Gesegnetes Opferfest - und Koransure zu Islam & Wissenschaft
Den muslimischen Freundinnen und Freunde wünsche ich heute ein gesegnetes Opferfest (Eid al-Adha / Kurban Bayrami), in dem an die von Gott vereitelte Opferung eines Sohnes Abrahams erinnert wird.
Nähere Informationen und weitere Links zum Fest finden Sie zum Beispiel auf www.feste-der-religionen.de - die Seite wurde von Kerstin Probiesch gestaltet, die auch einen religionswissenschaftlichen Schwesterblog betreibt.
Ich möchte dagegen heute einfach einen Koranvers zitieren, der mir besonders aufgefallen ist und den ich anläßlich eines Vortrages zum Verhältnis Evolutionstherie - Religion neben einen Bibelvers stellte.
So heißt es im Quran, Sure 45 (Die Knieende), Vers 3 & 4 in deutscher Übertragung:
„In den Himmeln und auf der Erde
gibt es fürwahr Beweise für die Gläubigen.
In der Erschaffung von euch
und in den Tieren, die Er verbreitet hat,
finden sich Beweise für Leute,
die ihres Glaubens gewiss sind.“
- Koran, Sure 45 „Die Kniende“, 3,4
Was mir dabei auffiel war, dass hier einerseits der Anspruch formuliert wird, Wissenschaft wert zu schätzen und keine Angst vor Erkenntnis zu haben - denn letztlich würden "die Gläubigen" darin immer wieder auch "Beweise" finden. Gemeint sind aber nicht logische Gottesbeweise, sondern erweiternde und vertiefende Erkenntnisse zum bereits bestehenden Glauben - es finden sich "Beweise für Leute, die ihres Glaubens gewiss sind".
Dies entspricht durchaus dem Erkenntnisstand des heutigen Dialoges aus Geistes- und Naturwissenschaft. Gott lässt sich wissenschaftlich weder beweisen noch widerlegen - doch hat es nie an (gerade auch bedeutenden) Wissenschaftlern gemangelt, die gerade durch ihre Erkenntnisse den eigenen Glauben vertieft vorfanden.
Viele Muslime beklagen heute (wie ich finde, zu Recht), dass das Streben nach Bildung und Wissen(schaft) in Teilen der islamischen Welt erstickt worden ist. Und auch als Christ muss man mit Sorge das Treiben christlicher Fundamentalisten betrachten, die zum Beispiel die Evolutionstheorie am liebsten wieder aus den Schulen verbannen würden. Futter finden die religiösen Extremisten dabei natürlich auch von nicht weniger fundamentalen Atheisten, die Wissenschaft als Arsenal zur Verhöhnung religiöser Überzeugungen missbrauchen.
Doch ich bin zuversichtlich, dass sich im Islam Stimmen wie das Islamische Wort "Islam und Bildung" von Emina Corbo-Mesici durchsetzen und dass sich in Zukunft noch mehr Forscher verschiedenen und auch keinen Glaubens zusammenfinden, um seriös und gemeinsam nach Erkenntnis zu streben. Zur Gestaltung unserer Welt, zu Respekt vor der Schöpfung und zum Frieden zwischen den Völkern und Kulturen kann dies und kann jeder beitragen.
Ihnen und uns allen eine gesegnete Festzeit!
Nähere Informationen und weitere Links zum Fest finden Sie zum Beispiel auf www.feste-der-religionen.de - die Seite wurde von Kerstin Probiesch gestaltet, die auch einen religionswissenschaftlichen Schwesterblog betreibt.
Ich möchte dagegen heute einfach einen Koranvers zitieren, der mir besonders aufgefallen ist und den ich anläßlich eines Vortrages zum Verhältnis Evolutionstherie - Religion neben einen Bibelvers stellte.
So heißt es im Quran, Sure 45 (Die Knieende), Vers 3 & 4 in deutscher Übertragung:
„In den Himmeln und auf der Erde
gibt es fürwahr Beweise für die Gläubigen.
In der Erschaffung von euch
und in den Tieren, die Er verbreitet hat,
finden sich Beweise für Leute,
die ihres Glaubens gewiss sind.“
- Koran, Sure 45 „Die Kniende“, 3,4
Was mir dabei auffiel war, dass hier einerseits der Anspruch formuliert wird, Wissenschaft wert zu schätzen und keine Angst vor Erkenntnis zu haben - denn letztlich würden "die Gläubigen" darin immer wieder auch "Beweise" finden. Gemeint sind aber nicht logische Gottesbeweise, sondern erweiternde und vertiefende Erkenntnisse zum bereits bestehenden Glauben - es finden sich "Beweise für Leute, die ihres Glaubens gewiss sind".
Dies entspricht durchaus dem Erkenntnisstand des heutigen Dialoges aus Geistes- und Naturwissenschaft. Gott lässt sich wissenschaftlich weder beweisen noch widerlegen - doch hat es nie an (gerade auch bedeutenden) Wissenschaftlern gemangelt, die gerade durch ihre Erkenntnisse den eigenen Glauben vertieft vorfanden.
Viele Muslime beklagen heute (wie ich finde, zu Recht), dass das Streben nach Bildung und Wissen(schaft) in Teilen der islamischen Welt erstickt worden ist. Und auch als Christ muss man mit Sorge das Treiben christlicher Fundamentalisten betrachten, die zum Beispiel die Evolutionstheorie am liebsten wieder aus den Schulen verbannen würden. Futter finden die religiösen Extremisten dabei natürlich auch von nicht weniger fundamentalen Atheisten, die Wissenschaft als Arsenal zur Verhöhnung religiöser Überzeugungen missbrauchen.
Doch ich bin zuversichtlich, dass sich im Islam Stimmen wie das Islamische Wort "Islam und Bildung" von Emina Corbo-Mesici durchsetzen und dass sich in Zukunft noch mehr Forscher verschiedenen und auch keinen Glaubens zusammenfinden, um seriös und gemeinsam nach Erkenntnis zu streben. Zur Gestaltung unserer Welt, zu Respekt vor der Schöpfung und zum Frieden zwischen den Völkern und Kulturen kann dies und kann jeder beitragen.
Ihnen und uns allen eine gesegnete Festzeit!
blume-religionswissenschaft - 20. Dez, 02:29
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