Zitat Papst Benedikt XVI. zu Evolutionstheorie / Evolutionismus
Auch gegen den wieder auflebenden Kreationismus hatte Papst Johannes Paul II. 1996 erklärt, dass die Evolutionstheorie "mehr sei als eine bloße Hypothese". Als aber der Wiener Kardinal Christoph Schöborn 2006 in einem Gastkommentar für die "New York Times" eine "Lanze für die Intelligent-Design-Bewegung brach" (HK), lebten Befürchtungen auf, auch die katholische Kirche könne sich gegen Erkenntnisse der empirischen Wissenschaften stellen. Bisher hielt Prof. Ratzinger, inzwischen zu Papst Benedikt XVI. gewählt, jedoch an der Haltung fest, dass Evolutionstheorie und Glauben vereinbar, dass "wahre Kontingenz innerhalb der geschöpflichen Ordnung nicht unvereinbar (...) mit einer zweckvollen göttlichen Vorsehung" seien. Dabei kritisierte er Stimmen, die aus der Evolutionstheorie einen vermeintlich notwendigen Atheismus verkündeten.
Zitat
"Seit der Aufklärung arbeitet wenigstens ein Teil der Wissenschaft emsig daran, eine Welterklärung zu finden, in der Gott überflüssig wird. (...) Letztlich kommt es auf die Alternative hinaus: Was steht am Anfang: die schöpferische Vernunft, der Geist, der alles wirkt und sich entfalten lässt oder das Unvernünftige, das vernunftlos sonderbarerweise einen mathematisch geordneten Kosmos hervorbringt und auch den Menschen, seine Vernunft. Aber die wäre dann nur ein Zufall der Evolution und im letzten also doch auch etwas Unvernünftiges."
Papst Benedikt XVI. auf dem Gottesdienst in Regensburg, 12.09.2006
zitiert nach: Herder Korrespondenz (HK) 10/2006, S. 495
Anm.: Natur- und Geisteswissenschaftler sowohl atheistischer, agnostischer wie theistischer Prägung erforschen derzeit z.B. im internationalen Forschernetzwerk "Evolutionary Religious Studies" die Evolution der Religiosität. Die empirischen Erkenntnisse (beispielsweise auch zum Reproduktionserfolg) weisen dabei inzwischen klar darauf hin, dass sich auch Religiosität als Adaption bzw. Exaptation über biologische Vorteile entwickelt hat - wie bereits Darwin vermutete. Eine deutschsprachige Diskussion dazu hier.
Zitat
"Seit der Aufklärung arbeitet wenigstens ein Teil der Wissenschaft emsig daran, eine Welterklärung zu finden, in der Gott überflüssig wird. (...) Letztlich kommt es auf die Alternative hinaus: Was steht am Anfang: die schöpferische Vernunft, der Geist, der alles wirkt und sich entfalten lässt oder das Unvernünftige, das vernunftlos sonderbarerweise einen mathematisch geordneten Kosmos hervorbringt und auch den Menschen, seine Vernunft. Aber die wäre dann nur ein Zufall der Evolution und im letzten also doch auch etwas Unvernünftiges."
Papst Benedikt XVI. auf dem Gottesdienst in Regensburg, 12.09.2006
zitiert nach: Herder Korrespondenz (HK) 10/2006, S. 495
Anm.: Natur- und Geisteswissenschaftler sowohl atheistischer, agnostischer wie theistischer Prägung erforschen derzeit z.B. im internationalen Forschernetzwerk "Evolutionary Religious Studies" die Evolution der Religiosität. Die empirischen Erkenntnisse (beispielsweise auch zum Reproduktionserfolg) weisen dabei inzwischen klar darauf hin, dass sich auch Religiosität als Adaption bzw. Exaptation über biologische Vorteile entwickelt hat - wie bereits Darwin vermutete. Eine deutschsprachige Diskussion dazu hier.
blume-religionswissenschaft - 6. Feb, 06:30
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