstruiert. Sie dockt an etablierte, abendländische Dualismen an: Leib-Seele, Diesseits-Jenseits, Gehirn-Geist, Gen-Mem. Auch bietet sie eine "Schöpfungserzählung" nach Muster der Gnosis (aus griech. Wissen, Erkenntnis) - religiöser Strömungen, die sich seit der Antike meist in Opposition zur jeweiligen Mehrheit als "Wissende" bzw. "Erkennende" entwerfen: Einstmals seien böse, täuschende Mächte in die Welt eingebrochen und hätten sie korrumpiert. Die bestehenden Institutionen seien im wesentlichen Werkzeuge dieser täuschenden Mächte. Die Wissenden/Gnostiker aber kämpften um die Erleuchtung und Befreiung der Wesen - um den "Aufstand gegen die Tyrannei der Replikatoren", wie Dawkins das heute nennt. Ob die Memetik noch Weltanschauung oder schon selbst (gnostische) Religion ist, ist natürlich Definitionssache. Aber Dawkins genießt schon jetzt eine führende Rolle in der Formation der weltanschaulich-religionskritischen "Brights"-Bewegung (engl. die "Hellen, Schlauen" - also klar, was die anderen sind), im Internet kann man schon der "memetischen Church of Virus" begegnen und auch Meditationskurse zum "Memjäten" buchen.
Dass die Memetik zunehmend quasi-religiöse Formen annimmt, klingt übrigens nur auf den ersten Blick absonderlich: dass sich neue Religionen aus der entschiedenen Religionskritik an etablierten Religionsformen entwickeln, ist ein religionshistorischer Normalfall. So grenzte sich das Judentum von der Vielzahl der antiken Götter durch scharfe Kritik an ihnen ab (und den frühen Juden wurde daher aus ihrer Umgebung "Gottlosigkeit" und mangelnde Pietät vorgeworfen!), das Christentum durch Kritik am vermeintlichen jüdischen "Gesetzesgehorsam", der Buddhismus durch Ablehnung des brahmanischen Ritus, der Sikhismus durch Abgrenzung von hinduistischen Kastenwesen und islamischer Strenge usw. Nur sehr wenige weltanschaulich-religiöse Gründungen erreichen jedoch jemals die Ausbreitung einer Weltreligion, die meisten gehen vorher wieder ein - und die bereits wieder abflauende Begeisterung für die "Memetik" macht es wahrscheinlich, dass sie wohl auch eher zu diesem Bereich zu zählen sein wird.
Fazit: Bisher eher Weltanschauung statt Wissenschaft
Das kleine Häuflein von Wissenschaftlern und die größere Zahl memetischer Anhänger, die sich der Memetik verschrieben haben, werden nicht durch schlüssige Studien, aufsehenerregende Experimente oder empirisch nachvollziehbare Beobachtungen, sondern vor allem durch die gemeinsame Abneigung gegen die etablierten Religion(en) verbunden. In einer gewissen Hinsicht stellt die Memetik die atheistische Schwester des christlichen Kreationismus dar: beide sind so sehr damit beschäftigt, einander zu beschimpfen, dass sie es bisher nicht für nötig halten, uns Unglaubende (Kreationisten) oder Unwissende (Memetiker) mit wissenschaftlichen Minimalansprüchen wie klaren Definitionen und Herleitungen, Experimenten oder empirischen Studien zu behelligen.
Als Religionswissenschaftler achte ich die Memetik natürlich als Weltanschauung und Glaubenssystem. Und dass Dawkins, Denett, Blackmore und andere memetische Oberhäupter mit ihren Mixturen aus Wissenschaft und Weltanschauung eine treue Anhängerschaft generieren und viel Geld verdienen - nun, das ist historisch ja auch nichts neues. Sie bieten damit ihren Anhängern immerhin ja auch weltanschauliche Orientierung und Unterhaltung.
Ich nehme ebenfalls zur Kenntnis, dass auch einige gute und gescheite Freunde daran glauben und dafür argumentieren, dass sich die Memetik einmal zu einer soliden Wissenschaft weiterentwickle. Persönlich bin ich da etwas skeptisch und warte also gespannt auf den Tag, an dem das erste "memetische" Werk nicht nur philosophisch-biologische Rhetorik und Spekulation, sondern empirisches Daten- und Studienmaterial vorlegt. Die andere Entwicklungsversion wäre, wenn Memetiker zunehmend einräumen würden, dass sie eher eine weltanschauliche als eine wissenschaftliche Bewegung sind. Aber da auch ihre theistischen Counterparts, die Kreationisten, sich inzwischen über ein Jahrhundert lang immer wieder als vermeintlich "wissenschaftlich" zu etablieren versuchen, werden wir wohl noch eine ganze Weile viel memetisches zu lesen bekommen...
In den letzten Jahren erfreut sich eine Theorie großer Beliebtheit: die Memetik. Sie wurde begründet vom Zoologen Richard Dawkins, dem im Endkapitel seines berühmtesten Buches ("The Selfish Gene") mit der Parallelisierung Gen-Mem ein bis heute wirkender Coup gelang. Seine These: wie sich Gene als biologische Information per Fortpflanzung verbreiten, entstanden Meme als kulturelle Informationseinheiten, die sich über Nachahmung verbreiteten. Neurologisch oder überhaupt materiell lokalisierbar sind diese Meme seit nun fast zwanzig Jahren nicht und es ist auch bisher keine wirklich überzeugende Definition gelungen, "was" ein Mem denn nun sein soll: das Musikstück, das nachgeahmt wird? Oder nur die Tonsequenz? Der einzelne Ton?
Memetik als Wissenschaft?
Die Memetik liest sich auf den ersten Blick außerordentlich interessant. Allerdings zeigt sie bei näherer Betrachtung eine ganze Menge Probleme. So gibt es, wie erwähnt, keine auch nur einigermaßen einheitliche Definition des Membegriffs. Es bleibt unklar, wie und wann diese Meme entstanden sein sollen und warum für Meme "anfällige" Gehirne nicht evolutiv aussortiert worden wären.
Obwohl Memetiker seit inzwischen fast 20 Jahren eine große, zahlungswillige Anhängerschaft um eine ganze Menge vorwiegend spekulativer und philosophischer Bücher scharen, gibt es bisher keine Experiment oder empirische Studien, wie man sie doch von einer wissenschaftlichen Theorie erwarten dürfte.
Vor allem aber: es stimmt einfach nicht, dass Gehirne Informationen kopieren. Sie rekonstruieren sie vielmehr, wie wohl jeder schon einmal im "Flüsterpost"-Experimentspiel selbst erlebt hat.
Dieses Problem vertieft sich sogar weiter, da auch Memetiker selbst davon ausgehen, dass Meme auch nach neurobiologischen Kriterien ausgewählt werden: z.B. Musikstücke danach, ob sie harmonisch klingen. Wenn aber die Neurobiologie des Gehirns in der Lage ist, Meme zu filtern und abzuweisen, dann behält eben doch die biologische Evolution die Oberhand und es würden sich jene Menschen durchsetzen, die fortpflanzungsschädliche Meme "abblocken" und nur nützliche "einlassen". Die Mem-Theorie wäre dann schlicht eine Beschreibungsweise kultureller Evolution auf biologischer Basis. Aber mit dieser Rolle wollen sich die meisten Memetiker bisher nicht zufrieden geben. Denn die Memetik verdankt ihre Popularität nicht der (wenig vorhandenen) Wissenschaftlichkeit, sondern dem Umstand, dass sie weltanschauliche Funktionen erfüllt.
Memetik als religionskritische Weltanschauung
Dawkins und die von ihm begründete Memetik verdanken einen wesentlichen Teil ihrer Popularität deftiger Religionskritik. Die antievolutionistische Polemik vor allem US-evangelikaler Christen beantworten führende Memetiker mit nicht weniger Intoleranz. Religionen sind für sie "Memplexe", die gefährlichsten Verbünde von Memen, die Gehirne von Menschen "befallen" und sie quasi-parasitär dazu verleiten, sich um die die weitere Weiterverbreitung der "Meme" zu kümmern. Entsprechend nennt Dawkins Religionen pauschal auch schon mal gerne "Geisteskrankheit".
Als weltanschaulicher Entwurf ist die Memetik dabei gar nicht schlecht konstruiert. Sie dockt an etablierte, abendländische Dualismen an: Leib-Seele, Diesseits-Jenseits, Gehirn-Geist, Gen-Mem. Auch bietet sie eine "Schöpfungserzählung" nach Muster der Gnosis (aus griech. Wissen, Erkenntnis) - religiöser Strömungen, die sich seit der Antike meist in Opposition zur jeweiligen Mehrheit als "Wissende" bzw. "Erkennende" entwerfen: Einstmals seien böse, täuschende Mächte in die Welt eingebrochen und hätten sie korrumpiert. Die bestehenden Institutionen seien im wesentlichen Werkzeuge dieser täuschenden Mächte. Die Wissenden/Gnostiker aber kämpften um die Erleuchtung und Befreiung der Wesen - um den "Aufstand gegen die Tyrannei der Replikatoren", wie Dawkins das heute nennt. Ob die Memetik noch Weltanschauung oder schon selbst (gnostische) Religion ist, ist natürlich Definitionssache. Aber Dawkins genießt schon jetzt eine führende Rolle in der Formation der weltanschaulich-religionskritischen "Brights"-Bewegung (engl. die "Hellen, Schlauen" - also klar, was die anderen sind), im Internet kann man schon der "memetischen Church of Virus" begegnen und auch Meditationskurse zum "Memjäten" buchen.
Dass die Memetik zunehmend quasi-religiöse Formen annimmt, klingt übrigens nur auf den ersten Blick absonderlich: dass sich neue Religionen aus der entschiedenen Religionskritik an etablierten Religionsformen entwickeln, ist ein religionshistorischer Normalfall. So grenzte sich das Judentum von der Vielzahl der antiken Götter durch scharfe Kritik an ihnen ab (und den frühen Juden wurde daher aus ihrer Umgebung "Gottlosigkeit" und mangelnde Pietät vorgeworfen!), das Christentum durch Kritik am vermeintlichen jüdischen "Gesetzesgehorsam", der Buddhismus durch Ablehnung des brahmanischen Ritus, der Sikhismus durch Abgrenzung von hinduistischen Kastenwesen und islamischer Strenge usw. Nur sehr wenige weltanschaulich-religiöse Gründungen erreichen jedoch jemals die Ausbreitung einer Weltreligion, die meisten gehen vorher wieder ein - und die bereits wieder abflauende Begeisterung für die "Memetik" macht es wahrscheinlich, dass sie wohl auch eher zu diesem Bereich zu zählen sein wird.
Fazit: Bisher eher Weltanschauung statt Wissenschaft
Das kleine Häuflein von Wissenschaftlern und die größere Zahl memetischer Anhänger, die sich der Memetik verschrieben haben, werden nicht durch schlüssige Studien, aufsehenerregende Experimente oder empirisch nachvollziehbare Beobachtungen, sondern vor allem durch die gemeinsame Abneigung gegen die etablierten Religion(en) verbunden. In einer gewissen Hinsicht stellt die Memetik die atheistische Schwester des christlichen Kreationismus dar: beide sind so sehr damit beschäftigt, einander zu beschimpfen, dass sie es bisher nicht für nötig halten, uns Unglaubende (Kreationisten) oder Unwissende (Memetiker) mit wissenschaftlichen Minimalansprüchen wie klaren Definitionen und Herleitungen, Experimenten oder empirischen Studien zu behelligen.
Als Religionswissenschaftler achte ich die Memetik natürlich als Weltanschauung und Glaubenssystem. Und dass Dawkins, Denett, Blackmore und andere memetische Oberhäupter mit ihren Mixturen aus Wissenschaft und Weltanschauung eine treue Anhängerschaft generieren und viel Geld verdienen - nun, das ist historisch ja auch nichts neues. Sie bieten damit ihren Anhängern immerhin ja auch weltanschauliche Orientierung und Unterhaltung.
Ich nehme ebenfalls zur Kenntnis, dass auch einige gute und gescheite Freunde daran glauben und dafür argumentieren, dass sich die Memetik einmal zu einer soliden Wissenschaft weiterentwickle. Persönlich bin ich da etwas skeptisch und warte also gespannt auf den Tag, an dem das erste "memetische" Werk nicht nur philosophisch-biologische Rhetorik und Spekulation, sondern empirisches Daten- und Studienmaterial vorlegt. Die andere Entwicklungsversion wäre, wenn Memetiker zunehmend einräumen würden, dass sie eher eine weltanschauliche als eine wissenschaftliche Bewegung sind. Aber da auch ihre theistischen Counterparts, die Kreationisten, sich inzwischen über ein Jahrhundert lang immer wieder als vermeintlich "wissenschaftlich" zu etablieren versuchen, werden wir wohl noch eine ganze Weile viel memetisches zu lesen bekommen...
blume-religionswissenschaft - 10. Mrz, 20:41
8 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Ingo Bading (Gast) - 12. Mrz, 09:07
Ich stimme der vorgetragenen Kritik an der Mem-Theorie sehr weitgehend zu. Ich glaube allerdings auch nicht, daß R. Dawkins jemand ist, der daraus ein "Dogma" macht. Es ist einfach erst mal eine spielerisch vorgetragene Hypothese. Und du gibst ganz richtig schon Argumente dafür an, daß menschliche Geschichte und Evolution, Kulturweitergabe ("Mem-Weitergabe") immer ein "koevolutionärer" Prozeß ist, also: Genetische Veranlagungen "filtern" in jeder Generation neu die kulturellen Inhalte, die weitergegebene werden, umgekehrt selektieren ("filtern") die kulturellen Inhalte aber zugleich auch die genetische Veranlagungen, die in die nächste Generation gelangen (vor allem durch Kinderarmut und Kinderreichtum). Es ist also ein Gen-Kultur-Koevolutions-Prozeß.
Da die Evolutionstheorie nun aber auch versucht, die Evolution von Boshaftigkeit zu erklären, die es ja auch schon im Tierreich gibt, und die im menschlichen Bereich unübersehbar ist, ist es natürlich für Atheisten wie Dawkins naheliegend, "das" Mem Religion als ein solches "parasitierendes" Mem anzusehen, das mit der menschlichen Natur an sich gar nichts zu tun hätte.
Hier ist für mich der Punkt erreicht, wo Dawkins völlig unplausibel wird. Man kann den Bereich menschlicher Religiosität nicht so abrupt von allen anderen Bereichen menschlicher Wahrnehmung von Werten, Wahrheiten und Schönheit trennen, wie Dawkins das offenbar tut. Ganz offenbar sind doch alle Religionen ein riesiges "Gemisch" von Vorstellungen und Haltungen ganz unterschiedlicher Herkunft in der menschlichen Psychologie. Dem wird eine derart vereinfachende "Mem"-Theorie natürlich in keiner Weise gerecht.
Da die Evolutionstheorie nun aber auch versucht, die Evolution von Boshaftigkeit zu erklären, die es ja auch schon im Tierreich gibt, und die im menschlichen Bereich unübersehbar ist, ist es natürlich für Atheisten wie Dawkins naheliegend, "das" Mem Religion als ein solches "parasitierendes" Mem anzusehen, das mit der menschlichen Natur an sich gar nichts zu tun hätte.
Hier ist für mich der Punkt erreicht, wo Dawkins völlig unplausibel wird. Man kann den Bereich menschlicher Religiosität nicht so abrupt von allen anderen Bereichen menschlicher Wahrnehmung von Werten, Wahrheiten und Schönheit trennen, wie Dawkins das offenbar tut. Ganz offenbar sind doch alle Religionen ein riesiges "Gemisch" von Vorstellungen und Haltungen ganz unterschiedlicher Herkunft in der menschlichen Psychologie. Dem wird eine derart vereinfachende "Mem"-Theorie natürlich in keiner Weise gerecht.
blume-religionswissenschaft - 12. Mrz, 11:08
Ja, würde ich auch so sehen.
Da kann ich einfach nur zustimmen, das würde ich auch so sehen und fast genauso beschreiben.
Ich schwanke noch, ob der Dawkinsche Ansatz letztlich eine fruchtbare Diskussion befördert oder die unsägliche Polarisierung zwischen Kreationisten und Biologen nicht nur polemisch weiter vertieft. In Deutschland und Europa erlebe ich einen ruhigeren und sachlicheren Dialog auch zwischen Theologie(n) und Naturwissenschaften - und hier hat die Mem-Theorie über populärwissenschaftliche Bereiche hinaus prompt wenig Anklang gefunden.
Mir scheint das "alte Europa", vielleicht auch durch seine vielfach gebrochene Geschichte, an diesem Punkt fast ein wenig demütiger und "weiser" im Umgang mit verschiedenen Grundannahmen und dem Dialog darüber zu sein.
Ich schwanke noch, ob der Dawkinsche Ansatz letztlich eine fruchtbare Diskussion befördert oder die unsägliche Polarisierung zwischen Kreationisten und Biologen nicht nur polemisch weiter vertieft. In Deutschland und Europa erlebe ich einen ruhigeren und sachlicheren Dialog auch zwischen Theologie(n) und Naturwissenschaften - und hier hat die Mem-Theorie über populärwissenschaftliche Bereiche hinaus prompt wenig Anklang gefunden.
Mir scheint das "alte Europa", vielleicht auch durch seine vielfach gebrochene Geschichte, an diesem Punkt fast ein wenig demütiger und "weiser" im Umgang mit verschiedenen Grundannahmen und dem Dialog darüber zu sein.
Ingo Bading (Gast) - 12. Mrz, 19:33
Unterschiedliche religiöse Begabungen von Völkern?
Ja, als Kontinental-Europäer ist man immer wieder verwundert über bestimmte "Diskussionslagen" im anglo-amerikanischen Bereich. Warum z.B. die Kreationisten eine so große Bedeutung dort haben, ist mir in den letzten Hintergründen immer noch ein bischen rätselhaft.
Aus meiner Heinrich Heine-Lektüre kann ich mich aber erinnern ("Über Religion und Philosophie in Deutschland"), daß "der typische Brite" in einer der philosophisch fruchtbarsten Zeiten deutscher Geschichte als irgendwie unbegabt für Metaphysik empfunden wurde (seelenlos, "automatenhaft").
Falls da - auch in weniger abwertenden Versionen als der (natürlich immer auch etwas scherzhaft-ironischen) von Heinrich Heine - etwas dran sein würde, würde ich vermuten, daß man diese "Unbegabtheit" versucht, mit Kreationismus zu "kompensieren" - oder mit Atheismus. Ich könnte mir vorstellen, daß auf religiösem und philosophischen Gebiet eine Sonder- (oder Eigen-)Begabung der Deutschen mit ins Spiel kommt, die ja etwa auch Heinrich Heine empfunden haben muß.
Es ist ja sicherlich auch kein Zufall, daß das pragmatische Denken der Briten nicht nur die Evolutionstheorie hervorgebracht hat, sondern etwa auch das Denken von Adam Smith, wonach der Egoismus des einzelnen in letztem Sinne dem allgemeinen Wohl dient. Beide Gedanken haben sich wohl inzwischen als ebenso richtig wie unvollständig herausgestellt.
Aus meiner Heinrich Heine-Lektüre kann ich mich aber erinnern ("Über Religion und Philosophie in Deutschland"), daß "der typische Brite" in einer der philosophisch fruchtbarsten Zeiten deutscher Geschichte als irgendwie unbegabt für Metaphysik empfunden wurde (seelenlos, "automatenhaft").
Falls da - auch in weniger abwertenden Versionen als der (natürlich immer auch etwas scherzhaft-ironischen) von Heinrich Heine - etwas dran sein würde, würde ich vermuten, daß man diese "Unbegabtheit" versucht, mit Kreationismus zu "kompensieren" - oder mit Atheismus. Ich könnte mir vorstellen, daß auf religiösem und philosophischen Gebiet eine Sonder- (oder Eigen-)Begabung der Deutschen mit ins Spiel kommt, die ja etwa auch Heinrich Heine empfunden haben muß.
Es ist ja sicherlich auch kein Zufall, daß das pragmatische Denken der Briten nicht nur die Evolutionstheorie hervorgebracht hat, sondern etwa auch das Denken von Adam Smith, wonach der Egoismus des einzelnen in letztem Sinne dem allgemeinen Wohl dient. Beide Gedanken haben sich wohl inzwischen als ebenso richtig wie unvollständig herausgestellt.
eksisto (Gast) - 13. Mrz, 12:00
Memetik ist keine Gnosis
Ich kenne die Memetik zu wenig, bin aber grundsätzlich mit deren Religiionskritik einverstanden.
Wyneken spricht von uralten magische und mythische Vorstellungen oder Seelenanlagen die hinter religiösen Vorstellungen, die per se halbpathologisch sind, verborgen sind. Diese können jederzeit ins Pathologische umkippen, im Einzelnen, aber auch in Gruppen.
Man könnte auch noch Freud (Religion ist eine Neurose) oder Jung (Gott ist ein Komplex) anführen. Komplex - Memplex. Dahinter sind jedenfalls Mythen, wirkmächtige Vorstellungen von Geschichten im Menschen.
Wenn die Memetik eine neue Gnosis sein soll, so würde mich das doch sehr wundern. Ich denke, das sagen die Religiösen als Kritik: Was ist da betreibt, ist auch eine Reliigion. Gnosis ist eine (tiefere) Gotteserkenntnis und zwar Gott als Person gedacht mit einem "Plan". Das glauben die Memetiker eben nicht; sie sind Atheisten. Ihre tiefere Erkenntnis als "Helle" kann sich nur auf die Menschennatur beziehen.
Wyneken spricht von uralten magische und mythische Vorstellungen oder Seelenanlagen die hinter religiösen Vorstellungen, die per se halbpathologisch sind, verborgen sind. Diese können jederzeit ins Pathologische umkippen, im Einzelnen, aber auch in Gruppen.
Man könnte auch noch Freud (Religion ist eine Neurose) oder Jung (Gott ist ein Komplex) anführen. Komplex - Memplex. Dahinter sind jedenfalls Mythen, wirkmächtige Vorstellungen von Geschichten im Menschen.
Wenn die Memetik eine neue Gnosis sein soll, so würde mich das doch sehr wundern. Ich denke, das sagen die Religiösen als Kritik: Was ist da betreibt, ist auch eine Reliigion. Gnosis ist eine (tiefere) Gotteserkenntnis und zwar Gott als Person gedacht mit einem "Plan". Das glauben die Memetiker eben nicht; sie sind Atheisten. Ihre tiefere Erkenntnis als "Helle" kann sich nur auf die Menschennatur beziehen.
blume-religionswissenschaft - 13. Mrz, 17:39
Memetik, Gnosis
Ich würde auch nicht sagen, dass die Memetik eine "neue Gnosis" sei - aber sie dockt ganz klar (und erfolgreich!) an gnostische Traditionen an, nach der die Welt in Gegensätzen (wie Gen-Mem, Glauben-Wissen etc.) aufgespannt werde, das Geistige über dem Körperlichen stehe (man beachte Dawkins Appell in "The Selfish Gene", mit Bezug auf Sokrates eher Meme als Gene zu zeugen), nur "Erleuchtete" die wahre Natur der demiurgischen Mächte erkennen und sich dagegen auflehnen müssten. Und das ist als Weltanschauung auch völlig in Ordnung so, ebenso wie Religionskritik.
Nur ist die Memetik damit (bisher) ebensowenig eine Wissenschaft wie der Kreationismus. Es fehlen schlicht und einfach alle Voraussetzungen, die wir von wissenschaftlichen Theorien erwarten dürfen: klare Definitionen, Überprüfbarkeit durch intersubjektiv nachvollziehbare Beobachtungen, Experimente, empirische Daten usw.
Ob jemand Religion als nützlich oder pathologisch "glauben" will, ist eine Frage der Wertung und Weltanschauung und als solche jeweils zu respektieren.
Wird aber der Anspruch erhoben, die jeweilige religionskritische oder religionsaffirmative Position sei "Wissenschaft", so sind die entsprechenden Belege anzubringen. Ein Vertreter des Kreationismus müsste dann Fossilfunde und Altersbestimmungen überzeugend erklären können. Und ein Vertreter einer Religion-Pathologie-These sollte dann z.B. evolutionsbiologisch erklären und empirisch aufzeigen können, wie und warum sich pathologes Verhalten bei Sapiens und Neandertalern konvergent entwickeln und auch neurobiologisch entfalten konnte und kann.
Statt auf wissenschaftlich verifizierbarer Daten nur je auf Gott, Freud oder sonstwen zu verweisen steht Religionen und Weltanschauungen natürlich völlig zu - nicht aber Wissenschaften.
Ich beobachte z.B., dass weltweit und quer durch Gesellschaften, Bildungs- und Einkommensschichten religiöse Menschen ihre Gene durchschnittlich sehr viel erfolgreicher weitergeben als Konfessionslose. Insofern erscheinen mir die religionsbezogenen Fähigkeiten von Homo sapiens evolutionsbiologisch herleitbar und insgesamt erstaunlich funktional zu sein. Im wissenschaftlichen Rahmen ist das aber kein Gottesbeweis und auch keine Wertung, sondern "nur" eine wissenschaftliche Beobachtung, die freilich gegen die (wissenschaftliche) Hypothese einer pauschalen Pathologie religiösen Verhaltens spricht.
Nur ist die Memetik damit (bisher) ebensowenig eine Wissenschaft wie der Kreationismus. Es fehlen schlicht und einfach alle Voraussetzungen, die wir von wissenschaftlichen Theorien erwarten dürfen: klare Definitionen, Überprüfbarkeit durch intersubjektiv nachvollziehbare Beobachtungen, Experimente, empirische Daten usw.
Ob jemand Religion als nützlich oder pathologisch "glauben" will, ist eine Frage der Wertung und Weltanschauung und als solche jeweils zu respektieren.
Wird aber der Anspruch erhoben, die jeweilige religionskritische oder religionsaffirmative Position sei "Wissenschaft", so sind die entsprechenden Belege anzubringen. Ein Vertreter des Kreationismus müsste dann Fossilfunde und Altersbestimmungen überzeugend erklären können. Und ein Vertreter einer Religion-Pathologie-These sollte dann z.B. evolutionsbiologisch erklären und empirisch aufzeigen können, wie und warum sich pathologes Verhalten bei Sapiens und Neandertalern konvergent entwickeln und auch neurobiologisch entfalten konnte und kann.
Statt auf wissenschaftlich verifizierbarer Daten nur je auf Gott, Freud oder sonstwen zu verweisen steht Religionen und Weltanschauungen natürlich völlig zu - nicht aber Wissenschaften.
Ich beobachte z.B., dass weltweit und quer durch Gesellschaften, Bildungs- und Einkommensschichten religiöse Menschen ihre Gene durchschnittlich sehr viel erfolgreicher weitergeben als Konfessionslose. Insofern erscheinen mir die religionsbezogenen Fähigkeiten von Homo sapiens evolutionsbiologisch herleitbar und insgesamt erstaunlich funktional zu sein. Im wissenschaftlichen Rahmen ist das aber kein Gottesbeweis und auch keine Wertung, sondern "nur" eine wissenschaftliche Beobachtung, die freilich gegen die (wissenschaftliche) Hypothese einer pauschalen Pathologie religiösen Verhaltens spricht.
Ingo (Gast) - 13. Mrz, 19:45
"Semes and Genes in Africa"
Wenn ich recht sehe, ist der Aufsatz "Semes and Genes in Africa" (Current Anthropology 2002)
http://www.journals.uchicago.edu/CA/journal/issues/v43n2/022702/022702.text.html
ein ganz guter Ausgangspunkt zur Behandlung der Mem-Thematik. Der Artikel verwendet bewußt einen neuen Begriff für Mem (Sem) (- aber das ist wohl nicht zentral). Hier wird nun deutlich, daß die Mehrheit der ausgewerteten kulturellen Merkmale über die Familie an die nächste Generation weitergegeben werden und sich mit den Menschen selbst vermehren oder vermindern ("demische Ausbreitung"). Dazu gehören kulturelle Merkmale wie Verwandtschafts-Systeme, Sozialorganisation etc..
Eine Minderheit von getesten kulturellen Merkmalen breitete sich sozusagen unabhängig von den sie begleitenden Genen aus einfach dadurch, daß sie von einer Population zur anderen weitergegeben wurden (rein "kulturelle Verbreitung"). (Und noch weniger kulturelle Merkmale entstanden lokal durch "konvergente Entwicklung".)
Ich glaube, solche Studien konkretisieren etwas das sehr schemenhaft bleibende Mem-Konzept und machen deutlich, daß selbst kulturelle Merkmale, die wenig durch genetische Anlagen "vorgefiltert" werden, sich dennoch "parallel" mit den jeweiligen Menschen ausbreiten und nicht unabhängig von ihnen.
Und das gleiche beobachten wir ja auch im Großen und Ganzen bezüglich des Mems (des kulturellen Merkmals) Religion (oder Atheismus).
http://www.journals.uchicago.edu/CA/journal/issues/v43n2/022702/022702.text.html
ein ganz guter Ausgangspunkt zur Behandlung der Mem-Thematik. Der Artikel verwendet bewußt einen neuen Begriff für Mem (Sem) (- aber das ist wohl nicht zentral). Hier wird nun deutlich, daß die Mehrheit der ausgewerteten kulturellen Merkmale über die Familie an die nächste Generation weitergegeben werden und sich mit den Menschen selbst vermehren oder vermindern ("demische Ausbreitung"). Dazu gehören kulturelle Merkmale wie Verwandtschafts-Systeme, Sozialorganisation etc..
Eine Minderheit von getesten kulturellen Merkmalen breitete sich sozusagen unabhängig von den sie begleitenden Genen aus einfach dadurch, daß sie von einer Population zur anderen weitergegeben wurden (rein "kulturelle Verbreitung"). (Und noch weniger kulturelle Merkmale entstanden lokal durch "konvergente Entwicklung".)
Ich glaube, solche Studien konkretisieren etwas das sehr schemenhaft bleibende Mem-Konzept und machen deutlich, daß selbst kulturelle Merkmale, die wenig durch genetische Anlagen "vorgefiltert" werden, sich dennoch "parallel" mit den jeweiligen Menschen ausbreiten und nicht unabhängig von ihnen.
Und das gleiche beobachten wir ja auch im Großen und Ganzen bezüglich des Mems (des kulturellen Merkmals) Religion (oder Atheismus).
MichaS (Gast) - 22. Dez, 22:23
Memetik
Memetik ist (obwohl simpel und falsifizierbar) NOCH keine Wissenschaft, jedenfalls unter üblichen Bedingungen die man bei einer Wissenschaft vorraussetzt.
Man könnte nun sagen, die Wissenschaft sei einfach noch nicht soweit, um Memetik zu implementieren,doch das fände ich nicht angemessen. Das würde Memetik auf eine Stufe mit allerlei Pseudowissenschaften stellen, die z.T. auch immer nur behaupten die Wissenschaft wäre "noch nicht soweit".
Solange keine eindeutige physikalische Entsprechung im Gehirn gefunden ist, bleibt Memetik ein Theorie/Philosophie, allerdings eine sehr plausible, plausibler jedenfalls als die gängigen Märchenreligionen.
Ich ziehe daher aufgrund der Plausibilität die Memetik JEDEM Glauben/Aberglauben vor...
Man könnte nun sagen, die Wissenschaft sei einfach noch nicht soweit, um Memetik zu implementieren,doch das fände ich nicht angemessen. Das würde Memetik auf eine Stufe mit allerlei Pseudowissenschaften stellen, die z.T. auch immer nur behaupten die Wissenschaft wäre "noch nicht soweit".
Solange keine eindeutige physikalische Entsprechung im Gehirn gefunden ist, bleibt Memetik ein Theorie/Philosophie, allerdings eine sehr plausible, plausibler jedenfalls als die gängigen Märchenreligionen.
Ich ziehe daher aufgrund der Plausibilität die Memetik JEDEM Glauben/Aberglauben vor...
blume-religionswissenschaft - 22. Dez, 22:37
Das ist Ihr gutes Recht...
...schließlich haben wir in Deutschland Weltanschauungs- und Religionsfreiheit! (-:
Dass aus der Memetik jedoch "noch" eine ernsthafte Wissenschaft werden sollte, erlaube ich mir zu bezweifeln. Die empirischen Befunde (z.B. der Reproduktionserfolg und die Vererbbarkeit des Merkmals Religiosität) sprechen durchweg dagegen und seit drei Jahrzehnten hätte die Möglichkeit bestanden, z.B. Beobachtungen, Studien oder Experimente zu veröffentlichen. Im seriösen, wissenschaftlichen Diskurs (auch der Biologie) spielen die Meme längst keine prägende Rolle mehr.
Einen sehr guten Artikel dazu hat übrigens der (ebenfalls atheistische) Evolutionsbiologe D.S. Wilson geschrieben, hier: http://www.skeptic.com/eskeptic/07-07-04.html
Danke für Ihren Beitrag - und die besten Wünsche zu den Feiertagen!
Michael Blume
Dass aus der Memetik jedoch "noch" eine ernsthafte Wissenschaft werden sollte, erlaube ich mir zu bezweifeln. Die empirischen Befunde (z.B. der Reproduktionserfolg und die Vererbbarkeit des Merkmals Religiosität) sprechen durchweg dagegen und seit drei Jahrzehnten hätte die Möglichkeit bestanden, z.B. Beobachtungen, Studien oder Experimente zu veröffentlichen. Im seriösen, wissenschaftlichen Diskurs (auch der Biologie) spielen die Meme längst keine prägende Rolle mehr.
Einen sehr guten Artikel dazu hat übrigens der (ebenfalls atheistische) Evolutionsbiologe D.S. Wilson geschrieben, hier: http://www.skeptic.com/eskeptic/07-07-04.html
Danke für Ihren Beitrag - und die besten Wünsche zu den Feiertagen!
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