Welche Herausforderung in der Evolution des Menschen mit Religiosität gelöst werden muss(te)
(Neuerscheinung 10/2008:)

Seid fruchtbar und mehret euch
- Die ersten Worte und das erste Gebot des biblischen Gottes an die Menschen (Genesis 1,28)
Erste Spuren von Religiosität (vor allem Bestattungen, ggf. mit Grabbeigaben, Kultstätten u.ä.) werden schon beim späten Homo erectus, etwa 300.000 Jahre v.u.Z. diskutiert, etwa im Bezug auf die Fundstelle von Zhoukoudian (China). Zunehmend sicherer wird die Fundlage ab Zeiträumen von vor etwa 120.000 Jahren, bevor es etwa um 60.000 v.u.Z. geradezu zu einer "Explosion" von Funden kommt - neben komplexen Bestattungen auch bald Figurinen, Höhlenmalereien und schließlich Kultstätten wie der spektakuläre Göbekli Tepe in Anatolien. Diese Kultstätte wurde vor knapp 12.000 Jahren noch vor der Entwicklung der Landwirtschaft von Jägern und Sammlern errichtet.
Warum?
Warum aber begannen frühe Menschen, Tote zu bestatten, sich in immer komplexeren, religiösen Welten zu orientieren und damit Kosten, Opfer und Rituale auf sich zu nehmen, wie sie bei Tieren nicht vorkamen? Hätte sich Religiosität in den Genen und Gehirnen der Menschen entfalten können, wenn sie nur mit Nachteilen verbunden gewesen wäre? Und warum tauchte religiöses Verhalten nicht nur beim frühen Homo sapiens, sondern konvergent auch beim vor ca. 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertaler auf?
Die Antwort tragen wir, so meine ich, auf unseren Schultern.
Gehirnentwicklung des Menschen
Das Bild zeigt die Schädelentwicklung vom Australopithecus afarensis (links) über den Homo erectus (Mitte) zum modernen Homo sapiens (rechts). Dabei entsprach Homo erectus unserer modernen Größe und Anatomie bereits fast völlig - "nur" noch die Schädelform entwickelte sich. Neben einer allgemeinen Volumenzunahme fällt vor allem das enorme Wachstum des Stirnhirns auf - übrigens beim Neandertaler ebenso wie bei uns, bei Homo sapiens.
Aber vom Stirnhirn weiß die moderne Hirnforschung natürlich längst einiges zu sagen.
Das Stirnhirn und präziser darin der präfrontale Cortex bewerkstelligt Vorausplanung, Impulskontrolle, (moralische und soziale) Abwägungen und ist wesentlich an der Konstruktion der Ich-Identität beteiligt. Es ist auch nicht weiter rätselhaft, dass sich diese Fähigkeiten als förderlich beim Frühmenschen immer weiter entwickelten. Nur tauchte damit schließlich eine Klippe auf, die sowohl Chance wie auch Problem ist.
Der Frühmensch entscheidet über Fortpflanzung!
Tiere betreiben keine bewußte Familienplanung. Erst dem Menschen wurde bewusst, dass jede Geburt mit Schmerzen und Gefahren (vor allem für die Frau) und Kosten und damit ggf. ebenfalls Gefahren (für den Mann, wenn er sich am Kindesaufzug beteiligte) verbunden war.
Bis heute betreiben auch Jäger und Sammler Familienplanung etwa durch sexuelle Enthaltsamkeit, Coitus interruptus, lange Stillzeiten, den Einsatz pflanzlicher Mittel und schließlich Kindesaussetzung. Im modernen Sprachgebrauch sprechen wir sogar von einem Unfall wenn ein Kind ungeplant geboren wird.
Eine Allensbach-Befragung unter zeitgenössischen, in Deutschland lebenden Homo sapiens brachte u.a. Gründe hervor, die aus der Sicht von (erwachsenen) Kinderlosen gegen Kinder sprechen.
Es ist leicht erkennbar, dass Tiere vorausplanende Aspekte dieser Probleme nicht zu lösen haben. So wird zum einen erkannt, dass das Kinderhaben mit Verzicht und Kosten auch an Lebensoptionen verbunden ist - und zum anderen wird der spieltheoretische Konflikt deutlich, wie er zwischen Menschenmännern und -frauen besteht: Wie kann die Frau sichern, dass der Partner dann auch seinen Teil leisten wird, wenn das Kind erst einmal gezeugt ist? Und wie kann der Mann sichern, dass das Kind, in dessen Aufwachsen er investieren soll, dann auch von ihm stammt?
Von dem Moment an, in dem sich der Mensch im Bezug auf seine Fortpflanzung durch die Fähigkeit der Vorausplanung selbst überwinden mußte, zogen stets die und der relativ mehr Kinder auf, die auch überweltliche Gründe für Kinder und das Eingehen verbindlicher Beziehungen fanden und dies auch einander sozial glaubhaft machen konnten. Kein Tier braucht beispielsweise eine vertragsähnliche "Ehe", während diese Institution (in sehr vielfältiger Ausprägung!) zu den Universalien menschlicher Kultur gehört.
Beispiel: Ahnenverehrung
Nehmen wir nur die ersten Spuren, die auf (bis heute verbreitete) Ahnenverehrung hinweisen - etwa sorgfältige Bestattungen, Grabbeigaben usw. Bisher wurde angenommen, dies diente vor allem psychologisch der Bewältigung der Todesfurcht.
Nun aber wird der sehr viel direktere, reproduktive Vorteil deutlich: wenn ich daran glaube, dass Ahnen nach dem Tod, mich beobachtend, weiter existieren, ggf. gar in Ritualen mit mir kommunizieren und ich zu ihnen nach meinen Tod versammelt werden werde, so werde ich ihre Lehren ("symbolische Wahrheiten") eher beherzigen, auch wenn ich sie vielleicht im Einzelnen gar nicht völlig verstehe: beispielsweise zu Sexualität, Ehe, Familie und Fortsetzung der Generationenkette. Und wenn ich daran glaube, dass eine Verehrung, sorgsame Bestattung und vielleicht gar ein Ausstatten mit Gaben, Speisen etc. für die Toten von Bedeutung sind - so werde ich darauf schauen, dass auch ich Nachkommen habe, die mich würdig (d.h. religiös erzogen!) ins Jenseits geleiten und dort versorgen.
Schon damit hätte ich eine höhere Wahrscheinlichkeit auf mehr Nachkommen (einen Vorteil der natürlichen Selektion) - genau das, was die religionsdemografischen Daten in freien Gesellschaften auch heute klar anzeigen!

Interessanterweise aber käme noch dazu, dass eine Frau, die einen möglichst zuverlässigen Partner sucht, in meiner ahnenverehrenden Lebensführung, den von mir praktizierten teuren und vielleicht auch schmerzhaften Ritualen usw., ein Signal erkennen könnte, dass ich mich vor den Ahnen auch fürchte und es also nicht wagen werde, ein vor ihnen gegebenes Eheversprechen zu brechen. Umgekehrt gälte das natürlich auch - ich müsste weniger Angst z.B. vor Untreue haben, wenn meine Partnerin sich von den Ahnen beobachtet wähnt. Dann würde mir der Ahnenkult, wahrscheinlich ohne dass ich das bewusst wahrnähme, Pluspunkte bei der Partnerwahl eintragen (ein Vorteil der sexuellen Selektion). (Siehe empirische Daten zur Gretchenfrage (S. 17-20))
Und wenn der Ahnenkult also nicht nur das (Klein-)Familienleben bestimmte, sondern auch die Gruppe, die auf in Mythen gekleidete Urahnen zurückgeht, untereinander beispielsweise zur Einhaltung von Versprechen und Hilfe in Notfällen verpflichte, so diente dies sogar auch noch der Stärkung der Verwandten- und Gruppenselektion: eine ahnenverehrende Gruppe hätte gegenüber "säkularen" Nachbarn klare Vorteile.
Schon die vielleicht urtümlichste Glaubensform könnte so das menschliche Leben hin zu (mehr) Familien und Kindern geprägt haben - und den Glaubenden durch durchschnittlich mehr Nachkommen einen biologischen und kulturellen Vorteil verschafft haben. Der langsame Aufstieg religiöser Veranlagungen wäre so erklärlich. Und in zunehmend menschenreicheren und komplexeren Gesellschaften, also größeren Gruppen, würden neben den direkten und mythischen Vorfahren bald Geister, Götter, Prinzipien und schließlich der Eine (stets allwissende, allrichtende und damit absolut verbindliche) Gott diese Aufgabe übernehmen - auch dies entspräche der Fundlage.
Fazit
Genetisch-neurobiologische Veranlagungen zur Religiosität entwickelte sich sowohl beim Neandertaler wie beim Homo sapiens, weil religiös vergemeinschaftete Gruppen mehr verläßliche Bindungen eingingen, Kinder aufzogen und damit genetisch erfolgreicher waren als jene, die keine überweltlichen Gründe für diese Optionsverzichte ins Feld führen konnten. Umso freier wir über Familie und Kinder entscheiden können, umso stärker setzten - und setzen - sich religiöse Veranlagungen auch genetisch durch.
Und dieser Effekt ist keine bloße Theorie, sondern lässt sich unter modernen Menschen -insbesondere, wo sie in Freiheit leben- weiter präzise beobachten, beispielsweise in Studien, Befragungen und Volkszählungen. (Siehe z.B. auch unabhängige Daten von Herwig Birg hier).
Einige "Formen" von Religion(en) können also durchaus schädlich ausfallen, veralten, unterbunden werden, aussterben - das religiöse Suchen, Sehnen und Vergemeinschaften an sich wird paradoxerweise umso erfolgreicher, umso mehr Wohlstand und Freiheit der Mensch über sein Leben gewinnt und umso weniger er eigene Kinder rein innerweltlich (etwa zur Altersversorgung) "braucht". Religion(en) sind also nicht nur Artefakte der evolutiven Vergangenheit - sondern vor allem auch der Zukunft!
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- Die ersten Worte und das erste Gebot des biblischen Gottes an die Menschen (Genesis 1,28)
Erste Spuren von Religiosität (vor allem Bestattungen, ggf. mit Grabbeigaben, Kultstätten u.ä.) werden schon beim späten Homo erectus, etwa 300.000 Jahre v.u.Z. diskutiert, etwa im Bezug auf die Fundstelle von Zhoukoudian (China). Zunehmend sicherer wird die Fundlage ab Zeiträumen von vor etwa 120.000 Jahren, bevor es etwa um 60.000 v.u.Z. geradezu zu einer "Explosion" von Funden kommt - neben komplexen Bestattungen auch bald Figurinen, Höhlenmalereien und schließlich Kultstätten wie der spektakuläre Göbekli Tepe in Anatolien. Diese Kultstätte wurde vor knapp 12.000 Jahren noch vor der Entwicklung der Landwirtschaft von Jägern und Sammlern errichtet.
Warum?
Warum aber begannen frühe Menschen, Tote zu bestatten, sich in immer komplexeren, religiösen Welten zu orientieren und damit Kosten, Opfer und Rituale auf sich zu nehmen, wie sie bei Tieren nicht vorkamen? Hätte sich Religiosität in den Genen und Gehirnen der Menschen entfalten können, wenn sie nur mit Nachteilen verbunden gewesen wäre? Und warum tauchte religiöses Verhalten nicht nur beim frühen Homo sapiens, sondern konvergent auch beim vor ca. 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertaler auf?
Die Antwort tragen wir, so meine ich, auf unseren Schultern.
Gehirnentwicklung des Menschen
Das Bild zeigt die Schädelentwicklung vom Australopithecus afarensis (links) über den Homo erectus (Mitte) zum modernen Homo sapiens (rechts). Dabei entsprach Homo erectus unserer modernen Größe und Anatomie bereits fast völlig - "nur" noch die Schädelform entwickelte sich. Neben einer allgemeinen Volumenzunahme fällt vor allem das enorme Wachstum des Stirnhirns auf - übrigens beim Neandertaler ebenso wie bei uns, bei Homo sapiens.
Aber vom Stirnhirn weiß die moderne Hirnforschung natürlich längst einiges zu sagen.
Das Stirnhirn und präziser darin der präfrontale Cortex bewerkstelligt Vorausplanung, Impulskontrolle, (moralische und soziale) Abwägungen und ist wesentlich an der Konstruktion der Ich-Identität beteiligt. Es ist auch nicht weiter rätselhaft, dass sich diese Fähigkeiten als förderlich beim Frühmenschen immer weiter entwickelten. Nur tauchte damit schließlich eine Klippe auf, die sowohl Chance wie auch Problem ist.
Der Frühmensch entscheidet über Fortpflanzung!
Tiere betreiben keine bewußte Familienplanung. Erst dem Menschen wurde bewusst, dass jede Geburt mit Schmerzen und Gefahren (vor allem für die Frau) und Kosten und damit ggf. ebenfalls Gefahren (für den Mann, wenn er sich am Kindesaufzug beteiligte) verbunden war.
Bis heute betreiben auch Jäger und Sammler Familienplanung etwa durch sexuelle Enthaltsamkeit, Coitus interruptus, lange Stillzeiten, den Einsatz pflanzlicher Mittel und schließlich Kindesaussetzung. Im modernen Sprachgebrauch sprechen wir sogar von einem Unfall wenn ein Kind ungeplant geboren wird.
Eine Allensbach-Befragung unter zeitgenössischen, in Deutschland lebenden Homo sapiens brachte u.a. Gründe hervor, die aus der Sicht von (erwachsenen) Kinderlosen gegen Kinder sprechen.
Es ist leicht erkennbar, dass Tiere vorausplanende Aspekte dieser Probleme nicht zu lösen haben. So wird zum einen erkannt, dass das Kinderhaben mit Verzicht und Kosten auch an Lebensoptionen verbunden ist - und zum anderen wird der spieltheoretische Konflikt deutlich, wie er zwischen Menschenmännern und -frauen besteht: Wie kann die Frau sichern, dass der Partner dann auch seinen Teil leisten wird, wenn das Kind erst einmal gezeugt ist? Und wie kann der Mann sichern, dass das Kind, in dessen Aufwachsen er investieren soll, dann auch von ihm stammt?
Von dem Moment an, in dem sich der Mensch im Bezug auf seine Fortpflanzung durch die Fähigkeit der Vorausplanung selbst überwinden mußte, zogen stets die und der relativ mehr Kinder auf, die auch überweltliche Gründe für Kinder und das Eingehen verbindlicher Beziehungen fanden und dies auch einander sozial glaubhaft machen konnten. Kein Tier braucht beispielsweise eine vertragsähnliche "Ehe", während diese Institution (in sehr vielfältiger Ausprägung!) zu den Universalien menschlicher Kultur gehört.
Beispiel: Ahnenverehrung
Nehmen wir nur die ersten Spuren, die auf (bis heute verbreitete) Ahnenverehrung hinweisen - etwa sorgfältige Bestattungen, Grabbeigaben usw. Bisher wurde angenommen, dies diente vor allem psychologisch der Bewältigung der Todesfurcht.
Nun aber wird der sehr viel direktere, reproduktive Vorteil deutlich: wenn ich daran glaube, dass Ahnen nach dem Tod, mich beobachtend, weiter existieren, ggf. gar in Ritualen mit mir kommunizieren und ich zu ihnen nach meinen Tod versammelt werden werde, so werde ich ihre Lehren ("symbolische Wahrheiten") eher beherzigen, auch wenn ich sie vielleicht im Einzelnen gar nicht völlig verstehe: beispielsweise zu Sexualität, Ehe, Familie und Fortsetzung der Generationenkette. Und wenn ich daran glaube, dass eine Verehrung, sorgsame Bestattung und vielleicht gar ein Ausstatten mit Gaben, Speisen etc. für die Toten von Bedeutung sind - so werde ich darauf schauen, dass auch ich Nachkommen habe, die mich würdig (d.h. religiös erzogen!) ins Jenseits geleiten und dort versorgen.
Schon damit hätte ich eine höhere Wahrscheinlichkeit auf mehr Nachkommen (einen Vorteil der natürlichen Selektion) - genau das, was die religionsdemografischen Daten in freien Gesellschaften auch heute klar anzeigen!

Interessanterweise aber käme noch dazu, dass eine Frau, die einen möglichst zuverlässigen Partner sucht, in meiner ahnenverehrenden Lebensführung, den von mir praktizierten teuren und vielleicht auch schmerzhaften Ritualen usw., ein Signal erkennen könnte, dass ich mich vor den Ahnen auch fürchte und es also nicht wagen werde, ein vor ihnen gegebenes Eheversprechen zu brechen. Umgekehrt gälte das natürlich auch - ich müsste weniger Angst z.B. vor Untreue haben, wenn meine Partnerin sich von den Ahnen beobachtet wähnt. Dann würde mir der Ahnenkult, wahrscheinlich ohne dass ich das bewusst wahrnähme, Pluspunkte bei der Partnerwahl eintragen (ein Vorteil der sexuellen Selektion). (Siehe empirische Daten zur Gretchenfrage (S. 17-20))
Und wenn der Ahnenkult also nicht nur das (Klein-)Familienleben bestimmte, sondern auch die Gruppe, die auf in Mythen gekleidete Urahnen zurückgeht, untereinander beispielsweise zur Einhaltung von Versprechen und Hilfe in Notfällen verpflichte, so diente dies sogar auch noch der Stärkung der Verwandten- und Gruppenselektion: eine ahnenverehrende Gruppe hätte gegenüber "säkularen" Nachbarn klare Vorteile.
Schon die vielleicht urtümlichste Glaubensform könnte so das menschliche Leben hin zu (mehr) Familien und Kindern geprägt haben - und den Glaubenden durch durchschnittlich mehr Nachkommen einen biologischen und kulturellen Vorteil verschafft haben. Der langsame Aufstieg religiöser Veranlagungen wäre so erklärlich. Und in zunehmend menschenreicheren und komplexeren Gesellschaften, also größeren Gruppen, würden neben den direkten und mythischen Vorfahren bald Geister, Götter, Prinzipien und schließlich der Eine (stets allwissende, allrichtende und damit absolut verbindliche) Gott diese Aufgabe übernehmen - auch dies entspräche der Fundlage.
Fazit
Genetisch-neurobiologische Veranlagungen zur Religiosität entwickelte sich sowohl beim Neandertaler wie beim Homo sapiens, weil religiös vergemeinschaftete Gruppen mehr verläßliche Bindungen eingingen, Kinder aufzogen und damit genetisch erfolgreicher waren als jene, die keine überweltlichen Gründe für diese Optionsverzichte ins Feld führen konnten. Umso freier wir über Familie und Kinder entscheiden können, umso stärker setzten - und setzen - sich religiöse Veranlagungen auch genetisch durch.
Und dieser Effekt ist keine bloße Theorie, sondern lässt sich unter modernen Menschen -insbesondere, wo sie in Freiheit leben- weiter präzise beobachten, beispielsweise in Studien, Befragungen und Volkszählungen. (Siehe z.B. auch unabhängige Daten von Herwig Birg hier).
Einige "Formen" von Religion(en) können also durchaus schädlich ausfallen, veralten, unterbunden werden, aussterben - das religiöse Suchen, Sehnen und Vergemeinschaften an sich wird paradoxerweise umso erfolgreicher, umso mehr Wohlstand und Freiheit der Mensch über sein Leben gewinnt und umso weniger er eigene Kinder rein innerweltlich (etwa zur Altersversorgung) "braucht". Religion(en) sind also nicht nur Artefakte der evolutiven Vergangenheit - sondern vor allem auch der Zukunft!
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blume-religionswissenschaft - 13. Jan, 18:06
11 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Ingo Bading (Gast) - 16. Jan, 08:25
Freiheit - ein Wesenszug von Religiosität?
Viele Philosophien, Dichter, Komponisten, Physiker behaupten ja, es GIBT das Übersinnliche, das Metaphysische, es gäbe "mehr zwischen Himmel und Erde als unsere Schulweisheit träumt" (Shakespeare/Hamlet). WENN dem so ist, so könnte man sich vorstellen, daß das "Wesen" dieses Bereiches Freiheit ist. WENN das Wesen dieses Bereiches Freiheit ist, dann darf der Zugang zu demselben, nicht zwanghaft, instinkthaft geschehen, sondern es muß durch Irrtumsanfälligkeit über denselben, durch Täuschungsmöglichkeit über denselben sichergestellt sein, daß diese Freiheit auch wirklich frei ist, daß also "Gott" (oder metaphysische Schönheit, Güte, Wahrheit, Liebe) NICHT"zwangsläufig" erfahrbar wird. Die Freiheit ist ja nach Aussagen vieler Philosophien überhaupt das Wesen des Menschseins und das, wodurch sich der Mensch von Tier unterscheidet.
Es könnte in diesen Sachverhalten begründet liegen, daß Religionspsychologie zwar evolutionsbiologische Gesetzmäßigkeiten aufweist, aber jeweils solche Gesetzmäßigkeiten, die nicht ZWANGSLÄUFIG dazu führen, daß Religionsgemeinschaften nicht aussterben, sondern vielleicht sogar viel schneller als in der tierlichen Evolution in "Unangepaßtheiten" geraten.
Es könnte in diesen Sachverhalten begründet liegen, daß Religionspsychologie zwar evolutionsbiologische Gesetzmäßigkeiten aufweist, aber jeweils solche Gesetzmäßigkeiten, die nicht ZWANGSLÄUFIG dazu führen, daß Religionsgemeinschaften nicht aussterben, sondern vielleicht sogar viel schneller als in der tierlichen Evolution in "Unangepaßtheiten" geraten.
LG (Gast) - 10. Feb, 14:45
nur eine technische Anmerkung: du überschreibst deine Beiträge mit "(anonym)", dein Name erscheint aber trotzdem. Ich weiß nicht ob dir das bewusst ist, da es ja erstmal so aussieht, als wolltest du beitragen, ohne dass dein Name sichtbar wird. FG!
LG (Gast) - 10. Feb, 14:43
atheistische Option
Es hört sich so an, als wäre ausschließlich der Glaube an Geister und Götter ein Grund für altruistisches Verhalten. Möglichkeiten ergeben sich allerdings auch durch atheistischen Idealismus.
Das betrifft zum Beispiel die Öko-Bewegung: auch hier zeigt die Person, dass sie (u.U. ohne an Gott zu glauben) in der Lage und willens ist, Verzicht zu üben für ein Ideal - den Umweltschutz - ohne realistischer Weise eine Gegenleistung erwarten zu können. Die Einschränkungen können teilweise wirklich hart sein: Verzicht auf fossile Energiequellen, vegane Lebensweise etc.
Ich erinnere mich an ein Gespräch über Kommunen mit einem "Insider", in dem herauskam, dass Kommunen (im linken Spektrum) besser überleben, je härter die Einschränkungen sind, die sie ihren Mitgliedern auferlegen. Ich fände es interessant zu wissen, inwiefern sowas wissenschaftlich zu untermauern ist.
Interessant ist da z.B. die "ZEGG"-Kommune bei Berlin. Hier wird Freie Liebe praktiziert, verbunden mit massivem Engagement in der Öko-Bewegung und meines Wissens keinem religiösen Einschlag. Soweit ich weiß, ist die Gemeinschaft einigermaßen stabil.
Wäre Religion also u.U. durch Idealismus ersetzbar?
Das betrifft zum Beispiel die Öko-Bewegung: auch hier zeigt die Person, dass sie (u.U. ohne an Gott zu glauben) in der Lage und willens ist, Verzicht zu üben für ein Ideal - den Umweltschutz - ohne realistischer Weise eine Gegenleistung erwarten zu können. Die Einschränkungen können teilweise wirklich hart sein: Verzicht auf fossile Energiequellen, vegane Lebensweise etc.
Ich erinnere mich an ein Gespräch über Kommunen mit einem "Insider", in dem herauskam, dass Kommunen (im linken Spektrum) besser überleben, je härter die Einschränkungen sind, die sie ihren Mitgliedern auferlegen. Ich fände es interessant zu wissen, inwiefern sowas wissenschaftlich zu untermauern ist.
Interessant ist da z.B. die "ZEGG"-Kommune bei Berlin. Hier wird Freie Liebe praktiziert, verbunden mit massivem Engagement in der Öko-Bewegung und meines Wissens keinem religiösen Einschlag. Soweit ich weiß, ist die Gemeinschaft einigermaßen stabil.
Wäre Religion also u.U. durch Idealismus ersetzbar?
blume-religionswissenschaft - 11. Feb, 14:58
Religion - Idealismus
Dass Religion nie und nimmer die einzige Quelle von Altruismus ist - darüber sind wir uns, glaube ich, schnell einig. Die Frage ist, ob sie eine "zusätzliche" Quelle zu (allen) anderen im Bezug vor allem auch auf reproduktiven Altruismus ist, die nicht einfach substituierbar ist.
Das von LG zitierte Beispiel der "Kommunen" ist m.E. ganz gut. So hat Sosis Langlebigkeit und Erfolg sozialistischer und religiöser Kibbuz-Gemeinschaften in Israel verglichen. Das Ergebnis fiel deutlich zugunsten der religiösen Kibbuzniks aus: während deren Gemeinschaften Krisen überstanden und wirtschaftlich und kinderreich wuchsen, sind die meisten sozialistischen Projekte gescheitert.
In diesem Zusammenhang finde ich das Konzept der "intuitiven Ontologie" interessant, dass Pascal Boyer (aus religionskritischer Perspektive!) entwickelt hat. Er verweist an kognitionspsychologischem und ethnologischem Material darauf, dass der Mensch (von Kind an) intuitive Ontologien verfolge, z.B. belebte und unbelebte Objekte unterscheide und von Grenzüberschreitungen besonders fasziniert sei. Unbelebte Objekte gälten als Manipulationsobjekte, nur belebte Objekte würden ggf. als ranghöher akzeptiert.
Diese Beobachtung passt m.E. auch auf den religiösen Bereich - denken wir nur daran, dass die Religionen, die sich auf ein nichtpersonales Prinzip berufen (Buddhismus, einige Strömungen des Hinduismus, Jainismus, Taoismus etc.) durchweg die Auflösung der illusionären Ich-Person und die "Befreiung vom Lebensgefängnis" aus Erkenntnis betonen und die familiennahe Volksreligiosität "quasi-personal" gestalten (also doch "Götter" zulassen, von denen sich erst die religiösen Virtuosen lösen). Auch Teile der Öko-Bewegung verbanden sich früh mit personalen Transzendenzvorstellungen (bisher v.a. christlich "Bewahrung der Schöpfung", aber auch z.B. Gaia und Neopaganismus). Dagegen lehren die Religionen mit personalen Letztgottheiten (Judentum, Christentum, Islam, Sikhs, Bahai, Bhakti-Hinduismus etc.) praktisch durchweg eine Bejahung der Eigenpersonalität und (unbedingte) Gebotsbefolgung, die in der schöpferisch-liebenden, aber auch fordernden Personalität der Gottheit begründet wird.
Natürlich sind hier noch eine Menge Forschungen zu leisten, aber meine vorsichtige Vermutung geht dahin, dass wir Menschen uns von transzendenten Personalitäten intuitiv erfolgreicher "etwas sagen lassen" als von apersonalen Prinzipien (von denen wir uns "befreien" wollen). So ist mir z.B. weltweit keine nichtreligiöse bzw. apersonal-religiöse Gemeinschaft bekannt, die über mehrere Generationen hinweg besondere Reproduktionserfolge aufwiese. Oder kennt jemand eine?
Das von LG zitierte Beispiel der "Kommunen" ist m.E. ganz gut. So hat Sosis Langlebigkeit und Erfolg sozialistischer und religiöser Kibbuz-Gemeinschaften in Israel verglichen. Das Ergebnis fiel deutlich zugunsten der religiösen Kibbuzniks aus: während deren Gemeinschaften Krisen überstanden und wirtschaftlich und kinderreich wuchsen, sind die meisten sozialistischen Projekte gescheitert.
In diesem Zusammenhang finde ich das Konzept der "intuitiven Ontologie" interessant, dass Pascal Boyer (aus religionskritischer Perspektive!) entwickelt hat. Er verweist an kognitionspsychologischem und ethnologischem Material darauf, dass der Mensch (von Kind an) intuitive Ontologien verfolge, z.B. belebte und unbelebte Objekte unterscheide und von Grenzüberschreitungen besonders fasziniert sei. Unbelebte Objekte gälten als Manipulationsobjekte, nur belebte Objekte würden ggf. als ranghöher akzeptiert.
Diese Beobachtung passt m.E. auch auf den religiösen Bereich - denken wir nur daran, dass die Religionen, die sich auf ein nichtpersonales Prinzip berufen (Buddhismus, einige Strömungen des Hinduismus, Jainismus, Taoismus etc.) durchweg die Auflösung der illusionären Ich-Person und die "Befreiung vom Lebensgefängnis" aus Erkenntnis betonen und die familiennahe Volksreligiosität "quasi-personal" gestalten (also doch "Götter" zulassen, von denen sich erst die religiösen Virtuosen lösen). Auch Teile der Öko-Bewegung verbanden sich früh mit personalen Transzendenzvorstellungen (bisher v.a. christlich "Bewahrung der Schöpfung", aber auch z.B. Gaia und Neopaganismus). Dagegen lehren die Religionen mit personalen Letztgottheiten (Judentum, Christentum, Islam, Sikhs, Bahai, Bhakti-Hinduismus etc.) praktisch durchweg eine Bejahung der Eigenpersonalität und (unbedingte) Gebotsbefolgung, die in der schöpferisch-liebenden, aber auch fordernden Personalität der Gottheit begründet wird.
Natürlich sind hier noch eine Menge Forschungen zu leisten, aber meine vorsichtige Vermutung geht dahin, dass wir Menschen uns von transzendenten Personalitäten intuitiv erfolgreicher "etwas sagen lassen" als von apersonalen Prinzipien (von denen wir uns "befreien" wollen). So ist mir z.B. weltweit keine nichtreligiöse bzw. apersonal-religiöse Gemeinschaft bekannt, die über mehrere Generationen hinweg besondere Reproduktionserfolge aufwiese. Oder kennt jemand eine?
LG (Gast) - 10. Mrz, 13:13
Gen oder Mem?
Ich stolpere gerade nach längerer Zeit mal wieder über diese Seite und sehe, dass ich wohl vergessen habe, mein Dankeschön für Ihre wirklich interessante Antwort abzuspeichern. Also nochmal: Danke!
Worum es mir in meinem vorherigen Beitrag zentral ging war zu zeigen, dass eben Altruismus, auch wenn es dem Bild des homo oeconomicus nicht entspricht, auch ohne Gott möglich ist, dass also prinzipiell der Bildung tragfähiger atheistischer Gemeinschaften nichts im Weg steht.
Eine zweite Frage:
Wie pflanzt sich Religion Ihrer Meinung nach fort? Sie scheinen von einer genetischen Disposition auszugehen ("Es wäre es geradezu verwunderlich, wenn sich religionsbezogene Veranlagungen in den Genen und Gehirnen von uns Homo sapiens (und übrigens auch der später erloschenen Neandertaler) nicht immer weiter entwickelt und ausgebreitet hätten").
Gibt es Anhaltspunkte dafür? Ich hielt die Ausbreitung von Religionen immer für ein schönes Beispiel für die Entwicklung von Dawkins' "Memen", also kulturellen Phänomenen, die durch Sozialisation weitergegeben werden und sich bei Erfolg wie auch in der "klassischen" Evolution durchsetzen. Ich tendiere vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Atheismus in den letzten Jahren eher zu letzterer Annahme.
Das könnte der Ansatz für eine Antwort auf Ihre Frage sein, warum religiöse Gemeinschaften auch verglichen mit nicht-religiösen Gemeinschaften, die altruistische Werte haben, einen höheren Fortpflanzungserfolg haben. Der Atheismus ist als „religiöse“ Strömung relativ neu. Damit hat er auch noch nicht vergleichbare Möglichkeiten gehabt, langfristig tragfähige Gemeinschaften zu entwickeln.
Wenn man atheistische Gemeinschaften mit religiösen vergleicht, vergleicht man also ein Konzept, dass sich über Jahrtausende evolutionär entwickelt und perfektioniert hat mit einem, dass erst wenige Jahrzehnte alt ist.
Möglich, dass sich Glaube an Übersinnliches ursprünglich aus dem menschlichen Versuch entwickelt hat, seine Umwelt zu erklären. Es gab da mal ein interessantes Experiment, in dem man Tauben randomisiert Futter gegeben hat. Nach einiger Zeit fingen die Tauben an, bestimmte Handlungsmuster zu zeigen, durch die sie offensichtlich die Abgabe von Futter glaubten beeinflussen zu können - offensichtlich ist die Entwicklung von Aberglauben nicht allein auf Menschen reduziert, auch wenn Menschen etwas kompliziertere Systeme entwickeln. Ursprünglich eher eine auf selektiver Wahrnehmung gründende Fehlfunktion (?) entwickelte sich am Ende die Religion, die einer kulturellen Evolution unterworfen wurde aus der am Ende die modernen Glaubenssysteme entstanden.
Freundliche Grüße!
Worum es mir in meinem vorherigen Beitrag zentral ging war zu zeigen, dass eben Altruismus, auch wenn es dem Bild des homo oeconomicus nicht entspricht, auch ohne Gott möglich ist, dass also prinzipiell der Bildung tragfähiger atheistischer Gemeinschaften nichts im Weg steht.
Eine zweite Frage:
Wie pflanzt sich Religion Ihrer Meinung nach fort? Sie scheinen von einer genetischen Disposition auszugehen ("Es wäre es geradezu verwunderlich, wenn sich religionsbezogene Veranlagungen in den Genen und Gehirnen von uns Homo sapiens (und übrigens auch der später erloschenen Neandertaler) nicht immer weiter entwickelt und ausgebreitet hätten").
Gibt es Anhaltspunkte dafür? Ich hielt die Ausbreitung von Religionen immer für ein schönes Beispiel für die Entwicklung von Dawkins' "Memen", also kulturellen Phänomenen, die durch Sozialisation weitergegeben werden und sich bei Erfolg wie auch in der "klassischen" Evolution durchsetzen. Ich tendiere vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Atheismus in den letzten Jahren eher zu letzterer Annahme.
Das könnte der Ansatz für eine Antwort auf Ihre Frage sein, warum religiöse Gemeinschaften auch verglichen mit nicht-religiösen Gemeinschaften, die altruistische Werte haben, einen höheren Fortpflanzungserfolg haben. Der Atheismus ist als „religiöse“ Strömung relativ neu. Damit hat er auch noch nicht vergleichbare Möglichkeiten gehabt, langfristig tragfähige Gemeinschaften zu entwickeln.
Wenn man atheistische Gemeinschaften mit religiösen vergleicht, vergleicht man also ein Konzept, dass sich über Jahrtausende evolutionär entwickelt und perfektioniert hat mit einem, dass erst wenige Jahrzehnte alt ist.
Möglich, dass sich Glaube an Übersinnliches ursprünglich aus dem menschlichen Versuch entwickelt hat, seine Umwelt zu erklären. Es gab da mal ein interessantes Experiment, in dem man Tauben randomisiert Futter gegeben hat. Nach einiger Zeit fingen die Tauben an, bestimmte Handlungsmuster zu zeigen, durch die sie offensichtlich die Abgabe von Futter glaubten beeinflussen zu können - offensichtlich ist die Entwicklung von Aberglauben nicht allein auf Menschen reduziert, auch wenn Menschen etwas kompliziertere Systeme entwickeln. Ursprünglich eher eine auf selektiver Wahrnehmung gründende Fehlfunktion (?) entwickelte sich am Ende die Religion, die einer kulturellen Evolution unterworfen wurde aus der am Ende die modernen Glaubenssysteme entstanden.
Freundliche Grüße!
blume-religionswissenschaft - 10. Mrz, 22:07
Antwort: Gen oder Mem?
Danke für die Rückmeldung. Und gerne nochmal: natürlich ist Altruismus auch ohne Theismus oder überhaupt Religion möglich! Altruismus und Kooperation entwickeln sich schon im Tierreich und unter Homo sapiens gibt es zahlreiche sehr altruistische Atheisten ebenso wie sehr egoistische Mitglieder von Religionsgemeinschaften! Etwas anderes würde ich nie behaupten.
Und ebenso ist es durchaus denkbar, dass sich einmal auch reproduktiv tragfähige Gemeinschaften auf atheistischer Basis bilden könnten. Bisher ist das jedoch nirgendwo gelungen.
Ein schönes Vergleichsbeispiel, das z.B. Sosis untersuchte, waren die israelischen Kibbuz-Gründungen, die es je in sozialistischen und religiösen Varianten gab. Die religiösen waren nicht nur langlebiger als die sozialistischen Kibbuzim (von den letzteren gibt es kaum noch welche), sondern eben auch deutlich kinderreicher.
Ich gehe davon aus, dass Transzendenzbezüge "zusätzliche" Motivationen hervorrufen können. Wenn also eine atheistische Gruppe einen Motivationslevel X erreichen kann, so kann ihre Schwestergruppe durch die "zusätzliche" Erfahrung transzendenter Begründungen eben X plus Y erreichen. Die einzelnen Motivationen will ich dabei erst einmal gar nicht bewerten - sondern nur beobachten, dass sich destruktive Gruppen meist schnell selbst aus dem Spiel zu nehmen scheinen.
Das von Ihnen erwähnte Taubenexperiment stammt von Skinner. Es ist natürlich ein schönes Beispiel für Verhaltenskonditionierung - allerdings natürlich nicht für "Glauben". Die Tauben wiederholen ihre Handlungen, weil diese von Erfolg gekrönt waren, nicht weil sie eine jenseitige Macht vermuten. Dass rituelle Veranlagungen aber auch schon im Tierreich angelegt sind, könnte man ggf. durchaus so sagen: denken wir nur an rituelle Balztänze, Wal- und Vogelgesänge etc., die ja nicht der Futtersuche, sondern der Kommunikation, (Wieder-)Erkennung, Partnerwerbung und Reproduktion dienen.
Zur "Fortpflanzung" von Religion: ich würde einfach auf wissenschaftlich-empirischer Basis bleiben wollen und Religiosität zunächst einmal einfach so beschreiben wie z.B. auch Musikalität: als neurobiologisch veranlagte Fähigkeit, die sich wie andere auch in der Evolution entfaltet hat und in konkreten, soziokulturellen Produkten ihren Ausdruck findet. Also: Musikalität - Musik, Religiosität - Religion. (Denken wir auch an Max Webers berühmtes Bekenntnis, "religiös unmusikalisch" zu sein. Brillant!) Anhaltspunkte dafür liefern z.B. tatsächlich Zwillingsstudien, wie sie Hamer zitiert. Demnach wird bei getrennt aufwachsenden Zwillingen nicht die konkrete Religion, wohl aber ein gewisser Level religiös-spirituellen Interesses weitergegeben - ebenso wie andere "Talente" wie Musikalität, Sportlichkeit usw. eben auch.
Einen wesentlichen Vorteil diesen Ansatzes sehe ich darin, dass wir dann auch wissenschaftlich untersuchen, beobachten und empirisch testen können, wann sich die erwähnten Fähigkeitenbündel entwickelten und mit welchen Nutzenfunktionen sie verbunden waren. Ob Religiosität z.B. mit reproduktiven Vorteilen verbunden war, lässt sich also nicht nur ins Blaue hinein behaupten - sondern auch an archäologischen Befunden und vor allem anhand heutiger Daten, Studien etc. überprüfen. Und dann können wir eben auch ganz konkret beobachten, ob Religiosität eine "Fehlfunktion" ist - die demografisch-biologischen Fakten sehen derzeit anders aus: Religiöse pflanzen sich durchschnittlich deutlich erfolgreicher fort als Konfessionslose. Institutionalisierte Religion kann so immer wieder erschüttert, reformiert oder abgestreift werden (wie es ja auch in der Geschichte immer wieder geschah - jeder Religionsstifter startet mit der Kritk an etablierten Religionen!), aber tendenziell "wächst Religion immer wieder nach".
Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf den logischen Bruch hinweisen, den ich bei der Argumentation "Religiosität als Fehlprodukt der Evolution" sehe: wenn sie generell schaden würde oder ein nur schädliches Begleitprodukt anderer Fähigkeiten wäre, müsste sich doch noch Bio-Logik ausselektiert worden sein oder werden. Es ist aber doch das genau Gegenteil zu beobachten!
Gegen die These einer Fehlfunktion spricht übrigens ja auch, dass wir das Auftreten von Bestattungen bei zwei zuvor Jahrzehntausende getrennten Menschenpopulationen -Neandertalern und Sapiens- nachweisen können. Dass eine Mutation mit maladaptiven Folgen sich jedoch zufällig und gleichzeitig in zwei Populationen entwickeln und dann auch noch durchsetzen sollte, ist evolutionstheoretisch äußerst zweifelhaft.
Und: Ob Musik oder Religion einen "höheren Sinn" haben, bleibt bei einer strikt evolutionsbiologisch-empirischen Perspektive eine Frage des Glaubens - nicht (mehr) der Wissenschaft, die, wenn sie seriös betrieben wird, Gott weder beweisen noch widerlegen kann.
Gerade weil die Memetik diese Grenze ebenso wie der Kreationismus dezidiert überschreitet und sich auch nicht um experimentell-empirische Fundierung bemüht, halte ich diese nicht für vorwiegend wissenschaftliche Strömungen. Aber dazu lege ich gerne einen eigenen Thread an.
Ihnen auf jeden Fall vielen Dank für das tolle Mitdiskutieren!
Und ebenso ist es durchaus denkbar, dass sich einmal auch reproduktiv tragfähige Gemeinschaften auf atheistischer Basis bilden könnten. Bisher ist das jedoch nirgendwo gelungen.
Ein schönes Vergleichsbeispiel, das z.B. Sosis untersuchte, waren die israelischen Kibbuz-Gründungen, die es je in sozialistischen und religiösen Varianten gab. Die religiösen waren nicht nur langlebiger als die sozialistischen Kibbuzim (von den letzteren gibt es kaum noch welche), sondern eben auch deutlich kinderreicher.
Ich gehe davon aus, dass Transzendenzbezüge "zusätzliche" Motivationen hervorrufen können. Wenn also eine atheistische Gruppe einen Motivationslevel X erreichen kann, so kann ihre Schwestergruppe durch die "zusätzliche" Erfahrung transzendenter Begründungen eben X plus Y erreichen. Die einzelnen Motivationen will ich dabei erst einmal gar nicht bewerten - sondern nur beobachten, dass sich destruktive Gruppen meist schnell selbst aus dem Spiel zu nehmen scheinen.
Das von Ihnen erwähnte Taubenexperiment stammt von Skinner. Es ist natürlich ein schönes Beispiel für Verhaltenskonditionierung - allerdings natürlich nicht für "Glauben". Die Tauben wiederholen ihre Handlungen, weil diese von Erfolg gekrönt waren, nicht weil sie eine jenseitige Macht vermuten. Dass rituelle Veranlagungen aber auch schon im Tierreich angelegt sind, könnte man ggf. durchaus so sagen: denken wir nur an rituelle Balztänze, Wal- und Vogelgesänge etc., die ja nicht der Futtersuche, sondern der Kommunikation, (Wieder-)Erkennung, Partnerwerbung und Reproduktion dienen.
Zur "Fortpflanzung" von Religion: ich würde einfach auf wissenschaftlich-empirischer Basis bleiben wollen und Religiosität zunächst einmal einfach so beschreiben wie z.B. auch Musikalität: als neurobiologisch veranlagte Fähigkeit, die sich wie andere auch in der Evolution entfaltet hat und in konkreten, soziokulturellen Produkten ihren Ausdruck findet. Also: Musikalität - Musik, Religiosität - Religion. (Denken wir auch an Max Webers berühmtes Bekenntnis, "religiös unmusikalisch" zu sein. Brillant!) Anhaltspunkte dafür liefern z.B. tatsächlich Zwillingsstudien, wie sie Hamer zitiert. Demnach wird bei getrennt aufwachsenden Zwillingen nicht die konkrete Religion, wohl aber ein gewisser Level religiös-spirituellen Interesses weitergegeben - ebenso wie andere "Talente" wie Musikalität, Sportlichkeit usw. eben auch.
Einen wesentlichen Vorteil diesen Ansatzes sehe ich darin, dass wir dann auch wissenschaftlich untersuchen, beobachten und empirisch testen können, wann sich die erwähnten Fähigkeitenbündel entwickelten und mit welchen Nutzenfunktionen sie verbunden waren. Ob Religiosität z.B. mit reproduktiven Vorteilen verbunden war, lässt sich also nicht nur ins Blaue hinein behaupten - sondern auch an archäologischen Befunden und vor allem anhand heutiger Daten, Studien etc. überprüfen. Und dann können wir eben auch ganz konkret beobachten, ob Religiosität eine "Fehlfunktion" ist - die demografisch-biologischen Fakten sehen derzeit anders aus: Religiöse pflanzen sich durchschnittlich deutlich erfolgreicher fort als Konfessionslose. Institutionalisierte Religion kann so immer wieder erschüttert, reformiert oder abgestreift werden (wie es ja auch in der Geschichte immer wieder geschah - jeder Religionsstifter startet mit der Kritk an etablierten Religionen!), aber tendenziell "wächst Religion immer wieder nach".
Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf den logischen Bruch hinweisen, den ich bei der Argumentation "Religiosität als Fehlprodukt der Evolution" sehe: wenn sie generell schaden würde oder ein nur schädliches Begleitprodukt anderer Fähigkeiten wäre, müsste sich doch noch Bio-Logik ausselektiert worden sein oder werden. Es ist aber doch das genau Gegenteil zu beobachten!
Gegen die These einer Fehlfunktion spricht übrigens ja auch, dass wir das Auftreten von Bestattungen bei zwei zuvor Jahrzehntausende getrennten Menschenpopulationen -Neandertalern und Sapiens- nachweisen können. Dass eine Mutation mit maladaptiven Folgen sich jedoch zufällig und gleichzeitig in zwei Populationen entwickeln und dann auch noch durchsetzen sollte, ist evolutionstheoretisch äußerst zweifelhaft.
Und: Ob Musik oder Religion einen "höheren Sinn" haben, bleibt bei einer strikt evolutionsbiologisch-empirischen Perspektive eine Frage des Glaubens - nicht (mehr) der Wissenschaft, die, wenn sie seriös betrieben wird, Gott weder beweisen noch widerlegen kann.
Gerade weil die Memetik diese Grenze ebenso wie der Kreationismus dezidiert überschreitet und sich auch nicht um experimentell-empirische Fundierung bemüht, halte ich diese nicht für vorwiegend wissenschaftliche Strömungen. Aber dazu lege ich gerne einen eigenen Thread an.
Ihnen auf jeden Fall vielen Dank für das tolle Mitdiskutieren!
Ingo (Gast) - 5. Mrz, 13:40
Apersonal-religiöse Gemeinschaften
"Apersonal-religiöse Gemeinschaften, die über mehrere Generationen hinweg besondere Reproduktionserfolge aufwiesen ..."
- die sind natürlich sehr wohl bekannt! Dazu wird ja wohl sicherlich ein großer Teil der Jäger-Sammler-Gruppen gehören, die heute noch leben oder jemals gelebt haben. Guy E. Swanson hat schon 1960 dazu eine vergleichende Studie vorgelegt, die aber - soweit ich bisher sehe - viele Schwächen hat. Zum Beispiel rechnet er einen Stamm, der daran glaubt, daß die ganze Welt von einer Hummel geschaffen wurde, zu monotheistischen Religionen. Das ruft bei mir eher ein Lächeln hervor. Der alte Jehova würde sich jedenfalls kräftig bedanken für einen solchen "Gottesbruder".
Jedenfalls: Eine so personal und konkret umschriebene Gottvorstellung wie im Christentum wird man in der Allgemeinheit noch nicht einmal von den heidnischen Germanen oder Skythen annehmen können, da sie ja z.B. die Darstellung von Göttern in Statuen oft ablehnten oder nur sehr abstrakte und "vereinfachte" Darstellungen archäologisch greifbar sind. Tacitus sagt dementsprechend auch von den Germanen:
"Im übrigen glauben die Germanen, dass es der Hoheit der Himmlischen nicht gemäss sei, Götter in Wände einzuschliessen oder irgendwie der menschlichen Gestalt nachzubilden. Sie weihen ihnen Lichtungen und Haine, und mit göttlichen Namen benennen sie jenes geheimnisvolle Wesen, das sie nur in frommer Verehrung erblicken."
- die sind natürlich sehr wohl bekannt! Dazu wird ja wohl sicherlich ein großer Teil der Jäger-Sammler-Gruppen gehören, die heute noch leben oder jemals gelebt haben. Guy E. Swanson hat schon 1960 dazu eine vergleichende Studie vorgelegt, die aber - soweit ich bisher sehe - viele Schwächen hat. Zum Beispiel rechnet er einen Stamm, der daran glaubt, daß die ganze Welt von einer Hummel geschaffen wurde, zu monotheistischen Religionen. Das ruft bei mir eher ein Lächeln hervor. Der alte Jehova würde sich jedenfalls kräftig bedanken für einen solchen "Gottesbruder".
Jedenfalls: Eine so personal und konkret umschriebene Gottvorstellung wie im Christentum wird man in der Allgemeinheit noch nicht einmal von den heidnischen Germanen oder Skythen annehmen können, da sie ja z.B. die Darstellung von Göttern in Statuen oft ablehnten oder nur sehr abstrakte und "vereinfachte" Darstellungen archäologisch greifbar sind. Tacitus sagt dementsprechend auch von den Germanen:
"Im übrigen glauben die Germanen, dass es der Hoheit der Himmlischen nicht gemäss sei, Götter in Wände einzuschliessen oder irgendwie der menschlichen Gestalt nachzubilden. Sie weihen ihnen Lichtungen und Haine, und mit göttlichen Namen benennen sie jenes geheimnisvolle Wesen, das sie nur in frommer Verehrung erblicken."
blume-religionswissenschaft - 5. Mrz, 21:17
Definition apersonal
Eine "personale", religiöse Vergemeinschaftung würde ich nicht erst bei Gott oder Göttern gegeben sehen, sondern schon ganz zentral (und in einem gewissen Sinn sogar unmittelbarer) bei Ahnen, Geistern etc. - also in der Erfahrung persönlichen, namens- und mithin: dialogfähigen Wesenheiten.
Eine Paradebeispiel für Apersonalität wäre für mich dagegen der frühe Buddhismus, der ja auf die Erkenntnis eines "Prinzips" und eben keiner Person abzielte. Allerdings hat der "Volksbuddhismus" prompt eine andere Richtung genommen, z.B. Buddhaverehrung, später Import niederer Götter, Geister und Ahnen und natürlich Boddhisatvas, also Erleuchtete, die um der Wesen willen personal präsent bleiben und angerufen werden können.
Eine Paradebeispiel für Apersonalität wäre für mich dagegen der frühe Buddhismus, der ja auf die Erkenntnis eines "Prinzips" und eben keiner Person abzielte. Allerdings hat der "Volksbuddhismus" prompt eine andere Richtung genommen, z.B. Buddhaverehrung, später Import niederer Götter, Geister und Ahnen und natürlich Boddhisatvas, also Erleuchtete, die um der Wesen willen personal präsent bleiben und angerufen werden können.
Ingo (Gast) - 5. Mrz, 13:46
Öko-Bewegung
Übrigens finde ich den Hinweis auf die Öko-Bewegung interessant, da ich auch aus ihr stamme. "Atomkraft - nein danke!" - ist das nicht die Wiederbelebung einer alten Sonnenreligion? (Nein! Nur ein kleiner Scherz!)
Sosis zeigt klar auf, daß atheistische Kibbuz-Gemeinden wesentlich geringere Lebensdauer hatten als religiöse. Ähnlich im 19. Jahrhundert gegründete Gemeinschaften. Auch der Atheist Richard Dawkins spricht von der "Ehrfurcht vor dem Leben" und von der "sublime grandeur of life", er nannte sein vorletztes Buch im Untertitel eine "Wallfahrt zu den Ursprüngen des Lebens".
Also religiöse Bezüge sind auch in atheistischem intellektuellem Umfeld vorhanden, denkbar, willkommen. Es fragt sich halt, warum so "schwache" Bezüge dennoch nicht die gleiche Wirkung haben heute was bspw. Kinderzahlen betrifft.
Sosis zeigt klar auf, daß atheistische Kibbuz-Gemeinden wesentlich geringere Lebensdauer hatten als religiöse. Ähnlich im 19. Jahrhundert gegründete Gemeinschaften. Auch der Atheist Richard Dawkins spricht von der "Ehrfurcht vor dem Leben" und von der "sublime grandeur of life", er nannte sein vorletztes Buch im Untertitel eine "Wallfahrt zu den Ursprüngen des Lebens".
Also religiöse Bezüge sind auch in atheistischem intellektuellem Umfeld vorhanden, denkbar, willkommen. Es fragt sich halt, warum so "schwache" Bezüge dennoch nicht die gleiche Wirkung haben heute was bspw. Kinderzahlen betrifft.
blume-religionswissenschaft - 5. Mrz, 21:23
Gute Frage...
...mir scheint, dass eben immanente Begründungen immer relativ schwächer sein werden als (auch) transzendente.
Wenn ich die Natur liebe, schätze und schützen will, ist das sicher eine starke Motivation. Wenn ich aber "zusätzlich" auch noch glaube, dass uns Menschen Gott eine besondere Verantwortung für Seine Schöpfung übertragen hat, dann nimmt das dem immanenten Staunen nichts weg, ergänzt es aber um ein transzendentes "Plus".
Ein strammer Sozialist kann seinen Kibbuz ebenso lieben wie ein orthodoxer Jude seinen. Sie können auch beide daran glauben, an einer Mission zugunsten der Welt zu wirken. Aber der Religiöse wird eben über G'tt als personales Gegenüber eine zusätzliche Quelle der Motivation (und auch Gewissensprüfung) haben.
Will sagen: der Transzendenzbezug schafft Zusatzgründe, die immanente Begründungen stets mit einschließen können. Und x + 1 bleibt größer als x, unabhängig von dessen Ladung. Wäre zumindest meine Vermutung...
Wenn ich die Natur liebe, schätze und schützen will, ist das sicher eine starke Motivation. Wenn ich aber "zusätzlich" auch noch glaube, dass uns Menschen Gott eine besondere Verantwortung für Seine Schöpfung übertragen hat, dann nimmt das dem immanenten Staunen nichts weg, ergänzt es aber um ein transzendentes "Plus".
Ein strammer Sozialist kann seinen Kibbuz ebenso lieben wie ein orthodoxer Jude seinen. Sie können auch beide daran glauben, an einer Mission zugunsten der Welt zu wirken. Aber der Religiöse wird eben über G'tt als personales Gegenüber eine zusätzliche Quelle der Motivation (und auch Gewissensprüfung) haben.
Will sagen: der Transzendenzbezug schafft Zusatzgründe, die immanente Begründungen stets mit einschließen können. Und x + 1 bleibt größer als x, unabhängig von dessen Ladung. Wäre zumindest meine Vermutung...
Edgar (Gast) - 31. Jan, 10:42
Gated communities
Es gibt übrigens neben den Lebensformen wie Kibbuz oder Kommune auch die sog. "gated communities", übrigens das am schnellsten wachsende Segment des nordamerikanischen Wohnungsmarktes. In Florida soll bspw. eine katholische "Community" errichtet werden.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22187/1.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Gated_Community
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22187/1.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Gated_Community



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