Carsten Könneker (Hg.): Wer erklärt den Menschen?
Ganz unter uns: Ich habe eine Schatzkiste gefunden! Sie ist in Buchform gepresst und sieht so aus:

Was darin zu finden war? Ausgewählte Schmuckstücke, hochkarätig und auch sprachlich meist vom Feinsten, aus dem Dialog zwischen Hirnforschern, Psychologen und Philosophen und dem Archiv von Gehirn & Geist (der Zeitschrift, dessen Chefredakteur der Herausgeber ist).
Die insgesamt 40 Texte namhafter (und auch kreativ-junger!) Autoren des Sammelbands, viele Kleinode darunter, gliedern sich um sechs Hauptkapitel:
1. Die Biologie des Bewusstseins
2. Die Zukunft der Hirnforschung
3. Quo Vadis, Psychologie
4. Willensfreiheit
5. Grenzen der Hirnforschung
6. Neuroethik und Menschenbild
Und zu jedem dieser sechs Kapitel finden wir Forschungsberichte, Essays und (eine besondere Abrundung) Streitgespräche zwischen den Vertretern verschiedener Positionen. Griffiger ist ein Überblick mit zahlreichen Anknüpfungspunkten nicht zu haben!
Zu den Autoren und Diskutanten zählen Gerhard Roth, Henning Scheich, Onur Güntürkün, Detlef Linke (eines seiner letzten, großen Diskussionsgespräche, hier mit dem Theologen Ulrich Eibach), Wolf Singer, Stephan Schleim, Eckart Voland und Thomas Metzinger. Mein persönlicher Lieblingstext (neben dem Linke-Eibach-Dialog zur "Kopflastigkeit der Religion") aber stammte von einem Autor, den ich bis dahin gar nicht kannte: "Von Fledermäusen und der Freiheit des Willens" des Magdeburger Philosophieprofessors Michael Pauen sollte m.E. Pflichtlektüre vor jeder Debatte über den Begriff der Willensfreiheit werden!
Überraschung löste bei mir dagegen "Der Preis der Selbsterkenntnis" von Thomas Metzinger aus, in dem dieser darüber spekuliert, ob die Hirnforschung "das Ende der Religion bescheren" werde. Dass Philosophen am Anfang des 21. Jahrhunderts noch eigens Religionsbegriffe konstruieren, um dann deren baldiges Ende durch Erkenntnisse der Hirnforschung (!) zu prognostizieren, hätte ich nicht erwartet... Hätte wohl umgekehrt jemand schreiben dürfen, dass die Hirnforschung religiöse Wahrheiten stützt? Nein, denn auch die deutsche Wissenschaft wird von gesellschaftlichen Trends geprägt und derzeit dominiert außerhalb der Theologie(n) noch die wohlfeile Religionskritik. Auch der Metzinger-Beitrag also ein echter Lesehappen - nicht zuletzt für all diejenigen Theologen und Religionswissenschaftler, die noch immer glauben, man müsse sich am Dialog mit den Naturwissenschaften nicht selbst beteiligen, das werde schon irgendwie...
Also, nach meiner Einschätzung ist hier ein wirklich großartiger, an- und aufregender Sammelband gelungen, in dem Sie sicher eigene und andere Funde machen und Schwerpunkte setzen würden. Wer an diesen Themen interessiert ist oder sich einlesen möchte, findet hier seine Kollektion denkwürdigen und zitierfähigen Gedankenfutters. Die Einzeltexte sind nicht übermäßig lang, so dass man sich auch mal zwischendurch einzelne Themen herauspicken und in Ruhe durchdenken kann. Das einzige, was ich vermisste, war ein Sachregister. Aber andererseits machte das Suchen und Blättern hier an sich schon jede Menge Freude...

Was darin zu finden war? Ausgewählte Schmuckstücke, hochkarätig und auch sprachlich meist vom Feinsten, aus dem Dialog zwischen Hirnforschern, Psychologen und Philosophen und dem Archiv von Gehirn & Geist (der Zeitschrift, dessen Chefredakteur der Herausgeber ist).
Die insgesamt 40 Texte namhafter (und auch kreativ-junger!) Autoren des Sammelbands, viele Kleinode darunter, gliedern sich um sechs Hauptkapitel:
1. Die Biologie des Bewusstseins
2. Die Zukunft der Hirnforschung
3. Quo Vadis, Psychologie
4. Willensfreiheit
5. Grenzen der Hirnforschung
6. Neuroethik und Menschenbild
Und zu jedem dieser sechs Kapitel finden wir Forschungsberichte, Essays und (eine besondere Abrundung) Streitgespräche zwischen den Vertretern verschiedener Positionen. Griffiger ist ein Überblick mit zahlreichen Anknüpfungspunkten nicht zu haben!
Zu den Autoren und Diskutanten zählen Gerhard Roth, Henning Scheich, Onur Güntürkün, Detlef Linke (eines seiner letzten, großen Diskussionsgespräche, hier mit dem Theologen Ulrich Eibach), Wolf Singer, Stephan Schleim, Eckart Voland und Thomas Metzinger. Mein persönlicher Lieblingstext (neben dem Linke-Eibach-Dialog zur "Kopflastigkeit der Religion") aber stammte von einem Autor, den ich bis dahin gar nicht kannte: "Von Fledermäusen und der Freiheit des Willens" des Magdeburger Philosophieprofessors Michael Pauen sollte m.E. Pflichtlektüre vor jeder Debatte über den Begriff der Willensfreiheit werden!
Überraschung löste bei mir dagegen "Der Preis der Selbsterkenntnis" von Thomas Metzinger aus, in dem dieser darüber spekuliert, ob die Hirnforschung "das Ende der Religion bescheren" werde. Dass Philosophen am Anfang des 21. Jahrhunderts noch eigens Religionsbegriffe konstruieren, um dann deren baldiges Ende durch Erkenntnisse der Hirnforschung (!) zu prognostizieren, hätte ich nicht erwartet... Hätte wohl umgekehrt jemand schreiben dürfen, dass die Hirnforschung religiöse Wahrheiten stützt? Nein, denn auch die deutsche Wissenschaft wird von gesellschaftlichen Trends geprägt und derzeit dominiert außerhalb der Theologie(n) noch die wohlfeile Religionskritik. Auch der Metzinger-Beitrag also ein echter Lesehappen - nicht zuletzt für all diejenigen Theologen und Religionswissenschaftler, die noch immer glauben, man müsse sich am Dialog mit den Naturwissenschaften nicht selbst beteiligen, das werde schon irgendwie...
Also, nach meiner Einschätzung ist hier ein wirklich großartiger, an- und aufregender Sammelband gelungen, in dem Sie sicher eigene und andere Funde machen und Schwerpunkte setzen würden. Wer an diesen Themen interessiert ist oder sich einlesen möchte, findet hier seine Kollektion denkwürdigen und zitierfähigen Gedankenfutters. Die Einzeltexte sind nicht übermäßig lang, so dass man sich auch mal zwischendurch einzelne Themen herauspicken und in Ruhe durchdenken kann. Das einzige, was ich vermisste, war ein Sachregister. Aber andererseits machte das Suchen und Blättern hier an sich schon jede Menge Freude...
blume-religionswissenschaft - 29. Aug, 06:04



