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Freitag, 3. Oktober 2008

Wie das Judentum überlebte...

In der aktuellen Ausgabe des Geschichtsmagazins Epoc findet sich ein Artikel von Rabea Rentschler über den Untergang von Jerusalem und des jüdischen Tempels um 70 n.Chr (zum Download hier).

Wie aber konnte das Judentum diese und folgende Katastrophen überleben? Einige Beobachtungen dazu per Klick hier.

Eine Beobachtung zum Ende der Ramadanzeit

Nickpol ist ein aktiver Bright (und Mitgestalter des Brightsblog) - ein Anhänger jener entschieden atheistischen Bekenntnis-Bewegung, die sich vor allem um die Lehren von Richard Dawkins gesammelt hat, sich als Avantgarde einer wissenschaftlich-antireligiösen Aufklärung versteht, vorwiegend aus (kinderarmen ;-) ) Männern besteht und sich über das Internet vernetzt. Auch in den einen oder anderen Filmclip hat es das Gedankengut schon gebracht, siehe hier:



In der Blogroll führe ich Nick jedoch schon länger als besonders "fairen Bright", da er sein weltanschaulich-atheistisches Bekenntnis mit einem fairen Diskussionsstil und echtem Interesse an den Argumenten auch Andersdenkender verbindet. So nahm er in diesem Jahr auch eine muslimische Einladung zu einem Abendessen im Rahmen des Ramadan an - und Nickpols Reflektionen nach einem Iftar kann ich zur Lektüre am letzten Tag des Ramadanfestes nur empfehlen.

Stephan Kramer vor dem Bundestag zu Holocaust, Kollektivschuld, Schuldkomplex

Am 16. Juni 2008 fand im Reichstagsgebäude des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung von Sachverständigen zum Thema "Antisemitismus in Deutschland" statt. Das Wortprotokoll finden Sie hier.

Zu den Sachverständigen gehörte auch der Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden. Er führte u.a. aus:

Zitat:

"In den letzten 10 bis 20 Jahren ist die Holocaust Education, so muss man leider sagen, in die völlig falsche Richtung gegangen. Das Ergebnis davon ist, dass ein Schuldkomplex erzeugt wurde, dass mit der sog. Kollektivschuld auf der Seite operiert wurde, die man erreicht hat. Was dazu geführt hat, damit sind wir auch bei der Identitätsfrage, dass wir eine zerstörte Selbstidentität haben, nicht nur bei muslimischen, sondern auch bei deutschen Jugendlichen, und das führt dann zu entsprechenden Problemen.

Ich sage immer und ganz deutlich: Es kann nicht um Schuld gehen. Das müssen wir als jüdische Gemeinschaft auch vor allen Dingen immer wieder in Diskussionen deutlich machen. Es kann nur um Verantwortung gehen. Aus dem Wissen um das, was zwischen 1933 und 1945 passiert ist, muss die Verantwortung für jeden von uns erwachsen, für jeden in dieser Gesellschaft – Juden, Nicht-Juden, Muslime, Christen, Nichtgläubige – dafür einzutreten, dass Gleiches nicht wieder geschieht, und zwar nicht nur, wenn es um
Juden geht, sondern um jede andere Form von Diskriminierung in dieser Gesellschaft."

Zitiert aus: Wortprotokoll des Bundestages, S. 57

Anmerkung:
Es ist zu hoffen, dass die klaren Aussagen von Herrn Kramer gegenüber Bundestag und Öffentlichkeit dazu beitragen, die vagabundierenden Mythen über vermeintliche Kollektivschuldthesen des Zentralrats oder gar "der Juden" zu zerstreuen. Denn auch als Religionswissenschaftler macht man immer wieder die ernüchternde Erfahrung, dass einige Menschen mangelndes Wissen über Religionen wie das Judentum mit dumpfen Stereotypen und Vorurteilen "auffüllen".

Dr. Blume

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