"Klaute" Darwin von Wallace die Evolutionstheorie?
Die Historiker sprechen vom "delicate arrangement" von 1858: Alfred Russel Wallace hatte Charles Darwin aus den Molukken einen Essay übersandt, der einen ersten, bahnbrechenden Entwurf der Evolutionstheorie enthielt, verbunden mit der Bitte um Weiterleitung und ggf. Veröffentlichung.
Doch Charles Darwin tat dies nicht einfach, sondern konsultierte Freunde mit der Frage, was er selbst denn nun tun solle, habe er, Darwin, die Evolutionstheorie doch bereits seit fast 20 Jahren im Auge und bisher nur Angst vor einer Veröffentlichung gehabt.

So wurden 1858 auf Rat seiner Freunde also Darwinsche Beiträge zur Evolutionstheorie (darunter neu verfasste und samt des Anspruches, Erstentdecker der Evolution zu sein) neben dem Manuskript von Wallace verlesen und veröffentlicht und Darwin legte bereits 1859 sein "On the Origin of Species" auf, bevor Wallace schließlich ein Jahr später nach England zurückkehrte.
Ob Darwin wesentliche oder womöglich gar entscheidende Teile der Evolutionstheorie von Wallace "geklaut" habe, wird seitdem immer wieder kontrovers diskutiert. Einige neuere Funde stärken dabei sogar wieder die These vom Evolutions-Klau.
Allerdings hatte Wallace als Aufsteiger aus armen Verhältnissen und als Vielreisender ohnehin die schlechteren Karten gegenüber dem längst etablierten und wohlhabenden Darwin und erkannte den Vorrang Darwins an, nannte eines seiner späteren Bücher sogar "Darwinismus". Und immerhin hatte ja auch er von Briefwechseln mit Darwin inhaltlich profitiert.
Es ist daher wohl unwahrscheinlich, dass die Geschichte der Evolutionstheorie noch jemals wieder aufgerollt und ggf. umgeschrieben wird. Aber zumal Wallace in vielen Detailfragen gegenüber Darwin und den Sozialdarwinisten Recht hatte (siehe Wallace und die Macht der Mütter), halte ich es für ein Gebot der Fairneß, diesen fast vergessenen Mit-Entdecker der Evolutionstheorie wieder bekannter zu machen. Jeder Kundige kann ein wenig zum verdienten Nachruhm des Forschers beitragen. Und dass es noch so gut wie keine deutschsprachigen Veröffentlichungen von oder über Wallace gibt, muss und sollte nicht so bleiben.
Doch Charles Darwin tat dies nicht einfach, sondern konsultierte Freunde mit der Frage, was er selbst denn nun tun solle, habe er, Darwin, die Evolutionstheorie doch bereits seit fast 20 Jahren im Auge und bisher nur Angst vor einer Veröffentlichung gehabt.

So wurden 1858 auf Rat seiner Freunde also Darwinsche Beiträge zur Evolutionstheorie (darunter neu verfasste und samt des Anspruches, Erstentdecker der Evolution zu sein) neben dem Manuskript von Wallace verlesen und veröffentlicht und Darwin legte bereits 1859 sein "On the Origin of Species" auf, bevor Wallace schließlich ein Jahr später nach England zurückkehrte.
Ob Darwin wesentliche oder womöglich gar entscheidende Teile der Evolutionstheorie von Wallace "geklaut" habe, wird seitdem immer wieder kontrovers diskutiert. Einige neuere Funde stärken dabei sogar wieder die These vom Evolutions-Klau.
Allerdings hatte Wallace als Aufsteiger aus armen Verhältnissen und als Vielreisender ohnehin die schlechteren Karten gegenüber dem längst etablierten und wohlhabenden Darwin und erkannte den Vorrang Darwins an, nannte eines seiner späteren Bücher sogar "Darwinismus". Und immerhin hatte ja auch er von Briefwechseln mit Darwin inhaltlich profitiert.
Es ist daher wohl unwahrscheinlich, dass die Geschichte der Evolutionstheorie noch jemals wieder aufgerollt und ggf. umgeschrieben wird. Aber zumal Wallace in vielen Detailfragen gegenüber Darwin und den Sozialdarwinisten Recht hatte (siehe Wallace und die Macht der Mütter), halte ich es für ein Gebot der Fairneß, diesen fast vergessenen Mit-Entdecker der Evolutionstheorie wieder bekannter zu machen. Jeder Kundige kann ein wenig zum verdienten Nachruhm des Forschers beitragen. Und dass es noch so gut wie keine deutschsprachigen Veröffentlichungen von oder über Wallace gibt, muss und sollte nicht so bleiben.
blume-religionswissenschaft - 11. Jun, 06:38
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