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Montag, 3. November 2008

Religionswissenschaftlerin gewinnt Kulturpreis Bayern 2008!

Wer möchte es bestreiten: Religionswissenschaft kann mit der Vielfalt ihrer Themen und Perspektiven auch über Fachgrenzen hinaus faszinierend und erfolgreich sein. Eindrucksvoll bewiesen hat das Dr. Dagmar Fügmann von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Für ihre Doktorarbeit über Satanismus (zum kostenfreien Download hier) in Deutschland wurde sie mit dem dotierten Kulturpreis Bayern 2008 (gestiftet von der E.On Bayern AG) ausgezeichnet.

Aus der Jurybegründung hier:

Dr. Dagmar Fügmann
Julius-Maximilians-Universität Würzburg | Religionsgeschichte/Religionswissenschaft

aus Würzburg wird für ihre Doktorarbeit über zeitgenössischen Satanismus in Deutschland mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet.

Im Rahmen ihrer Dissertation an der Universität Würzburg beschäftigte sie sich ausgiebig mit dem Thema Satanismus. Die religionswissenschaftliche Dissertation beschreibt Entstehungsgeschichte, Organisationsstruktur, grundlegende Lehrinhalte und Praktiken verschiedener satanistischer Gruppierungen. Die Ergebnisse der Forschung liefern Einblicke unter anderem in die religiöse Biographie, die religiöse Praxis, verschiedene Weltbilder und Wertvorstellungen von Personen, die sich selbst als Satanisten bezeichnen. Ihre Arbeit, die die Binnenperspektive von Satanisten erforscht, gilt als einzigartig im deutschsprachigen Raum, da diese Personen unter normalen Umständen nicht bereit wären, Interviews zu geben, beziehungsweise sich als Satanist gegenüber Nicht-Satanisten zu offenbaren.

Auch auf diesem Wege...
Herzlichen Glückwunsch, Dr. Fügmann - und Danke für das gelungene Eintreten für unser Fach!

US-Buddhisten vor der Präsidentschaftswahl

Bisher nur im Rahmen von Gemeinschaftsbesuchen ist mir aufgefallen, dass die häufiger kinderreichere, durchaus wertkonservative und an übernatürlichen Akteure (wie Götter, Bodhisatvas etc.) orientierte Religion buddhistischer Zuwanderer mit den stärker individualistisch und philosophisch orientierten Lehren und Gemeinschaften europäischer und amerikanischer Buddhisten oft nicht viel zu tun hat.

Leider habe ich bislang noch keine Studie finden können, die z.B. das demografische Verhalten zugewanderter und konvertierter Buddhisten entsprechend vergleichen würde.

USA: Konvertierte Buddhisten für Barack Obama, Zuwanderer für John McCain

In einem interessanten Bericht des Religion News Service im Rahmen des Pew Forums berichtet Daniel Burke nun, dass konvertierte Buddhisten in den USA überwiegend für Barack Obama votierten (eine Gruppe von 500 "Buddhisten für Obama" habe demnach u.a. über 230.000 USD für seinen Wahlkampf gesammelt), wogegen aus Asien zugewanderte Buddhisten häufiger zu John McCain tendierten.

Auch hierzu wären natürlich empirische Daten spannend. Mit Bezug auf Deutschland ließe sich z.B. überlegen, ob es wirklich Zufall ist, dass das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama, besonders guten Zugang zu konservativen Politikern zu finden scheint - und ob es hier (auch etwa im Hinblick auf Religions- und Familienbilder etc.) einen Unterschied zum Großteil seiner Anhänger und Sympathisanten in Deutschland gibt.

Der Dalai Lama während eines Vortrages in Wiesbaden. Hessen nimmt eine besondere Rolle in den bisherigen Deutschland-Besuchen des buddhistischen Oberhauptes ein, da ihn und Ministerpräsidenten Roland Koch eine langjährige Freundschaft verbindet.

Eine stärker konservative Orientierung indigener Buddhisten im Vergleich zu westlichen Praktizierenden hielte ich für möglich und der Erforschung wert.

Dr. Blume

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