Chanukka sameach - Gesegnetes Lichterfest!
So und ähnlich werden in den kommenden Tagen Feiertagswünsche zwischen Juden und nichtjüdischen Freunden weltweit klingen. Beim jährlich in einer Dezemberwoche beginnenden Chanukkafest erinnerten sich Juden an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels im Jahr 3597 (164 v. Chr.) und behielten dieses Gedenken auch nach dessen Zerstörung durch die Römer um 70 n.Chr. bei. (Auch das Johannesevangelium benennt Chanukka als Fest der Tempelweihe in Kapitel 10, Vers 22.)
Das ursprünglich stärker national-kämpferisch geprägte Gedenken an den Makkabäeraufstand, der die erzwungene Zeus-Verehrung im Tempel beendet hatte, nahm dabei unter rabbinischer Anleitung zunehmend spirituellere Züge an: im Mittelpunkt stand zunehmend das Ölwunder, nach dem eine Tagesportion Öl nach der Befreiung des Tempels bis zur Neuherstellung nach acht Tagen gereicht und das Licht der Menora also nicht habe erlöschen lassen. Entsprechend wird an jedem der acht Tage eine Kerze des Chanukka-Leuchters entzündet, ausgehend von dem neunten, mittleren Licht, dem Schamasch (Diener).
Neben die Erinnerung der eigenen Identität als oft bedrängte Minderheit, aber auch der Treue Gottes zeichnet sich das heutige Chanukka durch eine Wertschätzung von Religionsfreiheit insgesamt aus - denn für dieses Recht hätten die Makabäer gestritten. Emotional prägen fröhliche Feste in der Gemeinde, die Hinwendung zu den Kindern sowie auch gegenseitige Geschenke heutige Chanukkafeiern.
Religionsgeschichtlich haben sich über die Jahrtausende hinweg Advents- und Chanukkatraditionen wechselseitig beeinflusst, wie auch Rabbiner Michael Hilton in "Wie es sich christelt, so jüdelt es sich" beschrieben hat. Eine solche, eindrucksvolle Entwicklung ist auch derzeit zu beobachten: nachdem in vielen christlichen Ländern das öffentliche Aufstellen großer Weihnachtsbäume die Adventszeit begleitet, haben einige zunächst amerikanische und israelische, dann auch europäische und weitere Städte gemeinsam mit ihren jüdischen Gemeinden auch das Aufstellen eines Chanukkaleuchters zur Tradition gemacht. Zum Anzünden der Lichter werden dabei auch Personen des öffentlichen Lebens oder Geistliche befreundeter Religionsgemeinschaften hinzugezogen, Christen und Muslime nehmen regelmäßig teil.

So entwickelt sich derzeit auch Chanukka in all jenen Ländern, die religiöse Minderheiten als Teil ihrer Identität begreifen, zu einem öffentlichen und auch gemeinsamen Fest. Auch in Berlin, München, Stuttgart und immer mehr weiteren Städten Deutschlands können Sie in den kommenden Wochen Zeuge der gemeinsamen, im Licht verkörperten Erinnerung an ein Wunder werden - an das Wunder religiösen Überlebens auch gegen Macht, Gewalt und Intoleranz.
Allen Leserinnen und Lesern also ein herzliches "Chanukka sameach! - Gesegnetes Licherfest!"
PS: Einen auch schön bebilderten Überblick über einige Aspekte des Chanukkafestes (z.B. die Dreidel) und weiteren Links hat Kerstin Probiesch auf dem Schwesterblog religionswissenschaft.info erstellt. Per Klick hier!
Und aus einem jüdisch-religiösen Alltag "mittendrin" berichtet Anna.
Das ursprünglich stärker national-kämpferisch geprägte Gedenken an den Makkabäeraufstand, der die erzwungene Zeus-Verehrung im Tempel beendet hatte, nahm dabei unter rabbinischer Anleitung zunehmend spirituellere Züge an: im Mittelpunkt stand zunehmend das Ölwunder, nach dem eine Tagesportion Öl nach der Befreiung des Tempels bis zur Neuherstellung nach acht Tagen gereicht und das Licht der Menora also nicht habe erlöschen lassen. Entsprechend wird an jedem der acht Tage eine Kerze des Chanukka-Leuchters entzündet, ausgehend von dem neunten, mittleren Licht, dem Schamasch (Diener).
Neben die Erinnerung der eigenen Identität als oft bedrängte Minderheit, aber auch der Treue Gottes zeichnet sich das heutige Chanukka durch eine Wertschätzung von Religionsfreiheit insgesamt aus - denn für dieses Recht hätten die Makabäer gestritten. Emotional prägen fröhliche Feste in der Gemeinde, die Hinwendung zu den Kindern sowie auch gegenseitige Geschenke heutige Chanukkafeiern.
Religionsgeschichtlich haben sich über die Jahrtausende hinweg Advents- und Chanukkatraditionen wechselseitig beeinflusst, wie auch Rabbiner Michael Hilton in "Wie es sich christelt, so jüdelt es sich" beschrieben hat. Eine solche, eindrucksvolle Entwicklung ist auch derzeit zu beobachten: nachdem in vielen christlichen Ländern das öffentliche Aufstellen großer Weihnachtsbäume die Adventszeit begleitet, haben einige zunächst amerikanische und israelische, dann auch europäische und weitere Städte gemeinsam mit ihren jüdischen Gemeinden auch das Aufstellen eines Chanukkaleuchters zur Tradition gemacht. Zum Anzünden der Lichter werden dabei auch Personen des öffentlichen Lebens oder Geistliche befreundeter Religionsgemeinschaften hinzugezogen, Christen und Muslime nehmen regelmäßig teil.

So entwickelt sich derzeit auch Chanukka in all jenen Ländern, die religiöse Minderheiten als Teil ihrer Identität begreifen, zu einem öffentlichen und auch gemeinsamen Fest. Auch in Berlin, München, Stuttgart und immer mehr weiteren Städten Deutschlands können Sie in den kommenden Wochen Zeuge der gemeinsamen, im Licht verkörperten Erinnerung an ein Wunder werden - an das Wunder religiösen Überlebens auch gegen Macht, Gewalt und Intoleranz.
Allen Leserinnen und Lesern also ein herzliches "Chanukka sameach! - Gesegnetes Licherfest!"
PS: Einen auch schön bebilderten Überblick über einige Aspekte des Chanukkafestes (z.B. die Dreidel) und weiteren Links hat Kerstin Probiesch auf dem Schwesterblog religionswissenschaft.info erstellt. Per Klick hier!
Und aus einem jüdisch-religiösen Alltag "mittendrin" berichtet Anna.
blume-religionswissenschaft - 5. Dez, 06:03
3 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks



