Die Rückkehr der Religiosität - jetzt auch in Schweden
Die Theorie religiöser Märkte wird inzwischen nicht nur von Soziologen wie Michael Zoeller (hier) und Ökonomen wie Rainer Hank (hier) auch in Deutschland zunehmend als theoretisch interessant diskutiert - es sammeln sich auch immer mehr Belege.

Ein neueres Beispiel ist Schweden, eindrücklich beschrieben in diesem Beitrag des Wall Street Journal.
Über Jahrzehnte das Vorzeigeland fortschreitender Säkularisierung, mit einer sich leerenden Staatskirche und moderner Sozial- und Familienpolitik, hat sich zum Jahr 2000 die evangelische Kirche (teilweise und bei Beibehaltung der meisten Privilegien) doch aus dem Staatsverband gelöst und begonnen, in den langsam zunehmenden, religiösen Wettbewerb wieder einzutreten.
Und vor wenigen Monaten brach (die schwedische Öffentlichkeit überraschend) um Bibeln in Hotelzimmern eine Debatte aus, die vor allem von aufstrebenden Freikirchen bestritten und glatt gewonnen wurde.
Persönlich bin ich der Auffassung, dass die Theorie des religiösen Marktes dann hervorragend trägt, wenn sie mit dem demografischen Erfolg von Religionsgemeinschaften (siehe Vortrag zu den Hayek-Tagen dazu) kombiniert wird. Will heißen: der religiöse Wettbewerb dreht sich nicht um als fix gedachte "religiöse Bedürfnisse", sondern ganz konkret um Erfahrungen und Lebensorientierung, die sich dann auch demografisch auswirken (siehe empirische Daten hier).
Entsprechend wächst die Religiosität und religiöse Vielfalt in den säkularen Ländern a) durch die Schrumpfung säkularer im Vergleich zu religiös entschiedenen Populationen von Inländern (siehe eine ALLBUS-Auswertung Deutschland hier) und b) durch internationale Zuwanderer, die zu einem immer höheren Anteil ebenfalls religiös sind und den religiösen Markt um neue Gemeinschaften erweitern.
Entsprechend verfallen die unterjüngenden säkularen und als Monopole verwöhnten Religionsgemeinschaften, während die aufstrebenden Gemeinschaften nicht nur mehr eigene Familien begründen, sondern (auch gerade dadurch) weitere für sich gewinnen.
Das kontinentale Modell säkular-absterbender Staatsmonopole (derzeit auch zu besichtigen im Iran) wird abgelöst durch das angelsächsische Modell wettbewerblicher Vielfalt (derzeit gegen zunehmend zermürbte Nationalisten sich auch durchsetzend in der Türkei). Auch in Zukunft wird gebetet werden - nur deutlich öfter, bunter und teilweise auch fundamentalistischer, als wir es bislang gewohnt waren...

Ein neueres Beispiel ist Schweden, eindrücklich beschrieben in diesem Beitrag des Wall Street Journal.
Über Jahrzehnte das Vorzeigeland fortschreitender Säkularisierung, mit einer sich leerenden Staatskirche und moderner Sozial- und Familienpolitik, hat sich zum Jahr 2000 die evangelische Kirche (teilweise und bei Beibehaltung der meisten Privilegien) doch aus dem Staatsverband gelöst und begonnen, in den langsam zunehmenden, religiösen Wettbewerb wieder einzutreten.
Und vor wenigen Monaten brach (die schwedische Öffentlichkeit überraschend) um Bibeln in Hotelzimmern eine Debatte aus, die vor allem von aufstrebenden Freikirchen bestritten und glatt gewonnen wurde.
Persönlich bin ich der Auffassung, dass die Theorie des religiösen Marktes dann hervorragend trägt, wenn sie mit dem demografischen Erfolg von Religionsgemeinschaften (siehe Vortrag zu den Hayek-Tagen dazu) kombiniert wird. Will heißen: der religiöse Wettbewerb dreht sich nicht um als fix gedachte "religiöse Bedürfnisse", sondern ganz konkret um Erfahrungen und Lebensorientierung, die sich dann auch demografisch auswirken (siehe empirische Daten hier).
Entsprechend wächst die Religiosität und religiöse Vielfalt in den säkularen Ländern a) durch die Schrumpfung säkularer im Vergleich zu religiös entschiedenen Populationen von Inländern (siehe eine ALLBUS-Auswertung Deutschland hier) und b) durch internationale Zuwanderer, die zu einem immer höheren Anteil ebenfalls religiös sind und den religiösen Markt um neue Gemeinschaften erweitern.
Entsprechend verfallen die unterjüngenden säkularen und als Monopole verwöhnten Religionsgemeinschaften, während die aufstrebenden Gemeinschaften nicht nur mehr eigene Familien begründen, sondern (auch gerade dadurch) weitere für sich gewinnen.
Das kontinentale Modell säkular-absterbender Staatsmonopole (derzeit auch zu besichtigen im Iran) wird abgelöst durch das angelsächsische Modell wettbewerblicher Vielfalt (derzeit gegen zunehmend zermürbte Nationalisten sich auch durchsetzend in der Türkei). Auch in Zukunft wird gebetet werden - nur deutlich öfter, bunter und teilweise auch fundamentalistischer, als wir es bislang gewohnt waren...
blume-religionswissenschaft - 22. Aug, 18:06
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks



