Ulrich Schnabel: Die Vermessung des Glaubens
Forscher ergründen, wie der Glaube entsteht und warum er Berge versetzt
Ich habe einen Tip: Im Darwinjahr 2009 wird das Thema "Evolution der Religiosität" eine zentrale Rolle in den Diskussionen spielen. Rüdiger Vaas und ich durften vor wenigen Tagen "Gott, Gene und Gehirn" präsentieren, mit "Die Vermessung des Glaubens" legt der Zeit-Redakteur Ulrich Schnabel nun ein "Schwesterbuch" vor.
Und ich finde: Ulrich Schnabel ist mit "Die Vermessung des Glaubens" ein wissenschaftsjournalistisches Kunststück gelungen. Der Physiker und ZEIT-Redakteur präsentiert einen Streifzug durch die Evolutionsforschung zur Religiosität, der ebenso faszinierend wie leicht zu lesen ist. An einzelnen Themenschwerpunkten (wie Hirnforschung - Religion oder Spiritualität) orientiert, lädt uns Schnabel zu einer gelungenen Mischung aus eigenen Reflexionen, verständlichen Darstellungen von Streit- und Forschungsfronten und Interviews mit sehr interessanten Forschern und Denkern ein. Sein Interesse gilt dabei weniger der verfaßten Religiosität und stärker der reflektierten Spiritualität und er läßt die eigene Position durchblicken, ohne Gegenstimmen zu verschweigen.
Als Religionswissenschaftler, der selbst in dem von Schnabel beschriebenen Gebiet arbeitet und publiziert, kann ich die Qualität des Buches nur unterstreichen - hier wird auch inhaltlich kein Schund vermarktet. Der Autor konzentriert sich auf bestimmte Fragen und Themen, stellt diese dann aber auch von verschiedenen Perspektiven, oft mit Beschreibung der Wissenschaftler und aktueller Kontroversen und in der gebotenen, konstruktiv-kritischen Distanz dar. Als Wissenschaftler kann man sich Wissenschaftsjournalismus nicht besser wünschen. Ulrich Schnabel hat einen hervorragenden Reiseführer durch das neue, interdisziplinäre Forschungsfeld der naturwissenschaftlichen Erforschung von Religiosität geschrieben und dabei die Themen, Thesen, aber auch Menschen in den Blick genommen.
Und wenn sich nächstes (Darwin-)Jahr viele Menschen kundig nach dem Thema umschauen, selbst in die Debatten einbringen, vielleicht (hoffentlich ;-) ) auch weiterführende Sachliteratur verschlingen - dann wird das auch ein Verdienst von Ulrich Schnabel sein, dessen Buch bis dahin sicher viele Menschen für die evolutionäre Religionswissenschaft begeistert hat!
Ich habe einen Tip: Im Darwinjahr 2009 wird das Thema "Evolution der Religiosität" eine zentrale Rolle in den Diskussionen spielen. Rüdiger Vaas und ich durften vor wenigen Tagen "Gott, Gene und Gehirn" präsentieren, mit "Die Vermessung des Glaubens" legt der Zeit-Redakteur Ulrich Schnabel nun ein "Schwesterbuch" vor.
Und ich finde: Ulrich Schnabel ist mit "Die Vermessung des Glaubens" ein wissenschaftsjournalistisches Kunststück gelungen. Der Physiker und ZEIT-Redakteur präsentiert einen Streifzug durch die Evolutionsforschung zur Religiosität, der ebenso faszinierend wie leicht zu lesen ist. An einzelnen Themenschwerpunkten (wie Hirnforschung - Religion oder Spiritualität) orientiert, lädt uns Schnabel zu einer gelungenen Mischung aus eigenen Reflexionen, verständlichen Darstellungen von Streit- und Forschungsfronten und Interviews mit sehr interessanten Forschern und Denkern ein. Sein Interesse gilt dabei weniger der verfaßten Religiosität und stärker der reflektierten Spiritualität und er läßt die eigene Position durchblicken, ohne Gegenstimmen zu verschweigen.
Als Religionswissenschaftler, der selbst in dem von Schnabel beschriebenen Gebiet arbeitet und publiziert, kann ich die Qualität des Buches nur unterstreichen - hier wird auch inhaltlich kein Schund vermarktet. Der Autor konzentriert sich auf bestimmte Fragen und Themen, stellt diese dann aber auch von verschiedenen Perspektiven, oft mit Beschreibung der Wissenschaftler und aktueller Kontroversen und in der gebotenen, konstruktiv-kritischen Distanz dar. Als Wissenschaftler kann man sich Wissenschaftsjournalismus nicht besser wünschen. Ulrich Schnabel hat einen hervorragenden Reiseführer durch das neue, interdisziplinäre Forschungsfeld der naturwissenschaftlichen Erforschung von Religiosität geschrieben und dabei die Themen, Thesen, aber auch Menschen in den Blick genommen.
Und wenn sich nächstes (Darwin-)Jahr viele Menschen kundig nach dem Thema umschauen, selbst in die Debatten einbringen, vielleicht (hoffentlich ;-) ) auch weiterführende Sachliteratur verschlingen - dann wird das auch ein Verdienst von Ulrich Schnabel sein, dessen Buch bis dahin sicher viele Menschen für die evolutionäre Religionswissenschaft begeistert hat!
blume-religionswissenschaft - 10. Okt, 06:49
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