Berlin (
idea, 12.12.2008) – Regelmäßige Gottesdienstbesucher haben einen größeren Freundeskreis und pflegen mehr Kontakte zu Nachbarn als nichtreligiöse Menschen. Das hat eine vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin) veröffentlichte Studie ergeben.
Dabei hat der Sozialwissenschaftler Richard Traunmüller von der Universität Konstanz erstmals empirisch untersucht, welche Bedeutung die Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland hat. Für seine Analyse griff er auf Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) am DIW zurück. Das SOEP ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung, die seit 25 Jahren läuft. Im Auftrag des DIW werden jährlich über 20.000 Personen in Deutschland befragt. Die Bedeutung der Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist der Studie zufolge immens. So ermögliche etwa die evangelische Kirche mit ihren flachen Hierarchien breites gesellschaftliches Engagement. Protestanten betätigten sich ehrenamtlich und in Vereinen häufiger als Katholiken und Muslime. Letztere beide Gruppen knüpften hingegen eher informelle Netzwerke, setzten also eher auf Verwandtschaft und Freundschaft.
Religion hat „starke integrative Kraft“
„Auch wenn die großen Kirchen über Mitgliederschwund klagen, hat die Religion in Deutschland nach wie vor eine überraschend starke integrative Kraft“, so Traunmüller. Die Kirche biete eine organisatorische Plattform für vielfältige Aktivitäten: „Ob Chor, Elternkreis oder Schuldnerberatung – das wirkt positiv in die Gesellschaft und fördert das, was man als das ‚Soziale Kapital’ eines Menschen beziehungsweise einer Gesellschaft bezeichnet.“ Diese positiven Wirkungen gelten laut Traunmüller aber nur für die großen Glaubensgemeinschaften, nicht aber für religiöse Splittergruppen oder Sekten. Seiner Studie zufolge bleibt aber ein Wermutstropfen: Zwar stärke die Religion den gesellschaftlichen Zusammenhalt, aber die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Gebildeten und weniger Gebildeten werde auch hier nicht überwunden, denn in den Gemeinden fänden sich nicht nur Gleichgesinnte, sondern auch Gleichgestellte. Dies zeigten die Analysen der SOEP-Daten hinsichtlich Einkommen, Bildung, Alter und Berufsstatus.
Allen Blogleserinnen und -lesern wünsche ich auf diesem Wege freudvolle Feiertage im Kreise von Verwandten und Freunden!
Und Dir, liebe Elsa, ein besonderes Danke für Deine
Blogrezension zu Gott, Gene und Gehirn! Ich war wirklich gespannt, ob Dir das Buch gefallen würde - und freue mich jetzt über eine starke Rückmeldung pünktlich zu Heilig Abend! Danke! :-)