Matrix - Die Aufklärung der Aufklärung
Die religionsbezogenen Elemente des Films Matrix waren und sind dermaßen offensichtlich, dass eine Aufzählung unvollständig bleiben muss: erst durch den Glauben, vermittelt durch eine Verkünderin, erreicht der Held die reale Wirklichkeit, seine engste Verbündete heißt Trinity (Dreieinigkeit), mit der Entscheidung für die Wahrheit wachsen Wirk- und Kampfkraft, die Bastion der letzten freien Menschen und des wahren Lebens ist das verborgene Zion usw.
Matrix steht aber damit nicht isoliert, sondern markiert einen subkulturellen Umschwung, der sich in der Wandlung des Cyberpunk (wie z.B. William Gibbson's Neuromancer) zum Cyberspace (wie z.B. die Shadowrun-Buchreihen) schon länger abgezeichnet hatte:
Hatten die Individuen in der frühen Cyberpunk-Literatur ab 1984 im Angesicht von Technologie, künstlicher Intelligenz und virtueller Realität noch verzweifelt-melancholisch um ihre Identität gerungen, so wandelte sich der Ton ab den 90er in einen anarchischen Optimismus: wenn jede Realität ein Konstrukt des Gehirns aus unsicherer Informationsquelle ist, dann ergíibt sich daraus auch eine Freiheit der Wirklichkeitsgestaltung und vor allem -wahl, die sich jeder rationalistischen Engführung entzieht. In modernen Cybersagas wird daher wieder beherzt geglaubt, gezaubert und geliebt, mit der Realität gespielt und die eigene Identität letztlich in festen, überweltlichen Überzeugungen verankert. Die Aufklärung hat sich hier selbst aufgeklärt, die Science-Fiction-Jugendkultur hat das gesellschaftliche Wiedererwachen der Religiosität vorweg genommen und voraus gedacht.
In recht origineller Weise haben z.B. die Jesus Freaks München religioide Aspekte des Films Matrix herausgegriffen und missionarisch umformuliert. Auch dies ein Zeichen des erwachenden Bewusstsein für den engen Zusammenhang von Mythos und Film.
Matrix steht aber damit nicht isoliert, sondern markiert einen subkulturellen Umschwung, der sich in der Wandlung des Cyberpunk (wie z.B. William Gibbson's Neuromancer) zum Cyberspace (wie z.B. die Shadowrun-Buchreihen) schon länger abgezeichnet hatte:
Hatten die Individuen in der frühen Cyberpunk-Literatur ab 1984 im Angesicht von Technologie, künstlicher Intelligenz und virtueller Realität noch verzweifelt-melancholisch um ihre Identität gerungen, so wandelte sich der Ton ab den 90er in einen anarchischen Optimismus: wenn jede Realität ein Konstrukt des Gehirns aus unsicherer Informationsquelle ist, dann ergíibt sich daraus auch eine Freiheit der Wirklichkeitsgestaltung und vor allem -wahl, die sich jeder rationalistischen Engführung entzieht. In modernen Cybersagas wird daher wieder beherzt geglaubt, gezaubert und geliebt, mit der Realität gespielt und die eigene Identität letztlich in festen, überweltlichen Überzeugungen verankert. Die Aufklärung hat sich hier selbst aufgeklärt, die Science-Fiction-Jugendkultur hat das gesellschaftliche Wiedererwachen der Religiosität vorweg genommen und voraus gedacht.
In recht origineller Weise haben z.B. die Jesus Freaks München religioide Aspekte des Films Matrix herausgegriffen und missionarisch umformuliert. Auch dies ein Zeichen des erwachenden Bewusstsein für den engen Zusammenhang von Mythos und Film.
blume-religionswissenschaft - 19. Okt, 06:08
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